Spritsparen beim Golf 4 VR5?

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Spritsparen beim Golf 4 VR5?

Vorab: Schöner Motor. Bevor ich mir 2005 einen 1997er BMW 523i E39 kaufte, wäre es beinahe ein VW Golf 4 mit Fünfzylinder-Motor geworden. Der tolle Klang hatte es mir angetan, und der Golf 4 war mein Fahrschulauto, ich liebe seine Armaturen, vor allem die Beleuchtung. Und ja, man kann mit jedem Auto, besonders wenn es mit Handschaltung ausgerüstet ist, Sprit einsparen - auch wenn es genau dieses Modell mit dem unökonomisch ausgelegten Getriebe (kein Spargang vorhanden) schwerer macht. Oben genannten BMW fahre ich seit 22.000 Kilometern mit einem echten Durchschnittsverbrauch von 6,9 Liter auf 100 Kilometer, mit einer Tankfüllung komme ich immer an die 1000 Kilometer weit. Neben einer Reduktion der Drehzahl (Endgetriebe von 3,15 auf 2,64 verlängert) nutze ich eine Fahrweise, die maximal ökonomisch ist. Diese möchte ich anbei genauer beleuchten.

Man sagt z.B. auch im Leerlauf bergab rollen lassen verbraucht mehr als wenn der Gang drin ist?

Das sagen Leute, die nicht verstehen, dass es nicht DIE sparsamste, auf alle Strecken universell passende Vorgehensweise gibt. Vielmehr ist es so, dass eine sinnvolle Kombination aus "Schubabschaltung" (Gang eingelegt, Kupplungspedal und Gaspedal nicht betätigt) und "segeln" (Gang herausgenommen, oder Kupplungspedal getreten) am sparsamsten ist. Als Beispiel sollte man beim Verzögern immer die Schubabschaltung nutzen, möglichst bis in kleine Gänge hinein (weil man so die Bereiche, in denen man keinen Verbrauch hat, erweitert). Hat man jedoch ein so leichtes Gefälle vor sich, dass der Motor im Schubbetrieb zu ineffizient liefe, sollte man den Gang herausnehmen, bzw. das Kupplungspedal betätigen, und "segeln". Das Bremspedal sollte idealerweise nur im Notfall genutzt werden - ich nutze es selbst auf mir bekannten Autobahnabfahrten nicht, oder nur minimal.

Als Beispiel: Mein Auto hat eine analoge Momentanverbrauchsanzeige. Ab etwa 4 Liter pro 100 Kilometer Verbrauch bei Tacho 100 ist es sparsamer, den Gang herauszunehmen. Zwar hat man dann einen Leerlaufverbrauch (bei mir fast exakt 1 Liter pro Stunde), was bei 100 km/h jedoch nur 1l/100 Kilometer entspricht. Auf Langstrecken konnte ich mit dieser Vorgehensweise im Hochsommer bereits Minimalwerte von 5,5 l /100 km erreichen. Zusätzlich nutze ich dann "pulse / glide", was bedeutet, dass ich immer zwischen ca. Tacho 90 und 110 pendle, dazwischen segle. Mache ich das nicht, lande ich bei Minimalwerten von knapp unter 6 Liter pro 100 Kilometer. Wohl gemerkt: Laut NEFZ wurde ein Verbrauch von 9,7 l/100 km angegeben, ähnlich wie beim Golf 4 mit Fünfzylinder.

Du siehst: Wirklich sparsame Fahrweise ist eine kleine Wissenschaft. Wer sich aber die Tipps verinnerlicht, wird richtig gierig auf immer neue Rekordwerte, jedenfalls geht's mir so. Und man kann irgendwann nicht mehr anders.

Die üblichen Tipps, die man so im Internet findet, sollte man selbstverständlich zusätzlich beherzigen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Wow krass, danke für deine sehr schöne erläuterung und erklärung! Top Kommentar! Super geschrieben, nun bin ich wieder etwas schlauer

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@ferrari360

Danke. Vertraue aber nicht blind allem, was so im Internet geschrieben wird (weil's großteils Unsinn ist), sondern probiere es lieber selber aus. Wenn sich weitere Fragen auftun: Fragen.

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Ein Fiat Bravo mit Fünfzylinder klingt aber noch besser als der VR5

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Die VR-Motorenserie war noch nie für ihre Spritspareigenschaften bekannt. Immerhin ist es kein hoch aufgeladener Downsizing-Motor der bei hohem Tempo hemmungslos anfängt zu saufen

Beim Benzinmotor ist eine der Stellschrauben an denen man drehen kann die Drosselklappe. Die begrenzt die Luftzufuhr des Brenraums im Teillastbereich indem sie den Einlasskanal teilweise schließt, weil sonst aufgrund der geringen Spritmenge im Teilastbereich (oder gar im Leerlauf) gar kein zündfähiges Gemisch zustande käme und der Motor einfach ausginge.

Diese Drosselung wirkt sich jedoch leider ungünstig auf die Effektivität des Motors aus. Eine Strategie wäre daher, stets im möglichst hohen Gang zu fahren und dabei mehr Gas zu geben, sodass die Drosselklappe weiter öffnet.

Das scheitert allerdings bei älteren Autos mit 5-Gang-Getriebe auf der Autobahn daran, dass ein drehzahlreduzierender Gang fehlt und das Drehzahlniveau dadurch zwangsläufig höher ausfällt als für den Verbrauch wünschenswert wäre. Lediglich US-Autos wie der Ford Mustang und einige Oberklasse-PKW mit 9- oder 10-Gang-Automatikgetrieben haben echte drezahlsenkende Schongänge.

Klar kann man mit 95 Km/h im 5. Gang hinter LKWs herschleichen, dann ist die Motordrehzahl zwar niedrig. Aber da die Drosselklappe aufgrund des hierdurch sehr geringen Leistungsbedarfs und damit geringer Kraftsoffmenge wieder weit geschlossen ist, ist das Verbrauchsergebnis nach meiner Erfahrung ziemlich enttäuschend.

Hier spielt der Dieselmotor seine Stärken aus, weil er ganz einfach keine Dosselklappe hat.

Immerhin ist es kein hoch aufgeladener Downsizing-Motor der bei hohem Tempo hemmungslos anfängt zu saufen

Alle Motoren, auch größere, fangen bei hohem Tempo an zu "saufen". Mein BMW M52B25, 2,5 Liter R6 Saugmotor, liegt bei rund 20 l/100 km im Bereich der Höchstgeschwindigkeit. Leistung ist das, was Sprit kostet. Früher gönnten sich Turbomotoren einen Extraschluck, die Zeiten sind jedoch spätestens seit der fast flächendeckenden Einführung der Direkteinspritzung vorbei.

Das scheitert allerdings bei älteren Autos mit 5-Gang-Getriebe auf der Autobahn daran, dass ein drehzahlreduzierender Gang fehlt und das Drehzahlniveau dadurch zwangsläufig höher ausfällt als für den Verbrauch wünschenswert wäre. 

Gerade ältere Autos hatten ihren 5. Gang fast immer als Spargang ausgelegt. Als man von 4 auf 5 Gängen umstieg, wurde der 5. Gang fast immer "angehängt", man erreichte die Höchstgeschwindigkeit nur im 4. Gang. Nach und nach wurde das Getriebe immer enger gestuft, bis der 5. Gang wieder ein Fahrgang war, in dem die Nenndrehzahl des Motors im Bereich der Höchstgeschwindigkeit erreicht wurde. Das änderte sich erst wieder vor ein paar Jahren, als der Spritspargedanke wieder relevanter wurde - bei VW beispielsweise verstärkt ab dem VW Golf 6 und VW Polo 5.

Klar kann man mit 95 Km/h im 5. Gang hinter LKWs herschleichen, dann ist die Motordrehzahl zwar niedrig. Aber da die Drosselklappe aufgrund des hierdurch sehr geringen Leistungsbedarfs und damit geringer Kraftsoffmenge wieder weit geschlossen ist, ist das Verbrauchsergebnis nach meiner Erfahrung ziemlich enttäuschend.

Der Wirkungsgrad ist schlecht, das stimmt. Trotzdem erreicht man beim Hinterherfahren hinter Lkw (die übrigens eher 85 km/h fahren) Rekordverbrauchswerte, weil der absolute Leistungsbedarf äußerst gering ist.

Hier spielt der Dieselmotor seine Stärken aus, weil er ganz einfach keine Dosselklappe hat.

Er hat inzwischen ebenfalls grundsätzlich eine, jedoch zu einem anderen Zweck. Der Hauptgrund für die Sparsamkeit des Dieselmotors ist der energiereichere Kraftstoff und der grundsätzlich sehr magere Betrieb.

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Also am meisten macht meiner Meinung nach schon die Fahrweise. Wenn man früh schaltet, nicht zu viel Gas gibt und allgemein darauf achtet, den Motor mit möglichst niedriger Drehzahl zu fahren

Ansonsten ist es natürlich immer etwas sparsamer, wenn man auf den optimalen Reifendruck achtet und die Klimaanlage ausschaltet. Die andere Frage ist: will man letzteres? :D

Ich habe selbst einen 2.0 TDI, den ich mit durchschnittlich 5 Liter Diesel fahre

Vielen dank für dein kommentar! Also die Klimaanlage ist seit gut 3 wochen permanent aus, und wenn sie läuft oder lief nie auf volle pulle. Mein erstes auto war ein Golf 4 Kombi ohne Klima anlage von daher mache ich wenn es zu warm ist das fenster runter innerorts und auserorts ein bissl auf. Im Winter wird die Klima natürlich jeden tag laufen aber auf kleiner stufe damit es warm ist in der karre.

Natürlich möchte ich mit dem Auto auch ab und zu etwas spaß haben alleine schon wegen dem klang und durchzug ohne ende aber das natürlich sehr selten und im Rahmen des Gesetzes ;)

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