Stammbaumanalyse - gonosomale Vererbung?

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2 Antworten

So weit ich weiß, geschieht die Inaktivierung eines X-Chromosoms zufällig schon im frühen Embryonalstadium. Der erwachsene Körper hat ein Mosaik von unterschiedlich (mütterlicher oder väterlicher Herkunft) inaktivierten X-Chromosomen. Das inaktivierte X-Chromosom wird in Heterochromatin verpackt, es sind aber einige Gen, die auch auf dem Y-Chromosom vorkommen aktiv, bzw. können transkribiert werden.

habe bei der X-chromosomalen Vererbung ein Problem mit dem Verständnis hinsichtlich dominantem und rezessivem X-Chromosom

Das wirkt missverständlich (Formulierungsfehler), es handelt sich um Anlagen auf dem X-Chromosom, also um rezessive oder dominante Gene, nicht das ganze Chromosom ist dominant oder rezessiv.

Angenommen eine Erbkrankheit wird X-Chromosomal-dominant vererbt: Frau XX (krank) Mann xY ( gesund) - würde ein Kind nun Xx bekommen, wäre es so gesehen automatisch von der Krankheit betroffen, kann es aber nicht genauso sein, dass das erkrankte X-Chromosom ausgeschalten wird - da dies ja eben "zufällig" geschieht?

Das ist möglich. Weil aber die Inaktivierung zufällig geschieht und ein Teil der Zellen ja das Chromosom mit dem defekten Gen besitzt, kann die Krankheit mehr oder weniger stark ausgeprägt sein. Es ist eine Frage, wie schädlich sich das Genprodukt der Erbanlage verhält.

Ebenso würde mich interessieren wie dieses "dominant" und "rezessiv" entschieden wird, da ein erkranktes bzw. dominantes X-Chromosom (oberes Beispiel) über alle folgenden Generationen dominant bleibt und sich gegen rezessive X-Chromsome (alle Chromsome, die nicht ein derartiges Krankheitsbild tragen) durchsetzt.

Es ist ein Gen auf dem X-Chromosom, also eine veränderte DNA-Sequenz. Die DNA wird vor einer Mitose und vor einer Meiose verdoppelt und an die Tochterzellen weitergegeben. Für Keimzellen wird die Inaktivierung des Barr-Körperchens aufgehoben. Das X-Chromosom mit der veränderten Anlage kann also über Generationen weitergegeben werden.

X-chromosomal dominante Erkrankungen sind recht selten.

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Kommentar von BaboKing03
07.05.2016, 15:16

Erstmal danke für diese tolle Erklärung.

Heißt nun also: Wäre die Krankheit rezessiv (x) und ein Kind hätte Xx, so würde in einem Teil der Zellen x inaktiv werden & im anderen Teil X - insgesamt würde sich aber X stärker ausprägen (da dominant) und im Phänotyp das rezessive x somit einfach überdecken. Stimmt dies so? 

Eine kurze Frage zu dominant und rezessiv - am Fallbeispiele Erbsenpflanze - hätte ich da noch, und zwar:                    Die Blütenfarbe Rot (R) ist dominant gegenüber der Blütenfarbe Weiß (w) - so lernt man es bei der Uniformtätsregel. Bedeutet dies nun, dass die rote Farbe sich bei Blütenfarben der Erbsenpflanzen immer deutlich stärker als Weiß ausprägt oder ist es auch bei manchen Erbsenpflanzen möglich, dass Weiß gegenüber Rot dominant ist?                    Also ich meine, ob Rot schon von vornherein bei allen Erbsenpflanzen eine stärkere  Ausprägung hat als weiß (dominant gegenüber weiß ist) oder ob bei jeder Pflanze bestimmte Faktoren darüber entscheiden, welche der beiden Farben (rot oder weiß) für die einzelne Pflanze dominanter ist? 

Ich hoffe die Frage ist verständlich formuliert

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Hallo,

Ferner die betroffene Person mindestens einen Elternteil der betroffen von Krankheit (K) ist, wird die Krankheit
höchstwahrscheinlich dominant vererbt, andernfalls rezessiv.

Kann die K von beiden sowohl von Männlich und Weiblich betroffen sein?
Kann die K von beiden Elternteilen übertragen werden?

Ja? > höchstwahrscheinlich eine autosomale Vererbung.

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