Katzenzüchter verklagen wegen FIP Erkrankung?

6 Antworten

Hi,

das tut mir sehr leid für euch, fühl' dich gedrückt.

Wenn der Züchter als gewerbsmäßiger Züchter eingestuft wird hat er/ sie eine zweijährige Gewährleistungspflicht. In den ersten 6 Monaten liegt die Beweislage beim Züchter, d.h. er/ sie muss beweisen können, dass er/sie eine gesunde Katze verkauft hat. Danach tritt eine Beweisumkehr in Kraft, d.h. der Käufer muss beweisen, dass die Katze von Anfang an krank war.

Problematisch hier ist das FIP, da es eine Erkrankung ist, für die der Züchter nichts kann und es nicht wirklich möglich ist, Coronavirus-frei zu züchten.

FIP ist einfach furchtbar unfair, sowohl für den Käufer als auch für den Züchter.

Versucht es nochmals im Guten mit dem Züchter. Solltet ihr euch nicht einigen können und du möchtest weiterhin klagen dann solltest du dir einen auf Tierrecht spezialisierten Anwalt suchen.

Die Erfolgsaussichten hängen davon ab, wie das Gericht die FIP bewertet. Als eine vermeidbare Erkrankung, die schon beim Züchter bestand? Als Erkrankung, für die der Züchter nicht verantwortlich ist? Das kann in beide Richtungen gehen, abhängig vom Richter und wie die medizinische Sachlage dem Gericht von beiden Seiten präsentiert wird.

October

Ich denke das ist schwierig. Ein Tier ist ja ein Lebewesen und diese können nun mal krank sein/werden...

Der Züchter hat sicherlich gewisse Pflichten, evtl. Grundimpfungen und so. Aber er wird sicherlich nicht verpflichtet sein alle Tiere komplett auf alle möglichen Krankheiten untersuchen zu lassen.

Ihr müsstet ihm schon nachweisen können das er bewusst ein krankes Tier verkauft hat.

Ganz so einfach ist das nicht. Auch Lebewesen gelten hier juristisch als Sache, die frei von Mängel sein müssen. Dabei ist es erstmal irrelevant, ob der Verkäufer von dem Mangel wusste. Allerdings muss er beweisbar bei Vekauf vorgelegen haben.

Sollte dem Verkäufer nachgewiesen werden, dass er von dem Mange wusste, kämen wir ins Strafrecht.

Aber tatsächlich bin ich kein Jurist und vermutlich gibt es hier Feinheiten innerhalb des Vetrages.

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@bartman76

Ja, diese juristische Feinheit mit der Tier=Sache Geschichte könnte das alles etwas komplizierter machen.

Aber ich kenne es zumindest von meinen Hunden bisher so das im Vertrag etwas steht wie "Tiere wurden alle gesundheitlich untersucht und geimpft...blabla... eine Gerantie auf den aktuellen Gesundheitszustandes kann es nicht geben".
Gibt ja auch Krankheiten die nicht in den ersten Lebenswochen festgestellt werden können, da wird kein Züchter ein lebenslanges "Gesundheitsrecht" einräumen (können).

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@Kamikaze2001

"Aber ich kenne es zumindest von meinen Hunden bisher so das im Vertrag etwas steht wie "Tiere wurden alle gesundheitlich untersucht und geimpft...blabla... eine Gerantie auf den aktuellen Gesundheitszustandes kann es nicht geben"."

Ein Züchter kann die gesetzliche Gewährleistungspflicht, die innerhalb der ersten zwei Jahre besteht, nicht durch einen Passus im Kaufvertrag aushebeln.

Wenn du z.B. einen Hund kaufst, der unter einer bei dieser Rasse bekannten Erbkrankheit leidet dann greift die Gewährleistungspflicht innerhalb der ersten zwei Lebensjahre.

Wenn der Hund z.B. angefahren wird dann nicht.

October

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@Kamikaze2001

Ein Zitat aus deinem Link:

Die Vorschriften zum Verbrauchsgüterkauf, finden auch auf den Verkauf von Welpen Anwendung. Ein Verbrauchsgüterkauf liegt vor, wenn ein Verbraucher (= Person, die ein Geschäft zu einem rein privaten, nicht geschäftlichen Zweck abschließt) von einem Unternehmer (= selbständig und gewerblich handelnd) eine Sache kauft. Nach den Vorschriften zum Verbrauchsgüterkauf beträgt die Gewährleistungsfrist für den Verkauf neuer Sachen 2 Jahre, bei Kauf gebrauchter Sachen 1 Jahr.

Aber: Wann ist ein Hund neu oder gebraucht?

Die Rechtsprechung bezeichnet Welpen im Alter bis zu ca. 16 Wochen als neue Sachen mit der Folge, dass die Gewährleistungsfrist 2 Jahre beträgt.

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@October2011

Und ein Zitat aus meinem Link sagt auch:

Diesem Beispiel liegt die neuere BGH-Entscheidung zur HD zugrunde. Hat ein Züchter nur Tiere miteinander verpaart, bei denen er die Elterntiere sorgfältig in Bezug auf das Vorkommen von HD ausgesucht hat, beide Elterntiere HD-frei waren und die Welpe HD aufweist, kommt eine Haftung auf Schadensersatz des Züchters nicht in Betracht, weil er alles, ihm mögliche getan hat, damit keine HD-Erkrankung beim Welpen auftritt. Es liegt kein Verschulden des Züchters vor. Ein Schadensersatzanspruch besteht nicht.

Und dennoch kann es in der nächsten Zuchtlinie zu HD-Fällen kommen und dann hat man als Käufer eben nun mal Pech.

Und weiter

Zeigt sich innerhalb von 6 Monaten nach Übergabe des Welpen als neuer Sache an den Käufer ein Sachmangel, der bei der Übergabe des Hundes noch nicht ersichtlich war, wird in Anwendung der Vorschriften zum Verbrauchsgüterkauf gem. § 476 BGB vermutet, dass dieser Mangel bereits bei der Übergabe vorgelegen hat. Der Käufer muß zunächst das Vorliegen eines Mangels beweisen. Wenn dies bewiesen ist, muß der Verkäufer beweisen, dass dieser Mangel bei der Übergabe nicht vorgelegen hat.

Beweise sowas mal...

Und ich schätze mal das es bei Katzen ähnlich sein dürfte.

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@Kamikaze2001

Es kommt ganz auf die Erkrankung an, darauf, was der Züchter gemacht hat (oder unterlassen hat) um diese zu vermeiden und eben auf das Gericht an.

Wenn der Züchter im obigem Beispiel die Elterntiere nicht auf HD getestet hätte wäre das Urteil vermutlich anders gefallen.

FIP ist schwierig, da die Krankheit durch eine Mutation des Coronavirus entsteht.

Dazu muss die Katze mit dem Coronavirus infiziert worden sein. Da ein sehr hoher Anteil aller Katzen das Coronavirus in sich trägt ist es nicht möglich nur mit Coronavirus-freie Tiere zu züchten.

Das Kitten ist mit einer hohen Wahrscheinlichkeit schon beim Züchter mit Corona infiziert worden.

ABER_ der Züchter (ebenso wie der neue Besitzer) trägt keine Schuld daran, dass sich aus dem Coronavirus FIP entwickelt hat.

Grundsätzlich aber gilt: Jeder Züchter hat eine zweijährige Gewährleistungspflicht auf seine verkauften Jungtiere. Was ein Gericht daraus macht und welches Urteil gefällt wird steht auf einem anderem Blatt.

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Wenn ihr ein Katzenbaby ohne Impfpass gekauft habt, stehen eure Chancen vermutlich schlecht. Zumal es in diesem Fall unbedingt nötig gewesen wäre, sofort nach Kauf selbst für die notwendigen Impfungen zu sorgen.

Wir haben einen Kaufvertrag gemacht. Da steht " der Züchter versichert, dass das Tier zum Zeitpunkt der Übergabe gesund und frei von ansteckenden krankheiten ist, entwurmt und 2 × gegen katzenseuche und Katzenschnupfen geimpft ist.

FIP ist eine ansteckende Krankheit.

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@Zuckerschnute34

Wurde die Katze kurz vor der Übergabe vom Tierarzt des Züchters untersucht? d.h. kann der Züchter beweisen, dass er/sie alles unternommen hat um sicherzustellen, dass die Katze bei der Übergabe gesund war?

In der Regel werden Kitten 2 x gegen Schnupfen/ Seuche geimpft. Das ist völlig normal so.

October

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@Zuckerschnute34

Was gibt es da zu versichern? Gibt es einen Impfpass oder gibt es keinen? Der Impfpass ist die einzig maßgebliche Versicherung.

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@Zuckerschnute34

"FIP ist eine ansteckende Krankheit."

Jein.

FIP selbst ist nicht ansteckend.

Ansteckend ist das Coronavirus, das zu FIP mutiert.

Deswegen ist FIP so schwierig. Wo/ Wann mutierte das Coronavirus? Schon beim Züchter oder bei euch Zuhause?

Hätte der Züchter wissen können, dass das Coronavirus bei eurem Kitten zu FIP mutiert?

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In welchem Verein züchtet der Züchter? Wie sieht der Stammbaum aus? Welche Impfungen wurden bei der Katze seitens des Züchters vorgenommen? Wie sieht der Kaufvertrag aus? Welche Gesundheitsdaten haben die Eltern der Katze?

Hat der Züchter "nur" einen vertrauenswürdigen Eindruck gemacht oder ist er auch tatsächlich ein offiziell gemeldeter Züchter?

Einen Stammbaum hat er. Das sind Hobbyzüchter. Die Impfungen habe gerade unten geschrieben.

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Das ist zwar alles in der Tat sehr interessante Fragen.

Die gesetzliche Gewährleistungspflicht gilt aber für alle als gewerbsmäßig eingestufte Züchter- unabhängig von einer Vereinszugehörigkeit.

d.h. auch ein Schwarzzüchter hat eine Gewährleistungspflicht.

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@Bitterkraut

Illegaler Welpen/Kitten-Handel. Davon sind gerade Rassetiere nicht ausgeschlossen. Im Bereich des illegalen Tierhandels gibt es ja verschiedene "Stufen", die einen verkaufen die Tiere ohne irgendwelche Papiere (am billigsten), die anderen mit gefälschtem Impfpass (sind dann teurer), wieder andere mit gefälschtem Impfpass und mit gefälschtem Stammbaum (v.a. bei Rassetieren). Die letzte Version ist die teuerste, weil sie ja eine "echte" Zucht vortäuschen. D.h. sie gaukeln vor echte gemeldete Züchter zu sein, haben aber im Vergleich zu den echten Züchtern null Ausgaben, d.h. super Geschäft.

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Mein aufrichtiges Beileid!
Auch ich habe gerade erst meinen Tiger durch Leukose verloren. Diese hatte er bereits, als ich ihn bekommen habe. Aufgefallen ist es, als ich ihn dagegen impfen lassen wollte.

Habt ihr eine Rechtschutzversicherung? Dann würde ich mir einen Anwalt suchen und mich dort beraten lassen.

Das tut mir auch leid für dich.

Ja eine Rechtschutzversicherung haben wir.

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