Leise oder laut lesen? Was ist hilfreicher?

10 Antworten

Für den Leseanfänger ist es oft hilfreich, sich die Bücher quasi selbst vorzulesen. Aus eigener Erfahrung ziehe ich das leiselesen vor, zumal man es auch in Zug oder Bus praktizieren kann, ohne jemanden zu stören.

Ziel sollte es sein, sich so in ein Buch vertiefen zu können, dass man, we man sagt, das Papier beim Umblättern nicht rascheln hört.

Das kommt wohl sehr darauf an, ob man Nachholbedarf in Deutsch hat oder nicht. Für solche, die noch nicht so richtig mit allen Feinheiten der Sprache vertraut sind, empfiehlt sich das Lautlesen. Zu vermeiden ist dabei allerdings Publikum. Und man sollte immer auch einen Satz, den man nicht ganz mitbekommen hat, nochmals lesen. Das gilt auch und insbesondere, wenn man Texte auswendig lernen muss.

Bei größerer Vertrautheit mit der deutschen Sprache ändert es sich natürlich. Man liest weitgehend diagonal, um die Lesegeschwindigkeit zu erhöhen, weil man dann auch dazu in der Lage ist, Wort- und teilweise Satzmuster auf einmal aufzunehmen. Da würde man sich durch Lautlesen selber stören.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Unterricht - ohne Schulbetrieb

Wenn du für dich selbst liest, würde ich tonlos lesen. Wenn du aber an deiner Aussprache üben willst, z. B. für Vorträge, dann würde ich laut lesen und dann am besten einen Text, den du schon kennst.

Ich habe beim Lesen unterschiedliche Erfahrungen gesammelt: wenn ich ein Buch einfach so für mich lese, lese ich leise - dann kommt es auf meine persönliche 'Lichtgeschwindigkeit' an, die ja variiert, je nachdem, ob ich konzentriert oder abgelenkt bin und ob ich den Inhalt spannend oder dröge finde.

Zur Vorbereitung auf wichtige Prüfungen, Klausuren etc. habe ich allerdings die Laut-Lesemethode für mich entdeckt, und zwar in Verbindung mit einem ausführlichen Spickzettel, den ich mir zum Lernen ÜBERLAUT vorgelesen habe. so dass es mich selbst echt genervt hat (hoffentlich gab es damals keine Mithörer...!).

Damit habe ich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: ich hatte sowohl den Klang in den Ohren und die Lautstärke hat Gefühle hervorgerufen. Dadurch erinnert man sich (egal, ob positive oder negative Gefühle) an das Gelesene viel besser, so dass ich neben der visuellen auch noch eine akustische Erinnerung hatte und die Inhalte in der Prüfungssituation gut abrufen konnte.

Hinterher habe ich rausgefunden, dass das Einbeziehen der Gefühle eine ganz moderne Lernmethode ist, die heutzutage bei Crashkursen angewandt wird. Das mit der Lautstärke wäre dann meine Erfindung!

Nun kannst du selbst entscheiden, wie du liest. Denk bitte dabei an deine Mitmenschen (wegen der Lautstärke! ;) - aber egal wie: bitte genieß es! Lesen ist so schön, weil es die inneren Welten in dir so unglaublich aktiviert und bereichert!

Wenn Du nicht vorliest für jemand, der bei Dir ist, ist natürlich lautes Vorlesen gegeben, für Dich alleine ist das leise Lesen besser, um den Inhalt zu erfassen, möglichst auch ohne Musik und Ruhe um Dich.

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