Sertralin ist SSRI, also ein selektiver Serotonin Wiederaufnahme-Hemmer und zur Behandlung von Depressionen sowie diversen Formen von Angststörungen zugelassen. Zu Beginn kann es einen Einfluss auf den Schlaf haben. Schlafstörungen sowie das Gegenteil (Schläfrigkeit) sind sehr häufige Nebenwirkungen. Diese sollten jedoch nach einigen Wochen der Einnahme zurück gehen. Dies kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen (hatte max. 150mg). Zu Beginn hatte ich Schlafstörungen, welche jedoch mit der Zeit komplett verschwanden. Fachinformationen zu Sertralin findest du hier.

Mirtazapin hingegen ist ein tetrazyklisches Antidepressivum, genauer ein NaSSA (noradrenerges und spezifisch serotonerges Antidepressivum) und ist ausschliesslich zur Behandlung von Depressionen zugelassen. Eingesetzt wird es vor allem bei Depressionen, welche mit starken Schlafstörungen verbunden sind. Die sedierende Wirkung ist oftmals am nächsten Morgen noch deutlich vorhanden, was bei einer Halbwertszeit von 20-40h auch nicht verwunderlich ist. Die schlaffördernde Wirkung nimmt mit der Zeit etwas ab, bleibt auf gewissen Niveau jedoch während der ganzen Behandlungsdauer bestehen. Meine persönlichen Erfahrungen diesbezüglich sind etwas beschränkt. Ich bekam Mirtazapin (15mg) nur für 2-3 Monate und hatte das gleiche Problem: Am nächsten Morgen war ich noch völlig "verklascht". Bei mir wurde es mit der Zeit nur minim besser. Aufgrund dessen und da mir das Medikament nicht wirklich half setzte ich es (nach Rücksprache mit dem Arzt) wieder ab. Fachinformationen zu Mirtazapin findest du hier.

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Ritalin enthält den Wirkstoff Methylphenidat (MPH) und ist nicht "fast das Gleiche" wie Speed (Amphetamin). Beide Substanzen stammen aus der Gruppe der Phenylethylamine und führen zu einer erhöhten Verfügbarkeit gewisser Neurotransmitter (Dopamin, Noradrenalin), doch haben sie einen völlig anderen Wirkmechanismus. Während Speed ein sogenannter "Releaser" ist, ist Ritalin ein Wiederaufnahme-Hemmer. Aber lassen wir das chemische mal Beiseite ;-)

Halluzinationen sind bis zu einer Dosis von 60mg nicht beobachtet worden, können jedoch bei Überdosierung (ab 60mg) auftreten.

Nehme deine Medikamente so ein, wie sie dir dein Arzt verordnet hat.

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Lorazepam ist ein Medikament aus der Gruppe der Benzodiazepine. Wie bei allen Benzodiazepinen kann es zu Paradoxreaktionen kommen, welche allerdings ziemlich selten und vor allem bei älteren Menschen vorkommen. Im Arneimittelkompendium ist keine genaue Prozentzahl vermerkt. Es steht lediglich, dass darüber berichtet wurde und vor allem ältere Personen davon betroffen sind.

Ich persönlich bekam aufgrund meiner schweren Panikattacken vorübergehend Lorazepam verschrieben und hatte panische Angst vor der ersten Einnahme. Diese drehte jedoch in tiefe Entspannung als das Medikament begann zu wirken.

Fachinformationen über Lorazepam findest du hier.

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Lithium ist ein Phasenprophylaktikum (mood-stabilizer) das vor allem bei bipolaren Störungen aber auch bei therapieresistenten Depressionen zum Einsatz kommt.

Ich bekam Lithium aufgrund meiner Depressionen die nicht weggehen wollten. Gleichzeitig nahm ich noch ein "normales" Antidepressivum (Venlafaxin) ein.

Positiv: Meine Suzidgedanken verschwanden, allerdings dauerte dies rund 8 Wochen

Negativ: Keine Wirkung auf die Stimmungslage (abgesehen der Suzidgedanken) oder den Antrieb, die ganze Zeit Bluttests, Nebenwirkungen (Gewichtszunahme, Akne, Mundtrockenheit).

Geschwitzt habe ich auch zu Genüge, jedoch bereits vor dem Lithium. Das kam vom Venlafaxin (eine der häufigsten Nebenwirkungen dieses Medikaments). Bezüglich Alkohol hatte ich keine Probleme. Es sind gemäss Arzneimittelkompendium auch keine Wechselwirkungen bekannt (was nicht heisst dass man sich völlig die Kante geben kann). Irgendwo habe ich jedoch gelesen, dass Lithium die Wirkung von Alkohol verstärken und Alkohol die Wirkung von Lithium abschwächen kann.

Da mir Lithium nicht ausreichend half habe ich es nach 6 Monaten wieder abgesetzt. Doch jeder reagiert sehr individuell auf jedes Medikament. Einem Freund von mir aus der Klinik gelang mit Lithium sozusagen der "Durchbruch" bzw. erhohlte er sich mit diesem Medikament von der Depression. Er nimmt es noch heute.

Fachinformationen zu Lithium findest du hier.

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Es gibt kein einziges Medikament, dass zur Behandlung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung zugelassen ist. Bei Borderline werden mit Medikamenten primär die Begleitsymptome wie z.B. Depressionen behandelt.

Valdoxan (Wirkstoff Agomelatin) ist ein atypisches Antidepressivum welches selten als Monotherapie (einziges Medikament) verwendet wird. Es wird in der Regel zu anderen Antidepressiva hinzugegeben damit man schlafen kann.

Theoretisch gibt es Phasenprophylaktika (mood-stabilizer) die bei bipolaren Störungen eingesetzt werden, allen voran Lithium, doch dieses wird aufgrund der Impulsivität nicht gerne an Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung verschrieben. Grund: Bei Lithium ist bereits eine leichte Überdosis lebensgefährlich.

Bei Borderline bzw. den depressiven Begleitbeschwerden werden in erster Linie Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI/SNRI eingesetzt (wie bei "normalen" Depressionen auch). Des Weiteren kommen häufig (meist zusätzlich) atypische Neuroleptika wie z.B. Quetiapin zum Einsatz.

Hier eine Übersicht über alle Medikamente die bei Depressionen eingesetzt werden inkl. Fachinformationen zu jedem Medikament.

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Auf jeden Fall sollte man mit Venlafaxin weder schwanger werden noch stillen.

Nach Einnahme von Venlafaxin in der Schwangerschaft, können bei Neugeborenen folgende Absetzsymptome auftreten: Ess- und Schlafstörungen, Atmungsschwierigkeiten, bläuliche Verfärbung der Haut, Atemunterbrüche, Krampfanfälle, Temperaturschwankungen, zu niederiger Blutzuckerspiegel, Tremor, abnormale Muskelspannungen, gesteigerte Reflexbereitschaft, Erbrechen, abnormale Irritabilität, Überspanntheit, Lethargie, Schläfrigkeit und anhaltendes Weinen.

Die Einnahme von Venlafaxin in der späten Schwangerschaft kann zudem das Risiko für eine persistierende pulmonale Hypertonie beim Neugeborenen (PPHN) erhöhen.

Venlafaxin geht in die Muttermilch über, daher muss entweder abgestillt oder in dieser Zeitspanne auf Venlafaxin verzichtet werden.

Lasse dich bei einem Psychiater beraten. Es ist auch eine Abwägung zwischen deinem Gesundheitszustand und dem Kinderwunsch. Du schreibst nicht wie alt du bist, doch ev. kannst du ja mit dem Kinderkriegen noch ein bisschen zuwarten.

Alles Gute...

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Medikinet enthält den Wirkstoff Methylphenidat (MPH) und ist genau genommen ein Generikum von Ritalin. Es gehört zur Gruppe der Phenylethylamine, genauer zu den Piperidin-Derivaten. Konkret wirkt es primär als Noradrenalin und Dopamin Wiederaufnahme-Hemmer. MPH ist ein Arzneistoff der zur Behanldung von AD(H)S eingesetzt wird.

Im Arzneimittelkompendium steht im Kapitel "Überdosierung" folgendes, Zitat: "Zu den Anzeichen und Symptomen einer Methylphenidat Überdosierung, welche hauptsächlich von einer Überstimulierung des zentralen Nervensystems und überschiessenden sympathikomimetischen Wirkungen resultieren, gehören: Erbrechen, Agitiertheit, Tremor, Hyperreflexie, Muskelzuckungen, Konvulsionen (möglicherweise mit anschliessendem Koma), Euphorie, Konfusion, Halluzinationen (akustisch und/oder visuell), Delirium, Schweissausbrüche, Hitzewallungen, Kopfschmerzen, Pyrexie, Tachykardie, Palpitationen, erhöhte Herzfrequenz, Sinusarrhythmie, Hypertonie, Mydriasis, Schleimhauttrockenheit und Rhabdomyolyse."

Folglich kann es bei extremer Überdosierung zu einem Kollaps der Herz-Kreislauf Systems kommen.

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Bei einigen verschwindet dieses Gefühl wieder, bei anderen nicht. Ich habe über 2 Jahre lang Ritalin genommen und bei mir blieb diese Gefühl konstant vorhanden. Kenne jedoch einige Personen die auch Methylphenidat haltige Präparate einnahmen und dieses Gefühl gar nie hatten oder es eben nach 2-3 Monaten vorbei ging.

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Es gibt immer schlechtere und bessere Phasen. Wenns einem 5 Tage lang nicht so gut geht, heisst das noch lange nicht dass auch die Depression wieder kommt.

Andererseits verlaufen über 50% der Depressionen rezidivierend. Rezidivierend heisst zyklisch immer wieder kommend.

Wenn es dir wirklich schlecht geht hast du keine andere Wahl, als die an einen Psychiater zu wenden. Dieser kann dir auch betreffend Panikattacken weiterhelfen.

Noch zu deinen Konkreten fragen: Das Morgentief ist ein bekanntes Problem einer Depression. Das einzige was man tun kann ist sich den Wecker zu stellen, aufzustehen und aktiv zu werden (sofern es der Antrieb irgendwie zulässt). Dies ist alles andere als angenehm, doch ich habe noch nie jemanden erzählen hören der behauptet hat, dass im Bett liegen bleiben die Depression besser gemächt hätte.

Bei Panikattacken ist ja genau das Problem, dass man nicht viel machen kann bzw. ihr ausgeliefert ist. Es braucht eine sehr lange und intensive Psychotherapie (meist Verhaltenstherapie) bis man mit Panikattacken umgehen kann. Bei schweren Panikattacken sind Medikamente alternativlos. Für die musst du ebenfalls zum Arzt/Psychiater.

PS: Habe selbst Depressionen und Panikattacken (befinde mich in Behandlung)

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Es ist ein Haupkriterium einer Panikattacke, dass sie wie eine Welle aus dem Nichts kommt bzw. keinen spezifischen Auslöser hat. Hätte sie einen spezifischen Auslöser, so würde man von einer Phobie (z.B. Agoraphobie, soziale Phobie etc.) sprechen.

Also ja, Panikattacken können überall, in jeder Situation und jeder Zeit auftreten... auch am Stand im Liegestuhl. Das macht diese sch*** Krankheit ja so unberechenbar.

Ich hatte meine erste (kleinere) Panikattacke in Spanien am Stand (allerdings nicht im Liegestuhl) als ich auf meinem Badetuch die Sonne genoss. Einige Tage später die erste schwere Panikattacke Abends im Bett vor dem Einschlafen usw.

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Es kommt darauf an, was du mit einer "Panikattacke" genau meinst. Im medizinischen Sinne ist eine Panikattacke eine ernstzunehmende psychische Erkrankung. Die Krankheit unterscheidet sich stark von dem, was man im Alltag unter "panik haben" versteht. Eine betroffene Person erlebt eine solche Panikattacke als lebensbedrohlich.

Von einer behandlungswürdigen Panikstörung spricht man jedoch erst, wenn Panikattacken regelmässig auftreten sowie körperliche Ursachen (z.B. eine Dysfuntkion der Schilddrüse) ausgeschossen wurden.

Panikattacken sind wie Wellen, welche ohne ersichtlichen Grund auftreten (werden Panikattacken aufgrund eines bestimmten Umstandes ausgelöst, so spricht man von einer Phobie). Folgende Symptome sind für eine Panikattacke typisch (es müssen nicht bei jeder Attacke alle Symptome auftreten):

  • Atemnot (bis hin zur Angst zu ersticken)
  • Hyperventilation (als Folge können Kribbelgefühle in Gesicht und Händen sowie Muskelkrämpfe auftreten)
  • Schmerzen/Engegefühl im Brustbereich
  • Engegefühl im Bereich der Kehle
  • Herzrasen/hoher Puls/Herzstolpern/Herzstechen
  • Schweissausbrüche/kalter Schweiss
  • Zittern
  • Schwindel und/oder Erbrechen
  • Angstgedanken („das ist ein Herzinfarkt“, „jetzt sterbe ich gleich“, „ich werde verrückt“, „ich ersticke“)
  • Depersonalisations- und/oder Derealisationsgefühle
  • Innere Spannungszustände/Innere Unruhe

Das eine Problem ist die Panikattacke selbst, dass andere die tiefgreifende Verunsicherung die zurück bleibt. Oft entwickelt sich eine Angst vor der Angst. Jede Gefühlsregung wird fortlaufend Interpretiert und bei jeder Unregelmässigkeit „schrillen die Alarmglocken,“ dass eine erneute Attacke bevorstehen könnte.

Des weiteren entwickeln Menschen mit einer Panikstörung häufig (nicht immer) zusätzlich Symptome einer Agoraphobie. Eine Agroaphobie zeichnet sich vor allem durch die Angst vor Menschenmassen, öffentlichen Plätzen und dem Reisen aus. Sie kann sich soweit steigern, dass die betroffene Person Angst vor dem Verlassen der eigenen Wohnung hat.

Vorausgesetzt du erkennst dich in dieser Beschreibung grösstenteils wieder, dann gehe unbedingt zu deinem Hausarzt und schildere Ihm deine Symptome. Dein Hausarzt wird dich erst mal im Hinblick auf körperliche Ursachen untersuchen und wenn er nichts findet dich an einen Psychiater überweisen.

Ein Psychiater kann nicht nur eine fundierte Diagnose erstellen sondern ggf. auch eine geeignete Behandlung einleiten. Dies ist unabdingbar, denn Angststörungen (wie z.B. Panikattacken) haben die Neigung sich zu chronifizieren wenn sie nicht behandelt werden. Das "Positive" im Schlechten ist, dass sich Panikattacken in der Regel sehr gut behandeln lassen... medikamentös wie psychotherapeutisch.

Also, je nachdem ab zu Arzt....

PS: Leide selbst unter einer schweren Panikstörung.

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Rechtlich ist das mitführen von Benzodiazepinen, welche nicht unter das BtMG fallen kein Problem. Probleme gibts höchstens wenn man massenweise Tabletten dabei hat bzw. die Polizei davon ausgehen muss, dass sie nicht nur für den Selbstgerbauch bestimmt sind. Auch nicht begeistert wird die Polizei sein, wenn du sonst noch Betäubungsmittel dabei hast. Des weiteren kanns ungemütlich werden, wenn die Tabletten sich nicht mehr in der Originalpackung befinden.

Doch wie gesagt: Benzos die nicht unter das BtMG fallen in kleinen Mengen (in der Originalpackung) ohne andere Betäubungsmittel sind in der Regel kein Problem.

Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass es auch auf den einzelnen Polizisten und die Situation ansich ankommt. Beispielsweise wurde ich mal von einer Streife random kontrolliert die gerade ein Auszubildender dabei hatte. Die Beamten führten dem Auszubildenen an meinem Beispiel vor wie man jemand richtig überpfüft. Da ich weder jemals mit Dorgen aufgefallen war noch sonst was wurde das ganze natürlich zur Farce, dauerte einfach lange.

Ein zweites Beispiel: Ein Polizist kontrollierte mich nach einer Demonstration (an welcher ich nicht teilgenommen hatte) bzw. etwas weiter weg nach deren Auflösung mitten in der Stadt. Da irgendwelche Chaoten Knallkörper geworfen hatten war die Polizei relativ agressiv, auch mir gegenüber. Als sie dann die Benzos fanden wurde das ganze zu einem riesen Theater und ich musste auf die Wache mit. Natürlich reine Schickane. Nach ca. 1h wurde klar, dass ich weder ein Demonstrant war noch ein Dealer bzw. mir die Benzos verschrieben wurden. Die Polizei entschuldigte sich und ich durfte inkl. Benzos wieder gehen. Seit dann habe ich einfach immer eine kleine Bestätigung des Arztes in der Geldbörse.

PS: Führe aufgrund von schweren Panikattacken seit über 13 Jahren Tavor mit mir. Das gibt mir eine psychologische Sicherheit, auch wenn ich es fast nie gebraucht habe.

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Das einzige Antidepressivum auf natürlicher Basis dessen Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen wurde ist Johanniskraut bzw. dessen Extrakt. Allerdings braucht es selbst bei Johanniskraut eine enorm hohe Dosis (900-1800mg) damit es einen wirklich antidepressiven Effekt hat. Hochdosierte Präparate wie z.B. Laif 900 sind denn auch seit einiger Zeit rezeptpflichtig. Natürliche Alternativen deren Wirksamkeit belegt ist, gibt es nicht.

Wer wirklich Antidepressiva braucht muss zum Arzt. Sei es für hochdosiertes Johanniskraut oder für chemische Mittel. Der Gang zum Arzt macht bei medizinisch relevanten Depressionen ohnehin sinn, denn mit Antidepressiva alleine besiegt man in der Regel die Depression nicht.

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Ein ADHS ohne Hyperaktivität nennt sich ADS. Beide Störungsbilder sind offiziell anerkannte Erkrankungen. Eine Depression (mit oder ohne psychotische Symptome) ist ebenfalls eine anerkannte Krankheit.

AD(H)S und Depression sind allerdings zwei völlig unterschiedliche Diagnosen. Wenn ein ADS und eine psychotische Depression auftritt gibt es folglich eine Doppeldiagnose.

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Es kommt darauf an, was du brauchst. Ein bisschen Reden, dafür gibt es genug Online-Psychologen. Sei dir einfach bewusst, dass es sich bei diesen Angeboten nicht um eine Psychotherapie handelt.

Eine Psychotherapie funktioniert nur im Rahmen persönlicher Konsultationen. Je nach Beschwerdebild und Form der Therapie sind pro Woche 1-3 Sitzungen über mehrere Monate (in gewissen Fällen sogar Jahre) nötig.

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Es gibt keine verlässlichen Online-Apotheken bei denen man rezeptpflichtige Medikamente ohne Rezept bestellen kann! Solche "Apotheken" können professionell wirken und gute Websites haben, doch sind sie extrem gefährlich. Da nur die Verpackung echt aussieht bzw diese Medikamente gefälscht sind stimmt in der Regel weder die Zusammensetzung noch die Dosisangaben. Bei gewissen Beschwerden und Medikamenten (auch Antidepressiva) kann dies sogar tödlich enden.

Wenn du entsprechende Beschwerden hast, dann gehe zu einem Arzt. Dort kriegst du kontrollierte Medikamente unter ärztlicher Begleitung. Antidepressiva sind nicht ohne Grund rezeptpflichtig und mit Medikamenten allein wird man eine Depression ohnehin nur in den seltensten Fällen los.

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Wenn du die normale und nicht die doppelte oder dreifache Dosis eingenommen hast passiert dir nichts. Du wirst nach dreitägigem Unterbruch höchstens vermehrt Nebenwirkungen haben. Nimm das Medikament einfach normal wie vom Arzt vorgeschrieben weiter. Antidepressiva müssen grundsätzlich täglich genommen werden.

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Wie du richtigerweise erwähnt hast ist Paroxetin ein Antidepressivum aus der Gruppe der SSRI. Bei vielen SSRI's kann es vor allem zu Beginn der Einnahme oder bei einer Erhöhung der Dosis zu inneren Unruhe- und Spannungszuständen kommen.

Bei Paroxetin ist dieser Punkt unter dem Begriff "Agitiertheit" zusammengefasst und bei den Nebenwirkungen in der Kategorie "häufig" aufgeführt. Häufig heisst, dass in medizinischen Studien 1-10% der Probanden diese Nebenwirkung entwickelt haben. Sie ist also keine Seltenheit. In der Regel verschwinden diese Zustände nach einigen Wochen, wenn man sich an die höhere Dosis gewöhnt hat.

Diese "Agitation" kann theoretisch auch das Symptom der Depression sein. Gemäss den offiziellen Diagnosekriterien (ICD-10) ist die sogenannt "psychomotorische Agitation oder Hemmung" eines von 7 möglichen Nebensymptomen der Krankheit. Dann wäre dir das Ganze jedoch bereits früher in diesem Ausmass aufgefallen und nicht erst nach Erhöhung der Paroxetin-Dosis.

Hier findest du mehr Fachinformationen zu Paroxetin.

PS: Wenn es zu extrem wird oder nach Wochen nicht weggehen sollte wende dich an deinen Arzt.

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Was du hast ist nicht unbedingt eine Depression im klassischen Sinne, abschliessend beurteilen könnte dies jedoch nur eine Fachperson (Psychiater oder Psychologe). Antidepressiva helfen nicht gegen alltägliche -wenn auch heftige- Beschwerden, sie helfen vor allem bei schwereren medizinisch relevanten Depressionen. Gegen klinische Panikattacken sind sie ebenfalls wirksam. Hier jedoch einige Informationen:

Johanniskraut bzw. dessen Extrakt ist das einzige pflanzliche Antidepressivum, für welches eine medizinisch messbare antidepressive Wirkung wirklich wissenschaftlich nachgewiesen wurde. Damit sich gegenüber Placebo ein Behandlungserfolg einstellt, sind jedoch ziemlich hohe Dosen notwendig (900-1800mg). Tabletten mit hoher Dosierung wie z.B. Laif 900 sind seit einiger Zeit genauso rezeptpflichtig wie chemische Antidepressiva. Gegen Angststörungen wie z.B. Panikattacken hilft Johanniskraut leider nicht sehr gut. Anders forumliert: Andere natürliche Medikmente abgesehen von Johanniskraut gibt es nicht.

Dies hat u.a. zur Folge, dass man bei schwereren Depressionen und klinischen Panikattacken ziemlich bald einmal -was die Medikation betrifft- mit der Chemiekeule kommen muss. Dies ist ein grösseres Problem, da chemische Antidepressiva meist mit den entsprechenden Nebenwirkungen verbunden sind. Die Nebenwirkungen sind zu Beginn der Einnahme besonders stark ausgeprägt, die meisten (nicht alle) von ihnen verschwinden glücklicherweise nach einigen Wochen des regelmässigen Konsumes wieder.

Zudem ist die Anprechrate nicht gerade überragend. Manche erleben durch Antidepressiva wie ein wunder, doch viele Betroffene müssen mehrere Medikamente (teilweise in ganzen Kombinationen) durchprobieren bis sie eines finden das hilft und eine Minderheit spricht generell nicht auf medikamentöse Therapien an. Die Ansprechrate bei Panikattacken hingegen ist um ein vielfaches besser.

Wie Johanniskraut auch müssen chemische Antidepressiva täglich eingenommen werden und es dauert rund 2-5 Wochen bis die Wirkung eintritt. Die Nebenwirkungen hingegen sind bereits ab der ersten Tablette spürbar.

Es gibt verschiedene Gruppen von Antidepressiva. Heute werden meist sogeannte SSRI oder SNRI eigesetzt. Diese wirken sowohl antidepressiv als auch angstlösend und haben im Vergleich zu den älteren tri- bzw. tetrazyklischen Antidepressiva weniger Nebenwirkungen (obwohl die unerwünschten Wirkungen immer noch nicht von schlechten Eltern sind). SSRI/SNRI wirken allerdings nicht beruhigend und meist auch nicht schlaffördernd, eher im Gegenteil.

Zur Beruhigung in Extremsituationen können (auch paralell) Benzodiazepine verwendet werden. Benzodiazepine sind hoch effektive Beruhigungs- und Schlafmittel, welche sehr stark angstlösend wirken. Sie können einfach bei Bedarf genommen werden und wirken bereits nach 15-30min. Nebenwirkungen haben sie fast keine. Allerdings gibt es einen grossen Haken. Diese Medikamente machen bereits nach kurzem regelmässigem Konsum (nach ca. 4 Wochen) auch in der vom Arzt festgelegten Dosierung schwer abhängig. Sie sind also nur absolute Notfallmedikamente die ausnahmsweise eingenommen werden können wenns nicht anders geht. Natürlich sind auch Benzodiazepine allesammt rezeptpflichtig.

Hier findest du eine Übersicht über alle Medikamente die bei Depressionen und Angstzuständen verwendet werden inkl. Fachinformationen zu jedem Medikament.

Alles Gute und viel Kraft...

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Nach drei Jahren psychotherapeutischer Behandlung ist der Versuch mit Medikamenten sicherlich angebracht, vorausgesetzt deine Beschwerden weisen einen gewissen Schweregrad auf. Was sagt dein Psychologe dazu?

Im Prinzip kann dir jeder Arzt jedes Medikament verschreiben. Antidepressiva könnten dir also auch von deinem Hausarzt verschrieben werden. Ideal wäre ein Psychiater; dieser ist auf die Behandlung mittels Psychopharmaka spezialisiert. Es gibt zwar Neurologen (bei weitem nicht alle), die sich auch um psychische Erkrankungen kümmern, es ist jedoch nicht ihr "Kerngeschäft".

Das mit den Medikamenten ist oft komplizierter als man denkt, denn Antidepressiva sind keine "Wunderpillen". Sie müssen täglich eingenommen werden, es dauert rund 2-5 Wochen bis sie wirken und sie können vor allem zu Beginn der Einnahme starke Nebenwirkungen haben. Die Nebenwirkungen sind ein grosses Problem, das oftmals noch grössere ist die schlechte Ansprechquote. Mache erleben bereits durch ihr erstes Antidepressivum wie ein Wunder, doch das ist die Minderheit. Die meisten Menschen müssen mehrere Medikamente durchprobieren bis sie eines finden das hilft. Oft sind auch ganze Kombinationen notwendig und es gibt eine weitere Minderheit die generell nicht auf Antidepressiva anspricht. Das Fachwissen eines Psychiaters ist in diesem Prozess von grossem Vorteil.

Hier noch eine Übersicht über alle Medikamente die bei Depressionen eingesetzt werden inkl. Fachinformationen zu jedem Medikament. Am häufigsten werden heute Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI/SNRI verwendet.

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