Kinder die vor der Schule schon lesen können - gut oder nicht?

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also, ich weiss leider noch nicht, was das für auswirkungen haben wird,.. aber meine tochter interessiert sich für buchstaben und wörter seit sie ca. 3 jahre alt war... mit 3 1/2 hat sie mich gefragt, wie man vogelkäfig schreibt.. ich habs ihr dann buchstabiert XD... in 2 wochen wird sie 5 und versucht alles zu lesen, was sie in die finger bekommt.. die hebt beim einkaufen sogar kassenbons vom boden auf und liest, was da drauf steht XD ich habe sie nie dazu gedrängt.. denn druck finde ich gar nicht gut für die entwicklung... ich habe mit meiner cousine, die auch lehrerin ist, darüber gesprochen, weil meine mutter auch meinte, dass das nicht gut sei... allerdings hat meine cousine mir gesagt, dass das schon ok ist und sie in der schule dann einfach andere aufgaben bekommt.... mal sehn, ob das dann klappt :)

selbstverständlich ist es prima, ganz großartig und nur zu begrüßen, wenn ein Kind sich selbst die Welt (auch) durch Lesen "aneignen" möchte. Aber ganz wichtig dabei ist: Die Neugierde und der Drang, Zeichen, Buchstaben und Worte entziffern zu wollen, muss von dem Kind ausgehen und nicht durch das Antreiben bestimmter (ehrgeiziger?) Erwachsener. Ein Problem bei Frühlesern kann dann aber leider immer noch in deutschen Schulen entstehen, wenn die Lehrkraft sich auf diese persönlichen Level nicht einlassen will und für alle Kinder immer noch den gleichen Leselehrgang fordert: Das kann Kinder auch sehr unterfordern und u. a. die Schulunlust bereits schon ab 2. Schuljahrgang fördern ! "Differenzieren" heißt dazu die Aufforderung an alle Grundshchulpädagogen .Aber Lesen vor der Einschulung ist natürlich ganz ok, wenn der Kiga mit der GS darüber austauscht und gleiche Ansichten über Kinder und ihre Entwickung haben.

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was meinst du mit "Wenn (sich) der Kiga mit der GS darüber austauscht" ?? Ich stelle mir das als äußerst problematisch vor...

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@FlyingTaxi

"austauschen" meint " auf gleicher Augenhöhe" a) die im jeweiligen Land geltenden Bildungspläne von Kiga und GS gegenseitig vorstellen und im Wesentlichen kennen und b) darauf eine gemeinsame Übergangskonzeption "vom Kiga zur GS" hier: in LITERACY vor Ort erarbeiten und c) die Pädagogik dazu (Bild vom Kind) und die Methodik/ Arbeitsmaterialien usw. des Arbeitens in Kiga und GS vor Ort gegenseitig angleichen (gute Handreichung dazu: Bildungsbrücken bauen, Cornelsen 9783589246250)

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Ich weiß, dass der Thread alt ist, uralt. Ich habe gestern Abend nach dem Thema gegoogelt und mich dermaßen über eine oder zwei strohblöde Antworten hier aufgeregt, dass ich einfach mal antworte. Vielleicht liest es ja irgendwann noch mal jemand (-: Ich spreche aus Erfahrung: Mein Vater, ich und nun mein kleiner Sohn konnten alle vor der Schule lesen und rechnen (1x1, addieren bis 100, substrahieren im 100-Bereich). Ich hatte zwei große Brüder und wollte mit vier Jahren jeden Buchstaben kennen. Danach ging es relativ schnell, so dass ich mit knapp fünf Jahren lesen konnte. Das hat niemand in meiner Familie verlangt oder extrem gefördert! Nicht alle Eltern sind Tiger-Mums! Allerdings wurde und wird in meiner Familie extrem viel gelesen - jeden Tag 1-4 Stunden nach der Arbeit. In den ersten Schuljahren vor 35 Jahren habe ich gelitten wie ein Hund, da ich eine besonders lahmarschige Lehrerin hatte, die sich geärgert hat, dass sie zwei Kinder in der Klasse hatte, die schon vieles konnten. Ich habe dann irgendwann auf blöd geschaltet, im Alter von 16 eine Klasse übersprungen und mich mein Leben lang irgendwie durchgemogelt - einen richtigen Ansporn hatte ich nicht mehr. Das lag aber nicht an meinen Eltern, sondern an unfähigen Lehrern, die mir kein Futter gegeben haben. Mein Sohn konnte mit drei Jahren alle Buchstaben und das kam so: Er kannte da ABC-Lied und dann hat er sich so lange vor einen Rechenschieber (eine Seite Zahlen, eine Seite Buchstaben) von Tchibo gesetzt, bis er die Buchstaben zuordnen konnte. Mit knapp fünf konnte er lesen. Er rechnet sicher im Bereich bis 30 (er ist jetzt 5 Jahre und drei Monate und ich nehme mal an, bis zum Schuleintritt rechnet er bis 100) und schreibt kleine Storys mit vielen Rechtschreibfehlern - also eigentlich wie ein Zweitklässler. Hier schreibt jemand, es seien die Eltern, die die Kinder pushen! Nein! Wir sind einfach ein recht gebildeter Haushalt und mein Sohn sieht uns lesen. Wir Eltern gucken nicht fern - dafür ist uns unsere Zeit zu schade. Klar, wollte mein Sohn auch lesen können! Eine Mutter hier schreib, sie haben ihrem Kind Arbeitsmaterialien gekauft und wurde daraufhin von anderen Müttern angegriffen. Hallo? Habt Ihr sie noch alle? Ist das Neid? Mein Sohn möchte seit er 4 Jahre alt ist ständig "Buchstaben-Übungshefte/Rechenhefte" von mir gekauft bekommen. ER fordert das ein. Soll ich es meinem Kind versagen? Natürlich sind wir nervös, was das Thema Schule angeht, denn wie viele Kinder, die fix im Kopf sind, tut sich mein Sohn emotional noch etwas schwer. Außerdem langweilt er sich seit zwei Jahren extrem im Kindergarten. Wir hoffen sehr, dass die Schulen im Jahr 2014 schon etwas weiter sind und ein Kind nicht dafür bestrafen, dass es etwas gut kann! Übrigens: Ein Kind, das so weit ist, muss nicht unbedingt hochbegabt sein! Entwicklung läuft in verschiedenen Phasen und bei jedem Kind anders. Es ist sogar so, dass ein Mensch mit fünf Jahren eine Hochbegabung haben kann und dann im Alter von 18 auf einem Niveau unterhalb der Hochbegabung landet. Ein Test ist eine Momentaufnahme. Ich wünschte mir, es würde ihn diesen Bereichen nicht so viel Unwissen und Vorurteile geben.

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