Logiklücke in der Bibel?

21 Antworten

Hallo SxSigmarxX,

es ist zwar keine schlechte Idee, sich die Bibel vorlesen zu lassen, eine bessere Methode ist es jedoch, beim Zuhören mitzulesen.

Du wärest dann garantiert auf einige Textpassagen aufmerksam geworden, die das Rätsel gelöst hätten.

Also, nimm bitte Deine oder eine Bibel noch einmal zur Hand und lies die ersten 3 (Drei!) Seiten erneut  - und diesmal vollständig.

Du findest dann u.a.:

(Zitat): „Und Adam lebte hundertdreißig Jahre und wurde dann der Vater eines Sohnes in seinem Gleichnis, in seinem Bilde, und gab ihm den Namen Seth. Und Adams Tage wurden, nachdem er der Vater Seths geworden war, achthundert Jahre. Unterdessen wurde er der Vater von Söhnen und Töchtern.“ (1. Mose 5:3-5)

Die ersten beiden Menschen hatten also eine ganze Reihe von Söhnen und Töchtern.

Aus diesem und weiteren biblischen Berichten ergibt sich folgendes Bild: In der Anfangszeit der Menschheit wurden  -  weil anders gar nicht möglich   - Kinder aus Ehen unter Blutsverwandten geboren. Das hatte jedoch bei noch fast vollkommenen Menschen, keinerlei nachteilige Auswirkungen auf das Erbgut.  Von welch "hoher Qualität" die Lebenskraft der ersten Menschen war, zeigt sich übrigens auch an dem hohen Lebensalter, das damals erreicht werden konnte.

Er ist mit zunehmender Unvollkommenheit erhöhte sich die Gefahr, dass sich bei Nachkommen blutsverwandter Eltern negatives Erbgut potenzierte.

Deshalb gab es ein Inzestverbot auch erst 2.500 Jahre nach Beginn der Menschheitsgeschichte.  Es wurde im Mosaischen Gesetz verankert und ist in 3. Mose 18:6-9 nachzulesen.

Soweit zu Deiner Frage.

Nun wirst Du sicher inzwischen schon bemerkt haben, dass sich zu Deinem Thema viele  User zu Wort melden, die nie  eine Bibel gelesen haben. Entsprechend fallen auch ihre Antworten aus.

Aber,  es gibt auch "Christen", die dem Schöpfungsbericht  ebenso misstrauen wie Du.  Deren Argument lautet jedoch häufig, der Bericht über das erste Menschenpaar würde "nur im ALTEN Testament" zu finden sein, und schon von daher wenig glaubwürdig.

Auch sie sollten ihre Bibel noch einmal zur Hand nehmen, um dann erstaunt feststellen zu müssen, dass der Begründer des Christentums, Jesus Christus selbst (im Neuen Testament),  dazu folgendes zu sagen hatte:

„Habt ihr nicht gelesen, dass der, welcher sie schuf [sein Vater], sie von Anfang an männlich und weiblich gemacht hat  und sprach: ‚Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird fest zu seiner Frau halten, und die zwei werden e i n Fleisch sein‘, so dass sie nicht mehr zwei, sondern e i n Fleisch sind? Was also Gott zusammengejocht hat, bringe kein Mensch auseinander.“ (Matthäus 19:4-6)

Und nicht zuletzt für Dich, als Fragesteller, hätte ich noch diesen Denkanstoß:

Du schreibst:

Ich halte den Glauben an Gott oder an das "Übermenschliche" für totalen Unsinn, trotzdem interessiere ich mich dafür was . . .

Nun, Dein Leben wird Dich ganz sicher noch lehren, dass es zwischen Himmel und Erde und in allen übrigen unsichtbaren Bereichen noch sehr viel mehr gibt, als wir uns vorstellen können.

Und wenn Dich Dich diese Erkenntnis irgendwann einmal veranlassen sollte, Deinen Glauben an eine Evolution gründlich zu hinterfragen, wird Dir vielleicht auffallen, dass die moderne Wissenschaft   -  anerkennenswerter Weise  -  zwar vieles erklären kann, was mit der Entstehung des Lebens zusammenhängt,  ABER, es wird Dir auch auffallen, dass zwischen dem "erklären können"  und dem "aus dem Nichts heraus erschaffen können", Welten liegen;  bislang unüberbrückbare Welten.

So ist es bspw. trotz intensivster Bemühungen und trotz gebündelter Intelligenz und trotz modernster Laborausrüstungen bisher nicht gelungen, aus toter Materie auch nur eine einzige lebende Zelle zu "erschaffen"  -  obwohl bekannt zu sein scheint, welche Rohstoffe dafür erforderlich sind.

Sollte es dennoch eines Tages gelingen, wäre das in Tat eine beachtliche Leistung.

Nur,  was würde dadurch bewiesen?

Eigentlich nur dies:  Um Leben zu erschaffen, bedarf es einiger grundlegender Voraussetzungen:   Gründliche Planung, hohe Intelligenz, geeignetes "Baumaterial",  zielstrebiges und geordnetes Schaffen und nicht zuletzt die nötigen "Werkzeuge"  -   alles zusammen also deutlich mehr als noch soviel Zufälle und noch so viele natürliche Auslesen je organisieren könnten.

Viele logisch denkenden Menschen kommen daher früher oder später zu dem Schluss, dass es denn wohl doch so sein könnte, wie es der Weltbestseller Bibel, in seiner Milliardenfachen Auflage und seinen rund 3.000 Sprachen - und von seiner ersten bis zu seiner letzten letzten Seite in unterschiedlichster Formulierung ständig wiederholt, was er auf seinen letzten Seiten zum Lobe unseres Schöpfers auf den Punkt bringt:

" . . .weil du [Gott] alle Dinge erschaffen hast, und sie deines Willens wegen existierten und erschaffen wurden . . . " (Offenbarung 4:11).

Siehe auch:  http://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/2010649

Alles Gute

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Und noch ein Wort zu Deiner Schlussbemerkung, in der Du schreibst: 

"Ich weiß es gibt viele Logiklücken in der Bibel, wenn man die Bibel denn als "logisch" bezeichnen möchte."


Pardon, aber da sich schon diese Deine erste Logiklücke, die Du gefunden zu haben glaubtest, als Fehleinschätzung erwiesen hat, woher nimmst Du dann die Überzeugung, dass Deine nächste, viel umfangreichere Einschätzung richtig sein soll?
Versuche doch bitte mal, das vermeintlich Problem aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten, und zwar aus dem Betrachtungswinkel des Autors:


Er, als allmächtiger und weiser Erschaffer aller Dinge hat, trotz allergrößter Widerstände, dafür gesorgt, dass seine Botschaft an uns Menschen bis in dem letzten Winkel der Erde verfügbar ist!!


Er kündigt darin an, dass er alles, was wir aus Mangel an Wertschätzung und Mangel an Dankbarkeit zu zerstören im Begriff sind, so wieder herstellen wird   -   so, wie es zu Beginn schon einmal war. Dann allerdings nur für Bewohner, die ihm und seiner einzigartigen Schöpfung mit dem gebührenden Respekt begegnen.
Klugerweise hat er deshalb dieses „Buch der Bücher“ inhaltlich so gestaltest, dass es schon bei der Annäherung Freund und Feind selektiert und schon beim Lesen die Spreu vom Weizen trennt.
Seine Devise hat er so formulieren lassen:


„Ohne Glauben aber ist es unmöglich, [ihm] wohlzugefallen, denn wer sich Gott naht, muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn ernstlich suchen, ein Belohner wird.“ (Hebräer 11:6).
Falls Du das vertiefen möchtest, schau bitte hier:
https://www.jw.org/de/publikationen/zeitschriften/wachtturm-studienausgabe-dezember-2016/gott-belohnt-wer-ihn-aufrichtig-sucht/#?insight[search_id]=c1992ebe-de18-46ae-9e76-9bb6b6583926&insight[search_result_index]=4

An der Ernsthaftigkeit beim Suchen führt also kein Weg vorbei.

Und alle, die sich respektvoll daran halten wissen,  dass Gottes Wort in allen grundsätzlichen Aussagen widerspruchsfrei ist.

Sie wissen auch, dass man lernen kann, es zu verstehen, wenn man ihm Gelegenheit gibt, sich unter Berücksichtigung seiner Gesamtaussage,  selbst  auszulegen.  



Viel Erfolg und alles Gute

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5

Du wirst in der Bibel (ganz besonders im Buch Genesis) viele Logiklücken und fehlerhafte Zusammenhänge entdecken. Das liegt unter Anderem daran, dass die verschiedenen Bibelgeschichten in weit auseinanderliegenden Zeiträumen an unterschiedlichsten Orten und von verschiedenen Autoren verfasst wurden. Die Bibel wurde nicht fertig und in einem Aufguss von Gott überreicht - sie ist eine von Menschen gemachte "Bibliothek".

Die Geschichte um die Schöpfung und das Paradies sind ein Sonderfall: nicht nur, dass die komplette Geschichte von einem mesopotamischen Originalwerk kopiert wurde, sie war in ihrer ursprünglichsten Form ein Gedicht, bzw. ein religiöses Lied, das vermutlich im Tempel von Jerusalem gesungen wurde. Ob die Schöpfungsgeschichte überhaupt jemals "wörtlich" gemeint war, ist daher nicht so ganz klar.

Allerdings wird nirgendwo erwähnt, dass Gott nach Adam und Eva keine weiteren Menschen mehr erschaffen haben könnte. Ist aber im Endeffekt ohnehin 'wurscht, weil ja ein paar Generationen später die Sintflut sowieso alle Menschen außer Noah und seine Familie vernichtete. Nach biblischer Genealogie könnten also alle heute lebenden Menschen ihre Abstammung auf Noah, bzw. seine Söhne Sem, Ham und Japhet zurückführen.

Letztlich ist das Ganze natürlich Unsinn, und das sollte auch jedem Menschen, der einigermaßen bei Verstand ist, klar sein.

Also die Bibel wörtlich auszulegen ist totaler Schwachsinn.

Sie ist meiner Meinung nach nur eine Sammlung von sagen wir mal Märchen, die alle einen wahren Kern enthalten, also eine Moral von der Geschichte. Diese sogenannte Moral sollte man jedoch kennen und beachten. Denn in den meisten Geschichten steckt eine ganze Menge Weisheit drin.

Und was deine Geschichte mit der Erschaffung der Menschen angeht, habe ich folgende Auffassung:

Natürlich hat Gott den Menschen nicht direkt erschaffen. Aber er hat das Universum mit allen darin enthaltenen Naturgesetzen erschaffen, die dann zur Entstehung des Menschen geführt haben. Er hat also eine sehr komplexe Software geschrieben und sie dann einfach laufen lassen.

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