Warum sollte man keine Hunde vom Züchter adoptieren?

12 Antworten

Naja, es gibt Zuechter, Zuechter und Vermehrer. Zuechter, die mit Qualzuchten Geld verdienen sollte man besser auch nicht unterstuetzen, auch wenn sie sich streng an die Regeln halten. Schließlich sind die niedrigen Schaeferhunde, Zwergspitze, kurznasigen Moepse, Bulldoggen usw. usw. auch mal "serioesen" Zuchten entsprungen und tun es immer noch.

Immer, wenn eine Rasse in Mode kam, hat es ihr nicht gut getan. Da war der "Genpool" schnell leer gefischt.  

Aber bei schoenen, alten, gesunden Hunderassen wuerde ich auch bei einem serioesen Zuechter kaufen. Ich selbst hatte aber auch schon Rassehunde vom Tierschutz und war sehr gluecklich mit ihnen. 

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Hatte in den letzten 15 Jahren 5 Hunde, 1 -3 gleichzeitig.

Man sollte da unterscheiden: Es gibt Vermehrer, die sich zwar Züchter nennen, aber denen es nur ums Geld geht. Da sollte man niemals Hunde kaufen.

Dann gibt es Züchter, die sogenannte "Qualzuchten" züchten. Also beispielsweise Möpse, die kaum Luft bekommen durch ihre platte Schnauze. Auch wenn vielen das nicht immer bewusst ist. In solchen Fällen wird dann die Optik des Tieres (hier die "Kindchenschema-Optik" ) über die Gesundheit des Tieres gestellt. Das ist natürlich nicht in Ordnung. Klar, Merkmale, die angezüchtet werden, sind meist nicht natürlich. Man muss abwägen, wie viel optische Veränderungen vertretbar sind. Fakt ist: Die Gesundheit und Langlebigkeit hat Vorrang. Deshalb sollte man solche Rassen nicht beim Züchter kaufen, da man so diese Qualzuchten unterstützt. Man sollte lieber auf alternative Rassen ausweichen.

Dann gibt es verantwortungsvolle, eingetragene Züchter. Diese achten auf die Gesundheit ihrer Tiere. Die Verpaarungen sind bedacht, das Wesen der Elterntiere sowie die Optik rassetypisch, sodass auch die Welpen vielversprechend sind. Diese werden regelmäßig entwurmt, sind tierärztlich betreut, ausreichend lange bei der Mutter und werden geimpft etc. in ein neues, geeignetes Heim vermittelt.

Gute Züchter sind zur Erhaltung der verschiedenen Rassen wichtig. Möchte man einen bestimmten Rassehund, spricht nichts dagegen, sich diesen wohl überlegt beim Züchter zu kaufen.

Trotzdem ist es natürlich so, dass etliche arme Hunde in Tierheimen sitzen. Zwar sind die Standards in Deutschland verhältnismäßig hoch, allerdings ist das kein schönes Leben. Ein Hund, der den ganzen Tag im Zwinger verbringt, vielleicht zwischendurch auf eine Gemeinschaftswiese darf oder, wenn er Glück hat, mal Gassi geführt wird, hat kein wirklich schönes Leben. Vor allem "Problemhunde" leiden unter diesen Bedingungen, denn sie sind meist nur im Zwinger. Hunde im Tierheim sind nicht glücklich, ihnen fehlt ein Besitzer oder eine Familie, die sich liebevoll um diesen Hund kümmert. Im Tierheim fehlen dazu Zeit und Mittel.

Deswegen ist es immer besser, einen Hund aus dem Tierheim zu adoptieren, damit dieser wieder ein gutes, artgerechtes Leben führen darf.

Also: Es ist nicht verwerflich, einen Hund bei einem seriösen Züchter zu erwerben, niemals sollte man aber Vermehrer unterstützen. Legt man allerdings keinen Wert auf reinrassige Hunde und eine bestimmte Optik, sollte man IMMER Tierheim- oder Tierschutzhunde vorziehen. Damit tut man was gutes. Ein Züchter wird seine Hunde immer los und kann sie zur Not auch länger behalten.

Danke für die tolle Antwort!

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Gegen einen seriösen Züchter ist nichts einzuwenden! Nur Vermehrer sollte man nicht unterstützen!

Welpen und Tierschutzhunde haben beide Vor- und Nachteile. Das Züchter so "verpönt" sind, liegt an selbsternannten "Übertierschützern", die den Unterschied zwischen Züchtern und Vermehrern nicht verstehen (wollen) und nicht über ihren eigenen Tellerrand sehen können.

Wenn man eine bestimmte Rasse möchte und einem Welpen gerecht wird (Zeit!), ist man bei einem Züchter gut aufgehoben.

Wenn man einen älteren Hund möchte oder einem die Rasse egal ist, wird man (fast) immer im Tierschutz fündig.

Vielen lieben dank!

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Paradox sowas.

Würde jeder sein Tier bei einem guten und gewissenhaften Züchter kaufen gäbe es so gut wie keine Tierheimhunde mehr.

Warum das so ist:

Würde jeder nur bei Züchtern kaufen würde es sich für die Vermehrer nicht lohnen und sie würden aufhören welche zu produzieren - Nachfrage und Angebotsprinzip.

Wenn man keine Tiere aus dem Ostblock kaufen würde, gäbe es keine schwer kranken Hunde hier und man hätte auch nicht wahllos (weil günstig) ein Tier angeschafft.

Echter und wirklicher gewissenhafter Tierschutz fängt beim eingetragenen Tierzüchter an. Weil damit verbaue ich gleich jedem geldgierigen Mixhundeproduzenten den Verdienst.

Was glaubst du wo die Tiere her kommen, die im Tierheim sitzen? Von Leuten die nicht auf ihre läufige Hündin aufpassen können, von Leuten die wahllos Mischlinge produzieren, von Leuten die mal einen Wurf haben wollten, von Leuten die sich einen Billighund aus dem Ausland gekrauft haben.

Ein Züchterhund endet in aller Regel niemals in einem Tierheim weil die Züchter ihre Hunde zurück nehmen um sie selbst zu vermitteln oder der Verband kümmert sich drum.

Die angeblichen "Rassehunde" im Tierheim sind meist nur optisch Rassehund, aber ohne Papier und somit wahllos und lieblos hergestellt.

Treffender kann man es nicht formulieren!

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Hallo,

Das Problem sind nicht die Züchter, sondern die Vermehrer, die sich als Züchter bezeichnen. Vermehrer sind der Hauptgrund dafür, dass so viele Hunde bzw. allgemein Tiere im Tierheim versauern.

Vermehrer sollte man boykottieren, seriöse Züchter und Tierheime hingegen unterstützen.

Liebe Grüße

Woher ich das weiß:Hobby – Bin selbst Hunde- & Katzenbesitzerin & arbeite im Tierheim.

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