Kein Job mit kopftuch?

25 Antworten

Ob ein Kopftuch ein Hindernis ist, kommt ganz auf den Arbeitgeber an. ER entscheidet, ob er aufdringliche religiöse Symbole in seinem Unternehmen haben will oder nicht. Aber natürlich schränkt es deine Auswahl an Jobs ganz erheblich ein, denn viele AG wollen ihre Geschäfsräume eben religions- und ideologieneutral gestalten. Und das ist ihr gutes Recht.

Ich zum Beispiel würde keine Zeichen religiösen Fundamentalismus in meiner Firma dulden, wenn ich eine hätte. Ganz egal, ob islamisches Kopftuch, Rosenkranz auf der Brust oder Altarecke im Büro.

Mit Kopfverhüllung (was man verharmlosend Kopftuch nennt, aber meist wird jedes Härchen versteckt) outet man sich als völlig unaufgeklärt, religionsversessen und Unterdrückungsopfer.

Arbeitgeber haben so jemand auch deshalb nicht gern im Kundenkontakt, weil die Kunden das nicht mögen und der Firma ein schlechtes Image entsteht. Die Firmen wollen als modern, fit, auf Zack dastehen.

Einen vernünftigen Grund, öffentlich Sektierertum zur Schau zu tragen, gibt es nicht. Jemand, der als Bankberater ein dickes Kreuz um den Hals baumeln hat, ist auch fehl am Platz.

Religion gehört im Westen einfach nicht an den Arbeitsplatz. Religion ist privat und keinem Arbeitgeber ist zuzumuten, unter Religion zu leiden.

Da das Kopftuch im Islam kein Pflichtprogramm darstellt (heisst es ja immer... man trägt es freiwillig), dann ist das Argument, dass man im Geschäft ja auch nicht mit einem sichtbaren Kreuz durch die Gegend rennt, durchaus angebracht.

Kleine Zeichen als Glaubensbekenntnisse sind ja kein Problem. Aber was einem offensichtlch ins Gesicht springt, birgt halt die einen oder anderne Probleme. Das ist nicht mal nur bei religiösen Fragen ein Thema: Banken oder Firmen im öffentlichen Dienst verweigern beispielsweise auch Mitarbeitern den Frontdienst, wenn sie offen sichtbare Tattoos tragen. Warum? Weil es einfach nicht passt und ein falsches Bild vermittelt.

In diesem Sinne: Wenn das Geschäft es nicht haben will, dann muss e shalt eben weg bleiben. Man kann nicht alles immer unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit ausfechten, manchmal muss man sich halt beugen. Das Stichwort Anpassung ist hier gar nicht so schlecht.

Was ich NICHT gut finde: Die Art und Weise, wie man mit dir gesprochen hat. Du hast gewusst, dass es eine Absage aus genannten Gründen geben kann, welche dann auch kam. Damit ist es aber dann auch gut. Es ist deine Entscheidung, ob du am Kopftuch bei der Arbeit festhalten möchtest und dir damit einiges an Chancen verspielst oder nicht. Dafür brauchst du meiner Meinung nach keine anderen Menschen, die versuchen, dich "umzupolen". Das ist deine ganz eigene Entscheidung. Dass du dafür Absagen kassierst, weisst du jetzt. Was du daraus machst, soll in deinem Ermessen liegen.

Sollte die Frage ernst gemeint sein, dann ist es schon heftig das sie solche Sachen sagen, das sie einen Kasten Bier drauf wetten würden, das du keinen Job bekommst mit Kopftuch, etc.

Allerdings stimme ich dem Standpunkt zu, das du dich wenn Kopftuch bei deinem möglicherweise "zukünftigem Arbeitgeber" unerwünscht ist abnehmen solltest. Integration ist das Stichwort. Ich will dich keinesfalls diskriminieren, ich bin nicht ausländerfeindlich, etc. aber das ist meine persönliche Meinung dazu.

In jedem Land in dem man leben möchte muss man sich anpassen und wenn Kopftuch unerwünscht ist, dann ist es das halt. In den östlichen Ländern erwartet man das sich Frauen zumindest Knie und Schultern bedecken und hier ist eben das Kopftuch nicht so gern gesehen. Von daher würde ich sagen es gibt nur 3 Möglichkeiten:

1. frag noch bei ein paar anderen Läden nach, vll. stört sich ein anderer Ladenbesitzer nicht dran

2. Kopftuch abnehmen

3. Anderen Ausbildungs/-Praktikumsplatz suchen 

LG

Ich kann verstehen, dass du jetzt total verwirrt bist. Aber es ist vielleicht ganz gut so, dass du diese Frage  jetzt gestellt bekommst, und nicht erst Jahre später.

Natürlich kann dich niemand zwingen, das Kopftuch abzunehmen. Und wenn du dich wohler damit fühlst ... dann lass es auf.

Aber dann musst du auch akzeptieren, dass es Menschen gibt, die es nicht mögen, wenn man seine Religiosität so demonstrativ zeigt. Die Deutschen (Christen) zeigen ihren Glauben halt nicht so, daher finden sie (wir) es manchmal seltsam, wenn z. B. Moslems ihn so zeigen.

Klar kannst du auch sagen, dass die Leute, die dir wegen deines Kopftuchs keinen Job geben wollen, Rassisten sind (sind sie häufig wahrscheinlich auch!), aber nützen tut dir das nichts. Den Job bekommst du deswegen nicht - es sei denn, du gehst vor Gericht und verklagst den Arbeitgeber. Aber ich denke mal, das willst du wirklich nicht, oder?

Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Konfliktlösung!

Um einen Arbeitgeber verklagen zu können, müsste sie erstmal einen haben. Noch ist sie nur Bewerberin. Und eine Bewerberin kann jeder einfach so ablehnen.

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Was soll sie denn klagen?

Bei mir im Geschäft herrscht Religionsneutralität. Heisst: Keiner trägt hier ein Kopftuch, ein Kreuz oder sonstige Sympole des Glaubens offensichtlich. Kleinere Symbole, die man einfach verstecken kann (Halskette mit Anhänger etc) stören niemanden, egal, was da dran hängt. Auch eine Schwester des Christentums hätte hier normale Kleider zu tragen.

Das kann einem passen - dann hat man bei guter Qualifikation die Stelle - oder nicht, dann arbeitet man nicht hier. Was willst du denn hier klagen?

Das Kopftuch ist zur Ausübung der Religion im Islam keine Pflicht. Es kann also auch nicht dazu verwendet werden, um unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit eines anzubehalten.

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NewQuest: Um Klage zu erheben, braucht es erst mal eine schriftlich begründete Absage der Bewerbung. 

Die Fragestellerin hat sich geweigert dass Kopftuch anders zu binden, weil sie andernfalls in einem Blumengeschäft, wo unter anderem auch Bindemaschine verwendet werden, mit den Bändern des Kopftuch in die Maschine geraten kann und die Berufsgenossenschaft bei Verunfallung etc. und Missachtung der Sicherheitsvorschriften für die Kosten nicht aufkommt. 

Sollen jetzt Sicherheitsvorschriften am Arbeitsplatz aufgehoben werden, weil sie je nach Auslegung des Regelwerk, gegen die religiöse Ausübung im Islam verstoßen könnten? 

Bestehende Sicherheitsvorschriften wie im Fall der Fragestellerin, sind also rassistischer Grundlage oder wie darf es verstanden werden. 

Welche Blüten treibt die politische Korrektheit in diesem Land eigentlich schon. 

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Beim Arbeitgeberverklagen geht es doch nur schäbig um Kohle. Die wissen schon wie sie an Geld kommen.

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