Schreibt man in Deutschland manchmal die Wörter, wie man sie spricht (Dialekt)?

15 Antworten

Nein, man schreibt nicht im Dialekt.

Da ich keinen Dialekt spreche, ist bei mir Aussprache und Schriftform identisch.

Aber: Es gibt Menschen, die halten die norddeutsche Schriftform und Aussprache für Hochdeutsch und die süddeutschen, Schweizer und österreichischen Wortfomen für Dialekt.

Diese Ansicht teile ich nicht. Sie ist auch nicht korrekt, die unterschiedlichen Schreibweisen sind legal.

Also: "Semmel", das Silberfish genannt hat, ist ein normales Synonym für das norddeutsche "Brötchen".

Und es gibt andere Beispiele, neulich hier auf GF, die Benutzung von "nutzen" oder "nützen". Das ist beides Hochdeutsch und hat für mich einen leicht unterschiedlichen Charakter.

Ich bin nicht deiner Ansicht.

Dass "nutzen" und "nützen" zwei hochdeutsche Worte sind, stimmt zwar, aber dass sie leicht unterschiedlichen Charakter hätten, ist Unsinn. Es handelt sich um zwei verschiedene Verben mit unterschiedlicher Bedeutung:

Ein Angebot nutzen. Etwas nützt jemanden. Ich nutze das Angebot, denn es nützt mir, wenn ich es nutze.

Nützen ist ein transitives Verb, nutzen nicht.

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Eine der wenigen Situationen, in denen auch in der Öffentlichkeit Dialekt geschrieben wird, ist das Münchner Oktoberfest, der Welt größte volkstümliche Veranstaltung. Und München bereitet sich intensiv auf das Oktoberfest vor.

Heute sah ich in der S-Bahn ein Plakat, das ein vollbusiges "Madl" in einem ausgeschnittenen Dirndl zeigte, mit der Aufschrift:

"I mog a Gaudi, koa Gfrett".

Darunter hatte jemand geschrieben: "No problem Madl. Mia haun zua".

Ja, ich kann mir gut vorstellen, dass bayerische "Mannsbilder" nicht zuschauen werden, wenn nordafrikanische Gäste auf unsere Frauen losgehen wie zu Silvester in Köln.


Das bayrische ist kompliziert, doch eigentlich verstehe ich fast alles, höchstens gewisse Wörter nicht. Ich lerne ziemlich schnell verwandte Sprachen (von Italienisch zu Spanisch/Französisch/Rätoromanisch/Portugiesisch und von Deutsch zu Niederländisch) und Dialekte von Sprachen.

Ich war noch nie am Oktoberfest, weil ich kein Partymensch bin, aber vielleicht werde ich irgendwann Mal gehen. Ich bin aber nicht so eine, die viele Männer haben möchte und Alkohol trinkt.

Die Männer könnten eigentlich die Frauen begleiten und beschützen, wenn es solche von Südafrika gibt. Oder die Frauen müssen selbst schauen, dass sie in solchen Situationen gar nicht hineingeraten können. Die Frauen müssen auch lernen, wie man sich verteidigen kann und bei was man vorsichtig sein muss.

Es sind meistens die von Südafrika, die Frauen belästigen und (in der Schweiz) sind es sind meistens allgemein Ausländer, die offener sind und den zurückhaltenden (leisen, eher respektvollen) Männern die Frauen wegnehmen. Aber vermutlich gibt es auch Inländer, die Frauen belästigen würden.

In der Schweiz sind schätzungsweise etwa 1/6 der Plakate auf Schweizerdeutsch. :)

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Also bei uns in unserer Klassengruppe schreiben wir fast nur mit Dialekt und Abkürzungen. So wie wir auch miteinander reden.

Wenn ich mit meinen Eltern und Großeltern schreibe/rede ist es meistens "normales" Deutsch.

Auch in persönlichen Chats mit meinen Freunden schreiben wir im Dialekt. In unserem Fall Steirisch.

Mit meinen Brieffreunden, die ich nicht persönlich kenne, schreibe ich auch normales deutsch.

Ich persönlich finde einfach, dass man sich unter Freunden den Dialekt beim schreiben ruhig erlauben kann, aber bei Fremden oder nicht so gut bekannten (in öffentlichen Internetchats) sollte man das normale Deutsch verwenden.

Ich hoffe meine Antwort konnte dir helfen.

LG LamacornIsLove

Ich schreibe normalerweise nicht in meinem Dialekt. Wäre aber eine lustige Idee. Bei uns (Nordsaarland) sagte man gerne z.B.

Luu mo lô, wie der lé lô lait... (moselfränkisch) =
Schau mal dort, wie der dort liegt...

Die einzige standardisierte Form des Moselfränkischen ist die luxemburgische Sprache (die mit unserem Dialekt verwandt ist).

"Dat ass onst Land, fir dat mer géif
Heinidden alles won,
Onst Heemechtsland dat mir sou déif
An onsen Hierzer dron." (aus der Nationalhymne)

https://lb.wikipedia.org/wiki/Ons_Heemecht

"won" und "dron" werden mit langem, offenen o gesprochen (wie "lô" weiter oben). "wagen" (hochdeutsch) > "won", "tragen" > "dron".

Bei uns konnte man auch sagen: "Dat es jedes Tour et selvischt"
(das ist jedes Mal dasselbe). Das -t (wie in "onst") passt zum neutralen Genus ("dat", "onst", "et", "selvischt"). Vergleiche auch niederländisch "het".

Ja. Leider passiert dies.

Zugegeben mir auch.

Es ist eigentlich sehr unhöfflich, da es auch Leser gibt, die die regionalen Besonderheiten nicht kennen.

Mir passiert es zum Beispiel relativ häufig, dass ich hier meinen Ruhrpottslang in Kommentaren einbringe, der dort nichts zu suchen hat. Dabei kommen dann so Sachen raus wie:

Ja ne is klar.

Gutes Deutsch ist es schon mal nicht, da man richtig schreiben muss, "Ja nein, ist klar." Zudem ist dieser Äußerung abfällig, da der Andere, an dem diese Äußerung gerichtet wird, nicht für voll genommen wird.

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