Schimmelbildung in verschiedenen Räumen und Wänden, mögl Ursache Plissees?

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Wenn drei Mal täglich stossgelüftet wird und trotzdem Schimmel wächst, muss man weitere möglich Ursachen in Betracht ziehen.

Der Schimmel benötigt an der Wand immer eine gewisse Feuchte zum wachsen. Demzufolge ist die Wand zu feucht. Wenn eine undichte Rohrinstallation ausgeschlossen werden kann, so kommt die Feuchte mit hoher Wahrscheinlichkeit aus der Raumluft.

Vor Wandoberflächen sammelt sich eine erhöhte Luftfeuche, wenn die Wand kälter als die Raumluft ist. Bei Aussenwänden ist das fast immer so. Je grösser nun hier die Temperaturdifferenz ist, um so höher steigt die wandoberflächennahe Luftfeuchte ausgehend von der allgemeinen Raumluftfeuchte.

Daher sind für die Beurteilung der Schimmelgefahr drei Werte wichtig :
- die allgemeine Raumluftfeuchte
- die allgemeine Raumlufttemperatur
- die Oberflächentemperatur der Wandoberfläche
Mittels dieser drei Werte lässt sich die oberflächennahe Luftfeuchte im Mollier-h,x-Diagramm bestimmen. Diese sollte nicht über 70% liegen.

Sehr oft fehlt es gut gelüfteten Räumen mit Schimmelbildung an einem ausreichend hohem Anteil an Wärmestrahlung. Da Wärmestrahlung Oberflächen direkt erwärmt, ist diese besonders wichtig zur gleichmäßigen Erwärmung der inneren Wandoberfläche der Aussenwand.

Kühlt die Raumluft an der Aussenwand nicht mehr wesentlich aus, so sind Raumluftfeuchten bis 65% völlig problemlos. Aber auch die warme Wandoberfläche selbst sorgt für eine Wandtrocknung wodurch sich der Dämmwert der Wand erhöht.

Wird die Heizung regelmässig temperaturabgesenkt, so eilt im Anheizprozess die Oberflächentemperatur der thermisch trägen Wand der schnell ansteigenden Raumlufttemperatur noch eine lange Zeit mit unnötig grossem Abstand hinterher. Die hohe Temperaturdifferenz sorgt hier nun für einen übermässig starken oberflächennahen Luftfeuchteanstieg, was die Wandoberfläche befeuchtet und die Schimmelgefahr steigert. Daher gilt es bei Schimmelproblemen und auch zur Vorbeugung gleichmässig durchzuheizen.

Sollten Räume unterschiedlich temperiert werden (kühleres Schlaf- oder Gästezimmer), so gilt es, die Warmluft des wärmeren Raumes unbedingt von der kühlen Wand des kälteren Raumes fern zu halten. Also sind Zimmertüren stehst geschlossen zu halten.

Bei hartnäckigen Schimmelproblemen ist es hilfreich für eine bessere Wärmeverteilung unten an der Aussenwand zu sorgen, indem dort Heizrohrschleifen verlegt werden. Diese sollten in der Heizperide ständig warmwasserdurchströmt sein.

Die Luftdichtigkeit moderner Fenster führt auch zum Anstieg der durchschnittlichen Raumluftfeuchte. Die Entnahme von ca. 10cm Dichtgummi oben (!) an allen Fenstern der Wohnung sorgt für eine leichte permanente Feuchteabfuhr durch einen leichten permanenten Luftwechsel. Die durchschnittliche Raumluftfeuchte sinkt. Durch die trockenere Raumluft werden die Wände auch trockener, was den Dämmwert verbessert. Eine Heizkostenerhöhung ist deshalb nicht zu befürchten.

Danke für diese wirklich hilfreiche antwort :)

Aber wie bekomm ich denn jetzt die Wand(SZ) warm ohne permanent auf 5 zu heizen? Hatten wir mal ne zeitlang ausprobiert, war nicht sonderlich angnehm dadrin zu schlafen. war erst irre warm und am morgen wieder echt kalt, trotz immer noch aufgedrehter Heizung.esszimmer Heizung ist eigentlich konstant auf 2,3 eingestellt. 

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@supercricket

Ich vermute mal, der Stift vom Thermostatventil ist schwergängig und schaltet nur zu oder ganz ab, wenn die Kräfte zum Umschalten groß genug sind.

Schraube mal den Thermostatkopf vom Ventil runter. Den Metallring hinter dem Kopf dazu mit der Hand entgegen dem Uhrzeigersinn drehen. Ggf. mal bei Youtube ein entsprechendes Video suchen.

Nach dem Abnehmen des Thermosttatkopfes wird der Stift des Ventils sichtbar. Diesen mehrfach hin und her bewegen, ggf. mit Hilfe einer Zange, um ihn wieder leichtgängig zu machen.

Den Thermostatkopf wieder aufschrauben - der schwarze Kunststoffpfeil sitzt oben. Wenn der Stift leichtgängig ist, müsste das Thermostatventil den Heizkörper nun auch bei Stufe 2 oder 3 vernünftig regeln, so dass man 19 oder 20°C im Schlafzimmer einstellen kann. Geringere Temperaturen würde ich wegen der Schimmelproblematik nicht empfehlen.

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@supercricket

Genau!

Reiss die Fensterdichtungsgummis raus (warum bauen die Deppen in der Fabrik auch sowas ein?), reiss die Zentralheizung raus und mach überall Infrarot (mit Strom betrieben).

Das hilft!

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@pharao1961

Pharao, Du hast es immer noch nicht verstanden, dass es bei vielem auf der Welt ein Minimum, ein Maximum und ein Optimum gibt. Du hast Null Ahnung von Wärmestrahlung, spielst Dich hier aber als Sachverständiger auf. Deine Gutachten sind mit dem Wissen, was Du hier preis gibts, in meinen Augen nichts Wert.

Es gibt Unterschiede zwischen Altbauten und Passivhäusern und auch so wie der Strom aus der Steckdose aus unterschiedlichen Energiequellen kommt, so kann auch die Wärmestrahlung (Infrarotstrahlung) aus unterschieblichen Energiequellen kommen.

Wenn Dir nur die Energiequelle Strom zum Beheizen der Häuser bekannt ist, dann hast Du einen ziemlich begrenzten Horizont. Und Fabriken bauen, was Umsätze erzielt, nicht zwangsläufig, was gut für den Menschen ist.

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Guten Abend,

klingt für mich nach alten Fenstern und einer langsam den Geist aufgebenden Außendämmung.

Durch falsches Lüften Schimmel zu erzeugen ist eine ziemliche Herausforderung.

An die Verwaltung/Genossenschaft heran treten ist eine erste Möglichkeit, kommt dann darauf an, wie die so ticken.
Ansonsten vielleicht mal beim Mieterbund o.ä. nachfragen.

Aber wenn niemand was tut, wirklich nach neuer Wohnung umschauen!

LG

Wir haben holzfenster, denke 2x verglast. Haben da schon extra ne gummidichtung angebracht. Hat leider nur minimal geholfen 

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Die extra Fensterdichtung hilft in sofern, dass zwar immer noch Wärmeverluste am Fenster auftreten, aber keine Feuchteverluste mehr, durch die Luftdichtigkeit des Fensters. Eine leichte Undichtigkeit am Fenster, die keine Zuglufterscheinung verursacht hilft sehr bei der Entfeuchtung der Wohnräume.

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@Onki73

Also die gummidichtung zum teil wieder abnehmen?

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Hallo
Als erstes müsst !! Ihr das sogar dem Vermieter melden. Der darf euch sonst kündigen.
Nach eirer Beschreibung habt ihr sogenannte Kälte oder Wärmebrücken. Da Aussenwände betroffen sind wird diese Kälter sein. Das hat zur folge das An den kalten Stellen Kondensat entsteht. Und damit auch Schimmel.
Das kriegt ihr nur in den Griff wenn ihr wesentlich mehr lüftet , natürlich nur Stoß. Die Heizung muss gleichmässig alle Räume aufheizen zur not die Nachtansenkung ein bisschen Höher stellen.
Wichtig ist die Gleichmäßige Heizung.
Lasst das von einem Fachmann überprüfen das kann ein Maler mit einem Oberflächentemperaturmesser.

Die Heizung funktioniert ja. Die wurde schon überprüft. Der Raum hält anscheinend die wärme nicht, trotz zusätzlicher Abdichtungen am Fenster und an der tür. Und die Heizung auf voll aufzudrehen kann ja nicht die lösung sein... :/

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Da gebe ich dir recht. Habt ihr mal probiert einen kleinen Ventilator in den Raum zu stellen? Wenn die Luft bewegt wird kann sie Feuchtigkeit transportieren. Ich mache sowas oft in kellerräumen

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@lutzd

Klingt zwar sinnig aber wo soll denn die Luftfeuchtigkeit hin?

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Ihr müsst natürlich entsprechend lüften
Bei der Technik geht es darum die Feuchtigkeit gleichmäßig zu verteilen bis zum nächsten luftaustausch.

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Und wieder eine Frage zum Schimmel

Es wird wieder kalt, und wie aus meiner letzten Frage ersichtlich tritt im Schlafzimmer meiner Mieter Schimmel auf. Wie in der anderen Frage beschrieben, 40 Jahre lang war nichts, dann stellt einer die Nachtabsenkung zu tief ein und es schimmelt. Ich habe bereits alles erdenkliche unternommen, bis auf die Dämmung der Außenwand. Der Schimmel wurde fachgerecht entfernt, die Wand neu tapeziert und mit Silikatfarbe gestrichen. Die Dämmung des Daches wurde instandgesetzt, die Nachtabsenkung der Heizung herabgesetzt. Natürlich lüften meine Mieter vorschriftsmäßig. Wie soll ich ihnen auch etwas anderes nachweisen. Ich bezweifle das. Bei unserem letzten Gespräch war auch die Heizung an (obs immer so ist kann ich nicht sagen), allerdings haben die zwei ihr Bett direkt vor die Heizung gestellt. So kann sich doch die Wärme gar nicht im Raum verteilen, oder sehe ich das falsch? Die Außenwand ist jedenfalls kalt. Meine Frage ist nun, ob das vor der Heizung stehende Bett die Schimmelbildung begünstigt? Die Außenwand ist übrigens nicht feucht, nur kalt!

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wohne nun seit einer weile in einer Mietwohnung, in der der Vermieter selbst die Heizung reingebaut hat. Wäre natürilch eine schöne Sache wenn er nicht nur an allen Ecken und Kanten versucht hätte zu sparen...

Nun kam es schon seit die Heizung eingeschaltet wurde dazu, dass der Druck oft runterfiel. Er hat erstmal jemanden beauftragt der sich darum kümmern sollte, allerdings hat sich derjenige nur eben alle Heizungen oberflächlich angesehen und dann gemeint wir sollen ihm bescheid geben wenn man etwas sieht... Toll... dann gibt es also irgendwo ein leck und irgenwann sollte es auftauchen? Nun. Jetzt ist es aufgetaucht. Eine meiner heizkörper hat letzte woche angefangen zu tropfen, erstmal eine Schale drunter gestellt und dann nochmal gründlich die wohnung kontrolliert ob das nur bei dieser stelle auftritt...

dann finde ich an der aussenwand über den fussbodenleisten in der die heizungsrohre verlaufen schimel an der wand. dort stehen keine möbel und ich hatte nur eine zeit lang eine kiste in der ecke stehen. da die fussbodenleisten sehr dick sind sowieso mindestens 10cm abstand zu wänden gegeben - also lag nichts zu nahe an.

momentan ist der schimmel zwar nur gering, aber es befindet sich in richtung außenwand und kann ja nur schlimmer werden. bescheid wurde gesagt, luftentfeuchter geholt und ich kontrolliere nun wieder mit hygrometer wie zu einzugszeiten. allerdings ist es völlig egal wie, und wie lange ich lüfte... ich kriege die luftfeuchtigkeit nicht unter 60%. Momentan bin ich erkältet also liegt mit offenem Fenster schlafen gerade auch nicht drin bei der kälte, so hatte ich morgens auch schon 77% - was dem schimmel ja auch nur weiter guttut. und selbst nach dem lüften, schließe ich die fenste mal für eine stunde, ist die luftfeuchtigkeit danach wieder bei 70. das ist doch nicht mehr normal..

wie kann ich das irgendwie vorbeugen, dass der schimmel sich weiter ausbreitet? ich hatte auch schon überlegt mit alkohol drüberzugehen solange es nur oberflächlich ist, allerdings befindet sich das wahre übel wohl unter der fussbodenleiste an die ich nicht rankomme und sich dann wieder ausbreitet... will eigentlich nicht ausziehen, mit ausnahme von diesem problem ist die wohnung von der lage, preislich, mitmieter, inhalt, größe und einkaufsmöglichkeiten ideal für mich. und mein budget reicht auch nicht aus um spontan eine teurere wohnung zu kriegen...

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hallo immer so um diese zeit wo die kalten zeiten anfangen bildet sich schimmel an der wand nun wollte ich fragen ob das an der kalten wand liegt, da es ja die außenwand ist, und wie kann ich das vermeiden das es erst anfängt zu schimmeln wenn das von der kalten wand kommt ab und zu sind die wände auch nass aber halt nur so in der winterzeit , hat jemand eine idee ? oder ist das was schlimmes ?

lg

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Nach Lüften trotzdem 50-60% Luftfeuchtigkeit?

Hallo,

wir sind im Oktober umgezogen und oft ist es, dass nach dem Lüften trotzdem 50-60% Luftfeuchtigkeit herrschen. Ich kann mir das Ganze nicht erklären.

Es werden ALLE Fenster komplett geöffnet und der Wind haut uns die halbe Einrichtung um.

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**Hiiilfe - Wie ist vorzugehen? - Neue Wohnung - Schimmel -> Ursache Vermieter - Bitte helft mir!**

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Bei meinem Ortstermin mit den Mietern wurde folgender Sachverhalt festgestellt. Die Wohnung ist ausreichend beheizt und gelüftet – die rel. Luftfeuchte war im Bereich von 63%, was noch einem angenehmen normalen Raumklima entspricht. Die Ursache für den Schimmelbefall ist in der Bausubstanz begründet, d. h., nach dem Einbau der absolut dichten Fenster schlägt sich Feuchtigkeit an den Wärmebrücken der Außenwand nieder und bildet hier ein Medium bei dem Schimmelpilzwachstum möglich ist. Die Taupunkttemperatur wird im Bereich der Decke und der Aussenecken unterschritten, d.h. dass sich hier geballt Feuchte niederschlägt.

Pilzwachstumssteigernd sind die nicht den einschlägigen Normen (DIN13300wm) entsprechenden vorhandenen Anstiche. Diese nehmen sehr viel Feuchte auf und bilden somit die Basis für das Pilzwachstum. Die Aufschichtungen der Anstriche sind zwischenzeitlich so hoch, dass eine Gitterschnittprobe nicht mehr möglich ist, d.h. die alten Anstriche sind zumindest in diesem Bereich komplett (unter Einhaltung der einschl. Vorschriften der Biostoffverordnung und Bau-BG)zu entfernen.

Die vorhandene Schrankwand verhindert die Luftzirkulation, was wiederum erhöhte Feuchte und Schimmelwachstum nach sich zieht. Hier ist zu überlegen ob es möglich wäre die Schrankwand auf der anderen Raumseiten aufzustellen und an dieser Wand das Bett zu platzieren.

Als Sofortmaßnahme empfehle ich, nachdem gestern bereits die befallenen Flächen soweit erreichbar mit Jati-Schimmelpilzentferner von mir behandelt wurden, in diesem Bereich einen Anstrich mit der hochalkalischen Farbe „Feuchtblocker“ auszuführen, nachdem die alten Aufschichtungen entfernt wurden. Ich gehe erfahrungsgemäß davon aus, dass hier auch „alter Schimmel“ einfach überstrichen wurde. Die Vorhangleiste ist abzunehmen und kann nach der Schimmelbehandlung wieder eingebaut werden.

Wichtig ist hier auch eine Feinreinigung mit Jati Oberflächenentkeimer der noch im Raum verbliebenen Möbel. Speziell der Schrank muss nach dem Abtöten des Schimmelbefalles komplett entkeimt werden.

Um hier auf Dauer Abhilfe zu schaffen, ist es sinnvoll und notwendig die Wärmebrücken durch Aufbringen einer Kalziumsilikatplatte in einer Dimension von 6cm (Berechnung kann auf Wunsch nachgereicht werden) im Bereich Ausseneck bis Fensterstock, bzw. 1,50m auf der linken Seite sowie einem Teilbereich der Decke zu montieren.

Diese Arbeiten sollten aber erst im Frühjahr (Temperatur und Trocknung) durchgeführt werden außer Schimmelbefall in größerem Umfang würde wieder auftreten.

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