Wann ist eine Elektronenpaarbindung polar / unpolar? Chemie

4 Antworten

Der Übergang ist fließend. Absolut unpolar ist eine Bindung nur, wenn die Differenz der EN null ist. Je größer die Differenz, umso größer die Polarität - ab wann Du so eine Bindung als polar betrachten magst, bleibt Dir überlassen.

Wann ist eine Elektronenpaarbindung polar / unpolar?

Wir haben in der Schule seinerzeit unpolare Bindungen »apolar« genannt.

In der Schule tauchte mehrmals die Zahl 0,4 oder 0,5 auf, womit ich aber nichts in Verbindung bringen konnte.

Das scheint eine Elektronegativitätsdifferenz sein zu sollen, Andere haben es ja auch schon so interpretiert. Die Elektronegativität (EN) ist Eigenschaft eines Elements und es gibt mehrere Definitionen, von denen die nach Linus Pauling eine ist.

Hohe EN sind typisch für Halogene, die höchste hat Fluor, weil die EN zu höheren Ordnungszahlen hin abnimmt, der dickeren Hülle aus Nicht-Valenz-Elektronen wegen.
Niedrige EN sind typisch für Metalle, je näher an der nächstniedrigeren Edelgaskonfiguration und je höher dabei die Ordnungszahl, desto niedriger. Die niedrigste hat das Alkalimetall Francium, das aber keine stabilen Isotope hat. Die niedrigste EN eines Elements mit stabilen Isotopen hat Cäsium, natürlich auch ein Alkalimetall.

Die Zahl 0,4 bis 0,5 bedeutet vielleicht, dass dies so etwas wie eine Grenze zwischen noch nicht nennenswert polaren und schon merklich polaren Bindungen sein soll. 

…dass eine unpolare Bindung zwischen zwei gleichen Stoffen existiert…

Die Formulierung ist nicht ganz glücklich. »Zwei gleiche Stoffe« sind eigentlich ein einziger Stoff. Also, innerhalb eines Stoffes, insbesondere eines Elements, sind Bindungen generell apolar (Beispiele H₂, O₂).

Die Polarität nimmt bei wachsender EN-Differenz zu, aber ob das Molekül auch noch ein Dipol ist, hängt davon ab, wie symmetrisch oder asymmetrisch es ist. Im Gegensatz zu H₂O (ΔEN=1,24) ist das CO₂-Molekül (ΔEN=0,89) wegen der Symmetrie nicht der Fall.

Bis 1,7 ist es dann polar.

Im allgemeinen geht man davon aus, dass ab einer elektronegativitätsdifferenz von 1,7 eine ionische bindung vorliegt.

Im Speziellen gibt es aber auch bei ΔEN=1,78 noch eine Elektronenpaarbindung, nämlich bei Fluorwasserstoff. Ob eine Elektronenpaarbindung vorliegt, liegt nicht an der Differenz allein, sondern auch daran, ob der weniger elektronegative Bindungspartner ein Metall ist.

Für die Frage, ob überhaupt eine Elektronenpaarbindung oder etwa eine Ionenbindung vorliegt, gibt es nicht die starre Grenze von ΔEN=1,7.

HF ist mit ΔEN=1,78, nach anderer Lesart sogar ΔEN=1,9, eine Elektronenpaarbindung, während Silberiodid mit ΔEN=0,6 eine Ionenbindung ist.

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Im allgemeinen geht man davon aus, dass ab einer elektronegativitätsdifferenz von 1,7 eine ionische bindung vorliegt. Aber auch die bindungen mit einer niedrigeren differenz sind schon polar. Völlig unpolar sind streng genommen nur bindungen zwischen atomen des gleichen elements, denn nur hier ist EN-Differenz genau null.

Da gibt es Gegenbeispiele: HF mit ΔEN=1,78 (oder, je nach Autor, 1,9) und AgI mit ΔEN=0,6.

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