War W.A. Mozart wirklich so vulgär?

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7 Antworten

Ich glaube, dass die Filmemacher und einige Schreiberlinge EXTREM übertreiben, um ihre Werke besser an den Mann und die Frau zu bringen.

Ich habe vor einiger Zeit einen dicken Wälzer mit sämtlichem noch vorhandenen Schriftwechsel Mozarts gelesen. Das heisst : seine Briefe und die wichtigsten , die ihm geschrieben wurden.

Mag ja sein, dass Menschen sich in Briefen etwas verstellen können, aber doch nicht über zig hundert Seiten und immer !!

Ich konnte an keiner Stelle feststellen, dass er vulgär war !!

Er war eins , und zwar deutlich: Ein relativ schlechter Briefeschreiber. Rechtschreibung (die jener Zeit) kannte er kaum. Die Vergleiche hatte ich vorliegen: Seine Verleger, Freunde, Eltern und und.... Die konnten sämtlichst besser schreiben als er.

Und Fazit aus all diesen Briefen:

Ein gutmütiger und sehr naiver (und guter !) Kerl, der mit den normalen Lebensumständen ganz schlecht zurecht kam.

Einer, der wirklich NUR Geldprobleme hatte. Darum dreht sich 80% in den Briefen.

Jemand, der sehr höflich und freundlich sein wollte und war. Kein bißchen ordinär/vulgär o.ä.

Und zuletzt: Jemand , den man so gern gekannt hätte, mit dem man zu gern das eine oder andere Glas Wein geleert hätte ....

Ein durch und durch sympathischer , etwas unbeholfener junger Mann - fast noch Junge.

Für alle Interessierten:

Hier ist der Wälzer in einer neueren Auflage (ich hatte eine alte aus Anfang 90er):

http://www.amazon.de/Mozart-Briefe-Aufzeichnungen-Gesamtausgabe-8/dp/3423590769

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@OnkelBerni

Hie muss man auch ein wenig die Zeit berücksichtigen, in der er lebte. Mozart verstand es mit charmantem österreichschen Schmäh auch Dinge, die heute als vulgär empfungen werden, nett zu umschreiben, wie zum Beispiel beim ihm eine entfahrene Blähung zu einem Pupserl wird.

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@KHLange

"...österreichschen Schmäh ..." Er war kein gebürtiger Österreicher!

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Mozart war – wie man unschwer aus den Briefen an seine Schwester entnehmen kann – ein Freund "vulgärer" und analbezogener Scherze. Er war darauf etwa in dem Maß fixiert, wie die Amis heute auf aufgeblasene Brüste.

Aber was soll's! Genies sind (ebenso wie geniale Schauspieler) nicht auf der Welt, damit wir uns persönlich mit ihnen anfreunden sollten, sondern sie bereichern die Welt durch ihr Werk. Und mein Geld würde ich von Mozart sicher auch nicht verwalten lassen.

Aber wenn es um das Werk geht, kann ich mir gut vorstellen, dass der "liebe Gott" bis heute Schwierigkeiten mit der Entscheidung hat, wer zu seiner Rechten sitzen darf. Bach oder Mozart.

ja..also er hatte nicht das beste benehmen welches man von einem guten musiker eigl erwarte...kannst ja mal den film "amadeus" gucken

Eben darum geht es: woher nimmt der Filmemacher das? Gibt es historische Belege für Mozarts schlechtes Benehmen?

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In der Tat, M. konnte sich - nach heutigem Empfinden - recht vulgär gebärden.

Er war ein Genie! Und Genie und Wahnsinn liegen bekanntlicherweise eng beieinander!

Der war ein Mensch, wie du und ich mit allen Schwächen und eben dieser besonderen musikalischen Stärke!

Das ist mir klar, nur wird Mozart eben nicht nur als Mensch mit normalen Schwächen dargestellt, sondern als Schelm ohne jegliche Moral und Anstand. Und ich frage mich, woher Mozart dieses Image hat, während andere klassische Komponisten wie Beethoven, Bach und Konsorten stets als seriös und gut erzogen dargestellt werden.

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