Probleme mit Elektronischer Orgel... (Frage an die Elektriker und Hobby-Tüftler)

4 Antworten

Bei alten Elektronikgeräten sind nicht selten die Elektrolytkondensatoren ausgetrocknet. Je nachdem, wie aufwendig die Platine Bestückt ist, ist das evtl. eine Sisyphusarbeit den eigentlichen Fehler zu lokalisieren.

ABER...ich würde zunächst mal schauen, ob ich nen Schaltplan dazu auftreiben könnte und dann ein Meßgerät, denn es bringt nichts, auf Verdacht alle Teile zu tauschen, um hinterher festzustellen, es lag an einem hochohmigen Kabel oder am Netzteil oder in irgendetwas, das man nicht wirklich als Hauptursache vermutet.

Wenn's das Netzteil ist, dann klemm es ab und schließe testweise eines mit denselben technischen Werten an; auf AC oder DC achten!!

Hallo!

  • Generell eine Frage: Bist du eher der Musiker oder der Elektroniker?

Solltest du der Musiker sein, dann verkaufe sie wieder oder hebe sie auf, aber zum Spielen wirst du damit so keine Freude haben.

Bist du zusätzlich auch der Tüftler- und Elektroniker-Typ, dann hast du eine spannende Zeit vor dir.

Diese Orgel ist mindestens 40 Jahre alt, das heisst Hochblüte der analogen Elektronik.

So simpel, wie das hier einige User beschreiben, geht es bei einer Conn aus den 70ern nicht ab. Ich habe Anfang der 80er elektronische Wersi-Orgeln gebaut - sie waren der Mitbewerber der Dr.Böhm-Orgeln seinerzeit - und ich erinnere mich noch sehr gut an diese damalige analoge Bauweise.

Tausende Drähte, tausende Lötstellen ... und ewig Fehlersuche .. ;-), und jeder Schalter war rein mechanisch ... und damit sind wir schon beim eigentlichen Problem dieser Orgelgeneration: Verdreckung und Oxidation, sprich Rost.

Viele Schalter und vor allem die Tastenansteuerung der Manuale waren in offener Bauweise geführt. Das bedeutet, Stahldraht kontaktet bei gedrückter Taste mit querlaufendem Stahldraht. Ist dieser Stahldraht jetzt im Bereich des Kontakts verdreckt, oder sogar angerostet, dann entsteht ein ganz schlechter elektrischer Übergang ... und das "Singen", "Brummen" oder einfach unsauberer Ton ist schon da.

Das heisst, möchtest du diese Orgel wieder zum Leben erwecken, dann solltest du vollgendes tun:

  • Als erstes unbedingt die Schaltpläne deiner Orgel auftreiben (USA), da du sonst keine Möglichkeit hast, Fehler einzugrenzen. Bei diesen Orgeln gibt es abschnittsweise immer Testpins, an denen du bestimmte Spannungen anliegen haben must, bei korrekter Funktion dieses Abschnitts. Wenn du diese Spannungen nicht weisst, ist es Sisyphus ...
  • Das Gerät innen entstauben (vorsichtig)
  • Schaltdrähte - besonders der Manuale - kontrollieren auf: Sauberkeit, Geradlinigkeit, kein Rost.
  • Den Kontakt aller Schalter und Taster mit den Schaltdrähten kontrollieren, besonders bei mehrdrahtiger Bauweise, dass alle Kontakte gleichzeitig stattfinden (zB bei den Manualen für die Obertöne. Wenn du Glück hast, sind die Manuale anders beschaltet, zB mit Mikroschalter, aber auch hier die Gleichzeitigkeit aller Mikroschalter pro Taste kontrollieren).
  • Lötstellen kontrollieren auf Kaltlötstellen
  • Drähte auf Unterbrechung kontrollieren - besonders im Bereich von Lötstellen.
  • Die Abschirmung aller Bauteile auf Unterbrechung kontrollieren. Besonders beim Ausgang der Leitungen zum Verstärker. Das ist übrigens die häufigste Ursache für Brummen und Singen > Unterbrochene Abschirmung im Stecker oder in der Buchse.
  • Immer vollgeschirmte Kabel verwenden zum Anschluss der Orgel an Verstärker-Anlagen.

Ja, und dann viel Spass mit deiner Orgel.

LG Bernd

Dankeschön, sehr informative Antwort!

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tippe da auch eher auf einen defekten oder etwas abgedrifteten Kondensator oder Elko im Netzteil.

Die ändern mit dem Alter ihren Wert, der dann meist niedriger wird. An deiner Stelle, würde ich mal am Netzkabel gucken, das geht rein zu einem Trafo, dahinter sitzen paar Elkos. Die würde ich jetzt mal gnadenlos rauslöten und ersetzen, dabei achtest du bitte auf + und -.die richtige Faradzahl und die Spannung.

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