Unterschied zwischen Glück Wunder und Zufall?

12 Antworten

Zufall ist das ganze Leben.

(So funktioniert z.B. die Evolution.)

Glück ist die Teilmenge des Zufalls, die zu positiven Erlebnisse führt.

Unglück die Teilmenge, die dabei übrig bleibt.

Wobei man einrechnen muss, dass es subjektiv ganz unterschiedlich empfungen werden kann, was ein positives und was ein negatives Erlebnis ist.

Es gibt also kein absolutes Glück, sondern nur relative Einschätzungen.

Wunder ist eine oft religiös geprägte Interpretation der glücklichen Zufälle, aber auch von glücklichen kausalen Abfolgen und ersetzt dabei oft mangelndes Wissen über die kausalen oder zufälligen Zusammenhänge.
Manchmal wird dies auch durch die fälschliche Annahme gestützt, die Wissenschaft wüsste alles und könnte alles beweisen. In Wirklichkeit wissen wir das meiste nicht und werden wir das meiste auch nicht wissen - und es gibt es trotzdem.
Umgekehrt lassen sich zu viele Menschen ein X für ein U vormachen und wollen lieber an Wunder glauben - da sind wir wieder da, dass Wunder halt eine gewisse Form der Erklärung von beobachteten Phänomenen sind.

Fangen wir mit Zufall an: Zufall wird definiert als "Abwesenheit einer kausalen Erklärung".

Es gibt verschiedene Gründe, warum man für ein Ereignis die Ursache nicht kennt:

  1. Das Ereignis hat keine Ursache. Wir wissen aus der Quantenphysik, dass dies zumindest für Ereignisse auf einer sehr kleinen Skala möglich ist.
  2. Man kennt die Ursache nicht, weil einem Informationen fehlen.
  3. Es handelt sich um zwei Ereignisse, die keinerlei kausale Verknüpfung aufweisen - in der Wissenschaft nennt man das eine Koinzidenz.

Tatsache ist, dass man meistens nicht unterscheiden kann, welcher Fall vorliegt. Manchmal ist es relativ eindeutig. Beispiel: Von der Erde ausgesehen haben Sonne und Mond ungefähr die gleiche Größe. Das man man bei einer totalen Sonnenfinsternis sehr gut sehen. Unserem Wissen nach gibt es keinen Grund dafür, warum das so ist, weil die Sonne oder der Mond könnte größer oder kleiner sein, beide könnten weiter entfernt oder näher stehen, und alles beeinflusst die relative Größe, wie man sie von der Erde aus sieht. Daher redet man hier von einer Koinzidenz: zwei voneinander unabhängige Ereignisse ohne kausale Verknüpfung, die aufeinandertreffen.

Es geschehen permanent Ereignisse, zwischen denen es keine kausale Verbindung gibt.

Menschen neigen aber dazu, zwischen allem, was geschieht, immer eine kausale Verbindung zu vermuten. Das hat etwas mit der Art und Weise, wie unsere Vorfahren lebten, zu tun. Man kann sich leicht ausrechnen, dass Jemand, der dies vermutet, besser überlebt als Jemand, der meint, zwischen den Ereignissen gäbe es meist keine Verbindung.

Wenn Leute sagen "Es gibt keinen Zufall", dann ist damit gemeint, dass es keine Ereignisse gibt, die keine Ursache haben. Aber das wird oft damit verwechselt, dass jedes Ereignis mit jedem anderen kausal verknüpft sein muss, und das ist reiner Unsinn. Vielmehr gibt es voneinander unabhängig existierende Kausalketten, an deren Ende zwei Ereignisse stehen - wie die relative Größe von Sonne und Mond - aber das eine Ereignis ist nicht die Ursache des Anderen, in keiner Richtung. Es existiert keine kausale Verknüpfung zwischen den Gliedern verschiedener Kausalketten, nur eine in ein und derselben Kausalkette.

Jetzt können wir klären, worum es sich bei den anderen Dingen handelt:

Als Glück bezeichnet man ein unwahrscheinliches Ereignis mit positivem Ausgang (für den Betroffenen). Man könnte sagen: Eine Koinzidenz mit vorteilhaften Resultaten, da man bei Glück nicht davon ausgeht, das es auf Geschick oder Tatkraft beruht. Es wird durch das Verhalten oder die Charaktereigenschaften des Betreffenden nicht beeinflusst.

Ein Wunder ist ein Ereignis mit positivem Ausgang, von dem man die Ursache nicht kennt (wie beim Glück), oder eines, dass besonders zum Staunen anregt. Wie in "Wunder der Technik" oder "Wunder der Natur".

In der religös-esoterischen Welt wird das alles wieder anders definiert. Dort ist ein Wunder zwar ebenso ein Geschehen mit guten Resultaten, und auch eines, dessen Ursache man nicht kennt. Statt aber zu sagen: "Wir wissen die Ursache nicht" ist man sich sicher, dass es einen außer- oder übernatürlichen Einfluss gab, der das Ereignis ausgelöst hat. D. h., man weiß die Ursache nicht, gibt aber vor, sie zu wissen. Hinzu kommt, dass ein religiöses Wunder angeblich irgendwelche Naturgesetze verletzt. Da aber Naturgesetze keine Gesetze sind, sondern abstrakte Beschreibungen des Verhaltens der Natur, ist das purer Unsinn. Man könnte allenfalls sagen, dass es gegen die bekannten Naturgesetze "verstößt", oder eigentlich, dass es sich mit aus den bisherigen unvollständigen Beobachtungen abgeleiteten mutmaßlichen Regelmäßigkeiten nicht vereinbaren lässt. Dann muss unser Verständnis der Naturgesetze angepasst werden, so dass es auch die neuen Beobachtungen mit einschließt.

Zufall: Ein Ereignis, dessen Eintritt von nicht oder nur schwer kontrollierbaren Faktoren abhängt.

Beispiel: Beim Werfen einer Münze erscheint Kopf oder Zahl

Glück: Ein oder mehrere Zufälle zum persönlichen Vorteil des Glücklichen.

Beispiel: Richtiges (mehrfaches) Wetten auf das Ergebnis des Münzwurfs.

Wunder: Ein Zufall, dessen Auftrittswahrscheinlichkeit so extrem gering ist, daß er oftmals einer "göttlichen Intervention" zugeschrieben wird.

Beispiel: Die Münze bleibt beim Wurf auf dem Rand stehen.

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