Wäre ein bedingungsloses Grundeinkommen realisierbar?

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9 Antworten

Ich meine, es wäre grundsätzlich auch dann realisierbar, wenn es doppelt oder dreimal so hoch wie der gegenwärtige HartzIV-Satz wäre. Es kommt lediglich auf die wirksamen Bedingungen im Arbeitsmarkt an.

Niemand will wirklich arbeiten (es sei denn, jemand ist "ein wenig traumatisiert"), sondern alle wollen zuerst einmal gut leben können, wobei Arbeit ein notwendiges Übel ist.

Wäre aber der Arbeitsmarkt komplett anders gestaltet, nämlich so, daß alle Erwerbstätigen mit der Arbeit quasi nur noch ihrem Hobby nachgehen und dazu auch geeignet sind, dann fiele das Hängemattenproblem überwiegend weg.

Unter dem Rest, also unter denen, die vermeintlich einfach nicht arbeiten wollen, sind sehr viele, die aus irgendwelchen Gründen besondere Personen in der Arbeitsumgebung benötigen, um Spaß an der Sache zu haben (Freunde, denen sie vertrauen und mit denen sie ohnehin schon vorher Umgang hatten, u. ä.).

Was dann übrig bleibt, sind solche, die tatsächlich nicht können und natürlich auch einige Hängemattenspezialisten. Doch diese wären wenig genug, so daß sie verkraftbar blieben.

Weitere Bedingungen wären stetiger Mangel an Arbeitskräften, Abschaffung von Aktien- und Kapitalgesellschaften, Abschaffung unsinniger und kostenverursachender Dienstleistungen, Verzicht auf nicht wirklich brauchbaren Überfluß, harte Sanktionierung von Abzocke usw.

Doch das sind alles nur Theorien.

Die Praxis zeigt ein massives Nichtwollen positiver sozialer Änderungen und ein allgemeines Hoffen fast aller darauf, daß "die anderen endlich tätig werden, nur man selbst nicht".

Dadurch würde wohl auch ein bedingungsloses Grundeinkommen entweder von vornherein scheitern oder zu etwas werden, das noch schlechter als HartzIV ist.

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Ja das sollte es Sein in Wirklichkeit macht der Stadt  oft gewinne an den arbeitslosen egal ob er oder Die Arbeitgeber die nicht mal die 8.50€ bezahlen müsste wen sie einen langzeitarbeitslosen einstellen würden das Geld würde sowieso aus den steuern bezahlt werden müssen und wen jeder Politiker an das reale leben angepaßt nur Geld verdienen kann und nicht -20.000-50.000e im Monat dann wäre alleine das schon einiges an Geld einzusparen wen zb die alg 2 empfänger ein Grundeinkomen hätten von 1000€ könnte auch dies ganz normal leben und müsten nicht auf alles für sehr lange zeit verzichten beidewn 1000€ sind aber die miete und der Strom schon mit drin.Wäre das als Grundeinkommen auch ohne Arbeit möglich müsten die chefs auch ihre löhne anpassen .Natürlich wäre das auch ein Vorteil für die Rentner die nicht mal alg2 als Rente haben.Den wer nichts hat kann nichts ausgeben und damit auch nicht die Wirtschaft unterstützen.

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Die Finnen machen gerade einen Versuch dazu: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/experiment-finnland-testet-das-bedingungslose-grundeinkommen-1.3136917

Der Betrag liegt bei monatlich 560 Euro pro Person.

Man nimmt einfach alles, was der Staat auszahlt (alle Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Rente, ...) und zahlt es ohne Bedingung aus.

Vor allem die Verwaltungskosten der Bearbeitung und Auszahlung der Sozialleitungen fällt weg. Dadurch kann man den Menschen mehr auszahlen, anstatt es Verwaltungsbeamten zu geben.

Man kann dazu verdienen, muss aber dann etwas höhere Steuern bezahlen.

Die Kritiker sagen, die Leute würden dann faul und arbeiten nichts mehr.

Die Befürworter sagen, die Menschen haben nicht mehr so großen Druck und Angst ums Überleben. Deshalb wird die Motivation steigen, etwas zu arbeiten.





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Das Grundeinkommen (GE) ist ein Einkommen, das eine politische Gemeinschaft bedingungslos jedem ihrer Mitglieder in gewährt. Eine solche Gemeinschaft muss also insbesondere demokratisch entscheiden können.

Das GE ist in einem Land realisierbar, wenn

  1. das Land eine Demokratie ist
  2. eine Mehrheit der Stimmberechtigten dieses Landes das GE will, und
  3. das GE nicht zu hoch ist.

Das GE ist per Definition mindestens so hoch ist, dass man davon leben und angemessen an der Gemeinschaft teilhaben kann. Das GE für ein ganzes Land muss daher mindestens oberhalb der Armutsgrenze dieses Landes liegen. Es kann pro Periode höchstens so hoch sein wie das Volkseinkommen pro Kopf in dieser Periode, wird aber erheblich niedriger sein, weil außer dem GE noch andere Ausgaben aus dem Volkseinkommen gedeckt werden müssen

Das GE sollte m. E. so hoch wie möglich sein. Die mögliche Höhe des GE in einem Staat wird begrenzt durch die Höhe des Volkseinkommens, die Höhe der Staatsausgaben und die Höhe der von den Bürgern erwarteten anderen Einkommen. Insbesondere muss nach Auszahlung des GE noch genug Geld zur Zahlung angemessener Arbeitseinkommen übrig bleiben.

In Deutschland lag im Jahr 2014 die Armutsgrenze für Einpersonenhaushalte bei einem Monatseinkommen von 917 Euro. Das GE müsste also in Deutschland höher als 917 Euro sein. Das Volkseinkommen betrug im gleichen Jahr 2181,4 Mrd. Euro oder 2238 Euro pro Kopf und Monat. Das wäre also die theoretische Höchstgrenze für ein GE. Praktisch dürfte allerdings schon früher Schluss sein: Bei 1500 Euro GE blieben z. B. nach Abzug des GE vom Volkseinkommen noch 719,4 Mrd. Euro zur Bezahlung der ca. 58 Mrd. pro Jahr geleisteten Arbeitsstunden übrig, also 12,40 Euro pro Stunde. Und da sind die Nicht-Arbeitseinkommen aus Vermietung und Vermögen noch gar nicht berücksichtigt. Da dürfte die Grenze der Akzeptanz bei den Beziehern von Einkommen mit und ohne Arbeit bald erreicht sein.

Das Geld für das GE kommt z. B. von höheren Steuern auf höhere Einkommen und Einsparungen bei Sozialleistungen (derzeit ca. 900 Euro pro Kopf und Monat). 20% vom Volkseinkommen entspricht z. B. 440 Euro pro Kopf und Monat. Plus 50% Einsparung bei Sozialleistungen ergäbe das bereits ein GE von knapp 1000 Euro. Dabei müsste man für ein Einkommen von 5000 Euro zwar 1000 Euro mehr Steuer zahlen, bekäme aber im Gegenzug 1000 Euro GE raus. Jeder mit weniger als 5000 Euro Monatseinkommen hätte also in diesem Beispiel unterm Strich mehr.

Die vielen Vorteile des GE findet man z. B. auf der Webseite www.grundeinkommen.de/die-idee.

Der größte Nachteil des GE: Jeder kennt mindestens einen Zeitgenossen, dem er es auf keinen Fall gönnt.

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Wie hoch? Strittig.
Wer bekommt es? Jeder natürlich.
Vorteile: Jedem wäre ein würdevolles Leben zugänglich.
Nachteile: Oft wird hier der fehlende Arbeitswille angeführt. Darüber lässt sich aber streiten, weil es auch andere Antriebe gibt, um zu arbeiten.

Ob es realisierbar wäre hängt von vielen Faktoren, wie dem Staatshaushalt, ab.

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Es wäre nicht sinnvoll, da in letzter Konsequenz dies nicht finanzierbar ist.

Es kann nur aus Einnahmen des Staates (bei der Bevölkerung erhobene Steuern und Abgaben) kommen.

Günter

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Wie hoch? So hoch wie nötig um ein leben am existenzminimum fuhren zu konnen
Wer bekommt es ? Jeder
Woher kommt das Geld:

Wenn sämtliche andere sozialleistungen gestrichen werden + die verwaltungsgebühren und betriebskosten für die ganzen ämter etc (arbeitsamt, jobcenter, etc. pp.) wird sich das schon irgendwie ausgleichen

Vorteile:

Kein Zwang zu arbeiten
Kein Leistungsdruck

Nachteile:

Kein Zwang zu arbeiten -> wer macht z.B. die strassen sauber?
Kein Leistungsdruck -> Wie soll man etwas erreichen wenn man nicht gefordert wird ?
Mögliches boreout, da viele Menschen dann weniger Sinn im Leben sehen würden da es ja karrieretechnisch nichtmehr soviel anreiz gibt

Steigende Preise aufgrund von inflation

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Nein, ist es nicht. Es ist nicht finanzierbar. 

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Höhe: Knapp über der Armutsgrenze.

Woher kommt das Geld: Vom fliegenden Spaghettimonster vielleicht? Keine Ahnung.

Wer: Jeder

Vorteile: Jeder könnte vernünftig leben, keine Existenzängste, gilt besonders für Diejenigen, die durch Roboter und KI Jobs verlieren.

Nachteile: Wo soll das Geld her kommen? Eventuell will niemand mehr arbeiten.

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