Shiba Inu Rüde schreit bei Untersuchung, was tun?

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4 Antworten

Hallo,

warum meinst du, hat es etwas mit "Ungehrosam" oder "Dominanz" zu tun, wenn der hund sich nicht untersuchen lässt. Ich persönlich finde Arzttermine jetzt auch nicht so prickelnd, obwohl ich natürlich weiß warum, wieso und weshalb. Die wenigsten Hunde finden Untersuchungen gut, oder lassen sich begeisrert in den Fang schauen. Das ist eine Frage von Übung, Vertrauen und Erfahrung!

Ich bin mit unseren neuen Hunden, immer zum "Hallo" sagen zu unserem TA gefahren. Hinfahren, Keks abholfen, wegfahren. Wenn ich ein Flohschutzmittel, o.ä. ahole, nehme ich die gesamte Truppe mit, und sie dürfen sich alle eine Belohnung von unsrem TA abholen, und wenn er gerade viel Zeit hat, dürfen sie einmal in den Behandlungsraum und gehen ohne Behandlung wieder raus. Der TA ist somit nicht ausschließlich mit Stress und Schmerzen verbunden.

Des weiteren übe ich zu Hause mit meinen Hunden das sie sich auf Kommando hinsetzen, hinstellen, hinlegen, hin- und herscheiben lassen, und sich auf die Seite legen. Das erspart unnötigen Stress beim TA, wenn der Hund dort zum erste mal, auf einmal fixiert wird. Des weitern sind alle Hunde an einen Beißkorb gewöhnt, damit auch im Falle eines Schocks, der Tierarzt den Hund sicher behandeln kann ohne das der Hund noch mehr Stress bekommt,w eil er keinen Maulkorb kennt.

Um das anfassen lassen, in die Ohren schauen und das Maul gucken, habe ich nie ein großes Theater gemacht. Hund anfassen wird im normalen umgang geübt, alleine schon, weil er in de Sommermonaten immer auf Zecken "abgelesen" wird und wenn er dreckig ist abgerubbelt. Hund stehen lassen, abrubbeln, Keks rein, fertig. Das gleiche Spiel mit dne Ohren, Hund ins Sitz, Ohr schauen, Keks rein, fertig. Wenn der Hund allerdings schon neg. Erfahrungen gemacht hat, würde ich es schrittweise aufbauen. Hund absitzen/ablegen/etc. Ohr anheben - Keks ende. Und langsam ausweiten. Das gleuche Spiel mit dem ins Maul schauen lassen.

Des weiteren solltet ihr am Vertrauen arbeiten. Ein Hund muss sich auch mit Schmerzen vom Besitzer anfassen lassen und leider auch manchmal tolerieren das ihm durch den halter schmerzen zugefügt werden (z.B.: beim Spühlen einer Wunde). Da kommt du mit "Kadavergehorsam" nicht weiter, sondern kannst nur darauf bauen, das "die Chemie" zwischen euch stimmt.

Sehr gute Antwort !

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Wenn ein Hund in den höchsten Tönen schreit, so ist das verdammt weit ab von Dominanz sondern hat eher mit extremster Angst zu tun, diese aber entspringt keinerlei dominanter Verhaltensweise sondern entsteht im Gehirn und Habituation (Gewöhnung) kann nur eintreten wenn es keine richtige Angst ist. Da Du aber diese hohen Töne beschreibst scheint es auch richtig heftige Angst zu sein.

Leckerchen hilft zumeist nicht viel bis gar nichts bei richtiger Angst, denn diese werden dann oftmals verschmäht.

Ich habe selbst eine ängstliche Hündin hier, sie hat vor allem Angst, vor Menschen, vor anderen Hunden, vor Autos, LKS, fliegenden Tüten usw. Als wir damalig eine TA-Untersuchung anstrebten habe ich im vorhinein die intermediäre Brücke bei ihr aufgebaut und selber mit ihr Tierartzttraining durchgeführt, d.h. Dinge wie Augen, Schnauze, Pfoten wurden benannt und mit der intermediären Brücke wurde ihr beigebracht, dass sie so lange diese gegeben wird, still hält bzw. es über sich ergehen lässt. Als wir dann den Tierarzttermin hatten war ich überrascht, was für eine gute Leistung sie dort vollbracht hat, denn draussen lässt sie sich von niemandem anfassen, aber mit Ankündigung und der IB beim Tierarzt hat sie sich alles ohne Probleme gefallen lassen.

Ich finde in diesem Kontext ist es wichtig anzumerken, dass der Hund es nicht macht weil er dominant oder gar stur wäre, sondern weil er eben wirklich Angst hat und demnach ist es m.M.n. auch wichtig, dass Du dafür Verständnis hast. Versuche mal zu überlegen wie Du Dich fühlst, wenn Du richtig heftig Angst vor etwas hast, dass ist kein schönes Gefühl und Du bist dann bestimmt auch nicht stur oder machst das um jemanden zu ärgern...

Somit würde ich Dir empfehlen, führe selbständig und am besten in Verbindung mit dem Clicker Tierarzttraining zu Hause durch und entwickel zudem Verständnis für das Verhalten Deines Hundes. Hier ist es wichtig, dass Du Dich dem Hund gegenüber fair verhälst und es ist nicht fair dem Hund eine Verhaltensweise zu unterstellen, die weit ab von der Realität ist ;-) Traurig aber das die Tierärzte selbst nicht schon so weit denken konnten, denn gerade diese sollten wissen, wie und wo Angst entsteht und das dieser keiner Habituation oder Extinktion (Löschung) unterliegt.

dominant????? Der Hund hat Angst und null Vertrauen in Dich. Was hat das denn bitte mit dominant zu tun???

Es ist Deine Aufgabe, das Vertrauen des Hundes zu erarbeiten. Und das bekommt man nicht mal so eben geschenkt. Dazu musst Du lernen, liebevoll im Umgang mit Deinem Hund zu sein, mitfühlend, sanft, achtsam, freundlich, souverän, klar, beständig und verläßlich. Jedes Schimpfen , Massregeln und Strafen läßt das Vertrauen Stück für Stück wieder bröckeln.

Meine 5 Hunde lassen sich beim Tierarzt wirklich alles machen, auch wenn sie teilweise wie Espenlaub zittern, aber ich vermittle ihnen, dass es FÜR sie ist, und das glauben sie mir in dem Moment dann auch und haben das Vertrauen.

Diese Form der Erziehung hat schon bei Menschenkindern mehr wie versagt. Diese Form dann auch noch auf ein Tier und wie hier auf ein Tier mit scharfen Zähnen anzuwenden, halte ich für absolut unverantwortungsvoll und extrem gefährlich. Ein Hund braucht klare wohlwollende Grenzen und Konsequenzen.

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Ojeh...das ist Angst. Dein Hund hat panische Angst vor dem Tierarzt.

Es gibt wirklich nur wenig Hunde, die gelassen in einer Tierarztpraxis sitzen und alles über sich ergehen lassen. Meine Hündin zittert da wie Espenlaub und ist ganz paralysiert.

Dein TA hat recht, ihr müsst es üben. Allerdings ist es schwierig, das zu Hause zu üben, weil es ja vertrautes Terrain ist. Und in einer Tierarztpraxis riecht es doch anders. Bedrohlich..

Frage deinen TA, ob er denn bereit ist, deinen Hund jeden Tag zu kontaktieren (in der Praxis). Er muss ja nichts weiter machen, nur den Hund anfassen und streicheln, damit er Vertrauen gewinnt.

Das Üben geht nur in der TA-Praxis. Alles Gute!

Ach ja, meldet euch bitte in einer guten Hundeschule an. Das ist gut für die Zweibeiner (vor allem!) und für den Hund.

Aber bitte nur einem die 100% gewaltfrei arbeitet.

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Tierarzttraining kann auch ausserhalb einer TA-Praxis stattfinden, es geht hier primär darum dem Hund beizubringen mit Hilfe z.B. der IB dass er Manipulationen am Körper über sich ergehen lässt. Die Aufarbeitung der Signale sollte man sogar ausserhalb der Praxis durchführen, denn wenn der Hund schon diese starke Angst empfindet hat es nicht viel Sinn, macht man es ausserhalb der Praxis wird die IB und die damit verbundenen Dinge positiv verknüpft und sind somit wichtige Faktoren bei der Anwendung in der Praxis, sie arbeiten dann durch die positive Verknüpfung innerhalb des Hundekörpers gegen den dort empfundenen Stress und verhelfen zu einem entspannterem Hund...

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@Anda2910

Funktioniert leider nicht immer. Ich habe einen 4jährigen Alaskan Malamute-Rüden mit Wolfsanteil, der beim TA in Panik gerät. Er hat nie schlechte Erfahrungen gemacht - manchmal sind wir auch nur zum Hallo sagen hingegangen. Hat alles nichts gebracht.

Da nutzt auch das selbständige Üben nichts. Ich kann mit meinem Hund alles machen, ihn überall anfassen, er ist gut erzogen und auch sonst ein unauffälliger netter Kumpel. Aber er mag aber halt nicht von Fremden angefaßt werden. Er mißtraut jedem Fremden - was eigentlich auch gut ist.

Man kann also auch mit Übung nicht immer etwas erreichen. Manchmal muß man den Hund einfach so akzeptieren wie er ist. Mein Hund hat seine jährliche Impfung auch schon mal im Wartezimmer bekommen. Mein TA sieht es zum Glück alles etwas lockerer.

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