Richtig oder richtich?

18 Antworten

Die meisten scheinen zu glauben, dass die einzig richtige Aussprache "richtig" sei, auch wenn sie es selber vielleicht anders aussprechen.
Dem ist aber nicht so. In der Standardsprache wird die Endig "-ig" wirklich als [iç] gesprochen. So steht es auch in den Lehrbüchern für Deutschlerner und in den Wörterbüchern.

http://gfds.de/ig/

Ich selber spreche die süddeutsche Variante [-ig].

Trotzdem: Im Grunde ist es egal, wie man es spricht. Ich glaube nur wir Deutschen machen uns darüber so viele Gedanken. :-)

Nicht nur wir Deutschen. Dazu eine kleine Anekdote:

Ich hatte mal eine osteuropäische Kommilitonin, die in ihrer Heimat Deutschlehrerin werden wollte und während des Studiums einige Semester hier in Bayern studiert hat. Sie hat sich hier einige bairische Eigenheiten angewöhnt, darunter auch -ig wie [-ik] auszusprechen. Als sie mal - zurück in ihrer Heimat - ein Praktikum machte , wurde sie deswegen immer von den älteren Lehrkörpern zurechtgewiesen, sie müsse sich noch die richtige deutsche Aussprache aneignen.

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Ich möchte behaupten, dass Du [riçtik] sagst, oder? Im Deutschen gibt es die Spirantisierung [iç] oder die Auslautverhärtung [ik], wenn <g> der letzte Buchstabe ist. 

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Ich muss noch ein bisschen [kluk∫aisn] heute Abend... ;))

Es stimmt, dass im Standarddeutschen die Buchstabenkombination <ig> am Wortende beim Sprechen als [ɪç] realisiert wird. Diesen Prozess nennt man Spirantisierung.

In allen anderen Fällen, in denen ein <g> (oder ein <b> oder ein <d>) am Ende des Wortes steht, greift ein anderer Prozess - die Auslautverhärtung. Dieser hat zur Folge, dass <g>, <b> und <d> am Wortende beim Sprechen als [k], [p] und [t] realisiert werden. Ich möchte also behaupten, dass kein deutscher Muttersprachler ein [g] am Ende von <richtig> realisiert, sondern ein [k]. [rɪçtɪk] ist eine regionale Aussprachevariante.

Legende: In < > stehen Buchstaben, in [ ] Lautrealisierungen.

Die Bemerkung ist angebracht und klu:k.

;-)

Ich bin aber der Überzeugung, dass alle Südlichter, die für "richtig" (und nicht: "richtich") plädierten, den Endlaut wie ein "k" aussprachen und aussprechen und nicht wie ein "g".

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@earnest

Das war für alle sicher so selbstverständlich, dass sie nicht noch  die korrekte Lautschrift - das harte "k" - anführen mussten.

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Die meisten Wörterbücher listen es als [ˈrɪçtɪç], also "richtich".

Im Süden Deutschlands und in Österreich spricht man es als "richitig". (Da ich aus Bayern komme, spreche ich es mit [g].)

Man sollte sich also darauf einigen, dass es einfach zwei Hauptvarianten gibt.

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