Elektronegativitätsdifferenz - Polarität bestimmen?

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4 Antworten

Hallo Luram,

Grundsätzlich ist jede Bindung zwischen zwei verschiednen Atomen polar, denn zwei verschiedene Atome besitzen auch zwei verschiedene Elektronegativitäten. Dementsprechend werden die Bindungselektronen stets tendeziell eher zu einem der Bindungspartner hingezogen.

Wir können letztendlich nur beurteilen ab wann dieses Verhalten zu typischen Verhaltensmustern führt. So ist der Einfluss bei einer Elektronegativitätsdiffernezn von 0-0,5 so gering, dass man diese Bindungen allgemein als unpolar bezeichnet. Eine polare Bindung wird meistens in den Bereich 0,5-1,7 eingeordnet. Ab 1,7 werden die Bindungselektronen bereits so stark zu einem der Bindungspartner hingezogen, dass man der Bindung einen ionischen Charakter von über 50% zuschreiben kann. Hier wird häufig die Grenze zur Ionenbindung gezogen.

Weshalb mir bis jetzt keine der gegeben Antworten wirklich gefällt ist dass diese Grenzen weder scharf noch vollkommen willkürlich gewählt sind. Es ist sehr wohl ein fließender Übergang zwischen einer kovalenten und einer ionischen Bindung, aber ab einem gewissen ionischen Charakter sind nunmal die elektrostatischen Wechselwirkungen von größerer Bedeutung. Es ist durchaus sinnvoll eine Grenze bei 1,7 zu setzen, denn bis auf einige Ausnahmen hat sich diese als recht sinnvoll heraus gestellt. Man sollte sich nur bewusst sein, dass man in unmittelbarer Nähe dieser Grenze sowohl ionische als auch kovalente Wechselwirkungen hat.

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Zusätzlich zum bereits gesagten muss man auch die Ladung berücksichtigen. Denn ein Kation zieht natürlich Elektronen stärker an als ein neutrales Atom egal wie die EN ist.

Bei der Ladung +3 würde auch ich die Grenze ziehen.
Aluminium- und Eisen(III)-Chlorid lassen sich gerade eben noch ionisch beschreiben. Ersteres bilden in flüssigem und gasformigen Zustand dimere Moleküle, die auch in organischen Lösungsmitteln löslich sind. Zweitere vielleicht auch, aber ich will nicht mutmaßen.

Alles ab vier würde ich nur noch kovalent beschreiben, egal ob Ti(IV), Sn(IV) oder "Komplex"anionen wie Chromat & Co.

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Der Übergang ist fließend und jede Grenze ziemlich willkürlich. Ich persönlich ziehe sie im Bereich von AlCl3.

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Hallo,

0 - ~ 0,3 = unpolare Atombindung
0,4 - ~ 1,6 = polare Atombindung
über 1,7 = Ionenbindung

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Kommentar von Iamiam
26.11.2015, 23:45

ok, Richtwerte sind immer gut, ist aber Vereinbarungssache. Wer hat das gesagt: Die Natur macht keine Sprünge? (vermutlich noch vor der Entdeckung des Quantensprungs, aber in der klassischen Betrachtungsaweise gilt das weiterhin)

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