Rettungssanitäter werden - Wie ist es?

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Ich schließe mich SaniOnTheRoad an: Wenn man sich für etwas interessiert, sollte man sich zumindest die Informationen, die im Internet frei verfügbar zur Verfügung stehen, auch selbst besorgen können. Es dauert nicht eine Minute, bis du weißt wie umfangreich die Ausbildung zum RS ist. Bis du die Gehaltsaussichten grob kennst, mögen es vielleicht 5 Minuten sein, aber nur wenn du am Anfang gar keine Idee hast, wo du suchen musst. Und auf GF? Klar, du bekommst von Leuten wie SaniOnTheRoad, Baktolan oder mir eine sinnvolle Antwort... du hast aber so gar keine Ahnung, ob wir eigentlich wissen, wovon wir reden! Es könnte ja sein, dass ich Hausfrau Krause bin, früher mal als Putzfrau gearbeitet habe und jetzt die Nachbarn überwache. Sprich: Wenn du selbst mal eine handelsübliche Suchmaschine anschmeißt und recherchierst, bekommst du schnellere und sicherere Antworten, als wenn du hier in einem Laienforum fragst.

Ebenso ergäbe sich für dich bei eigener Recherche die Erkenntnis, dass es einen himmelweiten Unterschied zwischen Rettungssanitäter und Notfallsanitäter gibt... und deine Fragen lassen für mich jetzt nicht darauf schließen, was von beidem du tatsächlich meinst.

Ich unterstelle jetzt einfach mal, dass du tatsächlich den Rettungssanitäter meinst.

Wie findest du diesen Beruf? Welche Erfahrungen hast du mit diesem?

Ich habe 2012 mit einem FSJ im Rettungsdienst angefangen, dort meinen RS gemacht und bin danach einfach dageblieben... vier Jahre habe ich diesen Job in Vollzeit gemacht; seit 2016 arbeite ich nur noch in Teilzeit, weil ich studiere.

Ich finde diesen Beruf toll! Es ist eine ganz eigene Lebenserfahrung, und weil es zum Teil "friss oder stirb" ist, wird man (wenn man durchhält) spätestens in diesem Beruf erwachsen. Der Beruf hat so sein eigenes Flair, so zwischen einem hohen Ansehen in der Bevölkerung, und einem meist entspannten "schau' mer mal" in der Praxis. Außerdem kann der Rettungsdienst, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, ein toller Studentenjob sein.

Auf der anderen Seite ist es ein fordernder Job. 12h-Schichten auch an Heiligabend und am Ostersonntag liegen nicht jedem, und es kann eben auch mal vorkommen, dass man während dieser 12h nicht dazu kommt, eine Mahlzeit zu sich zu nehmen. Man arbeitet durchaus körperlich, z.B. Patienten aus ihrer Wohnung heraus tragen; nicht wenige Kollegen erleiden Bandscheibenvorfälle. Das schnelle Umschalten zwischen "Erstmal hinsetzen und einen Kaffee kochen" und "Bäm, Verkehrsunfall mit mehreren Fahrzeugen, ihr kommt als Erster an" kann nicht jeder. Der Übergang zwischen Nachtschicht und Tagschicht kann einen richtig krank machen. Und das ganze tut man sich an... um wieder mal festzustellen, dass der Patient eigentlich auch morgen zum Hausarzt gehen könnte und nicht dringend hilfsbedürftig ist. Und die Bezahlung trägt nicht pisitiv zur Motivation bei.

Dementsprechend: Toller Job, um erwachsen zu werden und mal ein Bisschen Spaß zu haben. Aber nichts, worauf ich mein Leben aufbauen wollte, und erst recht nichts, was ich 45 Jahre lang machen wollte.

Wie ist das Gehalt? Ausbildung- & Einstiegsgehalt?

Dadurch, dass sich die meisten Rettungsdienste an den TVöD halten oder sich zumindest daran orientieren, ist das etwas das du selbst herausfinden kannst.

Wenn du die Qualifikation zum Rettungsanitäter machst, kannst du froh sein wenn du die Kosten nicht selbst tragen (und dir die Praktika organisieren!) musst. Ausbildungsgehalt gibbet nicht, ist ja so gesehen nichtmal eine Ausbildung.

Abwechslungsreicher Job?

In meiner gestrigen Tagschicht konnte ich irgendwann nicht mehr liegen, mein Buch und meine Zeitschrift waren zu Ende und das WLAN hatte eine Macke. Ich habe mich gegen Dienstende gefragt, wozu ich eigentlich anwesend war.

In der Schicht davor hatten wir morgens einen kleinen Verkehrsunfall mit leicht verletzter Person, dann einen Schlaganfall, und Nachmittags konnte ich meinen Mittagsschlaf nicht vollenden, weil wir zum Wiederbeleben gefahren sind, um beim Wiedereintritt des Kreislaufs mitgeteilt zu bekommen, dass die Patientin eigentlich nicht hätte wiederbelebt werden wollen. Gegen Abend haben wir noch das sechsjährige Kind zweier höchst besorgter Helikoptereltern in die Klinik gefahren, das seit einer Woche nen fieberhaften Infekt hatte und Angst vor dem Arzt hatte. Der Vater fuhr natürlich Stoßstange an Stoßstange hinterher und musste vor der Klinik im Halteverbot parken.

In der Nacht davor haben wir eine minderjährige Angetrunkene an die Eltern übergeben, anschließend den stadtbekannten Berufsalkoholiker zum x-ten Mal in die Psychiatrie gekarrt (35 km einfache Strecke) und sind anschließend 15 km mit Sonderrechten gefahren, um nen Menschen mit gepackter Tasche von daheim abzuholen, weil es seit ner Woche am Fuß kribbelt und er sich mal richtig durchchecken lassen wollte. Das war gegen 3 Uhr morgens.

Dieser Job ist eine Kombination aus Überraschungsparty und Bullshit-Bingo, mit etwa 5% WTF-Momenten und 1% Erlebnissen, nach denen du erstmal durchatmen musst.

Immer noch Spaß daran?

Ja, tatsächlich. Ich weise aber darauf hin, dass ich damit nicht unbedingt den Durchschnitt der hiesigen Kollegenschaft repräsentiere (liegt mehr an der Chefetage als an der Arbeit).

Wo am besten bewerben bzw. anfangen?

Bei einem Retttungsdienst, möchte ich meinen.

Mal ehrlich... wenn man mal auf die Suche geht, wird man mit Stellenanzeigen überhäuft.

Kann man als RS. auch den RTW fahren

Das ist eine der Kernaufgaben von Rettungssanitätern auf Rettungswagen...

oder gibt es da extra noch den Beruf "Krankenwagenfahrer" ?

Nein.

Aufstiegschancen und Weiterbildungsmöglichkeiten?

Als RS? Nicht existent, du bist qualifizierter Taxifahrer, Kofferträger und Zuarbeiter. Als Notfallsanitäter? Sehr begrenzt. Sollte dein Ziel darin bestehen, eine große Karriere zu machen, ist der Rettungsdienst die falsche Wahl.

Woher ich das weiß:Beruf – Seit 2012 im Rettungsdienst tätig

Hi,

sei mir nicht böse, aber ich nehme es mal vorneweg: wenn man sich für irgendetwas interessiert, sollte man auch in der Lage sein, die absoluten Grundlageninfos selbst zu beschaffen.

Das hat nicht nur den Vorteil, dass man sich doch die Hälfte der Fragen sparen, sondern auch bei den einzelnen Fragen mal vorneweg 90 % der Antworten selbst geben kann.

Und: wenn man noch überhaupt keine Idee hat, in welche Richtung die berufliche Reise gehen soll, wäre mal tief durchatmen, überlegen und eine Berufsberatung angebracht. Gestern Hubschrauberpilot, heute Automobilkaufmann und Rettungssanitäter, morgen Vorstandsvorsitzender eines DAX-Konzerns - macht keinen Sinn.

Wie findest du diesen Beruf? Welche Erfahrungen hast du mit diesem?

Für mich ist der Rettungsdienst eines der interessantesten und abwechselungsreichsten Arbeitsfelder, die man finden kann.

Ich war zwei Jahre RS, bevor ich die NFS-Ausbildung gemacht habe.

Wie ist das Gehalt? Ausbildung- & Einstiegsgehalt?

Abhängig von Arbeitgeber und Tarifvertrag.

Der Rettungssanitäter ist keine Ausbildung (das wäre der Notfallsanitäter), sondern lediglich eine 520-h-Qualifikation. Folglich gibt es auch kein Ausbildungsgehalt.

Einstiegsgehalt im Schnitt 2400 € Brutto, ohne Zulagen.

Abwechslungsreicher Job?
Immer noch Spaß daran?
Ja, in beiden Fällen ^^
Wo am besten bewerben bzw. anfangen?

Sinnigerweise solltest Du dich nach den Möglichkeiten bei einer Organisation, die den Rettungsdienst in deiner Nähe durchführt, melden. Das wären in erster Linie mal die großen Hilfsorganisationen (ASB, DRK, JUH, MHD) und einige private Betreiber.

Kann man als RS. auch den RTW fahren oder gibt es da extra noch den Beruf "Krankenwagenfahrer" ?

Der Rettungssanitäter wird als Transportführer im qualifizierten Krankentransport und als Fahrer in der Notfallrettung eingesetzt.

Einen Beruf "Krankenwagenfahrer" gibt es nicht.

Aufstiegschancen und Weiterbildungsmöglichkeiten?

Man kann einige Zusatzqualifikationen mit dem RS erwerben - große Chancen auf berufliches Vorankommen gibt's nicht. Es ist eine Qualifikation, keine Ausbildung.

LG

Woher ich das weiß:Beruf – Ausbildung und hauptamtliche Tätigkeit als NFS

Vorweg, der Rettungssanitäter ist in Deutschland KEIN Ausbildungsberuf sondern eine Qualifikation im Rettungsdienst, die durch die "Grundsätze für die Ausbildung des Personals im Rettungsdienst" des Bund- Länder Ausschuss Rettungswesen geregelt ist.

Die Qualifikation ist folgendermaßen aufgebaut:

- Rettungssanitäter- Grundlehrgang (mindestens 160 Stunden), schließt in der Regel mit der Zwischenprüfung zum Rettungshelfer ab,

- Praktikum im Krankenhaus (160 Stunden), in der Regel Aufteilung in 80 Stunden Anästhesie/OP und 80 Stunden Notaufnahme oder Intensivstation,

- Praktikum im Rettungsdienst an einer anerkannten Lehrrettungswache (ebenfalls 160 Stunden) und

- Rettungssanitäter- Abschluss-/Prüfungslehrgang (mindestens 40 Stunden). Dient der Vorbereitung auf die Abschlussprüfung und beinhaltet die Abschlussprüfung: 120 Minuten schriftlicher Teil, 20 Minuten mündlicher Teil und praktische Prüfung bestehend aus Reanimation und Fallbeispielen.

VERGÜTUNG:

Da die Qualifikation insgesamt also nur circa 520 Stunden (circa 3,5 Monate) dauert, gibt es KEINE Ausbildungsvergütung, im Gegenteil müssen die Teilnehmer für die Kosten der Lehrgänge aufkommen, das sind insgesamt circa 1.500 Euro zusammengesetzt aus circa 1.000 Euro für den Grundlehrgang und circa 500 Euro für den Abschluss-/Prüfungslehrgang inklusive der Gebühr für die Prüfung. Die Alternative wäre den Rettungssanitäter im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres (FSJ) im Rettungsdienst zu erwerben, dann ist der Rettungssanitäter für dich kostenlos, dafür arbeitest du 12 Monate für den Rettungsdienst als Vollzeitkraft und erhälst anstelle einer richtigen Vergütung nur ein "Taschengeld" von circa 300 Euro im Monat. Der Gehalt als fertiger Rettungssanitäter liegt beim Einstieg bei circa 2.000 Euro brutto ohne Zulagen für Nachtarbeit, Sonntagsdienst und Feiertage, die Hilfsorganisationen haben Tarifverträge, da kann man den genauen Gehalt nachlesen, private Rettungs- und Krankentransportdienste sind nicht tarifgebunden.

ABWECHSLUNGSREICHER BERUF/TÄTIGKEIT:

Auf jeden Fall, man muss halt herausfinden, ob einem die Tätigkeit im Rettungsdienst gefällt.

KANN MAN ALS RETTUNGSSANITÄTER AUCH RTW FAHREN:

Grundsätzlich ja, die Rettungsdienstgesetze erlauben den Einsatz von Rettungssanitätern als zweite Person/Assistenz auf dem Rettungswagen, in manchen Bundesländern darf ein Rettungssanitäter sogar noch als Fahrer des Notarzteinsatzfahrzeuges zum Einsatz kommen, zum Teil jedoch nur solche mit einer gewissen Berufserfahrung. Der Arbeitgeber muss natürlich "mitspielen", bei manchen, muss man sich als RS erst auf dem KTW "bewähren", bevor man auf den RTW darf, gerade als Berufseinsteiger. Du musst aber wissen, dass für den Großteil der modernen Rettungswagen eine Fahrerlaubnis der Klasse C1 notwendig ist, diese zu erwerben kostet auch nochmal circa 1.500 Euro und nur wenige Arbeitgeber beteiligen sich an diesen Kosten.

AUFSIEGSMÖGLICHKEITEN:

Als Rettungssanitäter eher weniger, es gibt zwar Zusatzqualifikationen die auch ein RettSan erwerben kann, aber im Vorteil und der Regelfall sind die höherqualifiziertes Notfallsanitäter und Rettungsassistenten. Rettungsassistent war eine zweijährige Ausbildung, Neubeginn seit 2015 nicht mehr möglich, der Notfallsanitäter ist eine dreijährige Ausbildung mit staatlicher Prüfung am Ende. Mfg.

  • interessanter Job
  • Einstiegsgehalt ca. 2.400 €, zuzüglich Schichtzulagen. Ausbildungsgehalt? Lachflash! der RettSan ist eine WEITERbildung mit 520 Stunden! somit KEIN Gehalt!
  • heute viel Arbeit, morgen etwas ruhiger
  • no komment, nicht im Bereicht tätig
  • bei den zuständigen Trägern des Rettungsdienstes (DRK; ASB, Malteser, Johanniter usw.)
  • wenn Führerscheinklasse C1 vorhanden, natütrlich auch RTW. den Beruf des Krankenwagenfahres gibt es nicht!
  • Weiterbildungen sind jährlich abzulegen, ansonsten keine Chance im Beruf. Aufstieg? eher weniger, da zweit niedrigste Qualifikation im RD

Den Beruf sind super spannend und er macht mir auch viel Spaß.

Gehalt ist abhängig vom jeweiligen Rettungsdienstbetreiber, das BRK hat aber einen öffentlich einsehbaren Tarifvertrag.

Der Job ist definitiv abwechslungsreich, du hast zwar auch "stammkunden", aber an sich immer wieder neue Menschen mit unterschiedlichen Krankheiten oder Verletzungen.

Ich habe definitiv noch Spaß daran, fahre zwar momentan "nur" ehrenamtlich, wechsle aber demnächst Hauptberuflich in Rettungsdienst.

Wo du dich am besten bewirbst wäre eine Rettungswache in deiner Nähe.

Als RS kannst du natürlich RTW fahren. (Genau genommen musst du nach dem BayRDG als Fahrer "nur" eine geeignete Person sein )

Als RS kannst du als Verantwortlicher auf dem KTW eingesetzt werden, ebenso als NEF-Fahrer oder RTW Fahrer.

Aufstiegschancen gibt es im Hinsicht auf MPG-Beauftragter, Wachleiter, Hygiene Beauftragter, etc.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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