Kleidungs-Marken ohne Ausbeutung der Arbeiter.

7 Antworten

Wenn du es dir leisten kannst, dann kaufe tradefair-Produkte. Es gibt einige Labels, die vertrauenswüdig sind - die Infos kannst du dir ergooglern oder bei greenpeace, robinwood, ökotest etc. finden !

Weil ich mir die Fairtrade-Sachen nicht leisten kann und weil ich auch Wert auf eine möglichst große und individuelle Auswahl lege, kaufe ich meine Klamotten schon seit Jahrzehnten auf Flohmärkten und in Second-Hand bzw. in Altkleiderläden ein.

Dort findest du abseits vom Modediktat genau die Sachen, die dir vom Material (Baumwolle, Seide, bis zu Kashmir) am besten zusagen ;).

Es gibt dort z.B. sehr viele Baumwoll.- und Leinensachen, die gerade oft genug gewaschen wurden um die gröbsten Gifte loszuwerden, die aber trotzdem aussehen wie neu.

Du findest genauso gut Markenklamotten (falls du darauf Wert legst), die aussortiert wurden weil sie angeblich nur in der letzten Saison in waren.

Du findest ebenso Klamotten, die sehr individuell und somit in normalen Läden gar nicht mehr zu haben sind aber trotzdem voll und ganz deinem eigenen Geschmack entsprechen.

Du kannst also buchstäblich in Samt und Seide gehen ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben - sogar Pelze lassen sich in Würde tragen wenn sie damit vor der Müllkippe bewahrt werden und man keine weitere Abschlachterei mit dem Kauf fördert...

In normalen Läden wirst du - davon bin ich überzeugt - immer irgendeine Art der Ausbeutung fördern - die Wegwerfgesellschaft eröffnet aber zum Glück die Möglichkeit, an sämtlichen Modeströmungen, Materialien und Stilen teilzuhaben, ohne Jemandem damit zu schaden ;).

P.S.: Meine Unterwäsche (und nur die!) kaufe ich neuerdings wieder bei Kik !

Nachdem ich den Laden fast ein halbes Jahr boykottiert habe (hatte zum Glück vorher reichlich Vorrat eingekauft ;)) bin ich nun bereit, meine Grundbedürfnisse dort wieder einzudecken nachdem Kik notgedrungen neue international gültige Verträge mit den HerstellerInnen ausgehandelt hat, die bessere Arbeitsbedingungen vorsehen.

Das ist mit Sicherheit noch nicht genug - auch weiterhin müssen wir diese Ketten unter Druck setzen, notfalls auch boykottieren wenn sie ihre ArbeiterInnen ausbeuten - wenn wir allerdings Garnichts mehr dort kaufen bis diese Händler Pleite gehen, dann haben auch die NäherInnen dort überhaupt keinen Job mehr - und das ist auch keine Lösung....

Deshalb ist deine Frage sehr gut, denn man muss sie immer wieder von verschiedenen Standpunkten aus beleuchten....

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@veritas55

Nachdem ich den Laden fast ein halbes Jahr boykottiert habe (hatte zum Glück vorher reichlich Vorrat eingekauft ;)) bin ich nun bereit, meine Grundbedürfnisse dort wieder einzudecken nachdem Kik notgedrungen neue international gültige Verträge mit den HerstellerInnen ausgehandelt hat, die bessere Arbeitsbedingungen vorsehen.

Dir ist aber schon klar, dass Apple bis vor wenigen Wochen als Vorreiter "besserer Arbeitsbedingungen" galt? Die HABEN BEREITS seit vielen Jahren "Verträge für bessere Arbeitsbedingungen".

Allerdings sind sie nie bereit gewesen, diese auch bis zum Ende durchzusetzen. Denn "Durchsetzen" würde "Preiserhöhung" bedeuten. Und das kann sich weder Apple noch Kik leisten.

Nur ein Beispiel: Derzeit kannst du Kaffee für rund 5 Euro das Pfund kaufen. Würde der Kaffee so ehrlich verkauft werden, dass die Hersteller und Lieferanten einen dem deutschen vergleichbaren "Kaufkraft-Lohn" (also auf die Landeswährung umgerechneten Anteil) bekämen, müsstest du MINDESTENS 10 Euro pro Pfund bezahlen. Und das setzt voraus, dass die Marge des Konzerns nicht anteilig steigt, sondern absolut stagniert.

Wann hast du das letzte Mal Kaffee für 10 Euro pro Pfund gekauft? Wärst du überhaupt BEREIT dazu?

Übrigens: Auch Tschibo versprach im Jahr 2007 hoch und heilig, die Kinderarbeit auf seinen Plantagen zu beenden. Es gibt sogar Verträge dazu. Leider ist der Konzern bisher noch nicht dazu gekommen, diese Verträge umzusetzen. BIS HEUTE ARBEITEN KINDER auf den Plantagen, die Tschibo beliefern. Und damit meine ich 9-jährige Kinder, die Kaffeebohnen sammeln, Säcke schleppen und all die anderen Arbeiten erledigen, die bei uns selbst für Erwachsene zu einer "körperlichen Herausforderung" würden...


Du willst Kik glauben? Dann frage nach einem NACHWEIS. Ehrliche Läden bieten dir eine Aufstellung des gesamten Herstellungs- und Produktionsweges an. Samt Adressen aller Unternehmen bis ans andere Ende der Welt, so dass du zur nächsten Schutz-Organisation laufen und nach den Arbeitsbedingungen in den benannten Unternehmen fragen kannst. Sie zeigen auch auf, wie groß die Anteile der Beteiligten am Produktpreis sind. SCHRIFTLICH. GERICHTSVERWERTBAR.

Solange man dich aber irritiert anglotzt, wenn du nach einem Herkunftsnachweis fragst, darfst du sicher sein: "Man hat dich mit leeren Werbeversprechen gelockt." Und du bist darauf hereingefallen.

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@Unsinkable2

http://de.euronews.com/2013/05/15/am-seidenen-faden-bald-bessere-arbeitsbedingungen-in-bangladesch/

Natürlich muss verfolgt werden wie weit dieses Abkommen eingehalten wird und ob es nicht nur eine Alibifunktion erfüllt. Das muss selbstverständlich kontrolliert und immer wieder hinterfragt werden um anhaltenden Druck auf die Firmen auszuüben. Bewußt einkaufende Verbraucher müssen sich immer wieder neu informieren und je nach dem reagieren !

Allerdings ist den ArbeiterInnen dieser Firmen auch nicht geholfen wenn sie überhaupt keine Arbeit mehr haben - im Gegenteil: ganz ohne Arbeit bleibt ihnen und ihren Kindern nichts weiter als Hunger, Betteln und Prostitution zum Überleben übrig weil es in diesen Ländern eben kein soziales Netz gibt, das sie auffängt !

Deshalb finde ich es wichtig diesen Firmen durch spürbaren Boykott, ggfs. aber auch durch gezieltes Kaufen bei nachgewiesenen Verbesserungen, zu signalisieren, dass es sich lohnt die Arbeitsbedingungen zu verbessern !

Die Preise müssten sie dafür nur geringfügig anheben was den Kunden hier kaum auffallen dürfte. Wenn z.B. T-Shirts anstatt 2.99 € zukünftig vielleicht 3.49 € kosten, werden sie sich nicht weniger gut verkaufen und wenn die 50 ct Differenz pro Produkt bei den Herstellerinnen tatsächlich ankommen, dann sind angemessene Löhne, zukunftssichernde Sozialabgaben und korrekte Sicherheitsvorkehrungen überhaupt kein Problem, denn die Menge macht´s !

Wer einfach nur sagt: bei denen kaufe ich nie wieder macht es sich zu einfach - dann verliert der Boykott seine Wirkung !

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@Unsinkable2

Wann hast du das letzte Mal Kaffee für 10 Euro pro Pfund gekauft? Wärst du überhaupt BEREIT dazu?

Solange ich noch Kaffee getrunken habe kam mir nur Transfair in die (Filter-)Tüte.

Jetzt trinke ich nur noch Grünen Jasmintee in Bioqualität einer kleinen Firma - der hat zwar kein Fairtrade-Siegel, aber ökologischer Anbau beinhaltet immer auch bessere Arbeitsbedingungen für die Bauern, schon durch den Verzicht von Pestiziden und die Herstellung sowie Vermarktung durch kleinere Kooperativen.

Ansonsten kaufe ich Schokolade und Zucker grundsätzlich von Fairglobe - weil das Luxusartikel sind, zahle ich die Mehrkosten gerne und kann sie mir auch leisten obwohl ich mit meiner Teilzeitarbeit kaum mehr Geld habe als ein Hartz4-Empfänger.

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Kleidungs-Marken ohne Ausbeutung der Arbeiter.

Dir ist aber schon klar, dass wir im Kapitalismus leben, ja? Hier gibt es NICHTS - wirklich GAR NICHTS -, ohne "Ausbeutung".

Insofern solltest du vielleicht erst mal deine Definition von "Ausbeutung" veröffentlichen? Ist es Ausbeutung, wenn man weniger als den geforderten Mindestlohn bekommt? Ist es Ausbeutung, wenn man unbezahlte Überstunden machen muss? Oder ist es erst Ausbeutung, wenn Kinder arbeiten müssen, um die Familie zu ernähren?

Hallo, ich versuche momentan keine Kleidungsstücke zu kaufen, die unter schlechten Bedingungen hergestellt wurden (wie zum Beispiel in China oder Bangladesh), da dies eigentlich gegen meine moralischen Grundsätze verstößt.

Dann solltest du grundsätzlich ALLE Billig-Klamotten-Läden meiden, NICHT EIN MILLIGRAMM Kosmetik kaufen (Oder ist Tierquälerei kein Problem für dich?), keinen Kaffee trinken bzw. ihn und den Tee nur aus dem Reformhaus holen (Fair-Trade-Label, etc.), ...

Leider kann ich bei vielen Marken nicht rausfinden, wo sie hergestellt werden, wie z.B bei Superdry.

Das ist auch nicht wirklich einfach. Um genau zu sein: Es ist völlig unmöglich, das mit Sicherheit für jedes Produkt sagen zu können.

Wenn du ganz sicher gehen willst, solltest du nur Produkte kaufen, deren Produktionsweg du nachverfolgen (Fragen!) kannst.

Für einige Produkte gibt es ein Browser-Plugin:

Das blendet Produkte in Online-Shops aus, die nachweislich durch Kinderarbeit entstanden sind.

Allerdings kennt es bei Weitem nicht alle Produkte. Es ist also höchstens ausreichend, um dein Gewissen zu beruhigen. Kinderarbeit wird es trotzdem geben. Und du wirst auch weiterhin Produkte kaufen, die von Kindern oder massiv ausgebeuteten Menschen hergestellt werden.

Für den Ladeneinkauf kannst du diese Website bemühen:

  • modeaffaire.de/einkaufen/shops/

Dort werden Läden aufgelistet, die sich bemühen, keine Klamotten zu kaufen, die aus massiver Ausbeutung stammt. Doch auch das ist oft nur ein Plazebo, denn wenn Produkte durch die Hände mehrerer Zwischenhändler gehen, ist die Spur längst verwischt...

Wie bereits erwähnt, nutzt ein dauerhafter Boykott von Produkten, die in Niedriglohnländern produziert wurden, den Betroffenen nichts, da Arbeitslosigkeit für sie und ihre Familien ein noch größeres Elend darstellt. Durch den Nicht-Kauf ist das Problem nicht aus der Welt.

Nur durch Druck von Politik und Konsumenten kann die Situation verbessert werden. Die Produktion von Textilien in Entwicklungsländern zu fairen Löhnen, die den Arbeitern ein menschenwürdiges Leben in einer geräumigen Wohnung, mit gesunder Ernährung, Hygiene, Bildung und Freizeit ermöglichen, muss das Ziel sein.

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Da kann man nur Trigema kaufen - allerdings produzieren die Unterwäsche und Sportbekleidung. Der gesamte Rest wirdin der 3. Welt überwiegend von zarten Kinderhänden produziert.

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