Bedingungsloses Grundeinkommen, wie wäre dies realisierbar und welche Leistungen würden wegfallen?

7 Antworten

Soweit ich weiß, gibt es ein bedingungsloses Grundeinkommen noch in keinem Staat. Die meisten Ökonomen sind sich aber einig, dass es möglich wäre. Dies würde bedeuten, dass die Menschen mehr Geld ausgeben können und dadurch mehr Steuern für den Staat generieren.

Wenn das nicht reicht, kann man ja die Steuern erhöhen. Gerecht wäre es, wenn jemand mit durchschnittlichem Einkommen genauso viel für das Grundeinkommen bezahlt, wie er gezahlt bekommt. Reiche bezahlen mehr, Arme bezahlen weniger bis gar nichts.

Übrigens fällt durch ein Grundeinkommen eine Menge Bürokratie weg, da niemand prüfen muss, wer Anspruch auf Sozialleistungen hat und wer nicht. Das spart viel Geld.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen gilt wenn dann für alle Bürger, also auch für Kinder. Ansonsten ist es nicht bedingungslos.

"Die meisten Ökonomen sind sich aber einig, dass es möglich wäre."

Kannst Du bitte eine Quellenangabe machen ? Danke !

2
Die meisten Ökonomen sind sich aber einig, dass es möglich wäre.

Quelle? Das halte ich für ein Gerücht.

Dies würde bedeuten, dass die Menschen mehr Geld ausgeben können und dadurch mehr Steuern für den Staat generieren.

Darin liegt der Gedankenfehler. Es wird nicht unbedingt mehr konsumiert; der durchschnittliche Bürger wird am Ende nicht mehr Geld in der Tasche haben. Das, was durch das BGE reinkommt, geht über die Einkommenssteuer wieder raus. Damit viele Jobs erhalten bleiben, bzw. weniger beliebten Jobs immer noch nachgegangen wird, müssten die Löhne massiv steigen. Das sind Mehrkosten für die Unternehmen, die entweder durch den Abbau von Arbeitsplätzen oder anderen Einsparungen ausgeglichen werden, was nicht zu mehr, sondern weniger Steuereinnahmen führt. Wahrscheinlich ist, dass die Preise entsprechend anziehen, die Kaufkraft sinkt und das BGE von der Inflation absorbiert wird.

Wenn das nicht reicht, kann man ja die Steuern erhöhen.

Das wird in jedem Fall bei der Einführung eines BGE nötig sein. Irgendwann werden sich aber Unternehmen und qualifizierte Arbeitskräfte ausrechnen, dass es sich nicht lohnt, 75% und mehr Steuern zu zahlen, um dafür ein BGE zu erhalten, was sie eigentlich gar nicht nötig hätten.

3

Hallo,

die wegfallende Bürokratie sollte detailierter erklärt werden.

Weg fällt zum Beispiel:

Sämtliche Mitarbeiter (neue Arbeitslose, jedoch nicht im negativen Sinn), damit verbunden Einsparung der Gehälter, Sozialeleistungen und sonstige Zusatzleistungen.

Zur Bürokratie gehören auch alle Gebäude der Behörden und Ämter:

  1. keine Kosten für Miete
  2. keine Kosten für Versicherungen (Gebäude- Feuer- Haftpflicht- usw.)
  3. keine Kosten für Büromöbel
  4. keine Kosten für neue Computeranlagen (keine Kosten für Wartung)
  5. keine Kosten für Büromaterial (Papier, Porto, Prospekte, usw.)
  6. keine Kosten für Heizkosten
  7. keine Kosten für Stromkosten
  8. keine Kosten für Putzpersonal und keine Kosten für Gebäudereinigung
  9. keine Kosten für Sicherheitsdienste
  10. keine Kosten für Alarmanlagen und Wartung
  11. keine Kosten für Hausmeister
  12. keine Kosten für Um- und Ausbau
  13. keine Renovierungenkosten
  14. keine Kantienenkosten
  15. keine Müllentsogungskosten
  16. keine Telefon- und Internetkosten
  17. keine Kosten für Landschaftsgärtner

(Diese Liste ließe sich sicher noch um einiges erweitern)

Es sind Millionen bzw. Milliarden Euro jährlich die in das bedingungslose Grundeinkommen zugerechnet werden können.

Das bedingungslose Grundeinkommen gilt für alle deuschen Staatsbürger (Deutscher Pass, keine doppelte Staatsbürgerschaft) selbstverständlich auch für alle Kinder mit deutscher Staatsbürgerschaft. Doch bei Kindern muß ein Einschnitt gemacht werden! Es kann nicht sein, dass eine Familie bestehend aus 5 Personen 5.000 Euro bedingungsloses Grundeinkommen erhält, wenn sie heute zum Teil nicht mals 1.300 Euro haben.

Ich denke da an eine Staffelung:

  • Kind bis zum 5. Lebensjahr 250 Euro bedingungsloses Grundeinkommen
  • Kind bis zum 10. Lebensjahr 500 Euro bedingungsloses Grundeinkommen
  • Kind bis zum 15. Lebensjahr 750 Euro bedingungsloses Grundeinkommen
  • Kind bis zum 18. Lebensjahr 1000 Euro bedingungsloses Grundeinkommen

Die Staffelung ist bedingungslos !!!!!!

L. G. Tuvieh

0

Genau das ist der Fehler, der bei diesen Gedanken gemacht wird: Es geht nicht um irgendwelche Summen ( Zahlen wandeln sich in kürzester Zeit) , sondern um das Thema Leistungen : WAS leistet ein Grundeinkommen, wozu soll es dienen, was ist daran involviert ??? DAS sind die relevanten Fragen die beantwortet werden wollen !!!

0

Ich glaube nicht, dass ein BGE mit einem Schlag kommt, da den Politikern, selbst denen, die dafür sind, wohl klar ist, was für eine gewaltige Umschichtung mit nicht überschaubaren Risiken das wäre. Aber wir sind mit den zunehmenden Sozialetats auf dem Weg dahin. Dabei wird sich herausstellen, wie weit das umsetzbar ist. Wenn z.B. die Schere zwischen offenen Stellen und Arbeitslosen immer weiter auseinander klafft, weil zu viele lieber mit den Zuweisungen der Sozialkassen (zusätzl. kleinen Nebenverdiensten) zufrieden sind und z.B. die notwendige Höherqualifizierung für Industrie 4.0 nicht wahrnehmen, die Grenzgewinne der Qualifizierungsmaßnahmen immer kleiner werden und durch Einwanderung in die Sozialsysteme das Verhältnis zwischen denen, die arbeiten und denen, die arbeiten lassen kippt, kann es schnell wieder in die andere Richtung gehen. Dass es ein langsamer Prozess ist, dessen Folgen recht direkt auf Wahlen durchschlagen, lässt offen, wie die Entwicklung sein wird. Es wird auch davon abhängen, wie viele Milliarden die Aufrechterhaltung des EURO und der maroden Euroländer kostet. Da wird es - z.B. durch Italien - bald deutliche Antworten geben. Denn inzwischen wird Italien durch die EZB finanziert und das kostet auch unsere Sozialkassen viel Geld, sodass es knapp wird mit dem Verteilpotential.

Wie das bedingungslose Grundeinommen (BGE) realisierbar ist und wo das Geld für das BGE herkommt, ist von genau dort wo auch das geld für hartz4 herkommt, um das BGE realisierbar zu machen. Außerdem kriegen die Bänker doch die Milliarden auch von ihrer Politmarionettin geschenkt mit einer Selbstverständlichkeit bei der auch nicht gefragt wird wo das Geld herkommt.

Wenn es ein BGE gäbe, würden andere Sozialleistungen wie ALG1, ALG2 etc. nicht mehr nötig sein, die würden dann weggfallen.

Nobody42111111: Das BGE soll also aus Steuermitteln finanziert werden?

Das ALG 1 wird nicht aus Steuermitteln finanziert, sondern aus der Arbeitslosenversicherungen in die ein Arbeitnehmer von seinem monatlichen Einkommen Beiträge einbezahlt hat und den Anspruch erwirkt.

Jeder der in Deutschland um Asyl bittet, erhält dann monatlich das BGE in Höhe von 2.000 € ?

Bei den Bänkern wird schon gefragt, aber das Volk hat ja nichts mehr zu melden!

0

Das BGE ist ein einziger großer Gedankenfehler. Es spricht so vieles dagegen, dass es selbst mit den günstigsten Voraussetzungen zum scheitern verurteilt ist.

Eine der großen Fragen ist die Finanzierung. Klar, kann man das finanzieren. Aber nur ein, höchstens zwei Jahre. Spätestens dann sind verschiedene Szenarien eingetreten, die entweder:

  1. das BGE durch mangelne Steuerzahler nicht mehr finanzierbar machen.
  2. das BGE so reduzieren, dass man wieder auf gut bezahlte Arbeit angewiesen ist.
  3. die Preise so verteuern, dass man wieder auf Arbeit angewiesen ist.

Das BGE ist ein Versuch, ein Gleichgewicht zu umgehen, dass es in einer ungleichen Welt immer geben wird. Natürlich hört sich Einkommen ohne Leistung toll an, aber damit es so etwas geben kann, müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein.

  1. Niemand darf sich dem entziehen oder die Leistung erschleichen können. Das bedeutet, man müsste es nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa einführen.
  2. Es dürfte keine Deflation oder Inflation geben.
  3. Die Menschen müssten bereit sein, trotz BGE den Jobs nachzugehen, die sie ohne auch nachgegangen wären; und das zum gleichen Lohn mit deutlich höheren Steuern.
  4. Das BGE muss in einer komplexen Welt flexibel konstruiert sein, d.h. es muss möglich sein, auf Veränderungen der Umwelt zu reagieren und die Höhe und Bezieher des BGE zu varieren. Dann wäre es aber nicht mehr bedingungslos.

Ich halte das BGE sogar für gefährlich. Sollte es sich als Luftnummer herausstellen, riskieren wir mit einer Massenarbeitslosigkeit und einer zerstörten Wirtschaft auf das alte System zurück zu wechseln.

Danke für deine Antwort. Finde ich bis jetzt am schlüssigsten 👍🏻

0

Was für ein Bullshit !

0

Alle Sozialbeihilfen werden weggestrichen!

Jeder Bürger bekommt 2.000€ BGE! Wer arbeitet hat mehr Geld. Grüne und teil der SPD ist dafür! Wohlstand und Kaufkraft steigt. Die Arbeitnehmer müssen nicht mehr unter schlechten Bedingungen arbeiten und Kampfansage gegen Konzerne beginntM

Mal wieder realitätsfern und eintönig

ArunKong

2

iraner456: "Alle Sozialbeihilfen werden weggestrichen?" "Jeder Bürger bekommt 2.000 € BGE"

Flüchtlinge erhalten auch das Grundeinkommen ?

Ist ja wunderbar, aber wie soll das nu finanziert werden?

1

Mich würde bei dieser Antwort einfach mal interessieren wie man dann jemanden noch dazu motivieren soll für seinen lebensunterhalt zu arbeiten.

Was hat das mit den Konzernen zu tun?

2

Hallo,

bei dem bedingungslosem Grundeinkommen geht es nicht darum die Gesellschaft in den TUTTI Modus zu versetzen. Die Wirtschaft braucht weiterhin Arbeitskräfte. Deshalb ist Ihre genannte Zahl "2000 Euro" aktuell nicht realistisch.

--

0

Was möchtest Du wissen?