Was bei toxischen Dozenten tun?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo,

teils gute Antworten dabei. Aber hier mal mein Senf als Personalentwickler:

Grundsätzlich: Niemand hat das Recht dich oder andere Azubis anzumotzen, anzuschreien odersonst wie persönlich anzugreifen. Die "guten Sitten", was den persönlichen Umgang angeht müssen auch gegenüber Azubis gelten. Alles andere ist im besten Falle unprofessionell im schlimmsten Falle abmahnungswürdig. Und kann sicher nicht im Sinne der ausbildenden Betriebe sein (warum steht unten).

Konstruktive Kritik (Feedback) zu geben fällt Mitarbeitern ohne pädagogische Weiterbildung (z.B. Ausbilder-Schein) manchmal schwer. Hier ist es aber doppelt schlimmer, weil sie ja als Dozentin eine pädagogische Ausbildung hat!

Zu deiner eigentlichen Frage:

Ich empfehle dir, sie sachlich und höflich anzusprechen. Erkläre ihr, wie ihr Verhalten bei euch ankommt, was das mit euch macht und wie es sich auf euer Lernen und eure Motivation auswirkt. Wichtig ist aus der Ich-Perspektive zu sprechen. Platzt sie dann, ist das ihr Problem. Hauptsache ihr habt versucht, das Problem direkt zu thematisieren.

Wird es dann nicht besser, schaltet eure Ausbildungsleiter, am besten die Personalleiter, der Betriebe ein. Warum? Ganz einfach Ihr seid im Sinne der ausbildenden Betriebe teure Investitionen und eine schlechte Dozentin, die Motivation raubt und Lernen schwerer macht, sorgt für eine höhere Abrecherquote, eine schlechtere Ausbildungsqualität und damit für weniger Return on Investment, was eure Ausbildung betrifft. Keine Sorge die Personalleiter werden dann schon auf die Schule in entsprechender Weise zu gehen. Bleibt aber bitte immer ehrlich, denn es wird am Ende Aussage gegen Aussage stehen. Aber nur so könnt ihr den Stein ins Rollen bringen.

PS: Die anderen Antworten a la "Lehrjahre sind keine Herrenjahre" sind nicht mehr zeitgemäß

Dankeschön, du hast es sehr gut erklärt...

"Ich empfehle dir, sie sachlich und höflich anzusprechen. Erkläre ihr, wie ihr Verhalten bei euch ankommt, was das mit euch macht und wie es sich auf euer Lernen und eure Motivation auswirkt. Wichtig ist aus der Ich-Perspektive zu sprechen. Platzt sie dann, ist das ihr Problem. Hauptsache ihr habt versucht, das Problem direkt zu thematisieren."

Das Problem ist, sie wird halt schnell sauer. Wir trauen uns keine Fehler mehr zu machen, wovon wir lernen können, sie macht einen direkt vor der Klasse zur Sau mit "warum hast du es nicht gelernt?", obwohl man es praktisch halt noch nie gemacht hat. Ich kann dir sogar versprechen, dass keiner aus dem Kurs mehr in diesem Gebiet arbeiten wird, weil sie davon abgeschreckt sind.

Ich werde mich mit meinen Kollegen beraten und darüber nachdenken, wie wir es angehen, danke dir!

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@Ryoi1998

Freut mich, dass meine Antwort euch hilft. Es geht darum, dass es für eure Argumentation gegenüber euren Betrieben besser ist, wenn ihr vorher zumindest versucht habt euer Problem direkt anzusprechen. Das wird euer Anliegen einfach glaubhafter machen.

Alleine das:"Ich kann dir sogar versprechen, dass keiner aus dem Kurs mehr in diesem Gebiet arbeiten wird, weil sie davon abgeschreckt sind." Wäre schon ein ganz krasses No-Go auf Betriebsseite, weil das völlig gegen die Ziele eurer Betriebe geht, was Ausbildung betrifft. Man bildet euch ja aus, UM in den Bereichen später zu arbeiten. Nicht damit ihr lernt gerade das nicht zu tun.

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@DGLTART

Natürlich, da hast du Recht, ich wollte mit dieser Aussage nur darstellen, wie stark diese Frau schon auf die Psyche einiger Leute aus dem Kurs gegangen ist..Wir haben auch Leute aus der JAV bei uns und wollen so konstruktiv, wie es geht darstellen.

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Betrachte es als Praxisübung in Sachen Patientenkontakt. Wenn Du mal einen richtig mürrischen Menschen pflegen musst kannste Dich auch nicht wirklich irgendwo beschweren...

Man lernt in jeder Ausbildung eben auch ein wenig Umgang mit Kunden oder wie auch immer das im jeweiligen Berufsfeld heißen mag. Es geht in keiner Ausbildung vorrangig um Spaß.

Baut euch ein dickes Fell auf, dann habt ihr alle länger was von eurem Beruf bevor der moderne Burnout kommt. 🤡

warehouse14

Danke für die Erklärung. Die Sache ist, sie unterrichtet ein Fachgebiet, was zum Teil unterbesetzt ist und wortwörtlich will keiner mehr in diesem Gebiet arbeiten, da die Dame jeden davon abgeschreckt hat...

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@Ryoi1998

Welches Fachgebiet? Wer wirklich an diesem Bereich interessiert ist sollte sich bewußt machen, daß er nur mit abgeschlossener Ausbildung irgendwann mal selber Dozent in dem Fachgebiet sein kann.

Nimm es also als Motivationshilfe. Getreu dem Motto "Jetzt erst recht!" 😉

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Denke es ist schon was Anderes in der Ausbildung schon dauerhaft fertig gemacht zu werden oder später vom Patienten. Gute Krankenhäuser bilden den Umgang mit dem Patienten noch extra aus und man bekommt etwas an die Hand um damit umgehen zu können. Klar können Patienten auch austicken aber deswegen den Schülern jahrelang die Schule madig zu machen ist irgendwie der falsche Weg.
"Abhärtung" kommt früh genug. MIr sind aber gut ausgebildete Helfer lieber als ängstliche.

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@Kitharea

Jede Ausbildung ist auch eine gewisse Charakterschule. Heutzutage sind viele Schüler einfach zu verweichlicht.

Das wird nicht besser wenn man sie in Watte packt.

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@warehouse14

Wird aber auch nicht besser wenn man sie anschreit. Wozu soll es gut sein wenn erwachsene Menschen sich wie Irre verhalten? Was soll ein Schüler dabei lernen?
Mitunter sind auch für Jugendliche die besten Chefs immer noch die, die konkret, streng und nicht ambivalent sind. Und Strenge hat NULL damit zu tun ob ich jemanden herablassend behandle

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@warehouse14

Und wenn ich ehrlich bin - ja sie halten nicht mehr das aus was wir aushalten mussten. Aber wenn ich so manche Erwachsene sehe und wie die mit der Jugend heutzutage umspringen wundert es mich kein Stück, wenn wir der Jugend sch*** egal sind. Sie sind nicht wir - lernen andere Dinge und interessieren sich für Andere Dinge. Ich hab für meinen Teil keinen Bock mit derselben Einstellung wie alle Erwachsenen der letzten 2000 Jahre durch die Gegend zu laufen und alles was jünger ist zu behandeln als wäre es Dreck. Das ist keine Abhärtung das ist einfach nur unhöflich und schlecht erzogen. Und ja - ich rede hier von den angeblichen Erwachsenen und nicht den Kindern.

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@Kitharea

Der FS erwähnte, daß die Dame in einem unterbesetzten Bereich lehrt... Schonmal was von Stresstoleranz gehört? Wer lehrt die Azubis denn wenn sie auch noch aufhört?

Manchmal liegt das Problem eben woanders als man zunächst vermutet...

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@warehouse14

Ich sehe das eher so: Wer wird Azubi wenn die alle abhaun? Macht doch alles keinen Unterschied. Stressresistenz heißt nicht ich muss mich behandeln lassen wie ein Mülleimer. Das kann man auch Patienten sagen btw.

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@Kitharea

Es bleiben geeignete Leute übrig. Gibt es keine haben wir andere Probleme als ne schreiende Dozentin.

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@warehouse14

Nochmal. Es gibt keinen Grund sich in der Ausbildung anschreien zu lassen. Das ist Fehler des Ausbildenden und nicht des Azubis. Bisschen erwachsen dürfen auch die Lehrer sein. Kinder lernen davon abgesehen mehr vom zuschauen und nachmachen und nicht, weil man sie zur Sau macht. Weiß nicht wann du geboren wurdest aber diese Ansichten sind von anno Schnee.

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@warehouse14

Und erkundige dich mal über Burnout bitte. Genau solche Dinge können Burnout auslösen. "Stark sein" kann Depressionen auslösen. Das was da passiert ist nicht gesund. Wenn Erwachsene sich nicht im Griff haben, ist das für Kinder/Jugendliche nicht gesund. Und es ist Problem des ERWACHSENEN und nicht des Kindes oder des Jugendlichen. !? Bitte wo leben wir? In Afganistan?

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@Kitharea

Dankeschön. Es ist eine Ausbildung im Krankenhaus und wir erwarten auch nicht, wie eine Pusteblume behandelt zu werden. Uns ist bewusst, dass es um Menschenleben geht. Es geht darum, dass wir uns nicht mehr TRAUEN Fehler zu machen, um davon zu lernen! Wir trauen uns nicht mal mehr richtig der Frau eine Frage zu stellen!

Sie unterrichtet einen Unterbesetzen Bereich, aber arbeitet da nicht! Wir sind hauptsächlich im Ausbildungszentrum. Das heißt sie kriegt vom Stress an der Front nichts ab.

Mir geht es darum, wie ich diese Person darauf anspreche und hinweise, dass es nicht richtig ist. Wir wollen auf keinen Fall irgendeinen Dozenten verjagen oder fertig machen. Aber wir wollen langsam auch nicht mehr fertig gemacht werden oder ängstlich in den Unterricht gehen.

Ich bin jemand, der von seinen Fehlern sehr gut lernen kann. Aber wenn ich keine machen darf, werde ich vor allem in praktischen Angelegenheiten langsam vorangehen. Ich finde meine Generation nicht verweichlicht.

Wir sind die weltoffenste und Facettenreichste Generation seit Jahren! Wir haben das Privileg in nicht harten Zeiten groß zu werden und dafür müssen wir uns nicht entschuldigen, oder sich wie jemand aus dem Jahre 1970 o.ä benehmen. Ich habe hier nur gehofft, von Menschen mit mehr Lebenserfahrung Tipps zu bekommen, wie man einen toxischen Menschen auf sein Verhalten anspricht, ohne einen Wunden Punkt zu treffen.^^

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@Ryoi1998

Ganz einfach: manche Leute brauchen ein Echo. Sprich die Dame also sehr direkt und auch mal weniger zimperlich an. Frag sie mal, was sie für ein Problem hat.

Irgendwann wird sie schon kapieren daß sie selbst Fehler macht...

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Sie wird austicken. Also geh hin und sags ihr. Was soll sie schon groß tun ausser dich zu hassen was sie ja jetzt scheinbar schon mit euch allen tut????
Bei solchen Menschen ist es oft sinnvoll, sie direkt darauf anzusprechen und zwar nicht mit hintendrum "hilfe-ich-hab-Angst" geseiere sondern dahin wo es hingehört. Soll vielleicht einer machen der keine Angst hat. Helft ihm. Steht zu ihm.

Sagt ihr konkret was das Problem ist. Dass ihr das nicht fair findet und der Meinung seid ihr tut was ihr könnt. Keine Drohungen in ihre Richtung. EINFACH NUR was Sache ist. Wenn sie schimpft sofort kontern mit: Es gibt keinen Grund zu schimpfen wir wollten nur drüber reden. ALLES was sie tut nehmen und aussprechen und gleich dazusagen, dass das nicht nötig ist und dass ihr lieber ihre Hilfe hättet als ihr Geschrei weil man sie so schlecht versteht, wenn sie zu laut wird.

Dankeschön!

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Als Azubi soll man nicht protestieren, sondern lernen. lernen, lernen. Die Dozentin macht alles richtig. In einem Krankenhaus sind Fehler lebensgefährlich.

Zu sagen, das man nicht angeschrien sondern normal behandelt werden will ist kein Protest sondern wichtig.

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Die anderen Dozenten gehen in ihren Fächern ganz anders und entspannter vor und dort klappt alles viel besser. Ich finde nicht, dass sie alles richtig macht, vor allem wir noch Schüler sind und aus Fehlern lernen sollten. Aber wie, denn, wenn wir bei den kleinsten Fehlern schon angemotzt werden....?

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