Hund aus Spanien adoptieren?

12 Antworten

Hast du/deine Familie Erfahrungen mit Hunden? Besonders wenn es sich um Straßenhunde und/oder traumatisierte Hunde handelt, dann wäre ein bisschen Erfahrung vorher wirklich hilfreich. Wenn ihr also ein Gefühl für Hund habt, dann sollte das kein Problem sein. Wenn ihr aber wenig Erfahrung im Umgang mit Hunden habt, dann wäre das wohl nicht die leichteste Einstiegssituation.

Außerdem sollte man sich um einen Plan B Gedanken machen: Unterstützung von Hundetrainern, vom ansässigen Tierheim usw.

Es kann jedem passieren, dass der Hund plötzlich ganz anders ist als erwartet, aber meist lässt sich das leicht wieder hinbiegen und liegt nur an einfachen Dingen (Reisestress, ungewohnte Gerüche, zu viele Menschen, etc.). Dennoch gibt es auch schwierige Fälle. Und nicht jeder Hund ist zum Familienhund und nicht jede Familie für den Hund gemacht. (Besonders bei Straßenhunden, bei "normalen" Hunden, die bisher ein unbeschwertes Leben hatten, ist es leichter)

Die Leute von der Tiervemittlung werden im Normalfall auch nur gut sozialisierte, freundliche Hunde nach Deutschland vermitteln. Der Aufwand ist ja relativ hoch, "Risikotiere" zu vermitteln, würde nur unnötig viel Geld kosten und dem Ruf schaden.

Einen reinen Straßenhund, würde ich Dir nur raten, wenn das nicht euer erster Hund ist. Diese Hunde werden von der Straße direkt in die Zwinger gepackt und haben in den seltesten Fällen positiven Kontakt zu Menschen gehabt.

Was ihr letztendlich für einen Typ Hund bekommt, werdert ihr erst nach einigen Wochen/Monaten sehen, wenn sich der Hund bei euch eingelebt hat.
Wenn einen Auslandshund, dann würde ich zu einem raten, der schon einige Zeit in Deutschland ist und diese Zeit auf einer Pflegestelle zugebracht hat. Dort kann man sehr viel genauer einschätzen, wie sich der Hund in einer "Haushundsituation" verhalten wird.

(Und noch etwas: Fall nicht auf dieses "Sie sind ein Leben lang so dankbar" rein. Hunde sind Opportunisten. Dankbarkeit gibt es bei ihnen nicht. Auch wenn es für manchen so aussehen mag.)

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Seit 20 Jahren im Bereich Rettungshunde tätig und Tierhalter

Habt ihr Erfahrungen mit solchen Hunden und könnt auch den worst case händeln?

Wenn nicht, lasst das bitte. Das geht regelmäßig schief, weil dann doch alles ganz anders ist als in der Beschreibung. Vor allem wenn ihr in einer Stadt wohnen solltet kann das richtig böse nach hinten losgehen.

Sucht dann entweder nach Auslandshunden die bereits in D auf Pflegestellen sind, in Tierheimen im größeren Umkreis oder auf den Rasse in Not Seiten.

Theoretisch gäbe es auch noch die Kleinanzeigen, da kann man regelmäßig "Fehlkäufe" abnehmen, nur verlangen die meist noch Geld, dass man ihnen ihre verhunzten Hunde abnimmt um sich schadlos zu halten.

Also wir haben 4 Hunde drei davon aus Spanien, einen aus Bulgarien. Alle aber von der selben Tierschutzorganisation. Unsere erste Hündin aus Spanien haben wir vor 9 Jahren geholt. Da war sie 3 Jahre alt und war kurzzeitig auf einer pflegestelle. Sie war damals in der Zeitung inseriert. Wir haben sie als zweithund zu unserer mittlerweile verstorbenen Hündin geholt und es war von Beginn an ein traumhund. Unsere zweite Hündin aus Spanien haben wir vor 5 Jahren als Welpe geholt, auch hier hat alles gut funktioniert. Und unseren Rüden haben wir vor fast 2 jähren ebenfalls als 5 Monate alten Welpen ( Ratonero bodeguero) aus Spanien adoptiert, er und seine Geschwister haben dort halb verhungert, eingesperrt in einem dunklen Schuppen, die Hölle erlebt. Er kam direkt aus Spanien zu uns und er ist ebenfalls ein traumhund, in manchen Situationen noch etwas ängstlich, aber es ist immer besser geworden und mittlerweile hat er kaum mehr Angst. Ich würde immer wieder Hunde von dort adoptieren.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Habe selber mehrere Hunde

Es ist schön, dass Du einem Straßenhund ein Zuhause geben willst.

Ich rate Dir allerdings, einen Hund zu nehmen, der bereits hier in Deutschland ist und den Du kennen lernen kannst. Immerhin bindest Du Dich da für 10 Jahre.

Auslandshunde sind Wundertüten; Du weißt nie, was Du letzten Endes für einen Hund bekommst. Vom hyperaktiven, ängstlichen Kläffer bis zum richtig aggressiven Tier kann alles dabei sein.

Bedenke bitte, dass der Hund hier möglicherweise erst mal einen Kulturschock erleidet. Er kann sich in Spanien ganz anders geben als hier, wo er nichts kennt.

Schon deshalb würde ich einen Hund wählen, der hier auf einer Pflegestelle ist. Die EIndrücke der deutschen Pflegestelle sind viel genauer als jede Beschreibung aus Spanien, denn sie kommen aus einem deutschen Alltag: mit Wohnungshaltung und Gassigängen statt Leben auf der Straße.

Übrigens sind nur wenige kleine Hunde echte Straßenhunde. Kleine Hunde werden vielleicht bevorzugt von Touristen gefüttert aber sie halten sich in einem wilden Rudel nicht lange.

Sobald das Futter knapp wird, gilt das Recht des Stärkeren. Ein Zwergspitz oder Malteser hätte da schlechte Karten.

Das sind oft Tiere, die sich jemand angeschafft hat und die dann lästig wurden. Tür auf und raus - oder eben ins Tierheim. Letzten Endes sind es also "Zuchthunde".

Übrigens gibt es eine tolle Doku über Moskauer Straßenhunde:

https://www.youtube.com/watch?v=R6UNJOZY4so

Was möchtest Du wissen?