Sollte man Kabel mit Lötzin versiegeln bevor man sie in einer Lüsterklemme verschraubt?

9 Antworten

Ich wehre mich hier vehement gegen die, die meinen, ein Verdrallen würde reichen.
Bei Lautsprecherkabel kann man verdrallen, bei flexiblen Netzkabeln (230 Volt) ist es inzwischen verboten. Es können einzelne Drähte der Leitung abbrechen und damit den Querschnitt der Leitung verringern. Das passiert schon in 75% der Fälle bei Festschrauben der Lüsterklemme. Ein verminderter Querschnitt wirkt aber wie ein Flaschenhals im Stromfluß, der Widerstand der Leitung wird hier größer und neigt im Fehlerfall oder bei Überlastung vom Erwärmen bis hin zum Brand.
Heute benutzt man (anstatt Löten) nur noch Ader-End-Hülsen, die es in verschiedenen Größen für die verschiedenen Kabelquerschnitte gibt und die einfach aufgesteckt werden.
Gruß DER ELEKTRIKER

Verzinnen ist das Schlimmste, was Du machen kannst. Wie schon gesagt fliesst das Lot innerhalb von ein paar Jahren langsam zur Seite weg und es entsteht ein hoher Übergangswiderstand, das heisst die Kontaktstelle wird sehr heiss und es kann das Brennen anfangen.

Das hat nichts mit deutscher Regulierungswut zu tun sondern ist ein echtes technisches Problem.

Es gibt Aderendhülsen, die sich mittels der entsprechenden Zange auf die Kabelenden quetschen lassen, für den Fall, daß die normal "gezwirbelten" Enden nicht gut genug sind. Bei Lötzinn fällt mir nur ein, daß ich nicht weiß, wie das Leitverhalten ist und somit ggf. ein erhöhter Widerstand entsteht, der günstigstenfalls nur unproduktiv ist.

Kabelenden zum Verklemmen sollten auf keinen Fall verzinnt werden. Aderendhülsen für den entspr. Querschnitt verwenden, dann sind Lüsterklemmen kein Problem. (wenn es gar nicht anders geht, ist unverzinnte Leitungen zu verklemmen immer noch besser als das Verklemmen von verzinnten Leitungen:)

Lot korrodiert schneller als Kupfer, was zu Übergangswiderständen führt und KAbelbrand durch Wärmeentwicklung zur Folge haben kann. Durch zu fest geschraubte Lüsterklemmen werden verzinnte Kabelenden zusätzlich noch eingeschert, was durch Querschnittsverengung ebenfalls zu Wärmeentwicklung führen kann.

Nach einschlägigen Vorschriften ist bei Anlagen bis 1000 V die Verwendung von Lüsterklemmen zulässig, wenn die Leitungen (bei feindrähtigen Adern) mit Aderendhülsen vesehen sind, die Lüsterklemmen für diesen Verwendungszweck vorgesehen sind, den passenden Querschnitt haben und die Schutzisolierung intakt ist. Weiß leider nicht genau wo das steht, aber in der DIN/ VDE 0100 wird man sicher fündig.

Die Sache des "Verbots" ist sicher eine was-wäre-wenn- Frage: Wenn was passiert, wer haftet dann? Aber da man ohne Elektrofachkraft für Installationen zu sein eh keine Leitungen verlegen darf, haftet man dann selbst und dann zahlt im Schadensfall eh keine Versicherung...

Ach ja: Bis 16A (Schuko ("normale" Steckdose) oder CEE 16A- Verbindungen) müssen Lüsterklemmen "handfest" angezogen werden, bei höheren Strömen mit einem definierten Drehmoment (->Tabelle nach DIN/ VDE).

Gruß, schrank

Nur verdrehen oder verzwirbeln ist verboten. Es gibt speziell dafür sogenannte Aderendhülsen, die auf das abisolierte Aderende aufgeschoben und dann mit einer "Quetschzange" mechanisch mit der Ader verbunden werden

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