Philosophische Pro und Kontra Argumente zu Vegetarismus/Veganismus

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10 Antworten

Philosophisch gesehen fällt Vegetarismus/Veganismus unter das Toleranzgebot für Glaubenshaltungen. Philosophische Vernunft kann zwar empfehlen, dass wir um unserer selbst willen achtsam mit Tieren wie mit der ganzen Natur umgehen. Das lässt Spielraum zwischen kein Fleisch essen und in Maßen Fleisch essen. Was verwerflich ist, und das betrifft nicht nur das Fleisch essen, ist der rücksichtlose Konsum des Massenverzehrs von allem und der Wegwerf-Mentalität, die alle der Natur abgerungenen Rohstoffe irgendwie als wertlos erachtet - hauptsache billig. Veganer, die jedes neue Smartphone haben müssen, die sich an jedem Konsum, außer an Fleischkonsum berauschen und ihre Wertidentifikation ziehen, können da keine Plus-Punkte erwarten. Die gesamte Lebenshaltung der Achtsamkeit zählt.

Ich sehe keinen Zusammenhang von Vegetarismus/Veganismus und Smartphonekonsum. Genauso könnte man sagen Veganer, die Menschen töten oder Drogensüchtig sind, können da keine Plus-Punkte erwarten.

Man kann den Kernpunkt der Frage isoliert betrachten und zum Beispiel behaupten (und belegen), dass jedes nicht produzierte und gekaufte Stück Fleisch eine Reduzierung von Leid ist und die Umwelt schont.

Dass Vegetarismus/Veganismus an sich einer Heiligsprechung gleichkommt, die von jeglicher ethischer Übelegung in anderen Bereichen freispricht, wird niemand behaupten.

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@sventheman

Vom "karma punktesystem" habe ich noch nichts gehört.

Das prinzip der notwendigkeit scheint mir hier am sinnvollsten:

Glück ist gut und leid ist schlecht -> Fleischkonsum verursacht leid am tier -> Kann ich dieses leid verhindern? -> Ja, das kann ich, indem ich kein fleisch esse -> Ist mein eigenes leben bedroht, wenn ich das leid verhindere? -> Nein, ist es definitiv nicht. fleischkonsum ist nicht notwendig um mein überleben zu sichern.

daraus folgt: wenn ich fleisch esse, obwohl ich nicht muss, verhalte ich mich unethisch, da ich leid verursache, das ich, ohne meine existenz aufs spiel zu setzen, leicht verhindern könnte.

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@Runaa

Da gibt es nur ein Problem: Auch Pflanzen leiden, wenn man sie abschneidet und zerkleinert. Alles Leben leidet, wenn es gewaltsam beendet wird, auch Stechmücken. Religion will glauben und scheut vor Schwarz-Weiß nicht zurück. Philosophie will zweifeln und scheut jede Vereinfachung. Darum gibt es keine eindeutige Stellung der Philosophie zu Vegetarismus/Veganismus.

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@berkersheim

Auch Pflanzen leiden

Leidensfähigkeit setzt ein Bewußtsein voraus. Haben Pflanzen also deiner Meinung nach ein ein Gehirn?

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@berkersheim

Der Großteil des Leids sind die Jahre der Aufzucht - das kann ich beim besten Willen bei Pflanzen nicht sehen.

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@berkersheim

Na das ist ja ein ganz alter Hut. Damit willst du doch jetzt nicht ernsthaft das Leiden des Salatkopfs bis zu seiner Ernte begründen?

Normalerweise kenne ich viele gute Beiträge von dir, aber hier zeigst du dich von deiner uneinsichtigsten Seite.

Mich stört ja weniger, wenn jemand seine Prioritäten auf egoistischen Genuss legt - in gewissem Rahmen macht das jeder irgendwo - nur dieser Selbstbetrug durch zweifelhaftes Argumentieren (habe ich selber jahrelang für ungetrübten Fleischgenuss gemacht) und der Versuch dies als rational und gewichtet darzustellen, ist eines Philosophen nicht würdig.

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@sventheman

Ich habe ja nichts gegen Deine Vegetarier-Religion. Ihr seid eh so wenige, dass es vollkommen unbedeutend ist. Ich habe allerdings etwas dagegen, wenn ihr euch in eurer Heiligkeit zur Sittenrichter über andere aufwerft. Macht euer Ding und fertig. Nur kommt nicht mit fadenscheinigen Argumenten, die ihr auch noch als philosophisch ausgebt. Und was nicht in den Kram passt, wird abgestritten. Und sag jetzt nur nicht, du würdest Lederschuhe tragen und Medikamente nehmen, in deren Trägersubstanzen Tiere verarbeitet wurden. Und dann hast Du auch noch Ledersitze im Auto und Dein Sofa? Tja, das ist halt ein Problem mit dem Leidverhindern. Frag mal Budhisten, die lachen sich tot, dass Du als Teil dieser Welt Leid verhindern willst.

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@sventheman

Oh nein, jetzt geht dieser Unfug wieder los, kommt nächstes Mal mit besseren Argumenten um euren Tierleichenkonsum zu rechtfertigen!

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@Veganer09

@veganer09

Ich habe doch geahnt, was herauskommt, wenn man sich auf ein religiöses Thema einlässt. Deren Missionare zücken die Schwerter und schichten das Holz auf. Ein Glück, dass sie in der Minderheit sind. Wer Wörter wie "Tierleichenkonsum" gebraucht, behauptet seine Höherstellung gegenüber der Mehrheit. Vegetarismus/Veganismus als persönliche Lebenseinstellung ist jedermanns Sache. Aber Vegetarismus/Veganismus als Religion ist schwer erträglich.

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@berkersheim

Du verstehst da etwas falsch. Einige Veggies betrachten tote Tiere ebenfalls wie Leichen - auch wenn es nicht die korrekte Wortwahl ist. Das liegt nicht daran, dass sie sich höher stellen wollen, oder weil sie Mischköstler beleidigen wollen. Sie tuen das, weil sie den Menschen nicht derart von anderen Tieren abgrenzen wollen. Für sie sind Menschen genau wie Tiere wertvolle, zu respektierende Lebewesen udn sie sehen es auch als schlimm an, wenn ein Tier für dein Genuss getötet wird.

Ein Gedankenspiel: Stelle dir vor, du würdest in einer Gesellschaft aufwachsen, in der Kannibalismus zum Alltag gehört. Deine Freunde und die meisten Menschen haben daran teil, während du es moralisch nicht vertreten kannst. Da fällt es dir auch schwer ruhig zu bleiben und deinen Frust immer runterzuschlucken. das hat aber nichts damit zu tun, dass du dich als höherwertig ansiehst.

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Du musst ja erstmal erklären inwiefern sittliche, ethische, ökonomische und vielleicht auch ökologische Argumente von Veganern und vegetariern unter "das Toleranzgebot für Glaubenshaltung" fallen. Das hört sich eher nach einer Denunziation, als nach einem Argument, an.

Zweitens steht eine Form der Vernunft als Instanz, die nur Empfehlungen abgibt, also quasi ein Ratgeber ist, unter Verdacht intrumentell zu verfahren. Vgl. die Unterscheidungen des hypothetischen und kategorischen Imperatives in der GMS von Kant, vor allem im ersten und zweiten Abschnitt.

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alle Philosophen philosophierten immer auch in ihrer Zeit……… der Gräuel der Sklaverei,- Gräuel der Kriege ,- Gräuel der Konzentrationslager, den Gräueln der Apartheit, &&&&&

Heute in der grausamen Zeit der Wirtschaftskriege **und des gigantischen Tieremordens****!, sollte der Blick zukunftsweisend alle moralischen gesellschaftlichen Auswirkungen, die bar jeder natürlichen Ethik sind, in philosophischen Betrachtungen einfließen.

Deswegen empfehle ich Dir, philosophiere selber in der Gegenwart, ein gutes Einstiegsbuch ist dafür erst mal ein philosophisches Wörterbuch, viel Geschichtswissen und ein fundiertes Wissen über die Philosophie( Schulen) des 20. Jahrhunderts.

viel Spaß an & mit Deinem Erkenntnisgewinn ;)himako

Es ist zwar eher Psychologie als Philosophie und es geht nicht konkret um Vegetarismus/Veganismus sondern allgemein um eine Zustandsanalyse unserer Gesellschaft im Umgang mit Tier und Natur, aber folgende Ausgabe der Zeitschrift "Transpersonale Psychologie und Psychothereapie" wird dir in deinen Überlegungen helfen, zumindest wichtige Gesichtspunkte liefern: http://de.scribd.com/doc/143373259/Transpersonale-Psychologie-Und-Psychotherapie-1997-Vol-2

Vielleicht mit "Ohne Maß und Mitte - Über die spirituellen Wurzeln unserer ökologischen Destruktivität" von Ludwig Frambach anfangen.

Habe vor kurzem ein sehr interessantes Interview mit der Psychologin Melanie Joy gelesen. Kann man auch im ähnlcihen Varianten im Internet finden. Einfach mal "Melanie Joy Karnismus" googeln.

Im wesentlichen ist ihr Punkt, dass wir Menschen sehr starke mentale Barrieren und Schutzmechanismen haben um Tiere zu essen. Gerade bei Kindern kann das gut beobachtet werden. Tiere werden in essbar (und damit freigegeben für unmenschliche Behandlung, Massenmord, etc) und nicht-essbar (der süße Goldenretriever mit dem man so gern kuschelt) unterteilt. Damit wachsen die meisten Menschen auf und sind sich dessen kaum bewusst.

Deine Frage zu beantworten, würde den Rahmen hier sprengen. Lies mal hier und schau vor allem auf die Literatur und Einzelnachweise:http://de.wikipedia.org/wiki/Tierrechte

Dito:http://de.wikipedia.org/wiki/Tierethik

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@heide2012

Etwas zum Philosophen Schopenhauer und Tierethik findest du hier:http://tierethik.blog.de/2011/04/14/tierethik-philosophie-arthur-schopenhauer-11002577/

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danke

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Hallo Akte :-(( Schau Dir das an und danach frag noch einmal == Philosophische Pro und Kontra Argumente zu Vegetarismus / Veganismus !!! Fakt ist == Der Mensch kann ohne Fleisch leben und jeder der ein Tier tötet ist ein Mörder !! Mörder bedeutet == man beendet das Leben eines Lebewesens also tötet man das ist nun mal die Wahrheit !! Wenn ein Mensch kein Geld zum Fleisch kaufen hat ---- er hat aber eine Katze / Hund == wird er dann sein eigenes Haustier schlachten nur um an Fleisch zu kommen ??? das würde mich echt mal interessieren !! Denkt da mal drüber nach ??!!!! Liebe Grüße Radschula ;-)

dann müssten die ihre eignen Haustiere essen ob sie wollen oder nicht!! Und in diesem Fall wäre der Fleischkonsum sogar ethisch gerechtfertigt :)

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Hallo! Alle Philosophie in ein Lied gepackt. Alles Gute.

DH, kami, ich hab mir vor vielen Jahren die LP von Gänsehaut gekauft, mit "Karl, der Käfer" und "Schmetterlinge gibt`s nicht mehr".... Die hüte ich heute noch wie einen Schatz :) LG, Sigi

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Hallo, gute Frage :) Paschulke hat hier schon eine Seite genannt... Gib mal "Zitate zum Veganismus" in deine Suchmaschine ein.... Auf vielen Seiten dort findest immer wieder neue und alte Zitate von Philosophen aller Epochen. Ich liebe sie alle, sie sind mir oft Trost und Hilfe... :) LG, Sigi

Hedonismus! Ein klares PRO Argument. Es macht Spaß zu Grillen und das Tier zu erlegen. Hört sich derbe brutal an, ich weiß, aber es ist nun einmal so....

Leider ist es nur nicht so, dass jeder, der Fleisch isst, auch die Schneid und den Mumm hat, die Tiere selbst zu töten...Was meinst du mit "erlegen" ? Das feige Töten im Schlachthof etwa ?

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@Moucky

genau Moucky, sie sind zu feige es selber zu tun, müssten sie es selber tun so wäre die halbe Weltbevölkerung Vegetarier oder Veganer :)) Ach ja Veganer macht das Grillen auch Spass ohne dass jemand zuvor darunter gelitten hat :)

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Hedonismus! Ein klares PRO Argument.

Das is nicht klar. Denn zum Hedonismus vieler Menschen gehört die Freude am Wohl der Tiere.

Schau dir selbst einmal die berüchtigten Tierhaltungs und -schlachtungsvideos an - empfindest du eher Freude oder Schmerz?

Für mich ist Hedonismus ein klares Contra Argument.

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Da hast du was falsch verstanden! Mit Hedonismus ist nicht eine "Spaßgesellschaft" mit einer rücksichtslosen, egoistischen Lebenseinstellung gemeint! Hedonismus im ursprünglichen Sinn meint auch die Vermeidung von Schmerzen und Leid - und zwar nicht nur für einem selbst!

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@kuechentiger

Dieses Missverständnis ist doch sehr bezeichnend für die Mehrheit unserer Gesellschaft... Nur nix hinterfragen - könnte unbequem werden :(

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