Leitet destilliertes Wasser?

5 Antworten

Absolute Isolatoren gibt es nicht. Alles leitet den Strom, die Frage ist nur, wie gut. Und die Antwort ist oft „So gut wie gar nicht“.

Hypothetisch reines Wasser, also das Molekül H₂O, leitet Strom so gut wie gar nicht. Aber da in echtem Wasser, wie Du richtig schreibst, auch ein paar Ionen aus der Autoprotolyse

2 H₂O     ⇄     H₃O⁺ + OH⁻

drin sind, hat echtes Wasser dann doch eine geringe Leitfähigkeit. In reinem Wasser haben beide Ionen eine Konzentration von 10⁻⁷ mol/l, und das ist wirklich nicht viel. Deshalb leitet reines Wasser den Strom sehr schlecht, aber eben doch merklich.

Destilliertes Wasser aus der Apotheke leitet den Strom übrigens wesentlich besser als echt reines Wasser. Denn da sind auch Verunreinigungen drin (z.B. Ionen aus der Glasflasche), und diese Fremdionen bringen viel mehr Leitfähigkeit in die Suppe als man aus der Protolyse erwarten würde. Sobald Wasser in Kontakt mit der Luft gerät, löst es CO₂ und wird dann nochmals viel besser leitend — auch wenn die Leitfähig­keit dann immer noch schlecht ist verglichen mit einer Salzlösung, oder gar einem Metall.

Kurz: Ja, destilliertes Wasser leitet Strom.

Deine Erklärung ist auch richtig, ABER:

Natürlich leitet es nicht sehr gut, oder besser gesagt: Ganz schlecht. Tatsächlich wird die Reinheit des Wassers in Reinstwasseranlagen mit der el. Leitfähigkeit, bzw. dem Widerstand angegeben. Dadurch kann man dann auf die Rest-Ionen im Wasser schließen.

Reinstwasser hat eine Leitfähigkeit im Bereich von 6 x 10^-6 S/m.

In sehr geringem Umfang leitet es den Strom, ja. Im Wasser entstehen immer Oxonium-Ionen und Hydroxid-Ionen, welche auch Strom leiten können.

Was möchtest Du wissen?