Sind im Rettungswesen (Rettungssanitäter) Tattoos und Bodymods erlaubt?

11 Antworten

Da eine gespaltene Zunge den allermeisten Leuten überhaupt nicht auffällt (solange du sie nicht rausstreckst), dürfte das eher kein Problem sein.

Eyeballtattoos dürften ein klarer Ausschlußgrund sein, weil das für Patienten und Angehörige zu erschreckend ist und zudem die Sehfähigkeit beeinträchtigen kann. Ähnliches dürfte für Tattoos im Gesicht gelten...

Narben über der Augenbraue werden meistens ziemlich unauffällig, das könnte evtl durchgehen...

Viele Grüße von Andrea aus Dortmund (Piercerin & Bodymodderin im Deep Metal Dortmund seit 1989)  

Woher ich das weiß:Beruf – Eigenes Piercingstudio, Ausbilderin/Referentin für Piercer,

Schwierig. Also du solltest darauf achten, dass Piercings etc immer herausnhembar sind, und du weiterhin ein gepflegtes Äußeres hast ( d.h auch, dass ältere Patienten dich als gepflegt wahrnehmen sollten). Ich halte solche Bodymodifkations in dem Beruf eher für bedenklich. das klingt jetzt vielleicht nach sterotpischem denken, aber menschen mit solchen Modifikationen werden schnell als bedrohlich, bullig, agressiv wahrgenommen, auch wenn sie sich verhalten wie die nettesten Menschen überhaupt. Notfallpatienten befinden sich oft in Ausnahmesituationen, sind ängstlich, und sehr emotional. Dein Auftreten mit solchen "Schönheitsops" kann da schnell mal zum sogenannten "agressiven Hinweisreiz" werden und damit das Agressionspotenzial von Patienten erhöhen.

Ich würde mir daher sehr gut überlegen, ob du solche Modifikationen wirklich vornehmen möchtest.

Hi,

verboten ist es nicht - die Frage ist einfach, wie ein zukünftiger Arbeitgeber darauf reagieren würde; denn auch im Rettungsdienst wird auf ein gewisses Erscheinungsbild Wert gelegt.

"Normale" Tattoos, Piercings & Co. stellen prinzipiell kein Problem dar (solange es sich in einem gewissen Rahmen bewegt und die TRBA 250 beachtet wird) und sind auch im Rettungsdienst recht verbreitet.

Die Pläne, die Du hast, werden allerdings kaum gut aufgenommen - auch wenn es sicherlich klischeehaft ist, wird ein solches Erscheinungsbild nicht zu einer freundlichen, kompetenten und vertrauenswürdigen Außenwahrnehmung führen.

Genau sowas ist aber bei verängstigten Notfallpatienten entsprechend wichtig.

Mit, nennen wir es mal "extremeren", Bodymodifications wirst Du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Rettungsdienst finden, der dich einstellen wird.

LG

Woher ich das weiß:Beruf – Ausbildung und hauptamtliche Tätigkeit als NFS

Naja, das was du da mit deinem Körper geplant hast, dass ist doch schon ziemlich "extrem" zu bewerten und könnte dir bei Einstellungen dann schon mitunter auch erhebliche Schwierigkeiten bereiten, gerade, weil es im Gesicht ist. Generell sind Tättoowierungen im Rettungsdienst heutzutage kein Problem mehr, der Großteil des Körpers, der Oberkörper und die Beine, sind bei der Ausübung des Berufes ja sowieso immer mit der Dienstbekleidung bedeckt, die Arme sind im Sommer frei, aber auch da sind Tattoos kein Problem mehr heutzutage, man sollte allerdings ein wenig das Motiv bedenken, nicht's, was Leute, also Patienten extrem verängstigten könnte, du kommst ja im Beruf auch mit Kindern und mit alten Menschen regelmäßig in Kontakt. Piercings gehen im Allgemeinen auch, aber rein von den Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften (BG), müssen sie während dem Dienst entweder entfernt oder abgeklebt werden. Das machen zwar viele nicht und das wird auch akzeptiert, aber wenn der Piercing bei der Ausübung des Berufes dann auf irgendeine Art und Weise herausgerissen wird, dann gibt es ein Problem mit der BG, weil du deren Unfallverhütungsvorschriften missachtet hast, offiziell, darf während der Beeufsausübung überhaupt gar kein Schmuck getragen werden, keine Ketten, keine Armbänder, keine Armbanduhren, was viele tun und selbst ein Ehering, müsste rechtlich betrachtet im Dienst ausgezogen werden. Mfg.

und selbst ein Ehering, müsste rechtlich betrachtet im Dienst ausgezogen werden

Bei uns wird inzwischen eine Abmahnung erteilt, wenn jemand wiederholt mit Ehering im Dienst gesehen wird. Dito natürlich Armbanduhr, Freundschaftsbänder usw.

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@Rollerfreake

Dienstanweisung ist Dienstanweisung, und es wurde irgendwann mal jemandem zu bunt, dass alle meinten sie missachten zu können.

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Sagen wir es mal so: Der Arbeitgeber verlangt ein "gepflegtes Erscheinungsbild". Was er darunter versteht und was er noch durchgehen lässt, ist natürlich von Führungsperson zu Führungsperson unterschiedlich.

Generell solltest du darauf achten, auch auf konservativ eingestellte Menschen (der Kundenkreis ist hauptsächlich ü60) noch wie ein normaler Mensch zu wirken, mit dem man normal reden kann und auf den man sich verlassen kann. Und jemand, der gerade ein akutes psychisches Problem hat, sollte auch nicht mit jemandem konfrontiert werden, der ihm schon rein optisch Angst macht (nach seinem eigenen Maßstab!). Da gibt es also keine festen Richtwerte, sondern du kannst nur schauen, was kommt - und wenn sich eben ein paarmal Leute nicht von dir behandeln lassen wollten oder bei deinem Anblick Panikanfälle bekamen, wird dich ggf. der Chef fragen, ob du dein Aussehen "normalisieren" oder dir lieber einen anderen Job suchen möchtest.

Bei Augentattoos musst du an deine Sehfähigkeit denken; für den LKW-Führerschein werden strengere Anforderungen ans Sehvermögen gestellt. Und ohne diesen Führerschein kannst du den Job eigentlich nicht machen.

Generell ist die Ansage, dass jede Art von "körperfremdem Schmuck" an den Händen und Armen abgenommen werden muss. Also u.a. Eheringe und Piercings. Außerdem darfst du streng genommen nicht mit offenen Wunden arbeiten bzw. musst diese adäquat abdecken - wenn du noch ein Tattoo auf dem Unterarm brauchst, musst du Urlaub nehmen, bis die Haut komplett verheilt ist.

So etwas wie Tunnel in den Ohrläppchen ist ebenfalls problematisch, da man dann doch mal damit wo hängen bleiben und sich verletzen kann (ich bin tatsächlich mal mit dem Ohr an einer Wandleuchte hängen geblieben).

Ich habe mal schnell die Googlesuche bemüht: Mit solchen Gesichtern brauchst du dich definitiv gar nicht erst bewerben. Das flößt einfach jedem, der sich gerade ohnehin schon unwohl fühlt, Angst ein. Bild 1; Bild 2; Bild 3

Sowas oder sowas wird wahrscheinlich akzeptiert.

Woher ich das weiß:Beruf – Ich arbeite im Rettungsdienst

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