Sollten Stegreifaufgaben abgeschafft werden?

5 Antworten

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Ja natürlich sollte jede Art von Test oder Prüfung abgeschafft werden. Sie sind nur bei fremdbestimmtem Lernen nötig. Selbstbestimmtes Lernen erfordert keine Tests. Du brauchtest keinen Test schreiben, als Du gelernt hattest, Dir die Schuhe zuzubinden. Es hat völlig gereicht, dass es für Dich wichtig war.

Was Du in der Schule lernst, ist ja nicht für Dich wichtig, sondern für den Lehrer. Schließlich muss er einen Lehrplan erfüllen in dem steht, dass alle Schüler eines Jahrgangs das gleiche lernen müssen und das sie dafür mit den Zahlen zwischen 1 und 6 zu bewerten sind. Das ist der Grund, warum Du Test machst, nicht weil der Inhalt der Stegreifaufgabe oder des Test für Dich wichtig wäre. Deshalb hast auch Du schon die Erfahrung gemacht, die jeder Mensch macht, der mal eine Schule besuchen müsste. Der Lernstoff ist kurz nach dem der Test geschrieben wurde, aus Deinem Kopf verschwunden; Du hast ihn vergessen. Dinge, die für Dich wichtig sind, vergisst Du nicht.

Gruß Matti

Was Du in der Schule lernst, ist ja nicht für Dich wichtig, sondern für den Lehrer.

Liebe Güte ...

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@Kuhlmann26

Muss ich das tatsächlich?
Es ist also für den Lehrer wichtig, ob und was ich lerne, da er mich dann auch jahrzehntelang durchfüttert?

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@latricolore

Muss ich das tatsächlich?

Nein, müssen natürlich nicht. Es machte jedoch Sinn, wenn Du verstanden werden willst.

Ich sehe aber, dass ich mich auch noch nicht verständlich machen konnte. In der Schule geht es nicht darum, Kindern Bildung zu vermitteln. Dazu wären völlig andere Methoden notwendig. Es geht darum, dass der Lehrer einen Lehrplan zu erfüllen hat. Dieser Lehrplan ist von Bildungsbürokraten erdacht. Für Millionen verschiedenen Schüler gibt es einen Lehrplan. Beispielsweise müssen alle Kinder zur gleichen Zeit das Lesen erlernen. Menschen lernen die verschiedenen Dinge aber zu unterschiedlichen Zeiten. Manche fangen mit 12 Monaten an zu laufen, andere erst mit 18 Monaten oder noch später. Sie lernen es, wenn es für sie dran ist. Sie müssen nicht gezwungen werden und es gibt nicht den geringsten Grund sich Sorgen darum zu machen, sie könnten es nicht erlernen.

Warum muss man Kinder mit 6 Jahren in Klassenräume sperren und sie zwingen Lesen zu lernen? Weil es einen Lehrplan gibt, der das so vorsieht. Wenn sie sich dagegen auflehnen, mit welchen Methoden auch immer: Unaufmerksamkeit, quatschen, träumen usw., dann sind es die bösen oder unartigen Kinder und der Lehrer hat ein Portfolio an (un)geeigneten Maßnahmen zur Verfügung, mit denen er die Kinder "erziehen" kann. Das ist lt. Grundgesetz sein Auftrag.

Bei Kindern, die nicht beschult werden, kann man sehr schön beobachten, dass es ähnlich wie mit dem Laufenlernen ist. Sie lernen zu unterschiedlichen Zeiten lesen (die Zeitspanne liegt etwa zwischen 4 und 12 Jahren). Wenn sie es nicht lernen (das kommt vor, ist aber die absolute Ausnahme) dann gab es bis dahin keinen Grund es zu lernen. Es gibt jedoch eine wiederkehrende Besonderheit, ohne das man diese nun in Stein meißeln müsste. Jungs lernen das Lesen häufig etwas später als Mädchen. Es gibt eine Vermutung, die durchaus einleuchtend klingt: Jungs, die eine bis zu 40 Prozent größere Muskelmasse haben, sind in diesem Alter überwiegend grobmotorisch unterwegs (die Muskelmasse ist noch im Aufbau begriffen). Das heißt, sie haben einen wesentlich größeren Bewegungsdrang als Mädchen. Da das Lesen aber eine Tätigkeit ist, bei der man i.d.R. stillsitzt, besteht (noch) kein Interesse daran. Keineswegs hat es etwas mit der Intelligenz zu tun. Es ist einfach noch nicht dran, gelernt zu werden. Aber noch einmal: das Verhalten ist häufig zu beobachten, aber nicht immer so.

Selbst wenn diese Erkenntnis bei Lehrplanerfindern ankäme, wäre es fahrlässig, sie für alle und jeden verbindlich festzuschreiben. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, würde jedoch genau dies geschehen. Besagte Bürokraten würden sich ihrer Fortschrittlichkeit rühmen und die nächste Bildungsreform stünde ins Haus.

... ob und was ich lerne, da er mich dann auch jahrzehntelang durchfüttert?

Diese Aussage habe ich nicht verstanden.

Ich wollte sagen: Der Schüler entscheidet nicht darüber, was er lernt. Das entscheidet der Lehrplan. Und der stimmt mit den Interessen des Schülers selten überein. Wie sollte das auch gehen. Schulklassen werden nicht nach Kindern mit gleichen Interessen zusammengestellt, wie es normal wäre, sondern nach Alter der Schüler. Für den Lehrer ist es aber wichtig, dass der Lehrplan erfüllt wird. Das ist seine Aufgabe; deshalb behauptet er, das der vermittelte Stoff für den Schüler wichtig wäre. Wenn er aber wirklich in der persönlichen Lebenssituation des Schülers wichtig wäre, hätte er keine Probleme ihn zu lernen.

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Danke für den Stern.

Gruß Matti

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Auf keinen Fall! Sie bewirken hoffentlich, das ihr regelmässig lernt.

  • In den Nebenfächern (Geschichte, Erdkunde...) sollten Tests angesagt werden. In den Hauptfächern (Englisch, Mathe...) nicht, aber in den sprachlichen Fächern regelmäßig angesagte Vokabeltest.
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Nein. Warum möchtest du das?

  • In den Nebenfächern (Geschichte, Erdkunde...) sollten Tests angesagt werden. In den Hauptfächern (Englisch, Mathe...) nicht, aber in den sprachlichen Fächern regelmäßig angesagte Vokabeltest.
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@latricolore
  • So hätte man mehr Zeit sich auf die Hauptfächer zu konzentrieren. Natürlich sind auch die Nebenfächer wichtig, aber alles in einem + Hausaufgaben nimmt es doch sehr viel Zeit in Anspruch.
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@IlovePadova

Keiner sagt, dass Schüler sein ein einfacher Job ist. Aber du weißt selbst, dass die drei Hauptfächer nicht alles sind. Wenn du deine Hausaufgaben ordentlich und regelmäßig machst, sind Tests kein Problem, denn genau wie die Klassenarbeiten fragen sie nur den durchgenommenen Stoff ab.

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@latricolore
  • Trotzdem, würde es alles erleichtern. Und das geht nicht nur mir so, viele Schüler leiden unter permanenten Stress. Manchmal fehlt einem einfach die Zeit sich genügend drauf vorzubereiten.
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Ein klares Nein von mir.

Zumindest für die Unter- und Mittelstufe an Haupt-, Real-, Wirtschaftsschulen und Gymnasien. In der Oberstufe ist das okay, wenn man keine Exen schreibt, da sind die Schüler meist so selbstständig und lernen kontinuierlich mit. Wer das da nicht macht, hat Pech gehabt. Gut, in der FOS sollten die Nebenfächer auch gestärkt werden, indem Exen geschrieben werden, weil sonst keiner lernt (am Gymnasium werden nämlich in der Oberstufe überall Klausuren geschrieben, was das Lernen "sichert").

Aber in Unter- und Mittelstufe muss man die Schüler schon noch quasi dazu zwingen, mitzulernen. Traurig aber wahr. Sonst würde so gut wie keiner mehr was für die Nebenfächer tun. Wenn man Exen schreibt, dann wird wenigstens für die gelernt und es kann ein wenig Wissen vermittelt werden.

Auch die Nebenfächer sind äußerst wichtig und die zeigen Arbeitgebern doch meist, ob sich ein Schüler anstrengt und lernt. So kann man eine nicht so gute Leistung in Mathe ausbügeln.

Deswegen: Ein klares Ja zu Stegreifaufgaben, sowohl in Haupt- als auch in Nebenfächern.

Nein, sollten sie nicht. Ansonsten lernen die Schüler doch gar nicht mehr, man muss sie auf diese Weise dazu zwingen. Theoretisch müsste man in jeder Stunde in jedem Fach am Anfang einen kleinen Test schreiben, damit es die Schüler lernen.

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