War Jesus nach heutigen Massstäben ein guter Mensch oder einfach verrückt?

25 Antworten

Was bedeutet eigentlich 'verrückt'?

Verrückt ist jemand, der von einer 'Norm' abrückt, von Norm ver-rückt ist. Die Norm entspricht immer den Sichtweisen und Regeln einer bestimmten Gesellschaft. Unsere Norm ist eine andere, als die Norm in zB einer anderen religiösen Kultur...

Verrückt ist also jemand, der von der Gesellschaft als nicht Norm konform betrachtet und bewertet wird...

Bei Jesus verhielt es sich so, dass zB seine These von Nächsten- und Feindesliebe völlig konträr der gesellschaftlichen und religiösen Norm gewesen war. Die damalige Norm war ua. Auge um Auge, Zahn um Zahn, sprich auch Leben um Leben; und dies im wortwörtlichen Sinne...

Jesus verrückte sich von dieser allgemein gehaltenen Norm und stellte (s)eine andere Norm vor...

Zudem fragst Du nach 'heutigen Maßstäben'. Auf welche beziehst Du Dich denn: Die deutschen, die europäischen, die orientalischen, die religiösen, die humanistischen, die esoterischen, die spirituellen und, und und...

Und dann stellt sich noch die Frage: Für wen gut (oder schlecht)? Für Dich, für Jesus selbst, für Gott, für die Juden, für die Gesellschaft...

Ich gebe Dir als Beispiel Mutter Teresa: Sie wird als eine gute Person beschrieben und bewertet. Warum? Weil sie sich für die anderen aufgeopfert hat, sprich sie hat sich selbst geopfert für die anderen, hat sich selbst hintan gestellt. Das Ergebnis ihrer Handlungsweise: Für die anderen tat sie etwas Gutes, zu anderen Menschen war sie gut und gutherzig.

Jedoch, da sie sich selbst (für oder wegen andere) aufgegeben hat, hat sie ihre eigenen Lebensaufgaben und Lernprozesse bzw karmischen Beziehungen hintan gestellt, was wiederum für sie selbst nicht gut war und weshalb sie nun wieder inkarnieren muss...

Wenn wir das aber nun auf einen einfachen Nenner bringen wollen, kann man sagen, dass Jesus einige gute Dinge getan und einige gute Worte gesprochen hat...

Andererseits war es nicht gut, ws Jesus letztendlich für sich getan hat: Er hat sich ohne ein Wort der eigenen Verteidigung verurteilen und kreuzigen lassen, sprich er hat sein Leben einfach her geschenkt, so als hätte er Suizid betrieben, nur eben durch Mithilfe anderer...

Mag sein, dass dies vorgesehen war; jedoch glaube ich nicht, dass Gott es für gut heißt, wenn ein Mensch ohne Not sein geschenktes Leben opfert und nicht um den Erhalt des eigenen Lebens kämpft...

Gruß Fantho

Einige Menschen und leider auch manche Theologen sehen Jesus nur als Freiheitskämpfer oder großen Lehrer. Aber ergibt das Sinn? Jesus hat über sich selbst gesagt, dass er und Gott eins sind (Johannes 10,30) und: "Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!" (Johannes 14,6)

Deshalb gibt es im Prinzip nur diese beiden Möglichkeiten: Entweder war Jesus geisteskrank und größenwahnsinnig oder er war genau das, was die Bibel über ihn behauptete (und was ich auch glaube): Gottes Sohn, Retter und Erlöser, der in die Welt gekommen war, um den Menschen die gute Botschaft vom Reich Gottes zu verkündigen und - da sein Volk ihn ablehnte - für die Sünden aller zu sterben, die Vergebung und ewiges Leben haben möchten.

Die Bibel sagt über Jesus:

"Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat" (Johannes 3,16).

"Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit" (1. Johannes 1,9).

"Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen" (Johannes 5,24).

"Im Anfang war das Wort*, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen" (Johannes 1,1-4).

*»Das Wort« (gr. logos) ist ein Name des Herrn Jesus Christus (vgl. 1Joh 1,1; Offb 19,13).

Deshalb beantwortet sich die Frage darin, ob man der Bibel Glauben schenkt, die über Jesus berichtet oder nicht. Glaubt man ihr nicht, könnte man Jesus durchaus als größenwahnsinnig und verrückt bezeichnen, da er sich als Gottes Sohn bezeichnete und die Sünden der gesamten Welt tragen wollte. Verrückter geht es eigentlich kaum, oder? Wenn man aber der Bibel glaubt und die Bibel Recht hat, hat das Konsequenzen für das eigene Leben, die weit über die irdische Existenz bis in ein wunderbares ewiges Leben hineinreichen - weil Jesus das ist, was die Bibel über ihn behauptet und was er für uns getan hat, um uns zu errettet und zu erlösen.

Ob er ein guter Mensch war oder verrückt, diese Frage stellt sich gar nicht. Er hat den Anspruch erhoben Gott zu sein - und jetzt stellt sich die Frage an jeden Menschen: ist das wahr oder nicht? Wenn nicht, dann ist er für seine Lügen oder Irrtümer gestorben auf eine Art und Weise, die sogar seine Feinde beeindruckt hat, und sein Leben und Sterben zeugen eigentlich nicht für einen Verrückten. Wenn der Anspruch wahr ist, dann liegt es an uns, darauf zu reagieren... wie, das können wir selber entscheiden. Wenn dir diese Frage wirklich ernst ist, beweist, ob du dich mit seiner Person, seinem Leben und Wirken, seinem Tod und seinen Aussagen auseinandersetzt oder nicht.

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