Mit 15 Jahren auf Demente Oma aufpassen?

4 Antworten

Ich finde es großartig, dass du dir solche Gedanken machst und dass du dich um sie kümmerst.

Aber du brauchst dringend jemanden an deiner Seite, einen Erwachsenen aus deiner Familie, der sich mit dir kümmert. Die Rechtsgeschäfte kannst du aufgrund deines Alters nur sehr begrenzt abwickeln.

Aktuell sind Arzttermine zwar immer möglich, aber in dem Fall vermutlich nicht sinnvoll. Deine Oma sieht es wahrscheinlich nicht, dass sie Hilfe braucht.

Wenn du Unterstützung, auch einfach nur in Gesprächen benötigst, wende dich an die Caritas, oder die Diakonie. Beide haben Hilfsangebote, die du kostenfrei nutzen kannst.

Du bist mit 15 Jahren viel zu jung, um für eine Demenzkranke die Verantwortung zu übernehmen. Du hast keinerlei Vollmachten, weder für die finanziellen Belange, noch für die Gesundheitsfürsorge. Sollte deine Oma - aus welchem Grund auch immer - ins Krankenhaus müssen, werden die Ärzte nach einer Patientenverfügung und einer Betreuungsvollmacht fragen. Ist die Vollmacht nicht vorhanden, werden die Ärzte eine gerichtliche Betreuung beantragen. Da dein Vater nicht in Frage kommt und du nicht volljährig bist, wird das Gericht ein Gutachten anfordern und einen Betreuer einsetzen.

Deiner Oma zu sagen sie wäre dement, bringt überhaupt nichts. Demenzkranke können ihre eigene Situation nicht objektiv einschätzen. Sie wird alles abstreiten und dich schlimmstenfalls nicht mehr in die Wohnung lassen.

Gegen ihren Willen kannst du sie auch nicht zum Arzt bringen, und der Arzt kann sie nicht gegen ihren Willen untersuchen und / oder behandeln.

Wende dich an den Allgemeinen Sozialen Dienst deiner Stadt und lass dich beraten. Du musst damit rechnen, dass die Demenz weiter fortschreitet. Also warte bitte nicht mit dem Anruf beim Sozialdienst, bis deine Oma weg läuft und nicht mehr nach Hause findet, das Essen auf dem Herd vergisst und die Küche abfackelt, oder die Wohnung unter Wasser steht, weil die Badewanne überläuft.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Demenz ist nicht heilbar, man kann Sie etwas verzögern.

Jetzt während der Coronakrise sollten deine Oma und auch du zu Haus bleiben aber danach sollte deine Oma sich einfach mal komplet vom Arzt durchchecken lassen, da kann der Arzt die Demenz auch feststellen und mit euch besprechen was man machen kann damit die Demenz nicht so stark auftritt.

Die FS ist Minderjährig, der Vater wurde gegen seine Schwiegermutter handgreiflich, Verwandte haben sich bis jetzt nicht gekümmert. Gegen ihren Willen kann man die Patientin nicht zum Arzt bringen, ohne Einwilligung kann der Arzt sie nicht untersuchen und Medikamente verschreiben; niemand kann die Patientin zwingen, Medikamente zu nehmen. Hast du schon Demenzpatienten betreut?

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@mariontheresa

Ja das ist doch alles klar. Niemand hat gesagt, dass er mit Ihr zum Arzt soll. Sie soll Allgemein als Alte Dame mal zum Arzt gehen und sich durchchecken lassen , wie gesagt der Arzt kann weiterhelfen .

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@Christiangt

Eigene Erfahrungen mit Demenzkranken? Wohl eher nicht. Es gibt ein paar ganz einfache Tests, die kann man auch zu Hause mit der Oma machen. Nur so zur eigenen Information. Dazu braucht man keinen Arzt. Und eine Beratung über die rechtlichen Aspekte einer gerichtlichen Betreuung wird der Arzt sicher nicht machen. Bei meinem Mann hat die Uniklinik ohne Rücksprache mit mir eine Betreuung beantragt; ich hatte allerdings eine Generalvollmacht, nach der man mich nicht gefragt hat. Mein Sohn brauchte eine Betreuung, sein Hausarzt hat mir erklärt, dass er das nicht macht, und auch keine Ahnung hat, wie das abläuft.

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@mariontheresa

Ich weiß nicht warum du hier so einen irrelevanten langen Text schreibst. Der Arzt soll es nur feststellen und kann der Famile erstmal weiterhelfen und dann eben an die entsprechenden Stellen weiterleiten.

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@Christiangt

Also nochmal: Ich setze voraus, dass der Allgemeinmediziner die Patientin schon kennt. Also wird er sie körperlich untersuchen, sich mit ihr unterhalten, und den Verdacht auf Demenz bestätigen. Er wird aber nicht die Tests mit ihr machen, weil er die Unterlagen dazu nicht hat, und weil das nicht seine Aufgabe ist. Also schickt er die Patientin zum Neurologen. Da wird es das erste Mal schwierig. Je nachdem, wie weit die Demenz fortgeschritten ist, kann die Patientin den Anamnesebogen und die DSGVO nicht selbst unterschreiben. Da keiner eine Vollmacht hat, kann das auch niemand an ihrer Stelle machen. Es kann sie auch niemand zwingen, sich untersuchen zu lassen.

Falls der Neurologe der Meinung ist, die Patientin ist noch in der Lage, eine rechtssichere Einwilligung zu geben, macht er die Tests, schreibt einen Arztbrief mit Anamnese, Diagnose und Behandlungsempfehlung, und dann empfiehlt er, sich an eine Beratungsstelle wie den Sozialdienst zu wenden. Das kann man abkürzen.

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@mariontheresa

Du verstehst es auch nicht.... Was er macht oder nicht macht ist hier nicht die Frage. Der Hausarzt ist der Ansprechpartner und wird der Familie mit der Oma schon helfen und ensprechend wenn nötig auch an einen anderen Arzt überweisen.

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Es sind ja wohl noch Verwandte da, sie sollen mit ihr zum Arzt gehen. Manchmal sind ältere Menschen etwas wirr, weil sie zu wenig trinken oder ihre Tabletten nicht vertragen.

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