Warum wurde die Stadt Chemnitz von der DDR in Karl-Marx-Stadt umbenannt?

6 Antworten

"Erwähnenswert ist noch, dass man zuerst Eisenhüttenstadt bzw. Leipzig in K.-M-St. umbenennen wollte. Eisenhüttenstadt wurde aber wie schon gesagt Stalinstadt (Wegen Stalins Tod 1953) und Leipzig war international zu bekannt. Böse Zungen behaupteten, Walter Ulbricht wollte, dass seine Heimatstadt nach seinem Tod seinen Namen trägt und er deshalb die Idee mit Leipzig verwarf."

Quelle:  http://www.geschichtsforum.de/thema/warum-chemnitz-karl-marx-stadt-wurde.20396/

Die Umbenennung von Städten ist bei allen autoritären Regimen beliebt. Das haben die italienischen Faschisten mit allen Ortsnamen in Südtirol gemacht, die Nazis mit zahlreichen Orten im Osten, die Sowjets mit Leningrad, Stalingrad oder dem nach dem Kriegsverbrecher Kalinin bekannten Kaliningrad (ehemals Königsberg). Dass die DDR-Machthaber ausgerechnet Chemnitz umbenannt haben, ist wohl eher Zufall. Wahrscheinlich hat ihnen der Name Chemnitz nicht gefallen.

In den USA wurden allerdings auch viele Städte in "Lincoln" umbenannt, zum Beispiel bei Gemeindefusionen. Demokratischer Personenkult

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@professordoktor

Auch die Namen der bei Gemeindefusionen in den USA umbenannten Städte waren bereits Ausdruck einer autoritären, in diesem Fall auch rassistischen Kultur, die auf die Kultur der Eingeborenen keine Rücksicht genommen hat. Es gibt ja keine lange US-Städtetradition, es gibt auch kaum eine indianische Städtetradition, da die Eingeborenen, bis auf die Pueblos im Süden der USA, keine größeren Siedlungen hatten. Es gibt aber eine Namenstradition der Eingeborenen für Berge, Flüsse usw. Auch da hat man brutal die Namen geändert. Erst in jüngster Zeit hat es unter Obama zarte Anzeichen einer Änderung dieser Politik und eine Rückkehr zu den historischen indianischen Bezeichnungen (z.B. Denali statt Mount MacKinley) gegeben. Unter Trump wird da aber nichts weitergehen.

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In Politikerbeschlüssen liegt keine Logik, aber Chemnitz bot sich einfach an, Chemnitz war immer schon eine Arbeiterstadt und das passte einfach zu Karl Marx.

Weil Trier, die Geburtsstadt von Karl Marx nicht in der DDR lag, musste eine andere Stadt daran glauben.

Am 10. Mai 1953 erfolgte auf Beschluss der DDR-Regierung die Umbenennung der Stadt Chemnitz in „Karl-Marx-Stadt“. Die Umbenennung nahm Ministerpräsident Otto Grotewohl mit den Worten vor: „Die Menschen, die hier wohnen, schauen nicht rückwärts, sondern sie schauen vorwärts auf eine neue und bessere Zukunft. Sie schauen auf den Sozialismus. Sie schauen mit Liebe und Verehrung auf den Begründer der sozialistischen Lehre, auf den größten Sohn des deutschen Volkes, auf Karl Marx. Ich erfülle darum hiermit den Beschluss der Regierung. Ich vollziehe den feierlichen Akt der Umbenennung dieser Stadt und erkläre: Von nun an trägt diese Stadt den stolzen und verpflichtenden Namen Karl-Marx-Stadt.

Wiki weiß (fast) alles... ;)

http://de.wikipedia.org/wiki/Chemnitz

Tja mein Guter, jetzt hast du aber nicht die Frage beantwortet, warum gerade CHEMNITZ ;) Ja, warum gerade diese Stadt. Dies würde ich auch gerne wissen.

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@Grigori

Wiso gerade Chemnitz?! Sicher durch die traditionelle Arbeiterbewegung in Chemnitz und den Leistungen beim Wiederaufbau. Die Umbenennung wurde übrigends allein durch das Zentralkomitee beschlossen. Otto Grotewohl höchst persönlich nahm die Umbennenung vor.........

Im Gespräch zur Umbenennung war auch Eisenhüttenstadt. Eisenhüttenstadt wurde aber zu Stalinstadt ( durch Stalins Tod )

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und der "Nischel" ist heute eine Attraktion für Touri`s.

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