Wann darf ein Priester sein Beichtgeheimnis brechen? Wie weit geht das Beichtgeheimnis?

8 Antworten

Das Beichtgeheimnis muß in keinem Fall gebrochen werden. Auch dann nicht, wenn durch die beichte von einem Verbrechen Kenntnis erlangt wird. Es liegt dann beim Priester, ob er schweigend mit diesem Wissen leben kann, oder ob er hier das Beichtgeheimnis bricht. Für ihn ist es sicher eine schwere Entscheidung.

Mit Entbinden habe ich bereits Erfahrungen gemacht. Man kann einen Beichtvater von seiner Schweigepflicht entbinden, aber nur bestimmten Personen gegenüber, z. B. Ärzten, wenn es die Zusammenarbeit erfordert.

Auch wenn die Frage schon alt ist, aber es kann ja sein, dass jemanden das nochmal interessiert.

Das Beichtgeheimnis gilt absolut. Immer und unter allen Umständen. Keiner kann von diesem entbinden, nichteinmal/schon gar nicht der Staat. Das heißt auf deutsch: Selbst wenn ein Priester gefoltert und/oder umgebracht würde, dürfte er das Beichtgeheimnis nicht brechen. Wen es näher interessiert, der kann ja mal die Biographie des hl Johannes Nepomuk lesen.

Gilt das Beichtgeheimnis auch bei einem angekündigten Verbrechen?

Ich habe letztens mit einem Freund diskutiert, wie es sich bei folgendem Sachverhalt verhält:

Gilt das Beichtgeheimnis der katholischen Kirche auch bei Ankündigung eines Verbrechens? Ein Beispiel: Ein Mann geht zu seinem Beichtvater und erzählt ihm während des Beichtgesprächs (Der Mann beichtet in diesem auch schwerwiegende vergangene Taten), dass er vorhat direkt im Anschluss mehrere Menschen umzubringen. Es wird jetzt noch angenommen, dass der Beichtvater den Mann gut kennt und deshalb aufgrund irgendwelcher Umstände (Der Mann hat bereits mehrere Morde begangen, oder ist psychisch in irgendeiner Form gestört) davon ausgehen muss, dass der Mann das Angekündigte auf jeden Fall umsetzten wird, falls er nicht aufgehalten wird. Ist der Beichtvater nun vom Kirchenrecht aus gesehen berechtigt, sich wegen des angekündigten Verbrechens z.B. an die Polizei zu wenden um den Mann aufzuhalten?

Hier meine Ansicht; Ich weiß bereits, dass das Beichtgeheimnis absolut ist; Der Beichtvater darf also unter keinen Umständen die ihm in der Beichte anvertrauten vergangenen Verbrechen preisgeben. Wie verhält es sich nun aber mit angekündigten Verbrechen, so wie oben geschildert? Assoziiert das Wort Beichte nicht bereits, dass es sich dabei nur um bereits verübte Taten handelt, die einem vergeben werden können? Meiner Meinung nach wäre der Beichtvater also kirchenrechtlich dazu berechtigt einzugreifen und den Mann zu stoppen, da das Ankündigen einer Straftat in meinen Augen keine Beichte sein kann.

Wie seht ihr das Ganze? Ich freue mich auf eure Antworten!

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stirbt ein Mensch, welcher bei einem kath. Priester mehrmals beichten war und zusätzlich vertraute Gespräche zu Inhalten der Beichte hatte. Während der Mensch, welcher beichten war lebt, ist der Priester an das Beichtgeheimnis gebunden. Aber wie sieht es nach dem Tod aus? Darf der Priester sich dazu äußern, ohne das Kirchenrecht zu verletzen?

Ich danke euch für hilfreiche, ernstgemeinte Antworten - eure Maja

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