Als Ausgangspunkt sehen wir uns einmal an, wie Deutsch vor 500 Jahren klang (aus dem Schlaraffenland von Hans Sacht, 1530):

und welcher da sein gelt verspilt,
zwifach man im das widergilt;
und welcher auch nicht geren zalt,
wenn die schult wird eins jares alt,
so muß im jener darzu geben,
und welcher geren wol ist leben,
dem gibt man von dem trunk ein batzen,

Ich denke, Du kannst das ganz gut verstehen: Und der da sein Geld verspielt, dem gibt man es doppelt zurück; und wer auch dann nicht gerne zahlt, wenn die Schuld be­reits ein Jahr alt ist, dem muß jener (=der Gläubiger) es (doppelt) dazugeben. Und wer gerne lustig lebt, dem gibt man für jeden (alkoholischen) Trunk noch einen Batzen (Münze) Lohn.

Ja, das ist nicht mehr heutiges Deutsch, aber es ist auch nicht sooo weit davon ent­fernt. Wenn Du heute in den tiefsten Schwarzwald oder gar in die Schweiz gehst, dann triffst Du dort Leute,, die Du ähnlich gut oder schlecht verstehst.

Nun kommt aber eine Überraschung: 250 Jahre nach Hans Sachs war das Deutsch vom heutigen kaum noch verschieden, z.B. Lessing (Nathan der Weise, 1779):

So wie ich vom Kamele
gestiegen? Schickt sich das? Geh, eile du
ihm zu; und meld ihm meine Wiederkunft.
gib acht, der Biedermann hat nur mein Haus
in meinem Absein nicht betreten wollen;
und kömmt nicht ungern, wenn der Vater selbst
ihn laden läßt

Die letzten 250 Jahre hat sich nicht viel ver­än­dert. Ich führe das darauf zurück, daß die Leute viel lesen (allgemeine Schulpflich kommt ja ungefähr aus dieser Zeit), und Lese­ratten erlernen die Sprache eben aus Büchern. Das verlangsamt den Sprach­wandel stark; das Musterbeispiel dazu ist Island, wo die Sprache seit einem Jahr­tau­send ge­wis­ser­maßen tiefgefroren konserviert bleibt.

Und deshalb rechne ich damit, daß sich Deutsch in 500 Jahren weniger vom heuti­gen Deutsch unterscheiden wird als letzteres vom Deutsch eines Hans Sachs.

Ein möglicher Einwand zu dieser These ist, daß die Literatursprache konservativer ist als die Umgangssprache. Wir schreiben heute vielleicht noch wie Goethe, aber wir re­den nicht so. Ja, das stimmt, ganz besonders in Bezug auf Fremdwörter. Aber die kom­men und gehen. Wenn Du Trivialliteratur des 19. Jahrhunderts liest, kommen dar­in un­zäh­lige Fremdwörter aus dem Französischen vor, die damals offenbar in al­ler Mun­de wa­ren (die Adressaten dieses Genre sind ja die gewöhnlichen Leute, nicht die In­tel­lek­tu­el­len) und die heute keiner mehr kennt. Die englischen werden größten­teils den­selb­en Weg gehen. Es bleiben nur die nützlichen, nicht die modischen.

In 500 Jahren wird es vielleicht ein paar weitere Schichten von Fremdwörtern geben, zu­sätz­lich zu den französischen und englischen vielleicht noch chinesische oder wel­che aus dem Xhosa oder was­weiß­ich welche Nation bis dahin eine kurze Epoche als Supermacht erlebt haben wird. Aber das war es auch schon; die einzigen Fremd­wör­ter, die wirklich bleiben, sind die technischen, und die bleiben in ihrem Kontext be­schränkt und wandern nicht unkontrolliert in die Umgangssprache.

An eine starke Veränderung der Grammatik glaube ich aber nicht, weil das die Kom­pa­ti­bi­li­tät zur klassischen Literatur ernsthaft gefährdet; das kann aber nur passieren, wenn es einen gesellschaftlichen und kulturellen Kollaps geben sollte, was ich nicht hoffe und auch nicht annehme.

Allerdings wird Mehrsprachigkeit in 500 Jahren bestimmt die Regel sein, so wie sie das in den meisten Orten außerhalb der Ersten Welt heute schon ist. Es ist auch denk­bar, daß sich die Umgangssprache und die an die Literatur gebundene Schrift­sprache weit­er voneinander entfernen werden; dieser Zustand ist als Diglossie be­kannt und auch heu­te in vielen Ländern Realität.

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Wenn man ein Gas komprimiert, dann kann es flüssig werden — oder auch nicht. Denn für jeses Gas gibt es eine Temperatur, überhalb derer es niemals verflüssigt werden kann, die sogenannte kritische Temperatur. N₂, O₂ CH₄ und Edelgase außer Xenon sind Beispiele für Permanentgase: Ihre kritische Temperatur liegt unter Raumtemperatur, man kann sie also ohne Kühlung nie verflüssigen. Dagegen sind CO₂, Cl₂ und NH₃ durch Druck auch bei Raumtemperatur kondensierbar.

Wie ist das mit der Temperatur? Nun, wenn Du adiabatisch (ohne Wärmefluß, also so­zusagen in einer Thermosflasche) komprimierst, dann steigt die Temperatur bei der Kompression stark an; wenn Dein Plan Verflüssigung war, dann ist das schlecht, weil so vielleicht die kritische Temperatur überschritten wird. u kannst aber nach der Kompression abkühlen lassen (oder bereits während der Kompression die gebildete Wär­me ableiten), und dann hat auch das komprimierte Gas wieder Raumtemperatur. Wenn der Druck hoch genug ist (und wir die kritische Temperatur nicht überschrei­ten), dann wird es flüssig sein, sonst eben gasförmig.

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Vermutlich ein türkischer Familienname; wenn ich danach google, dann kommen hauptsächlich Seiten, die entweder auf Türkisch geschrieben sind, von türkischen Themen handeln oder sonstwie türkisch aussehen.

Außerdem gibt es jede Menge Leute, die Halaçoğlu heißen, also ‘Sohn von Halaç(o)’, Beispiel.

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Im „Deutschen“ immer links 99-unten und rechts 66-oben, im “Englischen” immer links 66-oben und rechts 99-oben, bei "Programmiersprachen" nimmst Du dagegen links und rechts dasselbe Zeichen (Zollzeichen). Andere Sprachen haben andere Konven­ti­onen.

(Die Zahlen 66 und 99 beziehen sich auf die Form der Zeichen, die eben nicht einfache Striche sind. Ein Komma ist 9-unten)

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Ein satanischer Plan ist ein Plan, den der Teufel selbst gemacht hat; oder ein Plan so voller Bosheit, daß man das glauben könnte — z.B. einen Mord begehen und Hinweise hinterlassen, daß der Verdacht auf einen Unschuldigen fällt.

Ein satanistischer Plan ist ein Plan, der von Satanisten kommt oder der Ideologie des Satanismus dient (ein Satanist ist ein Mensch, der den Teufel cool findet). Z.B. eine Partei zu gründen, die sataistishe Literatur zur Pflichtlektüre an Schulen macht.

Humane Gründe sind Gründe, die die Natur des Menschen betreffen, z.B. weil je­mand verliebt, verängstig oder gekränkt ist. Diese Fügung habe ich aber noch nicht oft gehört.

Humanitäre Gründe sind Gründe, die die Humanität betreffen, also das Gedöns mit Nächstenliebe und Mitgefühl und Anständigkeit. Z.B. kann man aus humanitären Grün­­den eine Aufenthaltserlaubnis bekommen, wenn man sonst nicht weiß, wo man hinsoll.

Humanistische Gründe sind Gründe, die den Humanismus betreffen, das ist eine Ideo­logie, die den Menschen positiv und kompetent und lernfähig annimmt und in der gei­sti­gen Entwicklung des Menschen ein hohes Ziel sieht. Aus humanistischen Gründen kann man z.B. das Schulsystem eines Landes verbessern.

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Da müssen wir zuerst einmal klären, wie wir den Sauerstoffgehalt spezifizieren. Die für den Körper relevante Größe ist, wieviele Moleküle O₂ mit einem Atemzug inhaliert werden können, also die Menge O₂ pro Volumen. Das kann man bequem mit dem Druck messen: Auf Seehöhe hat die Atmosphäre einen Druck von ca 1 bar, und 21% davon (also 0.2 bar) sind Sauerstoff. Das ist das, wofür unser Körper angelegt ist.

Wenn Du hoch in die Berge gehst, dann sinkt der Druck. Obwohl die Luft noch immer zu 21% aus Sauerstoff besteht, ist sie insgesamt dünner, und daher sind auch weni­ger Sau­er­stoffmoleküle pro Atemzug enthalten (20% von einem Eislutscher sind ja auch weniger als 20% von einer Eigentumswohnung). Auf 4000 m Seehohe beträgt der Druck nur noh 0.63 bar, davon sind 21% also 0.13 bar Sauerstoff, und den Unter­schied zu den 0.2 bar auf Seehöhe merkst Du wie eine Faust, die Dir in den Magen fährt (obwohl jedes mal 21%).

Akute Sauerstoffvergiftungen mit den typischen vor allem neurologischen Schäden treten ab 1.6 bar Sauerstoffdruck auf. Das kann Dir also nur passieren, wenn Du unter Überdruckbedingungen lebst, also wenn Du tief tauchst und dabei reinen Sauerstoff atmest, oder wenn Du mit Sauerstoff druckbeatmet wirst.

Der menschliche Körper hält Überdruck erstaunlich gut aus, das Problem ist nur, daß es bei höheren Drücken immer schwieriger wird, etwas zu atmen, was nicht giftig ist. Tau­cher verwenden daher je nach Tiefe Helium oder auch Wasserstoff, um den Sau­er­stoff im Atemgas zu verdünnen — wenn Du z.B. bei 10 bar Druck arbeitest, dann brauchst Du nur 2% Sauerstoff.

Umgekehrt atmen die NASA-Astronauten in ihren Raumanzügen reinen Sauerstoff, allerdings bei nur 0.3 bar Druck (ich vermute, damit die Raumanzüge nicht so stark unter Spannung stehen). Damit kriegen sie mehr Sauerstoff pro Atemzug ab als wir auf der Erde.

Da der Atmosphärendruck 1 bar beträgt, kann man ohne Druckkammer o.a. niemals 1.6 bar Sauerstoff einatmen und sich daher auch nicht mit Sauerstoff akut vergif­ten. Allerdings hat Sauerstoff auch noch eine andere Gefahr: Er ist ein Zellgift, weil er al­les oxidiert und dabei Biomoleküle beschädigt. Der Körper hat dazu eine satte An­zahl an Entgiftungs- und Reparaturtricks in petto, aber wenn man sehr lange (zu­min­dest Wo­chen, eher Monate) erhöhte Sauerstoffmengen zu sich nimmt, dann sind die­se Tricks auch am Ende, und es treten schleichende Schäden an Zell­mem­bra­nen und Erb­gut auf. Man spricht auch von beschleunigter Zellalterung.

Bei schweren Krankheiten, z.B. Herzinsuffizienz, muß man diese Schäden eben in Kauf nehmen, weil der Patient sonst stirbt, und dauerhaft mit O₂ beatmen. Man sollte aber nicht aus Jux und Tollerei monatelang im Sauerstoffzelt leben.

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Vermutlich gibt es das in allerhöchstens wenigen Sprachen. Denn tote Kinder zu ha­ben, war bis vor knapp zwei Jahrhunderten der Normalfall, da braucht man kein Wort da­für. Noch im frühen 19. Jahrhundert hatten Frauen oft zwischen 5 und 10 Geburten, und wenn die Hälfte davon das Erwachsenenalter erreichte, war das ein Erfolg.

Deshalb gibt es kein traditionelles Wort dafür, allenfalls Umschreibungen wie „ver­waiste Eltern“.

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Das ist eine Gute Frage, denn eigentlich würde man genau das erwarten. Die Physiker haben auch ≈1900 intensiv darüber diskutiert, weil die damaligen physikalischen The­orien nicht erklären konnten, warum das Elektron nicht in den Kern stürzt.

Die Lösung kam dann von einer neuen Theorie, der Quantenmechanik. In der Quan­ten­­mechanik kostet es Energie ein Teilchen in einem engen Raum einzusperren (das hat mit der berühmten Unschärferelation zu tun). Das Elektron möchte einerseits mög­­lichst nah am Kern sein, um dessen Anziehung zu genießen; andererseits will es sich nicht auf ein enges Volumen einsperren lassen. Offenbar ist das ein typischer Fall von „man kann den Kuchen nicht gleichzeitig essen und für morgen aufheben“.

Daher kommt ein Kompromiß heraus: Das Elektron bleibt in Kernnähe, aber eben nicht zu nah, sondern es treibt sich in einem endlich großen Volumen herum, das viel größer als das Kernvolumen ist. Solche Fälle kommen in der Physik sehr häufig vor, man spricht all­gemein von einem Kräfte­gleich­gewicht.

So wie beschrieben gilt das nur fürs Wasserstoffatom. Andere Atome haben ja meh­re­re Elektronen, und dann wird es deutlich komplizierter, weil es noch mehr verschie­de­ne Kräf­te gibt; aber es stellt sich auch dann eine Art Gleichgewicht ein.

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Du hast Zeit, die Bücher in der Bibliothek zu lesen.

Das ist eine Infinitivkonstruktion, kein Nebensatz und daher zwangsweise auch kein Relativsatz. Dabei spielt es keine Rolle, ob Du den Artikel die vor Bücher stehen hast oder nicht; der Unterschied ist nur, daß der Artikel anzeigt, daß Du von bestimmten Büchern sprichst, die bereits vorher genannt wurden, und andernfalls, daß Du Bücher ganz allgemein meinst.

Im folgenden Beispiel kommt wirklich ein Relativsatz vor (die ist hier ein Relativpro­no­­men, das auf Zeit bezogen ist)

Du hast Zeit, die Du zum Lesen in der Bibliothek nutzen kannst.

Man kann in den Relativsatz auch eine Infinitivkonstruktion einbauen

Du hast Zeit, die Du dazu nutzen kannst, die Bücher in der Bibliothek zu lesen
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Wieviel (von dem H₂O₂, nicht vom Wasser) hat sie denn getrunken?

Wahrscheinlich ist das nicht besonders schlimm, aber eine Schleimhautreizung könn­te schon auftreten. Wenn es in Deinem Land so etwa wie eine Vergiftungszentrale gibt, dann ruf die an; wahrscheinlich werden sie Dir empfehlen, nichts zu tun, aber vielleicht können sie einen Rat geben, wie man die Schleimhaut wieder beruhigt.

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Du mußt drei Wörter großschreiben; außerdem solltest Du die beiden polnischen Lexe­me zitieren, sonst wirkt der Satz inhaltlich unvollständig. Nach Konsultation eines Le­xikons schlage ich folgende Korrektur vor:

Auf Polnisch unterscheidet man sprachlich stärker zwischen kräftigem Blau (niebieski) und schwächerem Blau (błękitny).

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Wer sagt denn, daß Edelgase leicht ioisierbar sind? Ich nicht, und der da auch nicht:

Du siehst, daß die Edelgase die höchsten Ionisierungsenergien unter den Elementen ha­ben, wobei die Ionisierungsenergie in der Reihenfolge He>Ne>Ar>Kr>Xe>Rn ab­nimmt. Daher hat Radon die geringste Ionisierungsenergie, die ist aber immer noch hö­her als die der allermeisten anderen Elemente.

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Die schimpft ja zurück! Was muß das für eine böse Schl…e sein! Du Armer!

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