Die Lanthanoiden haben eine relativ langweilige Chemie: Sie bilden vor allem ioni­sche Verbindungen in der Oxidationsstufe +III; es sind auch ein paar Komplexe mit lusti­gen Geometrien (pentagonal–bipyramidal) dabei, aber sonst können sie nicht viel. Die Oxi­da­tions­stufe +VI kommt nur knapp nach dem Anfang (Ce, Nd) und knapp nach der Mitte (Tb) vor, die Oxidations­stufe +II nur knapp vor der Mitte (Eu) und knapp vor dem Ende (Yb).

Die Chemie der ersten Actinoiden ist dagegen viel spannender, mit teilweise sehr vie­len Oxidationsstufen (Pu und Np können alles zwischen +II und +VII), lustigen Kom­ple­xen (Uranocen hat z.B. zwei Moleküle Cyclooctatetraen als Liganden) und ko­va­len­ten Ver­bindungen wie UF₆. Etwa ab Bk oder Cf werden die Actinoide dann aber gleich lang­weilig wie die Lanthanoide und beschränken sich im wesentlichen auf An³⁺-Kationen.

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H₂C₂O₄ + 2 NaOH ⟶ Na₂C₂O₄ + 2 H₂O

Dein Verbrauch von V=19.5 ml entspricht einer Stoffmenge von n=cV=19.5 mmol NaOH, diese haben mit halb so viel also 9.75 mmol Oxalsäure reagiert, also waren in den 50 ml Rhabarbersaft 9.75 mmol Oxalsäure drin, also c=n/V=0.195 mol/l.

Das entspricht einer Massenkonzentration von γ=17.6 g/l; das erschent mir absurd hoch, ich würde eher etwas in der Preisklasse von grob ≈1 g/l erwarten. Entgegen dem, was in Deinem Text steht, verdankt Rhabarber nämlich seinen sauren Ge­schmack vor allem der Äpfelsäure; die Oxalsäure ist nur in kleinen Mengen enthalten und trägt nicht viel zum Geschmack bei.

Als kleinen Bonus gibt es hier noch eine Titrationskurve für Deine Bestimmung (un­ter der Annahme, daß Du wirklich eine Oxalsäurelösung titrierst). Du siehst, daß an­fangs im Kolben hauptsächlich Oxalsäure (roter Hintergrund) und Hy­dro­gen­oxalat (purpur) vor­lie­gen, und im Lauf der Titration verschwindet zurst die Oxal­säure, und dann bildet sich Oxalat (blau). Der pH (schwarze Kurve) zeigt am ersten Äqui­valenz­punkt (9.75 ml) einen kleinen Sprung, aber der ist nicht hoch genug, um mit einem Indi­ka­tor scharf sichtbar gemacht zu werden. An der Graphik kannst Du auch gut er­ken­nen, welche Indikatoren für die Titration geeignet sind, nämlich alle, die im Be­reich von ≈6–11 umschlagen.

Edit: Ich habe nochmals nachgelesen; der Gesamtsäuregehalt von Rhabarbersaft wird in der Literatur grob zwischen 15 und 18 g/l angegeben (berechnet als Äpfel­säure); Dein Resultat würde, wenn man Äpfelsäure zugrundelegt, rund 26 g/l ent­spre­chen. Es sieht so aus, als ob da mehrere Fehler zusammengekommen sind.

Die Titrationskurve für Äpfelsäure sieht übrigens ein bißchen anders aus, weil Äpfel­säure schwächer als Oxalsäure ist, also weniger stark dissoziiert (daher gibt es mehr Rot im Hinter­grund), und außerdem ist von der ersten Stufe in der Titrationskurve gar nichts zu sehen.

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Das ist mir ziemlich egal

Wenn Denglish allgemein akzeptiert ist, wo soll das Problem mit Darabiya liegen?

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50%

Meiner Meinung nach ist das sehr wohl lösbar — man muß allerdings annehmen, daß die beiden Lehmbrocken beim Stoß aneinander kleben bleiben, und auch, daß der Stoß zentral ist (d.h., die Verbindungslinie der beiden Schwerpunkte ist parallel zur Ge­schwindigkeit). Außerdem nehmen wir an, daß beim Stoß nichts abbröckelt.

Dann betragen vor dem Stoß die kinetische Energie ½mv²=½ J und der Impuls mv=1 kg m/s. Nach dem Stoß bewegt sich die doppelte Masse, der Impuls muß aber immer noch derselbe sein, also (2m)v’=1 kg m/s ⇒ v’=½ m/s. Daraus können wir die kine­tische Energie des Doppelbrockens ausrechnen ½(2m)v’²=¼ J, also haben wir die Hälf­te der ursprünglichen kinetischen Energie als Wärme verloren.

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Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, daß Deine Angabe stimmt. Theoretisch und am Papier könnte Pottasche tatsächlich CO₂ abspalten, z.B. nach den Gleichungen

K₂CO₃ —x⟶ K₂O + CO₂
K₂CO₃ + H₂O —x⟶ 2 KOH + CO₂

aber ich glaube nicht, daß irgendeine dieser Reaktionen unter realistischen Bedin­gun­gen in der Praxis funktioniert. K₂CO₃ schmilzt übrigens bei 900 °C; wenn es sich über­haupt jemals unter CO₂-Ab­spaltung zersetzt, dann nur bei noch höheren Tem­pe­ra­tu­ren, und die sind im Backofen wohl nicht ganz handelsüblich.

Anders ist es, wenn Du irgendwelche Säuren in der Nähe hast, dann bekommst Du näm­lich sehr leicht CO₂ und mußt dafür nicht einmal groß erhitzen. Andererseits steht nichts von Säuren in der Angabe. Daher weiß ich auch nicht, wie ich die Reak­ti­ons­glei­chung for­mulieren soll; mangels besserer Ideen schreibe ich für die unbe­kann­te Säure im Teig HA:

K₂CO₃ + 2 HA ⟶ 2 KA + CO₂ + H₂O

es entsteht also das Kaliumsalz KA der unbekannten Säure als Nebenprodukt.

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2 H₂ + O₂ ⟶ 2 H₂O

Du hast 4 g H₂, das sind n=m/M=2 mol.

  • Aus der Reaktionsgleichung sehen wir, daß wir halb soviel Sauerstoff wie Wasser­stoff brauchen. Also nehmen wir ein Mol O₂, das sind m=n⋅M=32 g.
  • Außerdem bildet sich Wasser, und zwar gleich viel wie H₂. Also bekommen wir 2 mol H₂O, das sind m=n⋅M=36 g. Alternativ hätten wir auch einfach die Massen des ein­gesetzten H₂ und O₂ addieren können (4 g + 32 g = 36 g), weil ja außer Wasser nichts entsteht.
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Die Aussage ist strikt falsch. Denn man kann ja jede Reaktion in beide Richtungen aufschreiben:

A + B ⟶ C + D

C + D ⟶ A + B

und ganz offensichtlich kann nicht in beiden Fällen die Konzentration der Produkte größer als die der Edukte sein. Es ist sogar möglich, daß die Reaktion bei tiefer Tem­pera­tur fast vollständig in die eine Richtung verläuft, und bei hoher Temperatur fast voll­stän­dig in die andere.

In der Praxis führt man Reaktionen natürlich bevorzugt in die Richtung durch, in der sich mehr Produkt bildet, und schreibt sie dann entsprechend an.

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Sowohl AgCl als auch AgI sind in Wasser schlecht löslich, aber AgCl l§t sich einen Tick besser.

In einer gsättigten AgCl-Lösung (die enthält ungefähr 5 mg pro Liter) treiben sich also ein paar wenige Ionen Ag⁺ und Cl⁻ herum. Wenn Du plötzlich KI zugibst, hast Du plötz­lich einen Haufen Iodid-Ionen herumschwimmen.

Die Löslichkeitsprodukte sind feste Zahlen, die Du irgendwo im Internet nachschlagen kannst. In der Einheit mol²/l² ist das von AgCl klein, und das von AgI sehr klein. In einer Lösung muß immer gelten, daß das Ionenrodukt (in diesem Fall, das Produkt der Kon­zentrationen von Silber und dem jeweiligen Anion) kleiner ist als das Löslichkeits­produkt.

Bevor Du das KI zugegeben hast, war die Iodidkonzentration Null, und das Ionen­pro­dukt für KI war folglich auch Null. Aber sobald merkliche Mengen Iodid in der Lösung drin sind, bekommen wir für das Ionenprodukt von AgI einen endlichen Wert, der reali­sti­scher­wei­se weit über dem Löslichkeitsprodukt liegt. Daher fällt AgI aus, und die Ag⁺-Konzen­tra­tion fällt tief ab. Wenn AgCl-Bodensatz vorhanden ist, dann kann sich neues AgCl lösen, die Silberionen werden aber vom KI sofort ausgefällt, es löst sich weiteres AgCl und so weiter, bis sich alles AgCl in AgI um­ge­wan­delt hat (und dafür mehr Cl⁻-Ionen in der Suppe schwimmen).

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Wenn Du einen löslichen Stoff, z.B. ein Salz, in Wasser löst und nach und nach soviel Salz zugibst, bis Festkörper am Boden herumliegt, dann hast Du eine gesättigte Lö­sung. Du kannst diese Lösung auch vom Bodensatz abfiltrieren, dann bleibt sie immer noch gesättigt.

Die meisten Festkörper lösen sich in der Wärme besser als in der Kälte. Wenn Du also eine gesättigte Lösung abkühlst, dann wird sie übersättigt; das ist ein instabiler Zu­stand, und folglich wird ein Teil des Salzes wieder ausfallen und einen neuen Boden­satz bilden. Die Lösung über dem Bodensatz ist dann wieder gesättigt, aber eben bei einer tieferen Temperatur.

Übersättigte Lösungen sind also instabil und zerfallen in gesättigte Lösung plus Boden­satz. Das muß aber nicht augenblicklich passieren, sondern kann dauern, Sekun­den oder Minuten oder Jahrtausende. Wie lange es dauert, kann man nicht voraus­­sagen; manche Substanzen sind dafür bekannt, daß sie gerne übersättigte Lö­sun­gen bilden, aber es hängt auch von der Oberflächenbechaffenheit des Glases ab (manch­mal hilft ein Kratzer an der Oberfläche, um die Kristallisation auszulösen), vom Vorhanden­sein klein­ster Staub­partikel, von Verunreinigungen, von der Mondphase und vom Beziehungsstatus des Studenten, der das Experiment durchführt.

Eine übersättigte Lösung bildet sich jedoch im allgemeinen nicht, wenn Bodensatz vor­han­den ist; im Gegenteil, wenn Du eine übersättigte Lösung hast und ein paar winzige Brösel des gelösten Stoffes zugibst (also Bodensatz zugibst), dann wird die Lösung sofort auskristallisieren. Diese Methode versagt fast nie, außer, wenn die Lösung sehr dick­flüssig ist (z.B. Zuckersirup oder Honig).

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Du brauchst ein Oxidationsmittel und ein Reduktionsmittel. In fast allen Fällen brennt man mit Sauerstoff als Oxidationsmittel (einfach deshalb, weil er ja in der Luft enthalten ist), aber es gibt Ausnahmen.

Raketentriebwerke müssen z.B. ihr Oxidationsmittel selbst mitnehmen, und da kann man natürlich auch Sauerstoff nehmen, aber es bestehen auch andere Möglichkeiten wie NO₂. In sehr seltenen Fällen verbrennt man auch mit Cl₂ als Oxidationsmittel, z.B. bei der HCl-Herstellung.

Für echt Hartgesottene bietet sich auch F₂ als Oxidationsmittel an.

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Ja

Wie andere schon gesagt haben: Der Name sieht nicht persisch aus, ist es aber.

Der berühmte Perserkönig dieses Namens hieß 𐎤𐎢𐎽𐎢𐏁 kuruš; heute wird er in Persien in arabischer Schrift als کوروش‎ kūroš geschrieben, also mit einem [ʃ]-Laut am Ende. Die Griechen kannten aber kein [ʃ] und haben es durch [s] ersetzt, als Κῦρος Kỹros.

Daß die Griechen das persische [u] als [y] wiedergaben, liegt vermutlich daran, daß da­mals im 6. Jahrhundert das griechische υ y noch als [u], nicht wie später als [y] ge­spro­chen wurde; es kann aber auch sein, daß die Ähnlichkeit zu κύριος kýrios ‘Herrscher’ eine Rolle gespielt hat. In christlicher Zeit diente das letztere Wort auch als Name für Gott, z.B. im bekannten Zitat Κύριε ἐλέησον Kýrie eléēson ‘Herr, erweise uns Gnade’.

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Ich schreibe es auch immer mit k, aus demselben Grund. Dafür schreibe ich das antike Mazedonien mit z, obwohl das natürlich auch inkonsistent ist (Μακεδονία), aber ich habe es eben zuerst über lateinische Autoren kennengelernt, und im Schulunterricht spricht man ja lateinisches c vor hellem Vokal wie in Macedonia als [ts].

Und das ist auch der Grund, weshalb viele Leute das auch für das moderne Land ma­chen (und es bizarrerweise sogar für den diplomatischen Betrieb in Deutschland offiziell ist): Man lernt das Wort zuerst in einem Kontext, in dem die z-Aussprache angemessen ist, und dann gewöhnt man sich daran und will nicht mehr wechseln.

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Natürlich gibt es dieses Wort.

  • Es ist entsprechend den Regeln gebildet: Paare wie Seife/​seifig, Zicke/​zickig, Ruhe/​ruhig zeigen ja, daß diese Bildung möglich und sogar häufig ist.
  • Es gibt auch keinen Sondergrund, weshalb die Wortbildung hier unterdrückt sein sollte: Weder ist tomatig bereits von einem gleichlautenden Wort besetzt, noch ent­hält es irgendwelche atypischen Lautkombinationen, noch noch gibt es bereits ein eta­blie­rtes Wort mit der gesuchten Bedeutung.
  • Jeder versteht, daß das Wort soviel heißt wie ‘nach Tomate schmeckend’ oder ‘to­ma­ten­ähnlich’.
  • Das Wort wird von kompetenten Sprechern real im Internet genutzt.
  • Der Duden ist kein Argument. Dort ist zwar chlorig enthalten, aber nicht bromig. Mir als Chemiker bleibt da das WTF im Hals stecken
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Das ist eine einigermaßen riskante Sache, da es im arabischen Alphabet zwei Buchsta­ben gibt, die man in der Transkription mit Z wiedergibt: Das häufigere ist ز (zain), aber es gibt auch ظ (ẓāʾ). Die Schreibung von I ist immer ein bißchen problematisch, aber am Wortanfang steht meist ا (alif), meist mit einem tiefgestellten hamzah als إ — aber auch da kann man nicht sicher sein, denn das Wort könnte ja auch mit dem Konsonanten ع (ain) beginnen, den man in der Transkription meist wegläßt, weil Nicht-Araber ihn nicht hören können.

Die beste Lösung ist es, wenn Du den Namen in einem Arabisch-Wörterbuch findest.

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Ich kenne diese Sprachen nicht, aber im Internet werden immer wieder zwei Kandida­ten genannt:

  • Die Sprachen Italiens haben den lateinischen Lautbestand am besten bewahrt, am mei­sten so das Sardische (gesprochen auf Sardinien); aber auch da ist viel pas­siert. Außer­dem haben alle diese Sprachen die Substantivdeklination weitgehend verloren (es gibt nur die Unterscheidung Sg/Pl, aber keine Kasus; die Neutra sind mit den Mas­ku­lina ver­schmolzen; die Formen der Konsonanten­stämme kommen aus dem Akk Sg) und das Verbsystem massiv umgebaut. Die alten Formen ex­istie­ren zwar oft noch, aber oft in anderer Bedeutung oder in „gemischten“ Formen.
  • Rumänisch hat von den lateinischen Lauten nicht viel übriggelassen und ist außer­dem durch den Kontakt mit seinen Nachbarn („Balkan-Sprachbund“) in der Gram­matik deutlich verändert. Es hat aber, anders als alle westromanische Sprachen, noch alle drei Substantivgenera, und zumindest drei Kasus.

Um zu erklären, was ich mit „Umbau“ meine, erkläre ich Dir mal schnell die italienische Kon­jugation von Verben. Es gibt im Italienischen einen Haufen Zeiten, die manchmal aus dem Lateinischen und manchmal ausgerechnet aus dem Deutschen kommen; eini­ge sind auch innerhalb des Italienischen frisch entstanden. Italienisch hat alle Pas­siv­formen verloren (das Passiv wird mit sein+Partizip umschrieben, wie im Engli­schen), hat aber zu fast jeder Zeit einen Konjunktiv.

Als Beispielverb nehme ich dire ‘sagen’. Außerdem müssen wir uns als Hilfsverb noch avere ‘haben’ (←habēre) ansehen.

Das Präsens sieht ziemlich lateinisch aus: dico, dici, dice; diciamo, dicete, dicono.
Beachte, daß im Italienischen alle Worte auf Vokal enden, das erfordert schon einmal einen nichttrivialen Haufen an Veränderungen. Etliche Verben haben verkürzte For­men, die es im klassischen Latein so nicht gab, z.B. von avere lauten die Präsens­for­men hò, hai, hà, abbiamo, avete, hanno (das h ist immer stumm).

Dazu gibt es auch einen Konjunktiv, und ich beschränke mich jetzt auf die 3 Sg: dica ‘er sage’ und abbia ‘er habe’. Du siehst, daß das lateinische Konjunktivzeichen a erhalten ist (für Verben mit a-Stamm nimmt man ein i).

Es gibt auch ein Imperfekt, das ähnlich wie das lateinische Imperfekt für andauernde oder gewohnheitsmäßige Handlungen in der Vergangenheit verwendet wird. Im Indi­ka­tiv führt es das lateinische Imprfekt weiter, im Konjunktiv entstand es bizar­rer­wei­se aus den En­dun­gen den lat. Konj. Plsqumpf., die man an den Präsens­stamm an­hängt: diceva (←dicebat) ‘er sagte’, dicesse (←di(re)+(dix)isset) ‘er sagte (Konj)’, aveva ‘er hatte’, avesse ‘er hätte’.

Das lateinische Perfekt ist nur im Indikativ erhalten, hat aber noch erkennbar die spezi­fi­schen Perfektendungen: dissi (←dixi), dicesti, disse, dicemmo, diceste, dissero. Von avere heißen diese Formen ebbi (←habui), avesti, ebbe, avemmo, aveste, ebbero. Diese Zeit ist ähnlich wie unser Präteritum aus der mündlichen Sprache weitgehend ver­schwun­­den, do­miniert aber in Romanen oder historischen Beschreibungen.

Das Futur ist eine Neuerfindung. Man hängt an den Infinitiv Endungen an, die größten­teils wie die Präsensformen von avere aussehen (ich habe zu sagen ⇒ ich werde sa­gen). Die heißen dann in der 3 Sg dirà und avrà. Dazu gibt es auch einen Kondizional, der so ähnlich wie ein Konjunktiv funktioniert, aber ursprünglich eine Vorzukunft war: Man bil­det ihn, indem man die Perfektformen von avere an den Infinitiv hängt, also direbbe und avrebbe ‘ich würde sagen/haben’.

Und dann gibt es noch die zusammengesetzten Zeiten, die nach dem Muster des Deut­schen gebildet sind sind, also haben/sein+Partizip. Die Formen kannst Du Dir im Prin­zip aus dem Gesagten selber bilden:

Es gibt ein neues Perfekt, das aus dem Präsens des Hilfverbs plus Partizip gebildet wird, also ha detto ‘er hat gesagt’, Konj. abbia detto ‘er habe gesagt’, mit zugehörigem Plusquamperfekt aveva detto ‘er hatte gesagt’, Konj. avesse detto ‘er hätte gesagt’ und dem Futur exakt avrà detto ‘er wird gesagt haben’ und Kond. avrebbe detto ‘er würde gesagt haben’. Als Ersatz fürs verlorengegangene Plusquamperfekt gibt es eine zusammengesetzte Vorvergangenheit zum lateinischen Perfekt: ebbe detto.

Eine interessante Konsequenz dieses Systems ist es, daß die Form avrebbe avuto ‘er würde gehabt haben’ aus dreimal dem Verb haben in verschiedener Funktion besteht.

Außerdem haben wir noch einen Imperativ di ‘sprich!’ bzw. abbi, ein Präsenspartizip dicente (←dicentem) ‘sagend’ bzw. avendo und ein Gerundium dicendo ‘das Sagen, die Rede’ bzw. avendo.

Wenn Du mit Latein vertraut bist, solltest Du diese kurze Beschreibung weitgehend ver­stehen können (das System ist für die meisten westromanischen Sprachen das­sel­be). Der Um­bau ist ziemlich fundamental, aber die Bausteine sind noch als solche er­kenn­bar. Ne­ben­bei gesagt, trifft auch dasselbe für das Latein zu: Das lateinische Verb­system ist näm­lich selbst ein ähnlich drastischer Umbau des indogermanischen Verb­systems.

Ob das alles für die Bezeichnung „ähnlich“ reicht, mußt Du selber entscheiden.

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Ja, die 4f-Elemente sind die Lanthanoide (La–Lu, oder manchmal auch nur Ce–Lu oder La–Yb), und die 5f-Reihe sind die Actionoide (Ac–Lr bzw. Th–Lr oder Ac–No)

Es gibt also insgesamt drei Möglichkeiten, wie man sie zählt:

  • Persönlich ziehe ich es vor, diese Elemente „lang“ zu zählen, also alle 15 Elemente, weil sie chemisch eine klar definierte Gruppe bilden. Das hat aber den Nachteil, daß kein Element übrigbleibt, das die beiden Plätze in der Scandiumgruppe (unter dem Yttrium) besetzt (es bleiben also zwei Leerstellen).
  • Man kann die Scandiumgruppe mit Sc, Y, La, Ac vervollständigen; dann hat man nur 14 Lanthanoid- bzw. Actinoidelemente, und die Chemie der Lanthanoiden bzw. Acti­­noi­­den ist unvollständig. Das war in der Vergangenheit die übliche Vor­gangs­weise, weil La früher als Lu entdeckt wurde, und natürlich Ac vor Lr. Das Lehrbuch von Holleman–Wiberg macht das auch heute noch so (aber im Kapitel über die Lanthanoiden sind dann erst wieder alle 15 besprochen)
  • In Deinem Periodensystem ist die Scandiumgrupe als Sc, Y, Lu, Lr angesetzt, und die 14 verbleibenden Lanthanoid/Actinoid-Elemente müssen ohne ihr natürliches End­glied aus­kom­men; dafür ist diese Anordnung konsistenter mit den Elektronen­kon­figu­ratio­nen, weil die f-Schale bereits im Lu gefüllt ist, und Wikipedia macht es auch so.
  • Es gibt aber keine offizielle IUPAC-Richtlinie, wie das Periodensystem zu organi­sie­ren wäre.

Jede dieser Optionen hat also Vor- und Nachteile. Aber wenn Du Dich wirklich für die Che­mie der Lathanoiden interessierst, dann ist es unumgänglich, alle 15 Elemente ge­mein­sam zu betrachten. Bei den Actinoiden haben die schwereren Vertreter ja so gut wie kei­ne be­kannte Chemie, also interessiert sich auch niemand dafür.

Edit: Ich habe die unterschiedliche Zählweisen präzisiert.

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Die Struktur unseres Erbgutes (Doppelhelix) ist kompatibel mit genau zwei Eltern, und bei den meisten Spezies läuft das auch genauso. In Ausnahmefällen reicht auch einer, aber das ist eine Sackgasse, weil die Nachkommen genetisch dem Elter zu sehr ähneln.

Ich sehe aber nicht, warum drei Eltern unmöglich sein sollten; z.B. könn­ten zwei Eltern Ge­schlechtszellen in einem dritten deponieren, der das Kind aus­trägt. Dazu müßte das Erb­gut al­ler­dings wesentlich anders organisiert sein, als es bei irdischem Leben der Fall ist (z.B. Tripel­helix, oder irgendeine Art von Segmentierung entlang des Stranges).

Allerdings sind auch bei irdischem Leben Individuen bekannt, die genau drei Eltern ha­ben (also Erbgut von genau drei Artgenossen in sich tragen). Kannst Du erraten, wel­che Spe­zies das ist? Natürlich H. sapiens.

Ein Mensch hat ja Gene im Zellkern, und die sind aus den Genen seiner beiden Eltern zu­sam­mengemischt. Darüberhinaus haben wir aber auch Mitochondrien mit ihren eigenen Genen, und die stammen exclusiv von der Mutter.

Daher kann man ein Baby folgendermaßen bauen:

  • Man nimmt eine Eizelle von einer „Spenderin“
  • Man nimmt eine Eizelle von der Frau, die das Kind später austragen wird („Mutter“)
  • Und dann braucht man noch Spermien von einem Vater

Man befruchtet die Eizelle der „Mutter“ mit dem Spermium, schneidet den Kern heraus, trans­feriert ihn in die Eizelle der „Spenderin“ und pflanzt das ganze der „Mutter“ zum Aus­tra­gen ein. Die Schritte lassen sich auch in leicht unterschiedlicher Reihenfolge durch­füh­ren. Diese komplizierte Prozedur ist dann angebracht, wenn die „Mutter“ eine Erb­krank­heit in ihren Mitochondrien hat, die die Gesundheit ihrer Kinder gefährdet.

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