Können beide XX dominant sein?

6 Antworten

Das genannte Beispiel ist unsinnig !!

Man muß hier genau aufpassen, was man mit X bzw. Y meint, denn diese Abkürzungen werden mehrdeutig verwandt.

Zum einen werden damit die Gonosomen bezeichnet - also das Chromosomenpaar, auf welchen einige Eigenschaften sitzen, welche beim Menschen die Geschlechtsausprägung während der juvenilen Entwicklungsphase steuern.

Mann ---> XY

Frau ---> XX

Zum anderen bezeichnet man damit aber die geschlechtsausprägenden Erbeigenschaften (Geschlechts-Allele) selbst.

Dabei geht man beim Menschen von einen stark vereinfachten Modell aus.

Das weibliche Allel wird X genannt; das männliche Y.

Beim Menschen ist Y dominant gegenüber X (rezessiv) !

Deshalb führen die Allele XY immer zu männlichen Geschlecht (Y dominiert X) und die Allele XX immer zu einem weiblichen Geschlecht (das rezessive X kann sich nur ausprägen, wenn es doppelt [oder als alleiniges Allel] vorhanden ist).

Im Vergleich mit autosomalen Erbgängen ist die Allelkombination YY aber nicht realisierbar, weil zwei Männer (XY) miteinander kein Kind zeugen können.

Da auf dem X-Chromosom nicht nur das X-Allel für die Geschlechtsausprägung liegen, sondern auch Allele für andere Eigenschaften beiderlei Geschlechter zu finden sind, wird nach der Befruchtung ein X-Chrmosom der Frau in den somatischen Zellen stillgelegt.

Es wird zum sogenannten Barr-Körperchen.

Dadurch wird sichergestellt, dass Männer (XY), wie auch Frauen (X,barr), jeweils nur ein genetisch steuerndes X-Chromosom besitzen, was dann sicherstellt, dass andere, nicht geschlechtsspezifische Eigenschaften, bei Mann und Frau gleichermaßen ausgeprägt werden.

Würden beide X-Chromosomen der Frau aktiv bleiben, dann würden die nicht geschlechtsspezifischen Eigenschaften bei Frauen ungleich stärker ausgeprägt sein als beim Mann, weil ja in der Zelle doppelt vorhanden.

Mit besten Grüßen

gregor443

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Hi, dominant und rezessiv bezieht sich jeweils auf 1 Merkmal, für dass ja in jeder Zelle 2 Erbinformationen vorliegen (eine vom Vater, eine von der Mutter), die Information kann auf einem X-Chromosom liegen oder auf einem normalen Chromosom (Nicht-Geschlechtschromosom).

Lassen wir einen Augenblick die Geschlechtschromosomen (X/Y) mal beiseite, um dominant und rezessiv besser zu verstehen:

Angenommen, man hat 2 Erbsenrassen, die eine hat gelbe Erbsen und die andere grüne. Beide sind reinerbig (homozygot) in Bezug auf dieses eine Merkmal (Samenfarbe) und haben diese Farbe seit Generationen. Nun kreuzt man diese beiden Erbsen miteinander und die Nachkommengeneration hat nicht, wie man vielleicht vermuten würde, ein buntes Gemisch aus gelben und grünen Erbsen, sondern alle Erbsen sind gelb.

Dann ähneln alle Erbsen nur einem Elternteil (der gelben Erbse), das andere Merkmal bleibt verborgen (grüne Erbsen). Das Merkmal, welches die Nachkommen nur zeigen, obwohl zwei zur Auswahl standen, ist das dominante Merkmal, dass Merkmal, welches ungesehen im Hintergrund bleibt, ist das rezessive Merkmal. Das Merkmal gelb ist dann dominant gegenüber dem Merkmal grün.

Mit diesen Beobachtungen hat sich ein Augustinerpater beschäftigt und die Beobachtung, dass in der 1. Nachkommengeneration alle gleich, in Bezug auf das untersuchte Merkmal aussehen, hat ihn erstaunt, mehr noch, er konnte darin eine Regel finden, diese wird, ihm zu Ehren, die 1. Mendelsche Regel genannt.

"Kreuzt man zwei reinerbige Individuen, die sich in einem Merkmal unterscheiden, so erhält man (mischerbige, heterozygote) Nachkommen, die alle uniform (äußerlich gleich aussehend) sind." Das ist die Uniformitätsregel. Die Nachkommen ähneln entweder dem einen Elternteil, dann ist das Merkmal dominant oder sie nehmen eine Zwischenstellung zwischen den Eltern ein (z.B. eine Zwischenfarbe zwischen gelb und grün), dann ist es ein intermediärer Erbgang. Gruß

Es gibt halt von vielen Genen Allele, von denen manche andere Allele desselben Gens quasi überdecken, so dass nur das dominante Allel zur Merkmalsausprägung führt.

Eine Tochter des Mannes und der Frau in deinem Beispiel hat dann den Genotyp Xx, kann also logischerweise selbst auch das dominante Allel an ihre eigenen Kinder weitervererben. Die Frau im Beispiel hat einfach zufällig zwei Exemplare eines rezessiven Allels von ihren eigenen Eltern geerbt. Eines davon muss sie von ihrem Vater haben, Männer können also natürlich auch rezessive Allele auf dem X-Chromosom haben.

Mögliche rezessive und dominante Allele auf dem Y-Chromosom sind, wenn überhaupt, nur im Fall eines überzähligen Y-Chromosoms beim Mann (XYY-Syndrom) relevant, denn normalerweise hat ein Mann eben nur eines und das ist nicht homolog zum X-Chromosom, hat also nicht die gleichen Gene wie dieses.

Ja, genau. Obwohl ich in dem Fall x und y schlecht gewählt finde, da, wenn man es auf die Chromosomen bezieht, es keine Tochter mit einem Y-Chromosom gibt. Na gut, außer man bezieht transgender ein, aber darum kümmern wir uns in der Biologie weniger.

Ja, richtig. In dem Fall. Heißt nicht, das immer der Mann dominante Gene hat!

Die Dominanz entsteht durch das Merkmal selbst. Angenommen, mit dem bestimmten Gen wird ein Hormon hergestellt. Sagen wir mal Insulin.
Das Auftreten des Insulin-gens ist dominant, da Insulin hergestellt wird, wenn mindestens eine vollständige Sequenz vorhanden ist.

Auf dem Gen steht ja nicht "Diese Person hat braune Augen", sondern "Hier ist der Bauplan für den Farbstoff, der die Augen braun färbt". Ist der Bauplan vorhanden, wird das Protein aufgebaut. Dabei ist egal auf welchem Chromosom. Ist der Bauplan auf keinem der Chromosomen vorhanden, kann das Protein nicht aufgebaut werden.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Ausbildung als MTLA

Er hat nur die Dominanz bei der Tochter, beim Sohn seltsamerweise nicht, denn der Sohn würde trotz rezesivem x der Mutter genau das x der Mutter bekommen ... und auf x sitzen die wichtigen Eigenschaften nicht auf Y.

im grunde genommen sind also Söhne ihrer Mutter ähnlicher als ihren Vater. Töchter jedoch 50:50 ... also die hälfte der Töchter der Mutter ähnlich, die andere Hälfte dem Vater.

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