Was bleibt nach der eidesstaatlichen Versicherung übrig?

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8 Antworten

Wenn du eine EV abgibst versicherst du das du nichts hast, das ist nichts schlimmes, deine Gläubiger lassen dich dann erst mal in Ruhe. 4000 Euro....:D

Ab 400.000 wirds interessant dein Hausfrauenkredit ist nun wirklich nichts dramatisches. Deine 1100 liegen mit Sicherheit unterhalb der Pfändungsgrenze, dir bleibt alles weil nichts pfändbar ist.

Erkundige dich nach einem Pfändungsschutzkonto (P-Konto) dies schützt den nicht pfändbaren Teil deines Einkommens ( bei dir alles ) ......

Niemals den Kopf in den Sand stecken, wenn du wach bleibst & handelst passiert dir nichts. Selbst wenn du völlig überschuldet bist hast du in Deutschland die Möglichkeit Privatinsolvenz anzumelden, dann bist du in 6 Jahren schuldenfrei. Durch die Medien wird sugeriert das dies ungemein kompliziert wäre, ist es aber nicht. Kopf hoch empfange den Gerichtsvollzieher unterschreibe den Wisch und orientiere dich weiter, niemand reißt dir den Kopf ab. ;)

.....allerdings müssen deine Angaben zur EV stimmen.

Genau, das P-Konto... das gabs leider noch nicht vor 6 Jahren als ich es gebraucht hätte. Hatte ich ganz vergessen. Bietet jede Bank an.

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Hallo Tjana,

zerbrich´ Dir bitte nicht zu sehr den Kopf. Mit der sog. "Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung" (kurz: Abgabe EV, im Volksmund auch "Offenbarungseid" genannt) versicherst Du an Eides statt, dass Du über kein Vermögen bzw. Sachwerte (mehr) verfügst, welche im Hinblick auf den Verwertungserlös zur Tilgung der an Dich gerichteten Forderung ausreichen.

Im Termin wirst Du zusammen mit dem Gerichtsvollzieher ein sog. "Vermögensverzeichnis" ausfüllen, wo Du Deine Vermögens- und Einkommsverhältnisse wahrheitsgemäß darlegen musst, sowie auch inwieweit sich zum Zeitpunkt der Abgabe Geld oder Sachen von Wert sich in Deinem Eigentum befinden. Anschließend wird Dich der Gerichtsvollzeiher belehren, dass Deine Angaben unbedingt der Wahrheit entsprechen müssen, weil Du Dich ansonsten strafbar machst. Demnach darfst Du also nicht etwa irgendwelche Gegenstände von Wert beiseite schaffen oder deren Angabe, sowie Einkünfte im Vermögensverzeichnis wissentlich verschweigen um diese Werte dem Zugriff Deiner Gläubiger zu entziehen (siehe hierzu: § 288 StGB "Vereiteln der Zwangsvollstreckung" und § 156 StGB "Falsche Versicherung an Eides statt" ).

Ist die EV dann abgegeben, so bist Du zunächst für die Dauer von 3 Jahren im Schuldnerregister der Vollstreckungsabteilung des Amtsgerichts als "amtsbekannt pfandlos" eingetragen. Das ausgefüllte Vermögensverzeichnis neben einem Pfändungsprotokoll erhält auf Antrag der Gläubiger vom Gerichtsvollzieher. Hieraus kann der jeweilge Gläubiger dann ersehen, ob und inwieweit eine andere Pfändungsart (Lohn- bzw. Kontopfändung) sinnvoll ist. Entgegen landläufiger Meinung kann allerdings auch bei bereits abgegebener EV seitens des Gläubigers währenddessen ein Pfändungsversuch unternommen werden.

Du befürchtest lt. Deiner Fragestellung offenbar eine solche Lohn- oder Kontopfändung - beachtlich wäre der wirklich wertvolle Tipp von "uagaugamann", wonach Du Dich bei Deiner Bank vorsorglich zu einem sog. "P- Konto" (Pfändungsschutzkonto) erkundigen solltest. Insofern eine Lohnpfändung anhängig wäre, erhält der Arbeitgeber zunächst einen sog. "Pfändungs- und Überweisungbeschluss" (kurz: "PfÜB"), wonach er sich als sog. "Drittschuldner" gemäß § 840 ZPO (Zivilprozessordnung) zum Arbeitseinkommensverhältnis Dich betreffend zu erklären hat. Was vom Einkommen dann gepfändet oder Dir zu belassen ist, orientiert sich maßgeblich an der sog. "Pfändungsfreigrenze", welche man unter dem § 850c ZPO (in der sog. "Pfändungstabelle") geregelt findet. Demnach ist Arbeitseinkommen nach aktuellem Stand ( Stand: Jahr 2011 - 2013) dann unpfändbar, wenn es je nach dem Zeitraum, für den es gezahlt wird, nicht mehr als 930 Euro monatlich, 217,50 Euro wöchentlich oder 43,50 Euro täglich beträgt. Zu beachten: Bei zugrundeliegenden, gesetzlichen Unterhaltsverpflichtungen erhöht sich der pfandfreie Betrag entsprechend (vgl. § 850c Abs. 1 Nr. 4 -12 ff. ZPO).

Nimm bitte den Termin wahr, sofern möglich (ansonsten das Nichterscheinen bitte geeignet entschuldigen, da anderfalls auch ein Haftbefehl im Raum stehen kann) - Gerichtsvollzieher sind auch keine Unmenschen und zudem in gewisser Weise auch Dienstleister. Einem besorgten aber höflichen Schuldner steht somit der Gerichtsvollzieher bestimmt Rede und Antwort.

Da Du schreibst, dass die aktuelle Forderung nicht der einzige pfändbare Anspruch an Dich ist, solltest Du ggf. den mehrfach an Dich gerichteten, ebenfalls tollen Tipp behrzigen und eine Schuldnerberatung aufsuchen. wo man die angespannte Finanzlage enstprechend geeignet aufarbeiten kann.

Daher bitte Kopf hoch und dennoch alles Gute. :-)

Hallo Tjana,

bleib erst mal ruhig. Ich habe vor ein paar Jahren mehrfach die EV abgegeben. Mit der eidesstattlichen Versicherung erklärst du, dass du kein Geld hast und keine pfändbaren Gegenstände. Das heißt, der Gläubiger bekommt nichts.

Allerdings kann dein Gläubiger in drei Jahren erneut an dich herantreten und es dann wieder versuchen. Und das bis zu dreißig Jahre lang. Wenn du nichts hast, gibst du erneut die eidesstattliche Versicherung ab. Wenn es dann was zu holen gibt, wird das natürlich geholt.

Geh mal auf die große Suchmaschine mit dem G am Anfang und suche nach Lohnpfändungstabelle. Da steht dann drinnen wieviel bei deinem Lohn gepfändet werden kann. Ich bin mir in deinem Fall nicht sicher, aber ich glaube bei 1100€ netto wird nichts oder nur Beträge um die zehn Euro gepfändet.

Auch werden keine Fernseher mitgenommen oder sowas. Vielleicht muss dein Auto dran glauben wenn du eins hast. Aber auch nur wenn du eins hast, was nicht eh schon auseinander fällt.

Sprich mit dem Gerichtsvollzieher aber trotzdem nach Möglichkeiten wie du das wegbekommst. Wenn der sieht, dass Einsicht und Zahlungswille da ist, wird er meistens freundlich Rat geben.

Alles Gute und nicht verzweifeln :-)

P.S. ich bin mittlerweile schuldenfrei und sogar aus der Schufa komplett raus. Es ist machbar.

Danke schön... Wie läuft das dem Arbeitgeber gegenüber? Melden die sich bei dem, um sich über die Richtigkeit meiner Angaben zu informieren? Das wäre mir extrem unangenehm, mache eigentlich nicht den Eindruck, der damit vermittelt würde. Und wie ist das dann, wenn die den zulässigen Betrag pfänden? Ist dann gleich das ganze Konto gesperrt oder zieht man dann da nur diesen Pfändbaren Betrag davon ab??

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@Tjana

Falls es zu einer Lohnpfändung kommt, das muss ja nicht zwangsläufig sein, bekommt dein Arbeitgeber einen Brief mit einem Pfändungsbeschluss. Dort steht drinnen wer wieviel Geld bekommt. Das steht dann auf deiner Gehaltsabrechnung mit drauf. Wieviel von der Pfändung übrig bleibt und wieviel vom aktuellen Gehalt abgezogen wurde. Das was gepfändet wird, wird direkt von deinem Arbeitgeber an den Gläubiger überwiesen.

Das Bankkonto bleibt davon völlig unberührt. Denn eine Kontopfändung ist wieder was anderes.

Und was dein Chef dann davon denkt, weiß ich nicht. Aber ich kenne viele Leute die eine Lohnpfändung haben. Ich denke deswegen nicht schlecht von den Leuten.

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Fülle das EV Formular aus und damit hat es sich.

Bei einem bescheidenen angemessenen Lebenswandel wird dir auch nichts weggenommen.

Allerdings muss du nun ein wenig vorsichtig sein, denn im Rahmen der EV Abgabe gibst du u.a. auch deine Bankverbindung und Arbeitsgeber an. Der Gläubiger der sich nun lediglich mit der unfruchtbaren EV nicht zufrieden gibt, wird möglicherweise eine Kontenpfändung vornehmen oder direkt beim Arbeitgeber eine Lohnpfändung anbringen.

Du solltest auf jeden Fall zu einer Schuldenberatung gehen, die regeln mit Dir zusammen Deine Finanzen. 1100 Eure netto ist sehr wenig, so daß sie sicher mit Dir über eine privat Insolvenz nachdenken werden.

Du musst mit max. 985,14 € im Monat klar kommen. Was sonst noch gepfändet werden darf, das ist überwiegend im § 850 ff festgelegt.

Das alles sofern Du alleinstehend bist.

Als Einzelperson verbleiben dir immer 985,00 €uro.

Geh zu einer Schuldnerberatung. Die helfen Dir!

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