Soll ich trotz Liebe meinen Partner mit Verlustängsten verlassen, damit es ihm besser geht?

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6 Antworten

Wenn jemand krankhafte Verlustängste hat, dann muss er so lange eine Therapie machen, bis er die einigermassen in den Griff bekommt.

Er muss dann aber auch selber mitarbeiten, sonst kann er hundert Therapien machen und keine hilft.

Es bringt dem nichtbetroffenen Partner nicht, wenn er seinen Partner noch liebt und aus Mitleid bei ihm bleibt, oder aus Angst, der andere könnte sich was antun.

Krankfhafte Verlustängste machen die größte Liebe kaputt und manchmal bleibt dem anderen nichts anderes übrig, als dann trotzdem zu gehen.

Man kann sich auch nicht emotional erpressen lassen, weil der Partner nicht ohne ihn leben kann oder er wird als Grund genommen, dass man Verlustängste hat.

Verlustängste kommen nicht aus heiterem Himmel sondern sind tief versteckte Ängste, die teilweise sehr weit zurückliegen können und verschiedene Ursachen haben können.

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Kommentar von Liebemit50
18.06.2016, 22:12

Das stimmt alles, was Du schreibst und ich weiß das natürlich auch. Er wird schon seit Januar in der Klinik behandelt, allerdings haben wir seitens der Klinik eie Kontaktsperre (freiwillig, aber er hält sich dran, da er es unbedingt schaffen möchte - immerhin, da bin ich sehr stolz auf ihn!). Mittlerweile muss ich mir aber auch Gedanken in der Richtung machen, wie es weitergeht, denn ich weiß jetzt überhaupt gar nichts mehr über seinen Zustand. Wenn er es nicht schafft wäre es vielleicht wirklich besser, wenn ich mich aus der Beziehung löse, damit er sich nicht mehr so quälen muss. Danke Dir für Deine Antwort!

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Kommentar von Liebemit50
19.06.2016, 08:41

Ich glaube Du bist der Erste, der mir bestätigt, dass so eine Kontaktsperre tatsächlich Sinn macht und gewollt und nötig ist. Im WWW habe ich nichts dergleichen gefunden und Freunde und Familie zweifeln auch daran, obwohl ich mir das erklären kann, ich denke die Therapeuten arbeiten mit Konfrontation und da darf ich einfach nicht Bestandteil sein, da ich ja diese Ängste auslöse. Ich fand Deine Nachricht sehr wichtig für mich, denn genau das, was Du beschrieben hast, habe ich tatsächlich in den letzten Monaten gemacht - sehr viel Revue-passieren lassen, was war in den letzten den Ängsten geschuldet, was ist vielleicht sein "Charakter" und was will ich eigentlich... die Frage,  warum ich mir in den letzten 7 Jahren so viel habe gefallen lassen, konnte ich mir noch nicht beantworten, aber das werde ich mit professioneller Hilfe angehen. Positiv daran war, dass ich merke, dass ich mich mag und auch mit mir alleine zufrieden sein kann. Weh tut es nur, weil ich ihn sehr liebe aber ihn auch loslassen werde, wenn es nicht mehr geht. Das Aushalten habe ich ja in den letzten Monaten gelernt und auch das macht irgendwann einen Sinn. Es macht immer alles irgendeinen Sinn, auch wenn es erst einmal weh tut. Ich werde abwarten, bis er sich bei mir meldet und dann, nachdem ich nach 4 Monaten einmal wieder Kontakt zu ihm habe, entscheiden- Step-by-Step - die Chance habe ich unserer Beziehung von Anfang an gegeben, dieser Klinikaufenthalt war für mich (oder uns) die letzte Chance, in die "Schmerzen" unserer alten Beziehung werde ich nicht mehr zurückgehe, das ist mir definitiv klar geworden. Danke Dir für diese wirklich wichtige Info!!!    

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mit dem Verlassen des Partners mit Verlustängsten bestätigst du seine Befürchtungen und Ängste denn dann ist genau das eingetreten wovor er Angst hatte.
Nun kommt es aber hart. Da er dieser Verlustängste hat zeigt sich deutlich dass er in die Beziehung bzw den Partner nicht das geringste Vertrauen hat.
Ohne gegenseitiges Vertrauen ist eine Beziehung auf Dauer nicht tragbar da für den Teil der nicht eifersüchtig ist das Leben zur Hölle wird.
Ich weiß wovon ich rede denn ich war ca. 9 Jahre mit krankhaft eifersüchtigen Person verheiratet.
Einen Anlass zur Eifersucht hatte ich nie geliefert auch nicht im Ansatz.
Ich brauchte nach der Scheidung einige Jahre um wieder normal denken zu können.

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Kommentar von Liebemit50
18.06.2016, 22:09

Wir führen schon seit Anfang 2009 diese Beziehung, fast von Anfang an waren diese Ängste da, ich habe sie aber nicht als krankhaft angesehen, da ich mich eigentlich zuerst darüber freute, dass ein Mann sich um mich sorgt. Mein Ex-Mann hat das nie getan, im Nachhinein hat er aber wohl Vertrauen zu mir gehabt - das ist mir heute auch klar und es war zumindest... gesund! Mein Partner ist seit Januar in stationärer Behandlung (Akutstation mitgerechnet) - seit Februar habe ich ihn nicht mehr gesprochen und gesehen, Ende April hat er mir geschrieben, dass diese Kontaktsperre bzw. Armut "gewollt" ist und seitens der Therapeuten irgendwann aufgehoben wrd, wenn sie meinen, er bekommt das hin. Ich bin mir mittlerweile nicht mehr sicher, ob das alles so richtig ist - wenn es ihm ohne mich besser geht, dann gebe ich ihn auf und lecke meine Wunden. So wie es war, darf es nicht mehr werden - aber wem sage ich das? Dankeschön für Deine Antwort!

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Ich weiss wie man sich fühlt, wenn ein anderer sein Glück und seine Laune immer nur von einem selbst abhängig macht... Die Person heult und alleine hyper depri ist...es belastet so dermaßen...Und die Person versteht es nicht richtig.

Wenn nicht ein mal die Therapie hilft...weiss nicht.

Du machst dich halt auf Dauer kaputt.

Vielleicht braucht er einfach mal den Schock?

Schlag ihm oder machs einfach eine Beziehungspause von 2-3 Monaten vor, komplett. Beide können sich dann mal so richtig Gedanken machen...

Und vor allem wieder zu Kräften kommen!

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Kommentar von Liebemit50
18.06.2016, 22:05

Hmm.... er ist seit 14 Wochen in stationärer Behandlung, der größte Teil der Therapie betrifft diese Verlustängste. Und nun: wir haben uns seit dieser Zeit weder gehört noch gesehen - strikte Kontaktsperre wegen genau dieser Krankheitsodyssee... also wenn wir gerade keine Beziehungspause haben, dann weiß ich auch nicht. Ich bin eben gerade am überlegen, wie es weitergeht, wenn er es eben nicht schafft diese Ängste zu überwinden. Vielen Dank für Deine Antwort!

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Wenn ihr euch liebt und du ihn verlässt treten seine Verlust Ängste ja erst recht auf! Außerdem wenn ihr euch liebt warum dann trennen?

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Kommentar von Turbomann
18.06.2016, 22:10

@ Peppi26

Dann waren aber diese Ängste schon vorher da und es ist sehr schwierig mit jemandem zusammen zu sein, der unter extremer Verlustangst leidet.

Der nie alleine sein kann, der klammert, der sich bei jeder Verspätung des Partners in Ängste verstrickt. Das alles ist sehr belastend für eine Partnerschaft und leider sind dann irgendwann auch die Gefühle weg. Der unbeteiligte Partner wird dann auch psychisch belastet, weil er sich dann quasi gezwungen sieht, bei diesem Partner zu bleiben, aus Angst er könnte sich was antun.

Ein Mensch muss lernen diese Ängste zu bekämpfen, die Ursachen zu finden und dann ohne sich an einen Menschen zu klammern zu leben.

Hört sich hart an, aber wenn dir z.B. den Partner sagt, ich bringe mich um, wenn du mich verlässt, was machst du? Bleibst du bei ihm aus Angst und du hättest Schuldgefühle, wenn er sich was antun würde oder wie reagierst du?

Das wäre eine seelische Erpressung und das würde demjenigen ganz sicher erst während einer Therapie bewusst: dass man dadurch niemanden halten kann.

Das ist alles nicht so einfach und viele bleiben bei ihrem Partner und werden so immer einem seelischen Auf-und Ab ausgesetzt sein.

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Das ist ganz und gar nicht chaotisch formuliert :)

Aber es ist ein bisschen von beidem. Durch die Partnerin steigt in ihm das Gefühl hoch,da er ja genau wegen dieser Partnerin diese Ängste hat. ABER, dieses Gefühl ist in dieser Person eingepflanzt und würde mit einer anderen PArnterin genauso hochkommen.

Im anderen Fall, bekommt aufgrund der eindeutigen sichtbaren psychischen Belastung auch die Partnerin ein Gefühl eingepflanzt.

Das pProblem an der Sache, die Wurzel ist der Partner mit den Verlustängsten. Und wenn dieser das nicht in Griff bekommt... Dann ist die Frage wie man nun weiter macht. Ignorieren und Weiterkämpfen oder Aufgeben... und das @Liebemit50 kann leider nur die betroffene entscheiden

viel Glück noch
Lg chris

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Kommentar von Liebemit50
18.06.2016, 22:14

Das stimmt.... wie immer müssen Menschen alleine entscheiden, wie es im Leben weitergeht. Ich werde sicherlich die richtige Entscheidung treffen - aus Liebe - egal in welche Richtung. Danke Dir!

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Kommentar von chrisi565
19.06.2016, 16:19

oke, das freut mich zu hören :)

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also wenn es wirklich krankhaft ist würde ich mit zum facharzt gehen und gemeinsam eine beratung wollen. oder ein paar therapie machen?

aber es kann auch dazu kommen das man in liebe loslassen notwindig wird?

es gibt auch eine selbsthilfegruppe deutschland weit

http://www.coda-deutschland.de/

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Kommentar von Liebemit50
19.06.2016, 15:48

Dankeschön für Deine Nachricht, den LINK kannte ich noch nicht und habe dort eine Selbsthilfegruppe bei mir um die Ecke gefunden und gleich einmal angeschrieben. Bislang habe ich bei Selbsthilfegruppen in unserem Umkreis immer nach "Angehörige von Depressiven" gesucht aber nie danach, auch mal unter "Angehörigen von Menschen mit psychischen Problemen/Störungen", das passt doch auch und da gibt es in der Tat etwas interessantes hier bei uns. Dankeschön für die Anregung!

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