Schlauchtechnik - Hans Schlegel

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4 Antworten

Du hast das ganz richtig erkannt: Letzten Endes wird alter Wein in neuen Schläuchen - hier im wahrsten Sinne des Wortes :) - verkauft. Die Methode funktioniert über den Schreckreiz, der das Verhalten unterbricht.

Solange der Hund nicht weiß, welches Verhalten er alternativ zeigen soll, damit die unangenehme Situation beendet wird, ist er im Meideverhalten. In der Folge wird er sich bemühen, Alternativen anzubieten, um der Situation zu entgehen.

Das Ganze ist lernpsychologisch betrachtet durchaus funktional. Der Hund lernt über Trial an Error, aus einer unangenehmen Situation eine angenehme zu machen. Im Grunde genommen funktioniert das Ganze ähnlich wie Clickertraining, nur dass bei diesem der Hund in einer positiv motivierten Ausgangsstimmung ist. Während er beim Clickertraining Verhaltensweisen ausprobiert, um an Futter zu kommen, probiert er bei der Schlauchmethode Verhaltensweisen aus, um der unangenehmen Situation zu entgehen.

Wenn die Situation so konstruiert ist, dass der Hund zum Erfolg kommen kann, indem er ein Verhalten findet, dass den unangenehmen Zustand beendet, erreicht man auf diese Weise durchaus eine Verhaltensänderung zum Positiven. Der Weg über Schreckreiz und Meideverhalten ist dabei vertretbar, weil man nicht vergessen darf, dass der Hund auch mit seinem vorherigen Verhalten massiv unter Stress stand.

Indem man ihm eine Möglichkeit eröffnet, den Stress zu beenden, gelingt auf diesem Weg auch mittelfristig die Entspannung des Hundes.

Aber: Um das richtig zu machen, braucht es große Erfahrung und Disziplin des Hundeführers. In den allermeisten Fällen passiert nur eine wilde Werferei irgendwelcher Dinge, die sich darin erschöpft, das Verhalten des Hundes über den Schreckreiz kurzzeitig zu unterbrechen.

So trifft man allenthalben auf Hundebesitzer, die zwar durch das Werfen das Meideverhalten ihres Hundes auslösen können, aber nicht in der Lage, sind, den Weg weiter zu gehen, bis der Hund seine Selbstwirksamkeit erkennen und eine positive Alternative finden kann.

Das verursacht bei sensiblen Hunden nicht nur Dauerstress, sondern auch Vertrauensverlust, da sie immer nur Angriffe ihres Menschen erleben. Bei den "büffligen" Vierbeinern hingegen weicht der erste Schreck schnell der Gewöhnung und er macht bestenfalls einen Schritt zur Seite, um dann zur Tagesordnung überzugehen.

Heißt: Die Arbeit über Schreckreize bedarf einer gründlichen Analyse der Ausgangssituation und daa Wissen darum, wie der folgende Lernprozess gestaltet werden muss.

Da das im Zweifelsfall eher schief geht, sollten Laien die Finger davon lassen.

Hans Schlegel ist ein Trainer, der nur über Stress arbeitet. Er löst diesen auch nicht auf - auch wenn er das behauptet - sondern schafft auf diese Weise "aufmerksame" Hunde, die nur aus einem einzigen Grund so wirken, weil sie Angst haben, wieder irgendwie überfallen zu werden. Wenn er "positiv motiviert" setzt er den Hund z.B. über Beutefixierung unter Stress.

Viele Prüfer in - vorzugsweise - Schutzdienstvereinen halten das, was der Hund zeigt, tatsächlich für positiv motivierte Aufmerksamkeit. Letzten Endes sieht man nur einen völlig gestressten Hund:

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Kommentar von Portbatus
13.07.2013, 11:27

Sehr gute Antwort DD

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Kommentar von Isildur
13.07.2013, 11:37

Danke, so ähnlich hatte ich es mir schon gedacht. War nur darüber verwirrt das er so gehypt wird und um die "Technik" so ein Geheimniss gemacht wird. Allso eigentlich alter Brei neu aufgekocht. Vielen Dank, hat meinen "Verdacht" bestätigt.

P.S.: Weißt du warum ausgerechnet Schläuche verwendet werden?

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warum er die Schläuche wirft und das als neue Methode verkauft? vielleicht weil er zwar ein verurteilter Tierquäler ist (die Sache mit den Kaninchen) aber ein sehr fleissiger Marketingstratege. Und solange Menschen für seine zweifelhaften "Erziehungs"methoden Geld rausrücken, wird sich das auch nicht ändern. Leider. Zum Wohle der Hunde geschieht diese Schlauch"technik" mit Sicherheit nicht.

Da ja sein Anwesen in der Schweiz versteigert wurde (siehe link aargauer-zeitung), zieht er jetzt wohl den Deutschen das Geld aus der Tasche. Habe gehört er soll nach Deutschland gezogen sein bzw hat dieses vor.

http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/fricktal/liegenschaft-von-bekanntem-hundetrainer-kommt-unter-den-hammer-126388427

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Ich finde es absolut schwachsinnig, mit irgend etwas nach seinem Hund zu werfen. Man sollte ihn lieber ordentlich erziehen, dann muss man ihn nicht bestrafen.

Vor allem merkt der Hund ja, dass der Schlauch von Herrchen/Frauchen kommt. Und ich find es blöd, wenn der Hund Angst vor dem Hundehalter hat

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...weil es unter diesen selbsternannten Hunde-Profis zu 99% ganz besondere Spinner gibt!!!

Es gibt auch Leute die wenden die Frolic- und/oder Leberwurst-Methode an...

Mit einer unserer userinnen hier haben wir mal die "Troll-Erziehunsmethode" besprochen - um wild um sich beißende Dalmatiner-Welpen zu vertreiben wurde mit Esel-Salami geworfen ... (das haben wir aber wirklich nur für unser aller Spaß geschrieben!!!)

Meine Meinung ist: es gibt sehr viele Möglichkeiten unsere besten Freunde auf vier Pfoten zu angenehmen Familienmitgliedern zu erziehen, man muss nicht immer "neue Methoden" von selbsternannten (Nicht-)Könnern und Kennern anwenden... Durch Mund-zu-Mund-Propaganda kann man sich gute Hundeschulen empfehlen lassen und dann gibt es auch noch Bücher, Internet-Foren und das gesunde Bauchgefühl um mit Hunden leben zu lernen...

Ich brauche keine Schlauchtechnik und ich möchte Hans Schlegel nicht kennenlernen!!!

Alles Gute für euch

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Kommentar von Isildur
13.07.2013, 11:45

Danke, hab' ich mir schon fast gedacht. Wollte nur sichern gehen, ob ich nicht irgendeine neue Idee hinter der "Wurfgeschichte" entdecke. ^^

Hatte icht vor es mit meinem Fell auszuprobieren - der ist perfekt so wie er ist :)

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Kommentar von adventuredog
13.07.2013, 14:11

"Ich brauche keine Schlauchtechnik und ich möchte Hans Schlegel nicht kennenlernen!!!"

DH !!! @Bimbo0707

aber ich möchte ihn mal kennenlernen um seine Schlauchtechnik (und andere seiner Brutalomethoden) mal an ihm anzuwenden !!!

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Kommentar von Jule59
13.07.2013, 17:25

und ich möchte Hans Schlegel nicht kennenlernen!!!

Man sollte seine Feinde kennen, bevor man sie angreift :). Im Ernst: Einen guten Hundetrainer macht in meinen Augen auch aus, möglichst viel gesehen zu haben. Nur dann kann man sich nämlich ein eigenes Urteil bilden. Um Leuten zu begegnen, die diese Methoden (oft unhinterfragt) für gut halten, muss man genau wissen, wie Schlegel arbeitet, um argumentativ punkten zu können.

Zu Schlegel sind ganze Generationen von Schutzdienstlern gepilgert. Es gab eine Zeit, da mussten Gebrauchshundevereine in Deutschland Gelände anmieten, um die Leute unterzubringen, die Schlegel in Aktion sehen wollten. Für Hunde aus seiner Zucht wurden und werden Mondpreise bezahlt.

In den oberen Chargen des VPG-Sports gewinnen auch heute noch vorzugsweise Hunde, die über Zwang ausgebildet wurden. Und solange aus diesen Reihen die Prüfer entstammen, die die Hunde auf eine bestimmte Art und Weise arbeiten sehen wollen, werden Trainingsmethoden a la Schlegel auch weiterhin angewandt werden.

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