Warum ist reiten so teuer und alles drum und dran?

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14 Antworten

Warum es so teuer ist? Na weil das Pferd ein Lebewesen ist was versorgt werden muss - sowohl von der Unterbringung als auch Zubehör, Fütterung, Tierarzt usw.

Wir führen selbst einen Pensionsstall - haben 55 Pferde, davon 50 Einsteller. Wir machen unser Heu selbst - das Stroh dürfen wir kostenlos von einem anderen Bauern auf dessen Feld machen. Kraftfutter wird zugekauft.
Wenn man das hochrechnet - das heißt die Anschaffungskosten für Traktoren, Landmaschinen, Bahnplaner, Ballenwagen, Mistwagen usw. sind das ein paar 100tausend Euro. Dazu kommt die Stallausstattung - Baukosten, Ausrüstung für Sattelkammer, Schubkarren, Silos usw. usw. Diese ganzen Investitionskosten müssen ja über die Jahre möglichst wieder reinkommen - das heißt die müssen auf die Einsteller umgelegt werden. Genauso passiert es mit unserer Arbeitszeit - du arbeitest ja auch nicht umsonst ;-) Wenn man beachtet, dass wir täglich ca. 12 Stunden auf dem Hof unterwegs sind - und das 7 Tage die Woche an 365 Tagen im Jahr, dann kommt da schon was zusammen.
Wenn wir da also nur ansatzweise kostendeckend arbeiten möchten kann man da keinen Boxenpreis unter 300 € anbieten, und da sind wir im Vergleich zur Umgebung für einen Stall mit Halle, Longierhalle und Reitplatz schon einer der günstigsten.

Was die Reitstundenpreise angeht darf man ja nicht vergessen dass ein Reitlehrer der das gewerblich macht, auch jede Menge an Versicherungen usw. bezahlen muss. Dass sich keiner für 10€ die Stunde in die Reitbahn steht kann ich da vollkommen verstehen.

Genauso ist es mit den Tierärzten - die sind zum Teil 24 Std. für Notfälle erreichbar, fahren hunderte von km am Tag. Das ist ja alles Arbeitszeit die bezahlt werden muss. Und dass Medikamente einfach teuer sind ist ja nicht nur bei Pferden so.

Ich denke man muss das Ganze eben einfach mal von der anderen Seite aus betrachten - klar ist es teuer, aber schließlich hängen an allen Dingen Arbeitsplätze und Menschen die in der Branche ihr Geld verdienen (müssen).

Wenn ich im Reitsport sparen will dann tu ich das am Zubehör - dann wird es eben keine Schabracke für 100€ sondern eine für 20.

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Die Preise fürs Einstellen eines Pferdes variieren ja regional und sind u. a. abhängig von dem jeweiligen "Preisgefälle" in der Region. Und es ist ja nicht so, dass der Stallbesitzer die Kohle fürs Einstellen komplett in die eigene Tasche als "Verdienst" einstecken kann, sondern er muss ja seinerseits die Kosten für die Versorgung der Pferde sowie Instandhaltung der Anlage etc. tragen. Oft sind die Ställe ja sogar gepachtet auch noch, d.h., der Stallbesitzer muss seinerseits "Miete" bezahlen. Ich denke, so richtig "reich" dürfte kein Stallbesitzer von seinen Einstellern werden. 

Die Reitstunden sind ja - wenn du sie mal mit dem Stundensatz eines Handwerkers vergleichst - auch nicht so teuer. Und der Reitbetrieb muss davon ja auch noch das Pferd mit unterhalten und Versicherung etc. tragen. 

Viel wird von den 25 Euro dann am Ende nicht in der Tasche des Reitlehrers landen. 

Ich denke mal, die einzigen, die wirklich was an der Reiterei verdienen, sind die ganzen Firmen, die Zusatzfuttermittel, Bekleidung etc. anbieten. Weil hier halt viel auf dem Markt ist, was eigentlich nicht notwendig ist. Aber dann halt von den Leuten doch gekauft wird, weil sie entweder einem Gruppenzwang unterliegen oder sich davon einen Benefit fürs Pferd versprechen (im Hinblick auf die ganze Zusatzfuttermittelindustrie). Es wird ja unheimlich viel Blödsinn geboten und hier gibt es auch anscheinend Leute, die viel von diesem Blödsinn mitmachen und Geld ausgeben können (wollen). 

Ich denke mal, dass in der heutigen Zeit, wo ja doch sehr viel auf Pump gekauft wird oder man seinen Dispo ständig ausreizt, nur der Eindruck entsteht, die Leute hätten Geld. Wir es in Wahrheit mit den Finanzen aussieht, weiß man ja oft nicht. 

Ich empfinde die Kosten für  Reitstunden oder das Einstellen eines Pferdes eigentlich als angemessen, denn wenn es billiger werden würde, würde es mit ziemlicher Sicherheit zu Lasten der Pferde gehen. Die fixen Kosten für Futter, Versicherung, Gebäude etc. sind ja schließlich vorhanden und müssen bezahlt werden. Wollen die Leute nicht mehr so viel bezahlen, müsste sich der Anbieter überlegen, wo er Einsparungen vornehmen kann. Und das geht nur bei den Pferden. Heißt, weniger Einstreu, weniger Futter, noch mehr Einsteller, weniger Platz auf den Koppeln, schlechtere Futterqualität, Pferd muss in mehr Reitstunden laufen, weniger Koppelgang fürs Pferd etc. Wenig bis kein Einsparpotenziel. Und doch jammern die Leute (nicht auf dich bezogen), dass das so teuer ist, jagen aber ständig der nächsten Eski-Kollektion hinterher. 

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Nehmen wir mal als Beispiel die Stallmiete:

In teuren Ställen produziert der Eigentümer Heu, Stroh und Hafer nicht selbst, sondern muss es kaufen, in einem Ballungsraum kommen da noch lange Transportwege dazu. In teuren Ställen gibt es normalerweise Vollpension, d.h. es wird gefüttert, gemistet und die Pferde werden raus- und reingebracht. In Dortmund gibt es z.B. einen teuren Stall, in dem man sein Pferd geputzt und gesattelt hingestellt bekommt (wer so etwas haben muss...). Dafür braucht man Personal, das bezahlt werden muss.

Man muss sein Pferd aber nicht in einen teuren Stall stellen. In ländlicher Gegend als Selbstversorger in einem Stall ohne Reithalle zahlt man für gewöhnlich weniger als 200€ für den Stall.

Zu dem anderen Zubehör:

Man muss nicht immer die teuersten Markenwaren nehmen, No Name Produkte sind oft genauso gut. Als Profispringreiter kauft man sich wahrscheinlich den teuren Reithelm für 600€, als Freizeitreiter gibt man meist nicht mehr als 100€ dafür aus und ist gut genug geschützt.

Ein Sattel muss vor allem passen. Wenn man Glück hat, ist der passende Sattel ein gebrauchter für ein paar hundert Euro, wenn man Pech hat, braucht das Pferd einen maßangefertigten Sattel für 3000€ aufwärts...

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Normale Leute, die sich ein Pferd halten, verdienen rel. gut. Reich muss man nicht sein, aber es muss reichen. 1800 Euro netto sollten es schon sein. Und normale Leute verzichten auf viele Sachen, die andere Leute für selbstverständlich halten. Flugreisen, Shopping, tolle Wohnungen, tolle Autos.
Man muss sein Pferd nicht für 500 Euro unterstellen, es gibt auch preiswertere STälle, die für das Pferd nicht schlechter sein müssen. Aber dem Reiter weniger Komfort bieten. Ich besitze keine Reithose, die 200 Euro gekostet hat. Mein Reithelm kostet um die 100 Euro. Allerdings kostet mein Sattel mehr als 3000 Euro, da es ein Maßsattel ist. Andere Sättel passen einfach nicht. DAfür besitze ich keine Schabracke von Eskadron, sondern nur insgesamt 5 Schabracken für je 20 Euro. No Name Schabracken, aber schön.

Reitunterricht für 25 Euro/30 Minuten finde ich ok. DAs ist dann aber gewöhnlich Einzelunterricht. Das wären dann 50 Euro/Stunde. WEnn man aber bedenkt, dass der RL davon Steuern zahlen muss, Krankenversicherung, Haftpflichtversicherung, Krankenkasse, Unfallversicherung, BErufsausfallversicherung bleibt von den 50 Euro/Stunde nicht allzu viel übrig. Ein normaler mobiler Reitlehrer, der keine tollen Pferde als Berittpferde hat, der nicht am Pferdeverkauf beteiligt ist, der keinen Namen hat, verdient verdammt wenig.

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das zubehör ist so teuer, weil qualität geld kostet und gute arbeit und gutes material bezahlt werden muss.

beim zubehör für den reiter zahlt man oft die hälfte des preises allein für den markennamen.

einen sattel, der in indien von kindern zusammengeschustert wird, bekommst du schon für 200 euro. der passt aber allenfalls auf ein kathwar pony...

und guter reitunterricht und eine gute pferdeunterbringung ist so teuer weil:

- die artgerechte haltung des schulpferdes teuer ist.

- pferdehaltung einen grossen platzbedarf hat

- ein gutes schulpferd gefunden und gekauft werden muss. gerade anfängerpferde zu finden, ist nicht leicht.

- schulpferde müssen ausgebildet und ständig korrektur geritten werden.

- gutes futter (erstklassiges heu und stroh) muss gekauft und transportiert werden. nicht der erstbeste anbieter sollte ausgewählt werden, sondern der beste. das kostet geld.

- fachpersonal für die stallarbeit und das drumherum kostet geld. die sorgfalt der arbeit und das wohl der pferde ist DIREKT abhängig von deren einkommen.

- gute hufbearbeitung kostet geld.

- gutes equipment ist auch für schulpferde regelmässig anzupassen und kaputtes auszutauschen. ausrüstung muss auch gepflegt und ständig kontrolliert und wenn notwendig neues angeschafft werden.

- guter unterricht bei einem fachlich und pädagogisch qualifizierten reitlehrer... nun ja... der ist für den mindestlohn von 8,50 euro pro stunde nicht zu bekommen. auch das fachpersonal muss regelmässig weitergebildet werden.

- für reitschüler ohne eigenes pferd, müssen entsprechende pferde zur verfügung stehen.

- ein krankes schulpferd, das in tierärztlicher behandlung steht, kostet im unterhalt dasselbe wie ein gesundes und verursacht zusätzliche tierarztkosten. das muss irgendwie abgedeckt werden - auch wenn ein pferd mal 2 monate nicht mal sein futtergeld wieder einbringt...

und, und, und...

und wie man sich das mit einem normalen einkommen leisten kann? ganz einfach... auf allen anderen luxus verzichten. wenn man etwas unbedingt will, sollte man bereit sein, opfer dafür zu bringen - und sich vor allem nicht mit zweitklassigem zufriedengeben.

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Ja es ist tatsächlich viel Geld. Ich habe mich dazu entschieden mein Pferd in einem Stall zu stellen wo nichts übernommen wird. 100€ fürs unterstellen. Dafür muss ich selber misten, 2 mal am Tag hin zum füttern usw. Dazu kommen die Futter kosten, falls mal was kaputt geht. Ich komme schon auf 300€ im Monat. Im Sommer weniger, im Winter mehr. Warum das so ist, weiß ich nicht. Allerdings gibt es immer mehr die ihr Pferd ganz abschaffen aufgrund der Kosten oder sich eine reitbeteiligung suchen.

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Ich weiß nicht, wo du lebst - aber reiten ist nicht so teuer. Ein eigenes Pferd schon!

-Für eine Reitstunde in der Woche zahle ich im Monat 90€, 

-mein Helm hat 40€ geskostet 

- meine Reithosen alle unter 100€, auch mal ein Restposten füt 5(!)€

Einen Helm fur 400€ braucht man höchstens, wenn man immganz großen Sport Vielseitig reitet.

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Also um ehrlich zu sein ,bei mir hat das immer 30€ im Monat gekostet und es war 2 mal in der Woche und jeden mal 2 Stunden manchmal auch länger wenn wir ausgeritten sind ,allerdings wären wir in meiner Gruppe zu 4

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Kommentar von PeppysGirl
08.08.2017, 08:40

Hier geht es denke ich hauptsächlich um das Halten von eigenen Pferden und weniger um Reitstunden. Dass man da wesentlich günstiger kommt ist schon klar.

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Kommentar von malutrevejo11
08.08.2017, 11:33

Auch das unterstellen meiner 3 Pferde kostet 150€ in Monat natürlich pro Pferd bin aber auch schon seid Jahren da und auch meine Mutter war schon da vielleicht liegt es daran ich weiß es nicht

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Da gibt es unterschiedliche Gründe.

Unterstellen ist teuer, weil Pferde durchaus Arbeit machen und natürlich auch, weil ein Stellplatz ein begrenztes Gut ist. Angebot und Nachfrage.

Sättel sind teuer, da sie oft einiges an Handarbeit benötigen und gute Sattler nicht an jeder Ecke wachsen.

Auch alles andere ist teuer, weil die Stückzahlen eben nicht sehr hoch sind und das Klientel gewöhnlich nicht arm ist.

Und Reitstunden sind teuer, weil die Pferdezucht/kauf und der Unterhalt der Pferde, aus o.g. Gründen eben nicht ganz billig ist...

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Reiten ist schon ein ganz exklusiver Sport. Vllt ein stückweit Henne.Ei-Problem (nicht viele Leute betreiben es weil es so teuer ist bzw da nicht viele Leute es betreiben gewinnen die Händler nicht über die Masse und müssen hohe Margen einfordern). 

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Kommentar von ponyfliege
08.08.2017, 16:18

reiten als sport ist nur eine sparte des reitens.

und wenn deine theorie mit der marge stimmen würde, gäbe es keine pferdemessen, gäbe es keinen krämer und keinen raiffeisen oder landi... und wenn es danach ginge, müsste eine fahrstunde fürs auto maximal 10 euro kosten...

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Wir machen es so: Ich, und meine Reitpartnerin teilen uns alle anfallenden Kosten für unser gemeinsames Pferd da wir beide keine "Grosverdiener" sind ! Auch die Reittage teilen wir auf, damit keiner überfordert ist und noch Zeit und Geld für andere Dinge übrig bleibt !

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Luxus ist nun mal nicht lebensnotwendig.

Da können die Anbieter im Prinzip nehmen, was sie kriegen können.

Außerdem wollen die "Eliten" am liebsten sowieso unter sich bleiben.

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Kommentar von ponyfliege
08.08.2017, 16:12

diese antwort geht galaxien weit am thema vorbei...

bei der antwort frage ich mich gerade, ob wir beide auf dem gleichen planeten wohnen

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Woher weißt du dass die Meisten Leute die reiten einen normalen Job haben? 

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Das meiste sind einmalige kosten. Fast alle Hobbys sind teuer, bloß fällt da nicht viel auf einmal, sondern über längere Zeit an.

Ich spiele zum Beispiel sehr gerne Videospiele. Wenn ich schnell hochrechne, wie teuer das bis jetzt war, mit Spielen und Sachen zum Spielen (PC und Konsolen), komme ich auf ca. 800€ + 130€ + 330€ + 50*30€ + 160*20€ + 10€ + 100€ + 100€ sind ca. 1470€ + 1500€ + 3200€ = 6 170€

Dazu kommt, dass ich alle 5 Jahre ca. nochmal 1000€ für aktuellen PC, hunderte Euro für manche Konsolen und deren Spiele und natürlich allgemein jeden Monat ca. 30€ - 50€ für Spiele ausgebe.

Da kommt auf Dauer was zusammen. Wenn ich dann noch meine DVDs und Bücher dazu zähle, quasi als Hobby "virtuelle bzw. fiktive Unterhaltung", komme ich garantiert auf über 10 000€. Und da kommt ja laufend was dazu, während du bedenken musst, dass beim Reiten sowas wie Satelkosten einmalig ist.

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Kommentar von CarosPferd
08.08.2017, 00:59

Sorry, aber absolut nicht vergleichbar..., äußere dich doch besser nicht wenn du keine Ahnung der Materie hast. Beim reiten bzw. Pferd halten hast du monatlich feste Fixkosten die den Anschaffungspreis auf Dauer deutlich übersteigen.

Stallmiete, Unterricht, Impfungen, Hufschmied, Versicherung, etc. (Nur mal so als Idee was regelmäßig sein muss, wenn Futter und so alles in der Pension inbegriffen ist)

Pi mal Daumen 500€ pro Monat. (Ohne Tierarzt, immer gesundes Pferd). Ohne jegliche Neuanschaffung von irgendetwas zahlt man dann 6000€ pro Jahr. (Eine Rücklage für den Tierarzt sollte natürlich auch immer da sein, im vier-fünfstelligen Bereich.)

Glaubst du wirklich dass dein Hobby und reiten finanziell vergleichbar sind?

(Reiter lesen auch oder schauen mal einen Film ab und zu ;) )

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Kommentar von applegeek
08.08.2017, 07:29

Natürlich ist das vergleichbar, er hat auch monatliche Kosten, Kosten zum aufrüsten der Technik und so weiter. Ich sehe jetzt dein Problem nicht.

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Kommentar von applegeek
08.08.2017, 07:30

Oder möchtest du mal wieder darauf hinaus, dass Videospiele kein Hobby sind? Wäre ja nichts neues.

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Kommentar von ScoreMagnet
08.08.2017, 11:48

@CarosPferd Die meisten Kosten, die der Fragesteller in seiner Frage aufgeführt hat, sind einmalig. @Forte90 Es ist auch nicht unbedingt nötig, ein Pferd zu halten ;)

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