Pro- und- Kontra Argumente für Digitalisierung an Schulen?

7 Antworten

Ich habe 20 Jahre lang nebenberuflich Elektronik unterrichtet. Damals gab´s auch schon PPT und Beamer, aber die stinknormale Tafel ist durch nichts zu ersetzen.

Während ich eine Schaltung aufgezeichnet habe konnte ich schon mit den Erklärungen hierzu anfangen und die Schüler hatten Zeit zum Mitdenken.

Wenn irgendwelche Vorschriften rübergebracht werden müssen, ist Beamer und PPT schon OK.

Und klar: Das ist jetzt nicht unbedingt das "Digitale" wie es hier gemeint ist. Aber wenn ein Schüler digital übermittelt bekommen soll, wie die z.B. die Emitterschaltung funktioniert und welche Eigenschafte diese hat, dann geht es ja im Prinzip mit PPT.

Kontra: Es kommt nicht jeder damit klar, alles digital zu haben und für die Augen ist es auch nicht so gut

Nicht der gesamte Unterricht muss digitalisiert werden, die Kinder müssen auch analoge Fertigkeiten erwerben. Ansonsten spricht kaum etwas dagegen.

Es gibt keine Kontra Argumente.

Wer sagt, "Es gibt kein Geld!", der setzt falsche Prioritäten. Bildung ist und muss die höchste Priorität bleiben.

Wer meint, dass es keinerlei Kontraargumente gäbe der meint auch, dass Medikamente keinerlei Nebenwirkungen haben.

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Kontra, aus der Sicht eines Bürgers, der ohne Computer mit Freude lesen, schreiben und rechnen gelernt hat: Daß die Propaganda für die sog. "Digitalisierung" mit Bildung gar nichts im Sinn hat, verrät, schon das falsche Wort.

Lesen, Schreiben und Rechnen sind schon seit der Zeit der Alten Ägypter und der Erfindung von Ziffern und Buchstaben nie etwas anderes gewesen als digitale Tätigkeiten. Dessen ungeachtet wird uns heute vorgelogen, daß Papier und Stift "analog" seien. Manche sagen sogar, die, die an dem "digitalen" Vollrausch keine Interesse haben, seien Bewohner eines rückständigen Reiches namens "Analogistan".

Pro, aus der Sicht der Verkäufer: Was sie uns als "Digitalisierung" verkaufen, ist, daß ein längst digitaler Sektor der Arbeitswelt elektronisiert, d.h. maschinisiert werden soll, wie das mit anderen Sektoren der Arbeitswelt schon früher gemacht wurde. Wozu? Um (a) die Geräte zu verkaufen, (b) den Schulen und anderen Unterrichtsanbietern durch die Einsparung von Personal, Material und Räumlichkeiten Kostensenkungen zu ermöglichen, und (c) durch die billige Vervielfältigung und Kontrolle über die Lebensdauer des Lehrmaterials mehr Gewinn zu machen.

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