Mit welchem Schreibwerkzeug wurde das Geschrieben?

 - (Schreiben, Schrift, Schriftart)

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo

Das ist ganz sicher kein Ausdruck, das ist handgeschrieben. Eine genaue Bezeichnung gibt es für diese Schriftart nicht. Diese hat der "Schreiber" sich selbst angeeignet, obwohl die Nuancen bei Schriftarten sehr klein und fließend sind. Ob die Feder nun stark abgeflacht ist oder weniger spielt bei dieser Art der Handschrift eher eine untergeordnete Rolle. Du kannst bei dieser Schrift erkennen, dass die "Ansätze" und "upstrokes" sehr dünn sind, während die "downstrokes" dicker sind. Das erziehlt man mit einer sehr dünnen Feder die flexibel ist. Während man mit einer F(Fein) oder FF (sehr Fein) ohne Druck schreibt, bleibt die Strichstärke dünn. Erhöht man den Druck auf die Feder, spreizen sich die Federschenkel je nach Druck mehr oder weniger auseinander und man erhält ein breiteren Strich. In der Kalligraphie benutzt man das einfach erklärt so: Beim Ansatz eines Buchstaben und beim Hochziehen (upstroke) schreibt man ohne Druck und der Strich bleibt so dünn, wie die Feder geschaffen ist. Beim herunterziehen (downstroke) erhöht man den Druck und durch das Spreizen der Federspitzen wird die Strichstärke breiter. Meine persönliche Lieblingsschriftart ist die "english copperplate" und diese Schrift kann man fast nur mit einm speziellen Federhalter, wie vor 100 Jahren und den Stahlfedern die man sehr schnell wechseln kann, erreichen. Allerdings benötigt man dafür ein Tintenfass und ist wirklich nur für geübte Schreiber tauglich. Diese Federhalter gibt es auch heute noch für die Kalligraphie für wenige Euro zu kaufen. Ich selbst habe vor Jahren dann angefangen Füll-Federhalter zu finden, mit denen man ebenfalls die "Schönschrift" schreiben kann. Das kann jeder erlernen, der sich dafür interessiert und Lust zum Üben hat. Bei YouTube gibt es unzählige Videos die zu diesem Thema Tutorials anbieten. Bei einer "einfachen" Schönschrift reicht schon ein normaler Füller mit einer flexiblen Feder in Fein. Es muss auch keine Goldfeder sein, die Stahlfedern können das auch. Mittlerweile gibt es auch aus Asien Hersteller, die Füller mit Patronen anbieten für kleines Geld. Die sind mit einer sehr speziellen und sehr feinen Feder ausgerüstet. Hier ist mal ein Link:

https://www.ebay.de/sch/i.html?_from=R40&_trksid=p2334524.m570.l1313&_nkw=Kalligraphie+F%C3%BCller+Zebra+G&_sacat=0&LH_TitleDesc=0&_osacat=0&_odkw=Kalligraphie+F%C3%BCller+Zebra

Diese Jinhao mit der Superfeinen "Zebra G" Kalligraphie Federn sind für unter 20€ zu haben und fürs Üben ideal. Ich habe auch schon welche für 5-7€ gekauft und ausprobiert. Wenn du noch weiter in das Thema eintauchen möchtest dann kannst du nach Kalligraphie googeln um Schriftarten zu entdecken, oder gleich bei YouTube ganze Lern-Videos anschauen.

Wenn du noch Fragen hast, beantworte ich sie dir gern...

LG

Hier einmal eine Schreibprobe die ich in einfacher Handschrift geschrieben habe, um einen Füller, der mit einer Superflexiblen Goldfeder ausgestattet ist. "English Copperplate" kann man damit nicht schreiben, aber eine schöne Handschrift schon.

 - (Schreiben, Schrift, Schriftart)

danke für die sehr ausführliche antwort! ich habe bei mir einen oblique federhalter + federn rumliegen, hab mich da aber noch nie rangetrau weil ich keine erfahrung habe. ist so ein füller mit einer elastischen feder besser für den start geeignet als ein federhalter den man dann auch immernoch ins tintenfass tunken muss?

0
@Lillymalina

Mmmh, die Sache mit den Oblique Federn habe ich nie so ganz richtig verstanden. Die haben sich auch nie wirklich durchgesetzt zumindest nicht in der Masse. Zwei Argumente kann man anführen: Die Schreibhaltung. Nicht jeder hält den Stift beim Schreiben wirklich gerade, so wurde die "O" Feder angeschrägt, um die Haltung des Füllers zum Papier auszugleichen. Der zweite Punkt ist dieser: Es gibt die "O"-Feder links- oder rechts angeschrägt. Ich habe schon von Linkshänder gehört und gelesen, die mit einer angeschrägten Feder besser zurecht kamen. Geübte Schreiber können mit einer O-Feder auch die Strichstärke variieren, indem sie leichte Drehungen des Füllers durchführen. Das muss man einfach für sich ausprobieren. Der Ursprung der O-Federn lag noch in einer Zeit, in der man in einem Schreibwaren-Fachgeschäft den Füllfederhalter persönlich Probe geschrieben hat. Das ist mit dem Internethandel und dem Verschwinden der Fachgeschäfte ebenfalls rückläufig. Ob nun ein Federhalter oder ein Füllfederhalter für den Start besser geeignet ist, ist schwer zu beantworten. Es kommt sicherlich darauf an, in wie weit man in die Kunst der Kalligraphie eintauchen möchte. Möchtest du wirklich Zierbuchstaben und "english Copperplate" lernen, dann sind Federhalter und entsprechende Federn sehr günstig zu bekommen, aber der Lernprozess ist eben ein bisschen anspruchsvoll. Du wirst auch ein spezielles Papier benötigen, weil diese Stahlfedern sehr "scharfkantig" sind und normales Papier die Tinte "ausbluten" lässt. Wenn du "nur" eine schöne Handschrift erlernen möchtest, dann reicht auch ein Füllfederhalter mit einer Tintenpatrone und einer flexiblen Feder in Fein oder Mittel aus. Ich kann dir nur empfeheln, wenn dich dieses Thema interessiert, einfach die Varianten auszuprobieren. Besorge dir Kalligraphie Papier, dass muss am Anfang kein teures sein. Oft sind da auch schon ein Linien-Blatt für Übungen dabei. Bei Ebay werden auch sehr oft alte Füllfederhalter angeboten, die eine flexible Feder haben, sogar in Gold. Wenn es nicht gerade ein Montblanc oder Pelikan sein muss, dann bekommt man einen "Brause" (so habe ich angefangen) schon für 20€. Achte nur darauf dass die Feder eine feine Spitze hat und flexibel ist. Experimentiere auch mit deinen Federhalter, du bekommst eine gute Tinte z.B. Pelikan, Herbin, schon für 3€.

Wenn du Hilfe benötigst, dann gerne melden.

LG

0
@Lillymalina

Okay, dann mache doch einmal ein Foto von den Sachen die du hast. Ich kann dir da fehlende Teile zuschustern...

0
@Folenvince

Sorry dass ich mich so lange nicht gemeldet habe aber irgendwie ist das bei mir unutergegangen. ich kann hier in den kommentaren kein bild machen von daher schreibe ich dir was ich habe: einen oblique federhalter, einen normalen aus buchenholz, eine brause ef 66 feder und tinte von pelikan. dann habe ich noch einen füller mit einer bandzugfeder bzw 3 in den breiten 1.1, 1.5 und 1.9. allerdings würde ich am liebsten mit den materialien starten die ich schon habe da ich herausfinden möchte ob das was für mich ist

0
@Lillymalina

Ja Lillymalina, du hast Federhalter/Füller und du hast Federn,Tinte und Papier.

Dann gehe bitte zu YouTube und schau dir an, wie die "Profis" das machen. Da gibt es unzählige Lernvideos für jedes Thema rund um das Schreiben und die Schrift. Wenn du nur allein den Begriff "Schönschreiben" eingibst, dann hast du schon viele Beispiele wie man beginnen kann. Kalligraphie, Zierbuchstaben Handschrift usw. sind auch gute Suchbegriffe.

Viel Spaß..

1
Wurde das mit einem Füller mit abgeflachter Feder geschrieben?

Da dort kleine Unregelmäßigkeiten bei den selben Buchstaben zu erkennen sind und auch solche Dinge wie verbundene t-Striche bei doppelten Konsonanten würde ich auf Handschrift tippen und keine maschinell erstellte Schrift.

Das sieht nach Füllfederhalter mit abgeschrägter Spitze aus.

Lernen kannst Du das auch. Ist mit viel Zeit und Arbeit verbunden, bis Du jeden Buchstaben so perfekt beherrscht und nicht versehentlich in Deine "normale" Handschrift zurückfällst.

Woher ich das weiß:Hobby – Ich mag gute Schreibgeräte und habe einige Erfahrungen damit

also ich hab einen füller mit abgeflachter spitze, bandzugfeder heißen die dinger glaub ich. ist das das gleiche? achja, eigentlich ist es glaub ich unmöglich das mit meinem füller zu schreiben, wenn man sich mal das große i anschaut.

1
@Lillymalina

Ich denke, die Feder die da benutzt wurde ist (wenn überhaupt) nur ein ganz klein wenig abgeflacht, nicht so eckig wie bei so einer Bandzugfeder. Evtl. liege ich da aber auch falsch. Jetzt, bei nochmaliger Betrachtung (evtl. doch nur eine feine, punktförmige Spitze)...?

Außerdem wird das eine flexible Feder gewesen sein. Die spreizt sich auf, wenn man stärker aufdrückt. Das bedeutet, die betreffende Person hat überall dort, wo der Strich dicker ist etwas mehr aufgedrückt und z.B. beim großen "I" unten bei den Kringeln die Feder nur ganz leicht über das Papier bewegt. Das ist schon mit sehr viel Übung verbunden, da es da nicht nur um die Form der einzelnen Buchstaben geht. Man muss zusätzlich noch synchron den Druck beim Schreiben anpasen um diesen Effekt zu erreichen.

Wie gesagt: Das ist nicht einfach und mit viel Mühe verbunden, bis man das so sauber beherrscht.

0

Die Schrift sieht einförmig aus wie gedruckt. Der Schreibende hat sich eine erstaunliche Routine angeeignet - ich könnte so nicht schreiben.

Es sind aber Fehler drin :)

Ich bin sehr sicher, dass es sich um eine besondere Typologie handelt. Also eine Schriftart, die dann ausgedruckt wurde. Aber es soll den Anschein einer Federschrift haben, ja.

Hallo,

sieht nach Bandzugfeder aus - Die gibt es auch an Füllfederhaltern.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Schreibfeder#Bandzugfeder

wie kann ich diese schrift erlernen? ich habe nähmlich einen solchen füller aber komme damit überhaupt nicht klar (mit der schrift speziell, ansonsten schreibe ich nur elbisch damit und das geht gut

0

Nein absolut nicht. Eine Bandzugfeder ist für eine sehr breite Schrift gemacht. Das "Gothisch" zum Beispiel. Bandzugfedern an Füller habe ich noch nicht gesehen. Die Bandzugfedern ähneln eher den noch breiteren Plaketfedern.

0

Was möchtest Du wissen?