Stehen Männer darauf einer Frau gegenüber überlegen zu sein?

11 Antworten

Deine erste Beobachtung ist uneingeschränkt richtig. Eher
selbstbewusste Männer versuchen gern einer Frau zu imponieren, die
intellektuelle Kompetenz signalisiert, weil sie davon ausgehen können, dass
eine Frau, die sich selbst über solche Kenngrößen definiert, diese auch
wertschätzen wird. Geringer intellektuelle Frauen werden sich weit weniger von einem Verhalten beeindrucken lassen, das sich mit bestimmten herausragenden geistigen Fähigkeiten  in Szene zu setzen versucht.

Bei den erfolgreichen Frauen haben Männer damit die Chance ihre Kompetenzen in Stellung zu bringen, weil es sich hier lohnt, weil ihnen
hier Anerkennung und Aufmerksamkeit zuteil wird.

Was nun aber problematisch wird, ist das reaktive Verhalten der Frauen. Wenn sie feststellen, dass hier von Anfang an ein Machtkampf gesucht wird, kann sie das eher verschrecken. Machtkämpfe haben solche Frauen
meist schon im beruflichen Feld in Genüge zu bestehen. Da möchten sie nicht im Privaten auch noch solchen anstrengenden Übungen ausgesetzt sein.

Auch sehr erfolgreiche Frauen wollen vermehrt mit dem vertrauten Werbeverhalten umworben werden, als da sind das vertiefte Eingehen
auf ihre Befindlichkeiten, auf kleine Komplimente, auf die Fähigkeit des guten Zuhörens, auf Interesse an ihren spezifischen Freizeitaktivitäten und auf unauffällig platzierte  Momente der Wertschätzung. Die intellektuelle Kompetenz des Mannes sollte im Feld des erotischen Werbeverhaltens unterschwellig durchschimmern, so dass sich die Frau sicher sein kann, dass sie hier nicht mit Defiziten bei einem möglichen Partner konfrontiert werden könnte.

Deine etwas besorgte Frage, ob sich so eine Frau nun bewusst
„dümmer und hilfsbedürftiger“ darstellen muss, um dem „drohenden
Kampfverhalten“ zu entkommen, möchte ich gern mit einem klaren Nein
beantworten. Ich denke, dass Frauen hier leicht rhetorische Möglichkeiten
verfügbar haben, um ein allzu schnell einsetzendes Machtverhalten abwenden zu können.

Liebe Lessuelsch, 

das ist eine gute, schwer zu beantwortende Frage. Davon, dass die Beobachtung darin uneingeschränkt richtig ist, kann sicher nicht die Rede sein. Keineswegs reizt es alle Männer, auch nicht alle eher selbstbewussten, mit einer Frau auf Biegen und Brechen einen Machtkampf ausfechten zu wollen

Andererseits ist klar, dass die weitaus meisten Männer es nicht o.k. finden, wenn sie der Frau, mit der sie zusammen sind, auf Dauer unterlegen sind, genauer, wenn sie von ihr ganz dominiert werden.

Eine Person ist dann dominant in einer Beziehung, wenn sie es schafft, sich bei entgegenstehenden Auffassungen oder Wünschen immer und immer selbst durchzusetzen. Natürlich muss sie dazu nicht kommandieren, gerade Frauen haben da vielfältige andere Möglichkeiten.

Es muss natürlich nicht sein, dass Frauen, die objektiv überlegen sind, bewusst danach streben, in ihrer Beziehung zu einem Mann dominant zu sein. Es besteht aber die Möglichkeit, dass sie es unbewusst eben doch anstreben und dabei Erfolg haben. Wenn eher selbstbewusste Männer das bemerken, kann es tatsächlich zu einem Machtkampf kommen.Ich vermute mal, dass wenige Beziehungen das auf die Dauer aushalten.

Ich denke dabei an eine Frau, die als Bauernmädchen angefangen hat und die Karriereleiter immer weiter aufgestiegen ist, bis sie schließlich Professorin werden wollte. Das ist ihr zwar nicht gelungen, aber die führende Feministin dieser Stadt zu werden schon, und nicht nur das. Ich hatte erst neulich Anlass, ihr Gesamtverhalten in aller Liebe und Freundschaft als "dominant" zu bezeichnen - unter vier Augen.

Ich denke, dass es eigentlich genug Männer gibt, die eine gleichberechtigte Beziehung auf Augenhöhe anstreben. Aber das Rezept dazu, wie das gelingen soll, ist noch nicht erfunden, auch die Bedeutung des Wortes "gleichberechtigt" liegt noch sehr im Nebel.

Soviel hierzu. Jetzt will ich mich mal an die Antwort auf Deine nächste Frage machen. Ich grüße Dich ganz herzlich !

Ottavio

Man sollte vielleicht berücksichtigen, dass jene Frau, auf die ich mich hier bezogen habe, möglicherweise an einer 'bipolaren Störung' leidet - genauer gesagt, 'leidet' sie im Allgemeinen eher nicht, denn ihre Grundstimmung ist eher das, was als 'hypomanisch' bezeichnet wird. Selten ist das keineswegs, der Wikipediaartikel dazu ist sehr aufschlussreich. Dieser Zustand kann sehr leistungsfähig machen. Aber Vorsicht, es gab da auch schon mal eine Depression, und die war heftig.

Muss Frau sich extra dümmer, schwächer und hilfsbedürftiger zeigen, als sie tatsächlich ist ? Viele tun es ja und haben Erfolg damit. Den Beschützerinstinkt der Männer gibt es natürlich tatsächlich. Sich hilfsbedürftig zu zeigen, ist keine Schande, auch nicht, zuzugeben, dass die Triebfeder des eigenen Ehrgeizes  eigentlich eine Störung ist, Was die Dummheit betrifft: Es ist in der Tat  nicht sehr klug, die eigene Klugheit allzu deutlich zu zeigen ...Gerade intelligente Menschen kokettieren gerne mit ihrer eigenen Dummheit - nur für den Fall, dass sie doch mal durchblinkt...

Ich grüße Dich ganz herzlich

Ottavio

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  • Ja, ich schätze schon, dass man das so sagen kann. 
  • Aus der Sichtweise des Mannes muss man einer Frau was zu bieten haben. Wenn sie alles selbst besser kann, dann ist es keine Frau, an der der Mann interessiert wäre. Männer suchen nach Frische und Schönheit bei Frauen, nicht nach Erfolg oder Stärke (evolutiv: Fruchtbarkeit).
  • Aus Sichtweise der Frau ist es meines Erachtens genauso: Auch Frauen wollen einen Mann bewundern, ihn toll finden, er muss Erfolg, Selbstbewusstsein, Souveränität haben. Genau das sind doch schon immer die klassischen Partnerwahlkriterien (evolutiv: Schutz und Versorgung).
  • Mann und Frau ergänzen sich in dieser Hinsicht perfekt und die Partnerwahlkriterien passen zueinander. 

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