Kommen Buddhisten laut christlichem Glauben in die Hölle?

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7 Antworten

Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Das hat sich im Laufe der Zeit geändert und ist je nach Konfession auch unterschiedlich.

Insgesamt ist die Hölle eine Erfindung der frühen katholischen Kirchenlehrer. Bis in die Neuzeit behauptet man auch, die Hölle wäre ein realer Ort unter der Erde. Das steigerte sich bis ins Mittelalter, wo die Angst vor der Hölle täglicher Begleiter war. Das war auch relativ einheitlich, es gab ja nur die kath. Kirche.

Mit der Reformation spaltete sich das ganze auf. Im Protestantismus spielt die Hölle kaum eine Rolle.

Laut kath. Katechismus verfallen alle Nichtkatholiken der ewigen Verdammnis. Von der Vorstellung eines realen Ortes rücken die Katholiken allerdings langsam ab. Neuerdings ist die Hölle kein Ort mehr sondern ein Zustand der Gottesferne, was immer das auch sein mag. Der derzeitige Papst hat sich schon in diese Richtung geäußert, dafür aber ordentlich Feuer von seinen konservativen Kardinälen bekommen. Letztlich kennt man den Aufbau der Erde inzwischen gut genug um zu wissen, dass es im Erdinneren keine Hölle gibt und dass Vulkankrater auch kein Eingang dorthin sind.

Soweit ich weiß, gibt es bei einigen evangelikalen Gruppen wie z.B. den Zeugen Jehovas die Auffassung, dass alle anderen Glaubensrichtungen außer der eigenen in die Hölle kommen.

serdom 29.07.2016, 21:57

Wie kann sich eine Religion im Laufe der Zeit ändern, habe nicht mehr weitergelesen sorry

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Hallo Sinnsucher23,

Die Lehre vom Höllenfeuer ist sowohl in der Christenheit, als auch in einigen anderen Religion weit verbreitet. Dennoch kann ich zu Deiner Beruhigung sagen, dass es gem. der Bibel eine "Hölle" in diesem Sinn nicht gibt. Demnach droht niemandem, auch keinem Buddhisten, ein Höllenfeuer!

Dass die Bibel keine Höllenlehre beinhaltet, haben auch einige Kirchenlehrer erkannt, z.B. John R.  W.  Stott aus Großbritannien, der schreibt, dass die „Heilige Schrift auf Vernichtung hindeutet“ und daß „die Lehre von der ‚ewigen Qual bei Bewußtsein‘ eine Überlieferung ist, die sich der höchsten Autorität der Heiligen Schrift unterordnen muß“ (Essentials—A Liberal-Evangelical Dialogue).

Die Bibel lehrt also eindeutig nicht, dass Menschen für böse Taten oder Ungehorsam ewige Qualen in Aussicht stehen. In vielen Bibelübersetzungen erscheint zwar mehrfach das Wort "Hölle", doch gibt dieser Begriff nicht den eigentlichen Sinn der zugrundeliegenden Wörter aus dem ursprünglichen Text der Bibel wieder. In den hebräischen Ursprungstexten findet man z.B. das Wort "scheol".Da es kein genau entsprechendes deutsches Wort für "scheol" gibt, haben es einige Übersetzer in dem ursprünglichen Wortlaut wiedergegeben. Dieses Wort wird zwar in einigen Übersetzungen manchmal mit "Totenreich" oder "Hölle" übersetzt, gibt damit jedoch die alttestamentliche Bedeutung dieses Begriffs nicht richtig wieder.

In der Encyclopædia Britannica (1971, Bd.  11, S.  276) heißt es dazu: : „Der Scheol war irgendwo ‚unter‘ der Erde. Die Toten empfanden dort weder Schmerz noch Freude. Mit dem Scheol war weder eine Belohnung der Gerechten noch eine Bestrafung der Bösen verbunden. Gute und Schlechte, Tyrannen und Heilige, Könige und Weise, Israeliten und Heiden — alle schliefen zusammen, ohne voneinander zu wissen.“
Damit ist "scheol" einfach sozusagen der symbolische Aufenthaltsort der Toten oder das allgemeine Grab der Menschheit. Dies ist in Übereinstimmung mit vielen weiteren Aussagen des Alten Testaments, so z.B. dieser: "Denn die Lebenden sind sich bewusst, dass sie sterben werden; was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewusst, auch haben sie keinen Lohn mehr, denn die Erinnerung an sie ist vergessen...Alles, was deine Hand zu tun findet, das tu mit all deiner Kraft, denn es gibt weder Wirken noch Planen, noch Erkenntnis, noch Weisheit in dem Scheọl, dem Ort, wohin du gehst (Prediger 9:5,10). Um durch ein Höllenfeuer gequält zu werden, muss man jedoch ein Bewusstsein haben, also am leben sein.

Wenn also die Lehre vom Höllenfeuer keine biblische Lehre ist, sondern eher ein Mythos, warum findet sie innerhalb der Christenheit überhaupt Anhänger? Die Erklärung dazu liefern die beiden Auszüge aus verschiedenen Nachschlagewerken:

„Unter den klassischen griechischen Philosophen ist Platon derjenige, der den traditionellen Gedanken von der Hölle am meisten geprägt hat“ (Die Hölle: zur Geschichte einer Fiktion von Georges Minois, Seite  63).

„Ab Mitte des 2.  Jahrhunderts  n.  Chr. verspürten Christen mit einer gewissen Vorbildung in griechischer Philosophie den Drang, ihrem Glauben in entsprechenden Begriffen Ausdruck zu verleihen .  .  . Die Philosophie, die ihnen am geeignetsten erschien, war der Platonismus“ (The New Encyclopædia Britannica, 1988, Band  25, Seite  890).

Die Höllenlehre ist somit keine biblische, sondern eine Lehre, die durch die Philosophie in die kirchliche Lehre Eingang fand. Die Frage ist also: Was ist glaubwürdiger - die Aussagen der Bibel oder die philosophischer Lehrer früherer Zeit? Das muss sich jeder selbst beantworten.

LG Philipp

Kommen Buddhisten laut christlichem Glauben in die Hölle?

Menschen die den christlichen Gott leugnen kommen in die Hölle. 

So steht es in der Bibel.

Markus 6, 16: Wer da glaubt und getauft wird, er wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.

Es gibt keine andere Möglichkeit, der Bibel gerecht zu werden, als es genau so zu verstehen und zu interpretieren. Es reicht nicht mal aus, getauft zu sein, regelmäßig den Gottesdienst zu besuchen, immer wieder zur Beichte zu gehen und so gut es geht, nach den Geboten zu leben. Das sind alles gute Dinge, aber sie reichen nicht aus. Jesus sagte nämlich: 

Johannes 3, 3 (Schlachter 2000):Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird [b], so kann er das Reich Gottes nicht sehen! 

Aber Buddhisten (wie mir) ist das bzw. sollte das ziemlich egal sein, schließlich sind das nicht mehr als verzweifelte Versuche die Wirklichkeit zu beschreiben und es gibt keinerlei Hinweise darauf, das man annehmen müsste, es wäre wirklich so. 

Und sollte ich tatsächlich von "Gott" verdammt werden, weil ich nach buddhistischen Lehren lebte und nicht nach seinen völlig menschenverachtenden Regeln und Dogmen, soll es so sein. 

Dann gilt es aber auch darüber nachzudenken, wie Barmherzig Gott tatsächlich ist. Sehe ich mir diese Welt nämlich einmal an, wirkt er viel mehr sadistisch als alles andere.

ArbeitsFreude 30.07.2016, 18:42

wenn es nun so sein sollte, wie AaronMose beschreibt, lieber Sinnsucher, dann muss der Himmel von lauter tod-langweiligen Leuten bevölkert sein - dann bin ich erst noch froh, zu interessanten Leute in die Hölle zu kommen...

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In die Hölle kommt bei den Christen eigentlich keiner. Nach erzkatholischer Sicht gibt es ein Fegefeuer wo man bleiben muss bis die Sünden verbüßt, bzw bereut sind und dann kommt man auch in den Himmel.

Aber die Buddhisten denken doch eh, dass sie nach dem topf wiedergeboren werden, also kann s denen ja egal sein, was andere Glaubensrichtungen darüber denken.
Und Christen kann es egal sein, ob Buddhisten in den Himmel kommen oder nicht

Sinnsucher23 29.07.2016, 19:32

Und Christen kann es egal sein, ob Buddhisten in den Himmel kommen oder nicht

Hmm, das klingt ja nicht sonderlich christlich

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mexp123 29.07.2016, 19:36

Haha ja da hast du vielleicht recht :D war auch nicht so extrem gemeint. War eher so gemeint dass man die anderen einfach das glauben lassen soll was die wollen. Und dann nicht zu denen sagen: deshalb kommst du jetzt nicht in den Himmel, nur weil man das an was man glaubt halt nicht Gott nennt.

Wie hier schon gesagt wurde, Buddhisten würden nach christlichen Glauben auch keine Sünden haben (außer der, dass sie nicht Gott als ihren "obersten" ausgewählt haben. Aber das Gebot kommt auch aus einer Zeit, wo die Leute irgendwelche sinnlosen Statuen angebetet haben)

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omikron 30.07.2016, 09:59

Die Sicht mit dem Fegefeuer (besser: Reinigungsort) ist nicht erzkatholisch, sondern normal katholisch.

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Sollte es tatsächlich einen Gott geben, dann hoffe ich, dass er nicht so kleinkariert ist, nach der Religion zu entscheiden, wer in die Hölle kommt.

Christen denken positiv und machen keine Aussagen, wer in die Hölle kommt. Sie sagen nur, wer in den Himmel kommt. Und nach der Aussage Jesu kommt in den Himmel, wer glaubt und sich taufen lässt.

Was mit den anderen geschieht, interessiert nicht weiter. Wer den sicheren Weg zum Himmel will, der kann ja machen, was Jesus gesagt hat. Andernfalls setzt er auf Risiko und kommt vielleicht trotzdem in den Himmel oder eben auch nicht.

Ja, schon im 10. Buch Mose steht geschrieben: "Und wählt jemand den Buddhismus als den seinen Glauben, so werde er schmoren auf ewig in den Flammen der Hölle. Und der Beelzebub wird ob seiner Schmerzen frohlocken und sich an seinen Tränen ergötzen."

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