Tipps gegen ständigen Schichtwechsel... Körper rebelliert allmählich!

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9 Antworten

Hey hier ebenfalls eine leidgeplagte Schichtlerin.
Ich hab auch alles durchprobiert und nichts war wirklich zufriedenstellend.

Von Schlafmitteln, Neuroleptika oder den Z-Drugs würde ich dir auch abraten. Auch aus Erfahrung: gerade die oft so gelobten Z-Drugs sind nicht zu empfehlen. Der Hangover wenn man doch mal nur 7h Schlaf hatte war unerträglich und ich zu nichts zu gebrauchen. Die helfen beim "Schlafen" - keine Frage - aber es ist eher ein Komaschlaf und nach ein paar Tagen auch nicht mehr erholsam. (Mein Freund sagte mir ich hätte schlicht wie ein toter Stein gelegen, auf nichts reagiert, nicht einmal auf meine Tochter, mich nicht
mal umgedreht) und du MUSST mindestens 8h schlafen. Ansonsten, wie gesagt, hängst du in den Seilen.

Hast du schon mal die freiverkäuflichen wie Schlafsterne oder Halbmond ausprobiert? Wenn das Hauptproblem "nur" das Einschlafen ist, kann man damit oft ganz gut fahren.
Wenn du vielleicht Quellen in zb. die USA hast, dann lass dir Melatonin besorgen. Das gibt es dort in jedem Drogerieladen. Bei mir hat es Wunder gewirkt und ich kann endlich wieder gut ein- und durchschlafen. Kein Hangover, keine Nebenwirkungen, alles bestens. Vor allem in (Sommer) Nachtschichten eine Hilfe, auf die ich nicht mehr verzichten mag.
Ich weiß nicht, in welchen Ländern es die noch freiverkäuflich gibt, aber falls du drankommen kannst, gib denen eine Chance.

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Kommentar von CaillouMitHaar
16.11.2016, 06:06

Danke für deine Antowort!
das Melatonin bei Schichtarbeitern helfen soll habe ich auch gehört. Falls ich mal Zeit haben sollte (Was in der Nachtschichtphase schwierig ist) will ich ggf einen anderen Arzt konsultieren der mir das evtl verschreiben könnte. 
Die freiverkäuflichen Präparate habe ich nich versucht... bis vorhin habe ich nicht gewusst das die überhaupt existieren :V

Mit Z-Medis hab ich schon meine negativen erfahrungen gemacht... die helfen nicht wirklich, da die Plasmahalbwertszeit recht hoch ist.. man fühlt sich nach 7-8 Stunden immer noch sehr genoddet :S 

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Hallo.
Es gibt Menschen, die kommen mit dem 3- Schicht System gut zurecht und andere eben nicht. Jeder Mensch ist anders. Das konntest du vor deiner Ausbildung auch garnicht wissen, wie dein Körper darauf reagiert. Deswegen finde ich die Aussagen von manch anderen unmöglich die dir sagen wollen, dass du das vorher wissen musstest.
Wenn du jetzt schon starke Beschwerden verspürst und kaum noch Schlaf findest, solltest du jetzt schleunigst was ändern. Wenn mit deinem Chef nicht zu reden ist, bleibt leider nur die Kündigung. Dies ist sicherlich eine Antwort, die du nicht so gerne hören wolltest, aber eine bessere Lösung wird es nicht geben.

Was hältst du denn davon, in einer Praxis zu arbeiten? Es wird sicherlich etwas weniger bezahlt, aber das sollte dir deine Gesundheit wert sein.
Die meisten Praxen arbeiten von 8-18 Uhr. Dazwischen 1-3 Stunden, je nachdem, Pause. Evtl. Auch mal am Wochenende als Notdienst. Aber diese Variante würde dir eine geregelte Arbeitszeit bescheren.
Kannst ja na darüber nachdenken.

Ich wünsche dir alles Gute

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Das Problem bei Schlafdefiziten ist, dass sie sich aufsummieren und zusätzlich mehr Zeit zum Ausgleich erfordern. D.h., dass Du für eine Stunde Schlafdefizit ca. 1½-2 Stunden Schlaf benötigst, um das Defizit wieder auszugleichen. Je länger das Defizit angesammelt wurde, um so länger ist auch der Ausgleich erforderlich. Wenn Du also eine Woche lang jeden Tag nur eine halbe Stunde zu wenig schläfst, wirst Du eher ca. 7-8 Stunden zusätzlich zur nächsten Nachtruhe benötigen, um das Defizit wieder auszugleichen. Dies ist aber dann nicht am Stück möglich sondern muss wieder aufgeteilt werden, wodurch sich das Gesamt-Defizit nochmals um ca. weitere 1-2 Stunden verlängert.

Unser Schlaf ist nicht einfach nur ein nutzloses Abschalten. Im Schlaf werden sämtliche Reparaturmaßnahmen vorgenommen, die während der Wachphase angefallen sind und das beginnt bereits mit dem Stoffwechsel. Daher sind dann auch mehrere Schäden im System schwieriger zu reparieren, als Wenige. Dann werden aus Mikro-Schädigungen irgend wann Makro-Schäden und wenn man es richtig übertreibt, geht das bis hin zum Organversagen.

Leider ist nicht nur unser Körper von diesen Mikro-Schädigungen betroffen, sondern vor Allem auch unser Gehirn. Damit schleichen sich bei zunehmendem Schlafentzug auch zunehmend Konzentrationsstörungen ein. Das geht auch weiter bis hin zu Halluzinationen. Es sind auch Fälle bekannt, bei denen ein massiver Schlafentzug zum Gehirn-Infarkt und damit zum Tod geführt hat. Diese Menschen sind dann einfach tot umgefallen.

Gerade in Berufen im medizinischen Sektor oder beim Bedienen von schweren Maschinen ist Schlafmangel die häufigste Ursache für Unfälle, wobei gerade dann eher unbeteiligte Personen (z.B. Patienten, andere Verkehrsteilnehmer) zu Schaden kommen.

Nun kommt noch hinzu, dass jeder Mensch einen individuellen Schlafbedarf hat und man niemals generell bestimmen kann, dass 6 oder 8 Stunden Schlaf ausreichen würden. Solche Werte sind ein Volks-Märchen, mit dem sich die "tüchtigen Arbeitstiere" gerne gegenseitig überbieten wollen. Das ist einfach nur dummes Zeug.

Wenn jetzt also dann auch noch ein Leben in Wechselschicht hinzu kommt, sammelt man also auch ständig ein Schlafdefizit an und eigentlich müsste man sich irgend wann einige Monate Erholungspause nehmen, um diesen massiven Raubbau an der eigenen Gesundheit wieder auskurieren zu können.

Und das ist nun das Problem mit Jobs in Wechselschicht: sie sind einfach massiv gesundheitsschädigend – sogar noch mehr als Rauchen oder gelegentliche Alkohol-Exzesse.

Wenn Arbeitgeber nun darauf immer noch keine Rücksicht nehmen, bleibt den Arbeitern und Angestellten nur die Wahl zwischen sich die Rücksicht einfach wieder selbst zu nehmen, bzw. den Hut zu nehmen oder sich von seiner Gesundheit für eine sehr lange Zeit oder sogar für immer zu verabschieden.

Viele Menschen in solchen Jobs halten dies dennoch bis in ihr Rentenalter aus, aber sie sind dann meist so kaputt, dass sie dann sehr schnell selbst zum Pflegefall werden, mindestens aber ohne medikamentöse Dauerbehandlung nie wieder Leben können.

So, nun bleibt es an Dir, was Du mit Deiner Zukunft machst.

Du könntest aber z.B. auch in die private Pflege wechseln. Die ist zwar mit viel Fahrerei verbunden, aber dafür hat man feste Arbeitszeiten.

Schließlich lebt man nicht zum Arbeiten, sondern man arbeitet um zu leben.
Doch ohne Gesundheit gibt es kein Leben.

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Kommentar von Silo123
16.11.2016, 10:00

"
Du könntest aber z.B. auch in die private Pflege wechseln. Die ist zwar
mit viel Fahrerei verbunden, aber dafür hat man feste Arbeitszeiten. "

Leider ist das auch nicht immer so. Ich kenne eine, die bei einem Pflegedienst arbeitet und es ist fast NOCH schlimmer, weil sie obendrein noch ganz plötzlich und unverhofft Schichten aufgebrummt bekommt, weil jemand anderes gerade ausgefallen ist. Und da dort immer mehr Leute kündigen, wird es immer prekärer.

Auch die, die ich da kenne, denkt schon über eine Kündigung nach, weil sie es gesundheitlich nicht mehr packt, besonders die plötzlichen Einsätze machen sie fertig.

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Weg von Kaffee, Alkohol usw. Versuch nur einmal pro 24 h zu schlafen. Nicht bei jeder Gelegenheit mal eben kurz Mittagsschlaf oder Powernap. Also geregelte Schlafzeiten trotz Schichtdienst. Ähnlich sollte auch die Nahrungaufnahme zeitlich abgestimmt sein.

Wenn möglich die Arbeit psychisch nicht mit "nach Hause" nehmen (auch wenn du im Krankenhaus arbeitest und das nicht einfach ist)

Vor dem schlafen entspannen und runterfahren. Vielleicht ein schönes heißes Bad nehmen.

Merke: Schichtdienst ist wie Dauerjetlag.

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Kommentar von CaillouMitHaar
16.11.2016, 06:11

Ich schlafe auch nur dann wenn ich nachhause komme. Kollegen, die auch ab und an mal Nachtdienste machen können erstaunlicherweiße hier ein nickerchen machen... keine Ahnung wie die das machen. 

Mit der Nahrungsaufnahme ist es schwierig. Viele erzählen, dass die - wenn die Nachts arbeiten müssen- heißhunger bekommen und alles in sich hineinstopfen was sie können.. (Aus dem Grund nehme ich nicht so viel mit hierher ;) ) 

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Dein Körper spricht eine deutliche Sprache und aus langjähriger Erfahrung mit vielen Schichtarbeitern kann ich dir nur guten Gewissens einen einzigen Tipp geben:

Wenn DEIN Körper dagegen rebelliert, musst Du Dir einen anderen Job suchen. Nicht jeder Körper packt diesen massiven Stress. Und Schichtarbeit ist massiver Stress! Dafür ist unser Körper nicht gedacht. Wobei es ein Segen ist, dass gewisse Berufe nachts arbeiten!

Spreche bitte mit Deiner Pflegedienstleitung. Sage ihr, dass du deine Arbeit sehr gerne magst, aber die Belastung der Schichtarbeit unterschätzt hast. Du würdest nach einer individuellen Lösung für Dich suchen.

Mittlerweile gibt es Krankenhäuser, die eine andere Arbeitsteilung anbieten. Nur Mut!

Medikamten, und sei es pflanzliche Mittel, sind nicht die Dauerlösung! Als Krankenschwester kannst Du sehr wohl die Langzeitfolgen auf dein Hormonsystem nachvollziehen. Und das Hormonsystem ist sehr weitreichend.

Letztendlich ist der Pflegeberuf so anstrengend, wegen dieser Arbeitszeiten!! Gar nicht mal so sehr wegen der körperlichen Belastung während der Arbeit. Es ist die Schicht!

Natürlich gibt es Menschen, die es vermeintlich oder tatsächlich besser wegstecken. Aber schau dann genau hin und lass Dich nicht täuschen.

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Kommentar von CaillouMitHaar
16.11.2016, 06:01

Ich arbeite nicht in der Pflege sondern in einem Funktionsbereich (ich halte mich bewusst mit der genaueren Bezeichnung zurück, weil ggf. mein Vorgesetzter das mitlesen könnte..) und dort ist der Druck in der Hinsicht hoch, dass jeder kleinster Fehler meinerseits zu einem letalen Ende führen kann. Weiter, ich bin nachts alleine im Institut, was der psychischen Belastung ein wenig mehr ausdruck verleit.. eine Art Kontrollinstanz habe ich hier nachts nicht. da bin ich auf mich alleine gestellt. 

Medikamente will ich aus mehreren Gründen nicht nehmen. Temporär mögen die ja vielleicht helfen, aber auf Dauer ist das natürlich keine Lösung. 

Mit meinem Vorgesetzten hab ich natürlich geredet... seine Antowort: "Tja, da kann man nichts machen" .. 

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ja, den job wechslen. so hart es klingt... aber du bist sprichwörtlich ausgebrannt. stichwort burnout...

ne andere möglichkeit wäre, du schaust zu, dass du andere schichtzeiten kriegst, vielleicht auch erst mal vorrübergehend, bis sichd das wieder bessert. aber mach dir mal klar, dass du, wenn die schichtzeiten sich wieder ändern, ganz schnell da landest, wo du jetzt bist...

die Mutter von ner guten freundin von uns, hat übrigens auch im krankenhaus jahrelang NUR nachtschicht geschoben.

das muss natürlich mit dem arbeitgeber abgesprochen werden. aber gennerell finden sich immer genügend leute die keine Nachtschichten machen wollen...

lg, Tessa

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unser Beruf hat ja nunmal 3 Schichten...das ist so und ist nicht zu ändern...das beeutet dassss du dazu erst einmal Jaaaaaaaaa sagen musst..

alles psych. dagegen rebellieren nutz nix. wenn du dazu nicht ja sagen willst musst du den Beruf wechseln oder eine Fortbildung für den Funktionsdienst machen.

bei allem Verständnis für das Problem ist das die Realität.

dazu gibt es viele psychol. Hilfen für den Körper und die Seele zu den 3 Schichten  - ja - zu sagen. Eigene Motivation : autogenes Training zum Beisspiel und vieles mehr.

ES bleibt dabei die eigene Motivation oder das "sträuben" gegen den Beruf und dann bleibt nur der Wechsel, wenn das aber so einfach wäre.

zum Nachdenken  + alles Gute

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ich habe nie zwar nie nachts gearbeitet bzw schichtdienst gehabt.

Aber ich würde mal versuchen wenn du Nachts gearbeitet hast, das du trotsdem einen normalen tagesablauf hast und ca 8-10 Stunden vor deinem nacht Dienst Schlafen gehst.

Dass ist vieleicht auch nicht die aller beste lösung aber wenigstens gerät dein körper nicht komplett auserkontrolle.

Besser wäre es wenn du gar nicht so spät arbeitest, der körper ist ja eigentlich nicht dafür ausgelegt.

hoffe ich konnte helfen

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Kommentar von CaillouMitHaar
16.11.2016, 06:08

Das versuche ich. Allerdings ist man nach dem 12h Dienst so geschafft, dass man um kurz nach 8 nachhause kommt. Sich ein Tee macht, etwas isst und dann im Bett sich ausruht. 

Um 10-11 Uhr kann man dann etwas schlafen und um 16 Uhr wird man wieder wach... 
Je weiter man in der Nachtschichtphase ist umso kürzer wird die Schlafzeit und dementsprechend die Laune.

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Leider bist Du ein Opfer unserer Gesellschaft: 

Man spricht heute von der 24/7-Gesellschaft — an 7 Tagen in der Woche wird 24 Stunden täglich Leistung gefordert. Die Zeitung USA Today beschreibt dieses Phänomen als „kulturellen Umbruch, der unser Leben verändert“.

Welcher Tipp könnte Dir helfen?

Rede mit Deinen Vorgesetzten. Vielleicht können die Dich "geregelter" einsetzen?

Sie sind hoffentlich an leistungsfähigen Mitarbeitern interessiert.

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