Haben es Frauen mit Kopftuch schwerer eine Ausbildung zu finden?

24 Antworten

Unterm Strich werden sie es schwerer haben, denn es gibt zwar die, die sowohl Kopftuchträgern als auch Nichtkopftuchträgern die gleichen Chancen bieten, aber dieser Personenkreis macht den Unterschied nicht aus. 

Der Unterschied liegt bei den Kopftuchphoben, beziehungsweise den Unternehmern, die kein Risiko eingehen wollen, kopftuchphobe Kunden zu verschrecken.

Das Problem ähnelt dem der Tätowierten. Die können davon ein Lied singen. In manchen Gewerben gelten Tatoos noch als unseriös. Selbst wenn der Chef das nicht so sieht, so gehört für ihn schon eine Menge dazu, den Tätowierten eine faire Chance zu geben, denn auch hier besteht die Gefahr, konservative Kunden zu verschrecken. Darüber muss er sich hinwegsetzen. Er muss sozusagen Umsatzeinbußen in Kauf nehmen.
Es kommt auf der anderen Seite ja kaum ein Kunde mehr, nur weil jemand ein Kopftuch trägt oder weil jemand tätowiert ist.

Die Parallele zu den Tattoos ist sehr schön gezogen!

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Genau richtig erklärt, schön ohne Gerede von Diskriminierung, sondern über wirtschaftliche Faktenentscheidungen. Danke dafür!

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@Kajjo

Die Betroffenen sehen es aber als Diskriminierung, wenn der Chef sie nicht einstellt. Er muss ja seine Ablehnung nicht begründen.

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@Nunuhueper

Natürlich ist das so. Aber die "Wahrheit" liegt meiner Meinung nach andersherum. Wer sich selbst ausgrenzt, muss sich nicht wundern, dass andere das auch als solches wahrnehmen.

Kopftücher sind nicht nur DAS Symbol schlechthin für gescheiterte Integration, sondern sie sind vor allem diskriminierend gegenüber allen anderen Frauen, denen damit letztlich unterstellt wird, "Schlámpen" zu sein, weil sie sich nicht verhüllen. Viele Muslime blicken genau auf diese Art auf offene westliche Frauen herab.

Ein Kopftuch hat an einem Arbeitsplatz absolut nichts zu suchen. Privat soll jeder machen, was wer will, aber nicht am Arbeitsplatz oder in der Öffentlichkeit.

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@Kajjo

Ein Kopftuch hat an einem Arbeitsplatz absolut nichts zu suchen. Privat soll jeder machen, was wer will, aber nicht am Arbeitsplatz oder in der Öffentlichkeit.

Diese Ansicht kann ich nur eingeschränkt teilen. Es ist aus unternehmerischer Sicht oft unklug, bestimmte Positionen mit betuchtem Personal zu besetzen.

Bei anderen Arbeiten, bei denen man wenig visuellen Kontakt mit Kunden hat oder in Bereichen, in denen äußerst liberal mit dem Thema umgegangen wird, spricht überhaupt nichts dagegen, dass jemand eingestellt wird, der ein Kopftuch trägt.

Man kann sich sogar überlegen, ob man sich den Umkehreffekt zunutze machen möchte. Zum Beispiel habe ich beim Wechsel zu einem Stromanbieter beobachtet, dass besonders gerne Kunden, die wirkten, als hätten sie einen Bezug zum Islam sich an eine Beraterin mit Kopftuch zuwanden.

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@Suboptimierer

Ja, und ist das gut, wenn die Gesellschaft sich immer mehr spaltet? Muslime gehen nur zur kopftuchtragenden Beraterin und nicht zur westlich gekleideten Frau? Und moderne Menschen gehen nur zur kopftuchlosen Frau mit hübschen Haaren?

Echt jetzt? Wollen wir das? Kann das irgendjemand wollen? Das ist Spaltung und nicht Integration. Genau mein Argument bestätigt bezüglich Kopftuch.

Integration wird nur gelingen, wenn wir EINE Kultur sind. Und das Kopftuch ist ein ganz großes Hindernis dabei, weil es nämlich krass gegensätzliche Werte und Ansichten visualisiert.

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@Kajjo

Das Kopftuch zu verbieten ist eine genauso schlechte, ja sogar eine schlechtere Lösung, denn jemand, dem das Kopftuch und seine Religion überaus wichtig ist, wird alles tun, zu vermeiden, ohne Kopftuch zu arbeiten. Solche Menschen wären zutiefst unglücklich, ohne Kopftuch arbeiten zu müssen.

Die brachiale Lösung ist keine Lösung. Es würde auch überhaupt nicht am Kern des Problems gearbeitet werden, sondern nur an einem Effekt. Das Kopftuch ist doch, wenn wir ehrlich sind, gar kein Problem. Mit Kopftuch könnte man genauso gut einem Kunden gegenübertreten wie ohne. Unser BIP würde nicht sinken, wenn wir alle Kopftücher tragen würden.

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@Suboptimierer

Das sehe ich nicht so. Ein Kopftuchverbot für sämtliche öffentlich-rechtlichen Angestellten wäre ein wichtiger Schritt und eine völlige Anweisungsfreiheit für Arbeitgeber ein ebenso wichtiger Schritt, damit jeder ohne Bedenken muslimische Bürger einstellt, ohne Angst vor späteren Problemen. Das würde die Chancengleichheit fördern!

Es geht auch nicht primär darum, ob jemand, der schon dermaßen indoktriniert ist, dass er nicht mehr ohne Kopftuch arbeiten mag, seine Meinung ändert. Das wird er nicht; da stimme ich dir zu. Sondern es geht darum, das junge Mädchen ohne Kopftuch in die Schule gehen, auf Ämter gehen, Busfahrerinnen sehen und so weiter und lernen: Auf das Kopftuch kommt es nicht an. Sie haben muslimische Vorbilder, dass es auch ohne geht. Wer es im Beruf und auf der Schule nicht benötigt, der lässt es dann auch oft zu anderer Zeit weg. Das Problem würde sich innerhalb einer Generation quasi vollständig erledigen.

Umgekehrt wird ein schreckliches Signal daraus: Mädchen, die gerne ohne gehen würde, werden in der Schule von muslimischen Freundinnen ausgegrenzt. Mädchen werden von ihren Eltern gezwungen, mit Kopftuch in die Schule zu gehen. Das Kopftuch dient auch als Instrument, um die männliche Vormachtstellung und die Unterordnung der Frau zu demonstrieren. Das ist grausam und destruktiv.

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@Kajjo

Bildung ist bei Kopftuchträgerinnen ja gar nicht das Ziel, so die Erfahrung.

Sie wollen heiraten, Kinder, Küche und Mann versorgen.

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@Nunuhueper

In diesem Punkt stimme ich mit Kajjo überein. 

Es gibt mit Sicherheit unter den Millionen von Kopftuchträgerinnen einige, die sich gerne bilden würden. Dass keine Kopftuchträgerin sich bilden möchte, ist bei der Vielzahl unmöglich.

Und da stellt sich die Frage. Was machen wir mit denen, die gerne aus der Mühle heraus wollen?

Aber um es nochmal zu betonen. Den Weg, den Kajjo einschlagen will, halte ich für den verkehrten.

Ob ich bessere Ideen habe? Nur unausgegorene. Auffangstationen, Beratungsstellen, Öffentlichkeitsarbeit, Berichterstattungen,...

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@Suboptimierer

Die Emanzipation einer Muslima beginnt doch mit dem Ablegen des Kopftuchs.

Eine verheiratete Muslima darf ohne Erlaubnis ihres Mannes sowieso nicht arbeiten gehen.

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@Nunuhueper

Ihr wisst doch inzwischen, wie ich darüber denke. Ich sehe es genau andersherum. Eine emanzipierte Muslimin legt automatisch ihr Kopftuch ab (wenn sie es will). Zwingt man eine Muslimin dazu, das Kopftuch abzulegen, ist sie nicht emanzipiert. Außerdem sollte eine emanzipierte Muslimin immer die Möglichkeit haben, zwanglos ein Kopftuch zu tragen. Also wenn die Muslimin in einem Urlaub auf einer einsamen Insel ohne Begleitung ein Kopftuch tragen würde, sollte sie es zu jeder Zeit tragen dürfen.

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@Suboptimierer

Emanzipation ist immer freiwillig.

Das Kopftuch ist aufgezwungen worden. Von den Eltern, von der Familie, von der Umma.

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Ist sicher häufig so. Offiziell dürfen Arbeitgeber zwar niemanden wegen eines Kopftuchs ablehnen (wenn keine feste Kleiderordnung gefordert ist) aber viele tun es trotzdem und begründen das dann anders um offiziell nicht gesetzeswidrig zu handeln.

Zum Teil ist das auch verständlich. Das Kopftuch ist inzwischen weit mehr als ein Kleidungsstück, es ist zum internationalen Symbol für die Unterdrückung der Frau durch den Islam geworden und wird daher oft als rückständig, unnötig, intolerant und als Zeichen des anpassungsunwillen gesehen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Recherchen und Forschungen

"Offiziell dürfen Arbeitgeber zwar niemanden wegen eines Kopftuches ablehnen"

Das würde ich so nicht sagen.

Gemäß eines Urteils des EuGH vom 14.03.2017 darf ein Betrieb sein Erscheinungsbild selbst bestimmen und religiöse, politische und philosophische Zeichen verbieten, unter der Voraussetzung, dass diese Verbote für alle Mitarbeiter gelten und nicht auf bestimmte Gruppen zielen, was diskriminierend wäre.

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@Zicke52

Dieses Urteil war mir nicht bekannt, wieder was dazugelernt :)

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@Andrastor

Mich hat dieses Urteil sehr gefreut - in solchen Momenten liebe ich Europa.

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was kann man dagegen machen, wenn eine muslimische frau wegen ihrem kopftuch keine ausbildung oder arbeitstelle findet.

Sie kann ihr Kopftuch absetzen und dem Arbeitgeber damit ihr Interesse an der Arbeit und Teamfähigkeit signalisieren.

Ich gehe in England auf eine High School und wir tragen eine Schuluniform. Ich bin keine englische Staatsbürgerin und ich respektiere die Kleiderordnung der Schule meines Gastlandes. Ich wurde nicht gerufen sondern bin gekommen um mich ausbilden zu lassen. Komme ich in Jeans zum Unterricht erhalte ich einen C-Eintrag wegen "uniform not worn correctly".

Man kan es auch als eine Frage der Höflichkeit ansehen.

Kommt drauf an wo sie sich bewirbt. Das Problem ist die, wenn ein Körper teil verdeckt ist sei es Haare, Ohren, Auge, oder Mund dann fühlt sich der gegenüber etwas feindseliger. Dadurch können viele Verhandlungen scheitern oder Abgelehnt werden oder bei Beratung kann der Gegenüber sich etwas unwoll fühlen.

Dass es problematisch ist, Teile des Gesichts zu verdecken, kann ich ja nachvollziehen. Aber die Ohren? Werden bei vielen durch die Haare verdeckt. Und Haare sind nicht mal Körperteile.

Würde der Islam wie das Judentum Perücken als Kopftuchalternative akzeptieren, wäre das Problem allerdings aus der Welt.

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@ZiegemitBock

Naja bekannte von mir stört es heftig wenn die Beraten werden und nicht den ganzen Kopf sehen. Sei es die Ohren oder was anderes. Bei Mädchen ist es noch verständlich aber bei Jungs eher weniger. Da vertrauen die Kunden eher einen mit Kurzen Haarschnitt als jemanden mit einer richtig langen Frisur.

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Ja haben sie. In anderen Ländern ist man da viel weiter(z.b USA, Kanada, England). Es gibt schon einen Grund warum leute die 2 Jahre in USA leben sagen sie wären Amerikaner und leute die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind sich nie dazugehörig fühlen. Man kann die Schuld auf die Immigranten schieben und es wird sich dann nie was ändern oder mal selbstreflektion betreiben und sich in Richtung eines guten Miteinander bewegen.

Endlich mal eine vernünftige Aussage hier!

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Genau DIESEs MITEINANDER wird v.a. von MUSLIMISCHEN (i. Ggs. z. anderen) Migranten teils vehement abgelehnt!

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