Vom Sturm und Drang zur Klassik: Goethe und seine Freunde

2 Antworten

Hallo!

O je, das ist ein weites Thema! Ich fasse mal kurz zusammen, aber Du solltest unbedingt was dazu lesen: Vom Sturm und Drang zur Klassik heißt im Leben ja: von der wilden Jugend zum ausgeglichenen, formvollendeten Erwachsenen. Das spiegelt sich dann auch in den literarischen Werken wider. Einen Link aus dieser Phase habe ich gefunden: http://www.mathesius.de/privat/smay/weimar/index.html

Da findest Du ein paar Namen, Frau von Stein und die Italienreise haben ihn sicher erwachsen gemacht. Vielleicht findest Du was warum er die Italienreise gemacht hat. Wenn Du mir Ansätze schreibst helfe ich Dir weiter :)

Du könntest das Referat anhand von zwei Gedichten aufziehen: dem frechen, jugendlich-stürmend und drängenden, die Götter herausfordernden "Prometheus" zum klassisch-beruhigten "Grenzen der Menschheit" . Schon Wikipedia schreibt was dazu.

Viel Spaß! LG Wilhelm

vielen Dank für den Anstoß! Der Vergleich der Gedichte ist eine wirklich gute Idee. Wenn ich wieder hänge, melde ich mich gern :) Lg :)

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Zieh’ eine Literaturgeschichte heran (sehr gut: „Fricke / Schreiber, Kap. Der klassische Goethe). Entscheidenden Anteil am Übergang vom Sturm-und-Drang-Goethe zum klassischen Goethe hatte Charlotte von Stein. In den Gestalten der Iphigenie und der Prinzessin (im „Tasso“) ist sie verewigt worden. Tasso, der „gesteigerte Werther“ (Goethe), wird von der Prinzessin zurechtgewiesen („Erlaubt ist, was gefällt!“, sagt Tasso; die Prinzessin: „Erlaubt ist, was sich ziemt!“): In der „Iphigenie“ ( = Charlotte v. Stein) geht es um die Heilung und Befreiung des Orest ( = Goethe) von der Glut seines (Sturm-und -Drang-) Gefühls, das ihn in den Gestalten der Erinnyen ständig verfolgt. Doch durch die reine Menschlichkeit der Iphigenie wird er davon befreit („Die Eumeniden [= Erinnyen] ziehn, ich höre sie, zum Tartarus und schlagen hinter sich die ehrnen Tore fernabdonnernd zu...“; 3.Akt). – Auch der Freund Herzogs Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach hat Goethes Entwicklung zum Klassiker beeinflusst, indem er ihm ein staatliches Amt übertrug. Goethe war durch die praktische Tätigkeit im Staate zu mehr Verantwortung gezwungen, was seinen Abschied von der unbekümmerten Geniezeit des Sturm und Drang beschleunigte. „Wär’s auch nur auf ein paar Jahre, ist doch immer besser als das untätige Leben zu Hause wo ich mit der grössten Lust nichts thun kann. Hier hab ich doch ein paar Herzogthümer vor mir.“ (Goethe). Weitere starke Einflüsse gingen von Herder und Schiller aus. Durch Herder wurde Goethe zunächst der Sturmer und Dränger (Hinweise auf Shakespeare und Ossian), später auch der Klassiker. Er prägte den Begriff der „Humanität“ in seinem Hauptwerk „Die Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit“, das in der Arbeits- und Denkgemeinschaft mit Goethe entstanden ist. Die Humanität als Ausdruck der Autonomie des Menschen wird zu einem Zentralbe- griff der Klassik. Bei Goethe als „klassische Lebenskunst“ (s. „Wilhelm Meister“; Wilhelm wendet sich vom Werther-Übel ab, das z.B. in den tragischen Gestalten der Mignon und des Harfners vertreten wird, und durchläuft einen Prozess der Selbstfindung und Sozialisation; s. auch das Gedicht „Das Göttliche“). Schiller sieht in der Humanität eine Zwischenform zwischen Vernunft und Neigung, durch die beide Kräfte im Menschen zum Ausgleich, zur Harmonie geführt werden. Durch seine philosophischen Schriften, in denen er seine Vorstellung von der Humanität entwickelte, hat Schiller auch Goethe beeinflusst. (s. hierzu Google, Weimarer Klassik: Das Ideal der Humanität)

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