Warum sind Türken nicht so integriert wie andere Ausländer?
Türken leben mittlerweile seit der 3. oder 4. Generation hier. Da müsste man meinen, dass sie Deutsch sprechen könnten. Aber es gibt viele Türken, die es nicht können. Ich kannte mal einen türkischen Mitschüler, der schon in der 6. Klasse war und nur einzelne Wörter auf Deutsch konnte! Er war ebenfalls seit der 4. Generation hier!
Im Vergleich dazu sind andere Ausländer, was Deutsche Sprache anbelangt, weiter. Bei Syrern, Afghanen etc. ist es meistens so, dass vielleicht die 1. Generation noch Probleme mit Deutsch hat, aber es gibt auch viele Flüchtlinge, die in 3. Jahren fließend Deutsch gelernt haben. Bei der 2. Generation ist es aber meist so, dass sie auf jeden Fall fließend Deutsch können. Zu dritten und vierten Generation kann ich nicht so viel sagen, weil wir anderen Ausländer nicht so viele Generationen hier leben, wie die Türken.
Auf jeden Fall ist da auch ein starker Unterschied zwischen 2. Generation bei den anderen Ausländern und 4. Generation bei Türken, was Deutsche Sprache anbelangt.
ich finde das etwas komisch und hoffe jemand kann mir erklären, weshalb Türken sich so schwer mit Deutsch tun
vielleicht liegt das auch daran, dass Menschen aus Syrien oder Afghanistan ihre Kinder auch häufiger dazu bringen, akademisch aufzusteigen. Afghanen machen den Großteil an Migranten an Hochschulen aus. Türken sieht man an Hochschulen eher selten. Andere Ausländer sind wegen Krieg hierher gekommen und schätzen daher das Leben hier mehr. Türken sind ja nur wegen Geld und Arbeit hierher gekommen. Sie könnten auch einfacher wieder in die Türkei zurück gehen als andere Ausländer, da ihr Land nicht von Krieg betroffen ist.
8 Antworten
Also ich halte die Grundthese für völlig falsch und absolut nicht aktuell. Das Blatt hat sich in den letzten 10 Jahren extrem gewendet. Viele Türken sind mittlerweile sehr gut integriert, sprechen viel besser Deutsch als Türkisch und haben sich gut angepasst. Ich bin in Köln aufgewachsen und kann das aus Erfahrung bestätigen. Auch an den Hochschulen und Universitäten sieht man viele Türken (gerade in Westdeutschland), sie arbeiten zum Teil als Lehrer oder in öffentlichen Einrichtungen. Das kann man von den Syrern und Afghanen ja nicht einmal ansatzweise behaupten, aber die sind ja meist erst seit 2015 in Deutschland. Dass Türken die Problemfälle sind, war vielleicht vor 15 Jahren der Fall, mittlerweile steht aber eine ganz andere Gruppe im Fokus. Das weißt auch du ganz genau.
Etwa 40T Syrer leben teilweise schon seit Ende der 1950er in Deutschland. Das sind sehr oft welche, die in Deutschland studiert hatten und entweder danach gleich hierblieben oder zurückkamen nach dem Militärputsch von 1963.
Solche Extremfälle ergeben sich oft dadurch, dass einfach keine Notwendigkeit besteht Deutsch zu lernen. Eine gute Freundin von mir konnte bis zu ihrem Eintritt ins Gymnasium nahezu kein Wort Deutsch. Der Grund dafür war, dass man in ihrem Stadtviertel auch ziemlich gut zurechtkommt, selbst wenn man nur Russisch spricht.
Ich habe türkische Eltern und bin in Deutschland geboren.
Das ist einfach ein bloßes „in eine Schublade stecken“. Mehr nicht.
Mein Opa ist vor knapp 50 Jahren nach Deutschland als Gastarbeiter gekommen, hat ein paar Jahre gearbeitet und anschließend seine Frau und 3 Kinder nach Deutschland geholt. Damals gab es sog. Gastarbeiter-Wohnung neben den Fabriken.
(Seine Kinder waren zu dem Zeitpunkt 3, 5 und 9 Jahre alt)
Diese Zeit war für sie nicht leicht. Mein Opa leidet an Alzheimer und verlernt sein Deutsch, welches er zuvor sowieso nicht flüssig beherrschte da er natürlich damals nur in Wohnblocks mit anderen Ausländern eingeteilt wurde. Dort spricht man dann halt auch nicht deutsch.
Hätte er in den fast 50 Jahren vernünftig Deutsch lernen können? Ja. Hat er aber nicht. Unter diesen Umständen damals kann ich es teils verstehen, jedoch hätte ich mir doch eher gewünscht, dass er die deutsche Sprache gut beherrscht.
Wie dem auch sei - Nach Jahren haben mein Vater, mein Onkel und mein Opa eine gewisse Zeit in einer Fabrik gearbeitet. Später wurde mein Vater mit ca. 30 Jahren selbstständig, hatte sich mit der Zeit 4-5 Geschäfte aufgebaut. Mein Onkel arbeitet als Projektmanager bei einem großen Kreditinstitut. Meine Tante ist angestellte in einer Firma.
Heute haben wir insgesamt über 5 Häuser
Alle drei beherrschen die deutsche Sprache flüssig - Sogar besser als manch Deutscher da draußen..
Sie gehören zu den Menschen (Vor allem mein Opa), die dieses Land wieder aufgebaut haben. Du kannst sie nicht mit vor ein paar Jahren zugewanderten vergleichen.
Wie du wahrscheinlich merkst, bin ich eher darauf eigegangen, was sie erreicht haben und nicht grösstenteils auf deren sprachlichen Kenntnisse. Das liegt daran, dass es mich stört, das manche Personen denken, dass alle so sind. Es gibt türkische Mitbürger, die mehr erreicht haben, es gibt welche, die im Mittelstand leben, aber auch jene, die nicht besonders viel geschafft, sich aber auch nicht wirklich bemüht haben. Das leitet dann auch auf die nächsten Generationen bzw. auf die Kinder ab.
Lass mich dir eins gesagt haben, urteile nicht, bevor du nicht beide Seiten gesehen hast. Wenn du in einem Viertel wohnst, wo eher „asoziale“ leben, dann ist das halt so.
Vielleicht wirst du irgendwann einmal eine integrierte türkische Familie kennenlernen und somit dein Bild ändern.
Auch ich bin vorsichtig, wen ich in meinen Freundeskreis lasse. Es gibt die sogenannten „assis“ die es nunmal bei jeder Nationalität gibt. Diese Leute verabscheue ich, auch wenn sie türkisch sind.
Und nur weil in der Türkei kein Krieg herrscht, heisst es nicht, dass sie zurückgehen sollten. Natürlich sind sie aufgrund finanzieller Umstände hierher gekommen - GENAU SO WIE GRIECHEN, ITALIENER, JUGOSLAVEN usw.
Sie haben dieses Land wieder mit aufgebaut - Schliesslich hat der deutsche Staat sie damals „gerufen“. Man könnte auch nicht zu einem Griechen sagen, dass er zurück in seine Heimat solle, oder ist es da etwas anderes? 😃
Ich hoffe, dass dir die Geschichte meiner türkischen Familie, dein Bild geändert hat. Und ich hoffe auch, dass du in Zukunft nicht mehr alle in eine Schublade steckst.
Es gibt von JEDER Nationalität
Ungebildete, asoziale - Das ist nämlich das worauf du eigentlich hinaus willst.
Aber genau so gibt es, gebildete, soziale, die sich etwas aufgebaut haben und hier ein gutes Leben führen, ihre Steuern zahlen und ein Teil Deutschlands sind.
Ein kleiner Tipp: Als 1961 die ersten Türken nach Deutschland kamen, war Deutschland längst aufgebaut.
Man hatte zu der Zeit Vollbeschäftigung, darum konnte man keine Mitarbeiter mehr finden für die zusätzlich nötigen Arbeitsstellen. Daher kam es dann zu den einzelnen Anwerbeabkommen.
Bei allem Anderen, was Du geschrieben hast, da gebe ich Dir vollkommen recht.
Derzeit habe ich wieder einen türkischen Chef, wie schon einmal.
Bei ihm arbeiten natürlich hauptsächlich Türken in der Werkstatt, es gibt aber auch deutsche Gesellen. Die meisten sprechen gut Deutsch. Ein paar zwar nicht, aber die verdienen auch ihr Geld und zahlen ihre Steuern. Es ist doch dann vollkommen egal, dass sie nicht ganz so perfekt Deutsch können.
Ich kenne eine junge Frau, 23J., die mit 14 aus Bosnien nach Deutschland gekommen ist und damals kaum ein Wort deutsch konnte. Heute mit 23 spricht sie perfekt deutsch, hat Abitur gemacht und dann eine Lehre und will jetzt studieren. Sie möchte niemehr in ihrem Heimatland leben.
Das ist doch logisch. Gibt es denn so arg viel Bosnier hier in Deutschland, dass es für ein Ghetto reichen würde?
Mein vorheriger Chef ist auch gebürtig in Bosnien, ist aber Kroate. Bei dem merkt man wirklich nur am Namen, dass er ausländische Wurzeln hat. Der kam auch als Jugendlicher nach Deutschland. Nur wenn er sehr wütend wurde, fing er an, auf kroatisch zu fluchen.
Dass es zum Beispiel bei uns auch relativ viele mit marokkanischen Wurzeln gibt, merkte man bei uns in der Stadt, weil Marokko bei der WM in Katar ins Halbfinale kam und das dann hier gefeiert wurde. Das ist auch meist die dritte Generation der Gastarbeiter, was viele anscheinend ganz vergessen haben. Es wird schon mal einer mit marokkanischen Wurzeln dumm angemacht, weil man den für einen Flüchtling bezüglich des Arabischen Frühlings hält.
Die Muslimen sind halt mittlerweile die neuen Sündenböcke, werden per se als minderbemittelt eingeschätzt und für Fehler verantwortlich gemacht, deren Grundlage teilweise schon Jahrzehnte zurückliegen.
Also ich selbst habe schon Türken kennengelernt, die gebildet sind und fließend Deutsch sprechen. Allerdings ist dennoch richtig, dass viele in einer Parallelwelt leben und deswegen nicht immer gut Deutsch sprechen.
"Sie weisen die größte Schulabbrecherquote, den geringsten Abiturientenanteil, die meisten Menschen ohne Berufsausbildung, die geringste Erwerbstätigenquote und die wenigsten Selbstständigen auf. Da gerade diese Gruppe stärker als andere Einwanderer zunimmt, während gleichzeitig die Noch-Mehrheitsgesellschaft rapide schrumpft, wird ihre mangelnde Integration zum zentralen Problem der ganzen Gesellschaft. Es droht, wird diese Entwicklung nicht aufgehalten, ein >Kulturabbruch<, wie der Demograf Herwig Birg schreibt."
Necla Kelek
Zitiert in Deutschland schafft sich ab von Dr. Thilo Sarrazin, S. 286
Ungefähr zeitgleich mit Sarrazin gab es diese Untersuchung. Bezeichnend war diese Sendung (37:30 - 39:50), wo es um Türken ging. Die befragten Türken auf der Straße konnten fast alle kein Deutsch.
Ein gutes Zitat von einen fähigen Politiker der es noch weit gebracht hätte in Deutschland und er hat mit all seinen Thesen bisher recht gehabt. Deutschland sollte sich diesen Mann als Vorbild nehmen denn irgendwie ist er doch zum Wahrsager der Nation geworden und viele die es gelesen haben dieses großartige Werk haben es sogar live miterlebt. Aber jeder hat andere Ansichten über dieses Thema.
Sie ist übrigens Muslima