Warum ist Assimilation unerwünscht?

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11 Antworten

Was ist so schwer daran zu verstehen? Menschen, die aus einem anderen Kulturkreis kommen und die Sitten und Gebräuche dieses Kulturkreises verinnerlicht haben, tun sich eben schwer, darauf vollkommen zu verzichten. Gewiss müssen sie sich an die deutsche Gesellschaft anpassen, aber für ihr Selbstverständnis, ihre persönliche Identität, ist es wesentlich, dass sie gewisse Bräuche, Vorstellungen und Traditionen auch hier in Deutschland beibehalten und leben wollen. Soweit sie damit nicht gegen Recht und Gesetz verstoßen, steht ihnen das frei. Ein Mensch kann seine Identität nicht einfach ausziehen und eine völlig andere anlegen wie ein Kleidungsstück! Wenn ein Mensch gezwungen wird, seine kulturellen Wurzeln plötzlich und völlig zu kappen, dann ist das ein Schock für ihne und er könnte enden wie eine Pflanze: er verdorrt und geht ein. Das braucht in Deutschland nicht zu sein, weil wir (noch) eine tolerante Gesellschaft sind.

Im Falle des Fragestellers vermute ich, dass er den bewussten Teil seines jungen Lebens in Deutschland verbracht hat. Auch hat er offenbar Glück, dass ihm seine Eltern ihre heimische Kultur nicht aufzwingen wollten. So ist er in Deutschland ganz zwanglos und natürlich in die vorherrschende Kultur hineingewachsen und hat eine Bereitschaft entwickelt, sich zu assimilieren. Das ist in Ordnung und, da gebe ich dem Fragesteller sogar Recht, über mehrere Generationen hinweg wohl eine ganz zwangsläufige Entwicklung, wenn es keine besonderen Hindernisse gibt.

Aber ich möchte dem Fragesteller dennoch einen Rat geben: er sollte die tamilische Kultur nicht völlig außer Acht lassen, nicht zuletzt auch um seiner Kinder willen. Vielleicht interessieren diese sich eines Tages für die Herkunft ihrer Großeltern und sind enttäuscht, wenn sie darüber von ihrem Vater - die Mutter ist ja Deutsche - nichts erfahren können, wenn die Großeltern vielleicht nicht mehr leben. Oder, wenn die Großeltern leben, könnten die Kinder eine besondere Beziehung zu ihnen und ihrer Kultur entwickeln und eher die deutsche Kultur ablehnen, die die Eltern als einzig zu befolgende propagieren. Als Vater sollte der Fragesteller seine Kinder nicht in Gewissenskonflikte bringen, sondern offen mit dem Thema umgehen, dass seine Kinder einen Migrationshintergrund haben. Warum sollen die Kinder nicht die Chance erhalten, aus beiden Kulturen für sich herauszugreifen, was ihnen zusagt? Wir sind eine freie Gesellschaft, und auch die Kinder haben das Recht, frei zu entscheiden, wie sie ihr Leben im Rahen von Recht und Gesetz gestalten wollen!  :-)

MfG

Arnold

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Kommentar von johnnygpunkt95
12.11.2016, 23:00

Danke für Deine Antwort. Deine Meinung ist sehr fundiert.

PS: Ich bin sogar in Deutschland geboren ;-)

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Bei "Assimilation" denke ich auch (wie ClochardFranken) an "Widerstand ist zwecklos" und die völlige Verschmelzung. Natürlich ist eine friedliche Anpassung und gegenseitige Anerkennung nötig.

Natürlich möchte ich, dass ich z.B. von einem Mitbürger türkischer Herkunft anerkannt werde, und umgekehrt mache ich das ja auch. Ich verlange aber nicht von ihm, dass er anstelle von Döner Kebab nur noch deutsches Schnitzel verkaufen sollte (damit "alles gleich" wird).

Solange Respekt und Frieden vorherrscht, darf es durchaus Unterschiede geben im Bereich der Kultur, Esskultur und anderer Dinge (Kleidung, Musik, was auch immer). Eine völlige "Gleichschaltung" ist nicht notwendig, und diese würde man vielerorts auch als negativ empfinden, weil dadurch Vielfalt verlorenginge.

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Servus!

Bei Assimilation, denke ich immer an Star Treck, und die Borg: "Widerstand ist zwecklos"! :))

Assimilation ist Anpassung. Es ist die Frage wie man Anpassung definiert, bzw. wie weit sie reichen soll. Die Meisten die von Integration oder Assimilation sprechen, meinen Anpassung bis man in der Masse, nicht mehr auffällt.

Sie fordern die Aufgabe des persönlichen Individuums, um das einheitliche Bild der Gesellschaft nicht zu gefährden. Sie vergessen dabei, dass unsere Gesellschaft nicht gleichgeschaltet ist. Sie vergessen das Deutschland bunt ist, und mehr als die Farbe grau kennt.

Man kann sich als Migrant auch integrieren, ohne seine Heimatkultur aufzugeben, oder sogar zu verleugnen.

Ich bin hier geboren. Und trotzdem habe ich mich niemals einer Mehrheitsgesellschaft angepasst. Ich schwimme nicht mit dem Strom. Und wenn man mich deswegen ausgrenzt, muss und kann ich damit leben.

Warum sollte ich von einem Migranten verlangen, mit dem Strom zu schwimmen? Würde es unsere Gesellschaft besser machen? Oder nur zum Einheitsbrei verfälschen?

Natürlich muss sich jeder, der hier lebt, auf eine gewisse Art anpassen. Aber das muss nicht soweit gehen, dass es keine Unterschiede zwischen den Menschen mehr gibt. Denn es sind die Unterschiede, die uns ausmachen, und unsere Gesellschaft bereichern.

:)

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Hast du Zahlen, die deine These erhärten? Ich kann zumindest feststellen, dass zahlreiche Ausländer bzw. neue Inländer Deutsch mit ihren Kindern sprechen, so z.B. auch bei mir im Haus. Viele Migrantenjugendliche, die hier aufgewachsen sind, sprechen übrigens auch untereinander Deutsch, das sie perfekt beherrschen.

Gewiß gibt es auch etliche Erwachsene, die sich nicht assimilieren wollen. Es sind meist Leute vom Land, nicht selten haben sie bäurische Wurzeln.


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"Ich werde nur eine deutsche Frau heiraten"

Diesen Vorsatz finde ich genauso abwegig wie den Vorsatz, nur eine Frau aus dem eigenen Kulturkreis zu heiraten. Nur halt mit umgekehrten Vorzeichen.

Wie wär's damit, einfach die Frau zu heiraten, die man liebt?

"Unsere Kinder werden nichts mit der Kultur meiner Eltern zu tun haben"

Warum so radikal?

Du wirst aber nicht verhindern können, dass sie sich später selbst für die Kultur ihrer Großeltern interessieren.

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Ich würde im Ausland auch nicht komplett meine deutschen Traditionen bzw. meine deutsche Herkunft aufgeben wollen und fände es sehr schade, wenn sich meine Kinder oder Enkel ihrer deutschen Herkunft nicht mehr bewusst wären.

Das steht ja nicht im Widerspruch dazu, die Kultur und Gegebenheiten des Gastlandes zu akzeptieren.

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Man gibt nie ganz seine Herkunft auf, das habe ich festgestellt, als ich auf die Phillippinen ausgewandert bin.

Auch wenn ich versucht habe mich dort zu intergrieren, was die Kultur angeht, die Sprache und auch das andere Miteinander leben, kamen bei mir immer wieder die deutschen Wurzeln durch.

Ich versuchte den Fillippinos beizubringen, was in Deutschlland besser ist und fragte auch sie immer wieder warum macht ihr das nicht so und so, das ist doch besser. Sie haben mich nicht verstanden.

Damit will ich nicht sagen, das ich über allen gestanden habe und ich mich für etwas besseres halte. Ich wollte nur helfen, das etwas besser gemacht wird.

Ich kenne viele Deutsche, die im Ausland leben, sogenannte Expats auf den Phillippinen, die ständig am meckern sind und alles besser wissen. Sie wollen, das alles so ist wie in Deutschland. Aber das geht nun mal nicht und ich frage mich, warum sie überhaupt auf die Phillippinen gezogen sind,

Auch finde ich es nicht schlimm, wenn sich die Ausländer auch bei uns in Deutschland ihre Kultur beibehalten. Sie sollten sich nur nicht abshotten und trotzdem unsere Gesetze beachten und auch an dem deutschen kulturellen Leben teilnehmen.

Bitte bedenke, wenn du einmal Kinder hast, das sie ja auch Verwandte haben in Sri Lanka und diese Verwandten werden vojn euch ja auch besucht werden. Dann ist es schon wichtig, das die Kinder auch die andere Kultur verstehen und akzeptieren können.

Meine beiden Kinder sind deutsche Staatsangehörige, aber sie wollen gerne auf die Phillippinen. Wenn wir dort zu Urlaub waren haben sie sich dort sehr wohl gefühlt. Meine Tochter spricht auch Englisch und auch Tagalog, das ist die Heimatsprache der Fillipinos.

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wenn man eine ganz andere weltanschauung hat, ist es schwer sich anzupassen. außerdem wieso soll man seine eigene kultur und tradition aufgeben und eine andere aufnehmen? jeder mensch sollte selber entscheiden dürfen, an welche werte er sich da festhält.

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Assimilation ist tatsächlich bei allen erfolgreichen Einwanderungsländern die Regel. Denn das Nebeneinander von Parallelgesellschaften mit eigenen Regeln, z. B. Heiraten nur innerhalb der Gruppe, schafft Probleme.

Es gibt große Unterschiede zwischen den Einwanderergruppen je nach Religion und Ethnie. Je näher sich Herkunfts- und Zielkultur sind, desto leichter läuft Assimilation. Christliche Deutsche haben sich in den USA schnell assimiliert, weil die angelsächsische Kultur ähnlich ist. Heute assimilieren sich viele Einwanderer bei uns schnell, z. B. Polen, Russen. Spanier, Vietnamesen. 

Türken und Araber kommen aus sehr unterschiedlichen Kulturen und assimilieren sich kaum. Fast kein Türke gibt z. B. seinem Kind einen nichttürkischen Vornamen. Bräute werden aus der Türkei bzw. aus arabischen Ländern geholt. Nur etwa 8 % der Türkinnen heiraten einen Deutschen.

Dazu kommt, dass die Islamverbände ganz gegen Assimilation sind. Sie wären überflüssig, wenn die Türken sich assimilieren würden, also baut man eine türkische Parallelgesellschaft auf. Erdogan, der die Verbände steuert, wettert regelmäßig gegen Assimilation, in seinen Augen ein Verbrechen am türkischen Volk. 

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Viele "Migranten" werden nicht als "Deutsche" akzeptiert, selbst wenn sie hier geboren wurden. Sie sehen nicht deutsch aus, und damit geht eine Reihe von Vorurteilen einher. Deshalb ist es normal, dass sich die entsprechenden Leute mit der Herkunftskultur beschäftigen, die ihnen von der Gesellschaft zugeschrieben wird.

Assimilieren ist im Übrigen schwierig, da es in Deutschland so viele Facetten und Einstellungen gibt. An was soll man sich orientieren? An Junkies? An Nazis? An der Antifa? An Hooligans?

An den "normalen" Deutschen? Was sind denn die normalen Deutschen?

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Selbstverständlich ist Assimilation wichtig, sonst entstehen Neben-Gesellschaften, die keiner haben will. Das erschwert das Leben und Miteinander sein.

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