Traumveränderung durch Antidepressiva?

6 Antworten

Citalopram ist bekannt dafür, dass es sehr realistische Träume produziert. Ich habe das Mittel auch über rund 10 Jahre genommen und auch solche Träume erlebt. Ich finde das eher positiv, weil ich diese Träume meist sehr genossen habe.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Hi Chrissy,

versuche mal einfach die Geschichte mit diesen wirren und realistischen Träumen etwas positiver zu sehen. Dein Gehirn hat viel verdrängt in der Vergangenheit, um dich zu schützen!

Nun, unter Einfluss der Medikamente beginnt dein Gehirn viele Dinge - darunter vielleicht auch einige sehr traumatische Ereignisse - zu verarbeiten. Das kann kurzfristig durchaus schmerzhaft sein, aber es ist wichtig zur Heilung. Brich die Therapie nicht ab.

Denn ganz wichtig ist ja Folgendes, was du selbst schreibst:

Ansonsten geht es mir wirklich wieder viel besser. Ich habe wieder Freude und bin auch wieder voller Antrieb.

Das hat mein Arzt auch gesagt. Dass man nachts im Schlaf auch das Ein oder Andere aufarbeitet. Ich hab nur Angst dass ich vielleicht nicht mehr unterscheiden kann ob ich schlafe oder nicht. Aber mein Arzt sagt da solle ich mir keine Sorgen machen. Ich mein, meine Träume sind zwar gefühlsmäßig sehr real aber vieles könnte in meinem realen Leben nicht vorkommen. Meine Mutter zB sitzt im Rollstuhl. Heute im Traum war dies nicht der Fall. Es ist für mich halt sehr beängstigend weil ich das so nicht kenne.

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@Chrissy170981
 Ich hab nur Angst dass ich vielleicht nicht mehr unterscheiden kann ob ich schlafe oder nicht.

Nun, du sagst ja, es sind keine Albträume. Also hältst du diesen Zustand auch durch.

Oder wovor konkret hast du Angst?

Davor, dass du es auch im Wachzustand nicht unterscheiden kannst?

Aber mein Arzt sagt da solle ich mir keine Sorgen machen.

Genau. Das sehe ich ebenso. Dass du solche teilweise aufwühlenden Träume hast, ist keineswegs ein negatives Zeichen - ganz im Gegenteil. Leg dir ein Traumtagebuch an und schreib alles auf...

Ich mein, meine Träume sind zwar gefühlsmäßig sehr real aber vieles könnte in meinem realen Leben nicht vorkommen.

Ja logisch, und so bald du wach wirst, erkennst du das.

Meine Mutter zB sitzt im Rollstuhl. Heute im Traum war dies nicht der Fall. Es ist für mich halt sehr beängstigend weil ich das so nicht kenne.

Das sind aber ganz normale Trauminhalte. Du kennst deine Mutter ja vermutlich nicht nur im Rollstuhl, sondern du erinnerst dich auch an Zeiten, als sie noch laufen konnte. An solchen Traum-Transformationen ist nichts Beängstigendes.

Und selbst, wenn deine Mutter noch nie laufen konnte oder du dich nicht daran erinnern kannst, weil du noch zu jung bist, wäre das alles auch normal. Träume sind halt sowas wie eigenproduzierte SF-Filme.

Das Irreale ist ja gerade das Charakteristikum von Träumen.

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Citalopram ist ein Antidepressivum aus der Gruppe der SSRI welches zur Behandlung von Depressionen und Angststörungen (insbesondere Panikattacken) zugelassen ist. Es wirkt in der Regel antriebssteigernd, kann gewisse Personen jedoch auch müde machen. 20mg sind eine durchschnittliche Dosis im unteren Bereich.

Mirtazapin ist ein tetrazyklisches Antidepressivum (NaSSA) welches ausschliesslich zur Behandlung von Depressionen zugelassen ist. Eine angstlösende Wirkung hat es in der Regel nicht, wirkt jedoch zuverlässig schlaffördernd weshalb es häufig auch bei Schlafstörungen verabreicht wird. Die durchschnittliche Dosis liegt bei 30mg, oft reichen 15mg jedoch aus, manchmal sind auch 45mg notwendig.

Sämtliche Antidepressiva müssen erst 2-5 Wochen täglich konsumiert werden bis sie ihre eigentliche Wirkung entfalten. Zuvor hat man ledglich die Nebenwirkungen. Diese sind zu Beginn der Therapie besonders stark ausgeprägt, lassen im Verlauf der ersten Wochen jedoch wieder nach (bis auf wenige Ausnahmen).

Citalopram führt häufig zu abnormen Träumen. Häufig heisst, dass in medzinischen Studien rund 1-10% aller Proband*innen davon betroffen waren. Bei Mirtazapin siehts nicht viel besser aus. Auch unter Mirtazapin kam es in den Studien häufig (1-10%) zu abnormen Träumen.

Meiner rein persönlichen Erfahrung nach hat Mirtazapin jedoch den bedeutend stärkeren Einfluss auf den Schlaf... aber diese Aussage ist rein subjektiv.

In wie weit diese Nebenwirkung mit der Zeit nachlässt ist von Person zu Person etwas unterschiedlich. Ich würde das Ganze mit deinem Arzt besprechen. Bei Citalopram ist die häufigste Nebenwirkung die während der gesamten Therapiedauer bestehen bleibt die sexuellen Funktionsstörungen. Bei MIrtazapin ist es die (teilweise starke) Gewichtszunahme... natürlich immer vorausgesetzt man ist davon betroffen.

Weitere Informationen zu Citalopram hier.
Zu Mirtazapin hier.

PS: Ich leide seit Jahren unter einer Depression und einer schweren Panikstörung. Durch eine Psychotherapie und die richtige medikamentöse Einstellung habe ich insbesonders letztere mittlerweilen gut im Giff.

Danke für deine Antwort. Ichhabe am 2.2 meinen ersten Termin bei einer Psychologin damit ich lerne mit den Panikattacken umzugehen und auch herauszufinden woher diese kommen und das zu verarbeiten. Mein Arzt hatte mir als Akuttherapie das Mirtazapin verschrieben. Ich hatte zuerst Promethazin als Tropfen was aber gar nicht geholfen hat. Ich komme mit den 7,5 mg gut klar. Bin nach 30 min dann dusselig und muss dann auch liegen ☺️
morgens komm ich echt gut raus. Das war mit den 15mg nicht so. Ich hab heute Nacht wieder extrem geträumt aber ich musste heute morgen drüber lachen weil es so bescheuert war.

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@Chrissy170981

Promethazin ist ein konventionelles Antipsychotikum. Es wirkt zwar beruhigend aber nicht angstlösend.

Auch Mirtazapin hat eigentlich keinen oder nur einen geringen anxiolytischen Effekt. Dafür macht es müde. Das man am nächsten Tag noch etwas Banane ist, ist eher die Regel als die Ausnahme. In der Fachsprache nennt sich dies auch Tagesmüdigkeit oder Restmüdigkeit. Dieser Effekt ist auf die lange Halbwertszeit von Mirtazapin zurück zu führen.

Citalopram hingegen wirkt nach 3-5 Wochen des täglichen Konsums stark angstlösend.

Eine Psychotherapie ist absolut elementar für die Behandlung einer Angststörung. Allerdings kann das Ganze ziemlich lange Dauern (Monate oder gar Jahre) und je nach Therapieform sehr anstrengend sein. Dafür ist die Psychotherapie das einzige Behandlungsverfahren, welches eine nachhaltige Veränderung bewirken und die Ursache der Symptome aufarbeiten kann. Medikamente sind dazu nicht im Stande. Sie unterdrücken lediglich die Symptome (was zu Beginn der Angsterkrankung allerdings ein Segen ist).

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Was mir gut geholfen hat beim einschlafen ist opipram auch in Kombination mit escitalopram

Die komischen Träume stehen jedenfalls auf der Liste der Nebenwirkungen. Ich selbst hatte mit anderen SSRI (Sertralin/Paroxetin) sehr oft sehr reale Albträume, obwohl ich mich sonst quasi nie an meine Träume erinnern kann. Mit Mirtazapin habe ich auch gelegtentlich (ca. 2-3 mal/Monat) seltsame Träume, die aber viel weniger intensiv und vor allem keine Albträume sind. Die SSRI-Albträume sind nach dem Absetzen umgehend verschwunden.

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