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Dafür müssen wir zunächst definieren, was mit "schneller" gemeint ist, bzw. unter was für Wettkampfregeln dies festgestellt werden soll. Ich definiere es hier mal anders als Christianwarweg, der, wenn ich ihn richtig verstehe, davon ausgeht, daß beide Proben der gleichen Temperatur ausgesetzt sind.

Angenommen, von jeder beider Flüssigkeiten wird eine gleichgroße Probe untersucht, die so klein ist, daß der genaue Wärmetransport durch Leitung plus Konvektion vernachlässigt werden kann. Beide Gefäße werden in einen Raum gebracht, wo die btr. Gefriertemperatur herrscht: 0 °C für das Wasser und ~60 °C für das Wachs, und jeder von beiden Stoffen ist um die gleiche Temperaturdifferenz x °C über dem btr. Gefrierpunkt. Nun soll beobachtet werden, welche Stoffprobe als erste gefroren ist.

Dann gefriert meiner Meinung nach das Wachs schneller, denn es hat

  • eine geringere spezifische Wärmekapazität (~ 3 kJ/(kgK)) als Wasser (~ 4 kJ/(kgK))
  • eine geringere Schmelzenthalpie (176 kJ/kg) als Wasser (334 kJ/kg)

Quelle: Die Seiten "Liste der spezifischen Wärmekapazitäten" und "Schmelzwärme" bei http://www.chemie.de/lexikon

Was genau das "Wachs" ist, dessen Eigenschaften die Tabellen angeben, steht nicht dabei. Vielleicht Stearin oder Bienenwachs.

Kommt drauf an. Ein Bottich mit 1000 l geschmolzenen Wachses braucht sicherlich länger um zu erstarren als 1 ml Wasser. Allerdings würde das Wachs (irgendwann) auch bei 30°C "gefrieren", das Wasser nicht.

Wachs (was genau soll das eigentlich sein - es gibt viele Wachse) hat jedoch den höheren Schmelzpunkt und gefriert daher schneller.

Was meinst du mit "gefrieren", was mit "schneller"? Wenn es darum geht, dass beide Stoffe (in der gleichen Menge) die Temperatur zum Erstarren bereits erreicht haben, geht das bei Wasser langsamer, da hier beim Erstarren mehr Energie frei wird.

Wachs erstarrt soweit ich weiß bei 40°C und Wasser hat einen Gefrierpunkt von 0°C

Wachs ist bereits bei Raumtemperatur fest ("gefroren").

Wachs gefriert gar nicht. Seine Viskosität wird nur höher. Genauso wie bei Pech oder Glas. Das sind und bleiben Flüssigkeiten, egal, wie fest sie scheinen.

Siehe https://de.m.wikipedia.org/wiki/Pechtropfenexperiment

Wenn man eine brennende Kerze anschaut, sieht man aber, daß da eine klare Grenze zwischen fester und flüssiger Phase ist. Eine andere Sache ist, daß das erwärmte Wachs, genau wie z.B. Eisen, zunächst weicher wird, bevor es schmilzt. Auch, daß nicht-eutektische Stoffgemische einen Schmelzbereich statt eines Schmelzpunktes haben.

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